Frage von HerrJemine27, 132

Soll ich als alleinerziehender Vater den Unterhalt titulieren lassen, denn die Mutter zahlt bislang keinen Unterhalt?

Wahrscheinlich falle ich mit meiner Frage etwas aus dem Rahmen. Ich bin geschieden, alleinerziehend mit drei Kindern. Meine Ex-Frau lebt mit neuem Partner zusammen. Es gibt keine Umgangsvereinbarung bzgl. der Kinder. Sie will das jüngste Kind nur an einem WE im Monat sehen und dann auch nur von Samstag bis Sonntag. Und das auch nur wenn ich ihr die Hälfte der Fahrtstrecke entgegen komme. Sie weigert sich auch das Kind in den Ferien jeweils zur Hälfte zu sich zu nehmen. Kurzum sie kümmert sich nicht. Sie arbeitet nur in nem 450 Euro Job bzw Max 1/2 tags Job. Unterhalt zahlt Sie bisher keinen. Vermittlungsversuche mit Hilfe des Jugendamtes lehnt Sie ab. Nun sagte mir ein Bekannter ich solle den Unterhalt für das minderjährige Kind titulieren lassen bei Gericht. Welchen Vorteil hätte das Kind davon? Kann man den dann von ihr nicht gezahlten Unterhalt dann später rückwirkend einklagen? Für sachliche Hinweise wäre ich dankbar.

Antwort
von petrapetra64, 43

Einen Titel kannst du nicht erwirken, wenn sie so wenig verdient. Sie ist dann einfach nicht leistungsfähig.

Aber trotzdem macht es sinn, eine Beistandschaft für alle minderjährigen Kinder zu errichten. Zumindest fordern die dann Gehaltsnachweise an, fordern die ggf. auf, eine Vollzeitstelle zu suchen oder einen Zweitjob, um Unterhalt zahlen zu können. Wenn sie nichts vorlegt, dann geht es zum Gericht und wird zwangstituliert. Wenn sie mitwirkt, dann wird aber wohl kein Titel erwirkt.

Leider hilft ein Titel auch nicht viel, wenn nicht gepfändet werden kann, weil nichts zum Pfänden existiert (zu geringes Einkommen und alles gehört dem Lebenspartner). Und wenn man nicht mindestens einmal im Jahr pfändet (auf eigene Kosten), dann verwirkt man auch noch seinen Anspruch.

Aber falls mal was zu holen sein sollte, hat man wenigstens was in der Hand. Und das Jugendamt arbeitet kostenlos (Beistandschaft) und versucht das Beste rauszuholen. Wenigstens hast du es dann versucht. Mit dem Titel musst du nichts einklagen, du musst nur noch pfänden, der Titel ist ja schon ein Urteil, dass gezahlt werden muss. So lange aber nichts zu holen ist, ist hat nichts zu holen.

Mir ging es übrigens ähnlich, ich habe 2 Titel für meine Kinder(dank fehlender Mitwirkung) aber zu pfänden gab es nie was, inzwischen ist ein Kind erwachsen und der Vater des anderen verstorben und das Kind soll auch noch die Schulden zwangserben (ich kann nur mit Zustimmung des Familiengerichts ausschagen für ihn, das läßt sich schon Monate Zeit mit der Entscheidung).

Antwort
von passaufdichauf, 70

Hast du eine Beistandsschaft über das Jugendamt?

Ich bin erstaunt, dass deine Ex nicht massiv gedrängt wird, eine Vollzeitstelle anzunehmen, um den MIndestunterhalt zu zahlen bzw. ihr ein fiktives Einkommen angesetzt wird. Durch die Titulierung verjähren die Unterhaltsschulden nicht, wenn du den Titel regelmäßig erneuern lässt.

Kommentar von HerrJemine27 ,

Bis jetzt habe ich das noch nicht in Angriff genommen. Wenn Sie Ihren Pflichten nachkommen würde und Ihre Kinder jedes 2.WE und zur Hälfte in den Ferien nehmen würde, dann würde mir das schon reichen. Das jüngste Kind war in 1 1/4 Jahren nur an 15 Tagen bei ihr (inkl. Ferien). Aber da sie das nicht macht, denke ich das eine finanzielle Unterstützung von ihr geleistet werden muss.

Kommentar von haufenzeugs ,

es ist nicht ihre pflicht die kinder jedes zweite we und die hälfte der ferien zu nehmen. das siehst du völlig falsch.

Antwort
von autmsen, 43

Noch ergänzend: 

Das Kind hat wenn es sich selbst laut geltendem Recht um seinen Unterhaltsanspruch zu kümmern hat, also mit 18, dann schon einen Titel und womöglich wurde die Mutter auch bereits entsprechend dazu angehalten ihrer erhöhten Erwerbsobliegenheit nachzukommen. 

Bis zum Ende der Erstausbildung sind die Eