Steuerrückerstattung nach der Hochzeit, Gemeinsame Steuererklärung?

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5 Antworten

Für deine Ausgaben für das Studium musst du für jedes Jahr eine separate Steuererklärung mit den Kosten des jeweiligen Jahres einreichen. Dies ist für die Feststellung eines verbleibenden Verlustvortrages 7 Jahre rückwirkend möglich (Az.: IX R 22/14). Die Verluste werden dann mit eurer gemeinsamen Steuererklärung verrechnet. Das geschieht in der Weise, dass euer Einkommen um die Verluste gemindert wird. Ihr bekommt also nicht die gesamten Kosten erstattet, sondern nur einen Anteil, abhängig vom individuellen Steuersatz.

Des Weiteren wäre zu klären, ob es sich um eine Erstausbildung/ Erststudium handelt. Vom Gesetzgeber her, wären nur Kosten für eine Weiterbildung als Werbungskosten vortragsfähig. Kosten für das Erststudium stellen nur nicht vortragsfähige Sonderausgaben dar. Gegen diese Rechtsauffassung ist aber derzeit ein Verfahren beim Bundesverfassungsgericht anhängig, was diese kippen könnte. Du könntest also in dem Fall für deine Ausgaben einen Verlustvortrag beantragen, um von einem ggf. positiven Urteil zu profitieren

 


 

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Kommentar von Svellanie
10.11.2016, 09:42

Ich habe den Verlustvortrag in den letzten Jahren schon immer in einer seperaten Steuererklärung berechnen lassen. Das ist alles bereits geklärt :)

Also bisher habe ich in meiner Steuererklärung den Verlustvortrag berechnen lassen. Was mittlerweile ca. 9.000€ und er hat mich als außergewöhnliche Belastung angegeben, da ich ja viel weniger verdient habe als er.

Verstehe ich das richtig, dass meine Verluste, mit seinem Einkommen verrechnet werden, obwohl meine Verluste der letzten Jahre ja schon anteilig berechnet wurden? Und obwohl ich ja trotz alledem immer noch  viel weniger in einem Jahr verdient habe als er (durch Minijobs etc)?!

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Automatisch geht die Heiratsmeldung vielleicht, aber wenn man seine Steuerkassen wechseln möchte, dann muss man das natürlich beim Finanzamt beantragen, wie bitte soll der Arbeitgeber denn bitte die Steuerklasse des Ehepartners ändern, das kann ja gar nicht klappen. 

Wenn jemand heiratet, bekommt er statt der 1 die Steuerklasse 4, bei absolut identischen Abzügen beim Arbeitgeber.  Entscheidet sich ein Paar dann für die Kombination 3/5, dann müssen die das gemeinsam entscheiden, denn einer hat dann ja die schlechtere Klasse und dann muss man das auch logischerweise gemeinsam beantragen.

Die nachträgliche Änderung von 4/4 auf 3/5 wirkt sich wohl erst/nur auf Dezember aus. Ihr könnt auch erst für Januar die 3/5 nehmen, auf den einen Monat kommt es jetzt auch nicht mehr drauf an. 

Bei einer dann folgenden gemeinsamen Steuererklärung wird euch dann dementsprechend mehr ausgezahlt, einen Verlust macht ihr durch dein Fehler nicht. Bei der gemeinsamen Veranlagung gibt es keine Steuerklassen mehr, die Vorteile des Ehegattensplittings wirken sich auf das komplette Jahr 2016 aus. 

Du musst das so verstehen, die Steuerklassen gibt es nur, um die monatlichen Abzüge einigermassen steuern zu können. Erst beim Jahresausgleich wird tatsächlich ermittelt, welche Steuern zu zahlen waren und es erfolgt dann ein Ausgleich (in Form von Nachzahlung oder Rückzahlung). Mit der Wahl 3/5 oder 4/4 entscheidet man lediglich, ob man lieber gleich monatlich mehr Geld hat oder lieber später. Ich kenne viele Paare, die gerne die 4/4 haben, um Nachzahlungen zu vermeiden und einmal im Jahr eine stolze Summe ist ihnen lieber als jeden Monat ein paar Euro, die man gar nicht bemerkt. 

Das zuviel gezahlte Geld kriegt ihr auf alle Fälle am Ende raus. Ihr werdet nicht schlechter gestellt 

Man muss nie eine gemeinsame Veranlagung machen, man kann immer zwischen Einzel und gemeinsam entscheiden. Nur bei der Einzelveranlagung verschenkt man halt den Splittingvorteil und hatte man die 3/5, dann muss der mit der 3 kräftig nachzahlen.

Bei gemeinsamer Veranlagung ergibt sich in dem meisten Fällen halt einfach einen Vorteil, weil beide Einkommen zusammen geworfen werden und die Freibeträge auch. 

Dein Verlustvortrag, falls anerkannt, wird wohl einfach stehen bleiben, bis du Einkünfte hast, weil deine Werbungskosten nicht denen deines Mannes verrechnet werden.

Alles weitere klärt mit eurem  Steuerberater.

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Kommentar von Svellanie
14.11.2016, 09:55

Vielen Dank für die ausführliche Antwort :D Mittlerweile konnte ich auch mit unserem Steuerberater reden. Alles geht jetzt seinen Gang und nächstes Jahr lassen wir uns mal überraschen ;)

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Ihr hättet zum FA gehen müssen, um die Steuerklasse zu wechseln. Der Arbeitgeber Deines Mannes kann das tatsächlich nicht mehr "einfach so" machen - die Daten werden vom FA übermittelt.

Du sprichst von Verlustvortrag, richtig?

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Kommentar von Svellanie
10.11.2016, 09:12

Hmmm... also wir haben bereits im August geheiratet. Der AG hat die Eheurkunde einfach so hingenommen und meinte, alles geht seinen Gang. Unser Steuerberater meinte ebenfalls wir brauchen uns darum nicht kümmern und sogar meine Internetrecherche hatte ergeben das dass automatisch von statten geht :/

Wir sind jetzt natürlich etwas gefrustet, da es diesen Monat Weihnachtsgeld gibt und der AG von meinem Mann jetzt damit ankommt. Vorher hatten sie immer andere Ausreden warum es nicht umgestellt ist - man hätte ja so schon mal darauf hinweisen können, dass das so einfach nicht geht... Na gut aber jetzt ist es so. Ich hoffe dass das zu viel gezahlte WG auch zurück kommt.

Gilt dann die Steuerklasse 3 für das ganze Jahr 2016?

Ja, Verlustvortrag klingt gut :) Das ist das Wort was ich gesucht habe ;)

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Ihr HABT doch einen Steuerberater. Warum fragt ihr den nicht?

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Kommentar von Svellanie
10.11.2016, 08:54

Weil ich ihn immer schlecht via Telefon und E-Mail erreiche und ich gerne schnell eine Antwort möchte!

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die Steuererklärung macht ihr für 2016  (ich nehme an 2015 war ein Tippfehler?)  und die Steuerklasse wird dann rückwirkend für das ganze Jahr gerechnet und die zuviel bezahlte Steuer zurückerstattet, deine Rückstellungen spielen überhaupt keine Rolle

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Kommentar von Svellanie
10.11.2016, 08:54

Das ist mir schon klar, mit ging es eher um mehr Details

Also lt. meinem Steuerberater werden die Rückstellungen uns dann nächstes Jahr mit ausbezahlt :/ Also es sind bereits anteilig angerechnete Werbungskosten. Ich hoffe Rückstellung ist dafür das richtige Wort :)

Aber das war ja gar nicht die Hauptfrage; Wird dann auch die Steuerklasse 3 für das Jahr 2015 herangezogen?

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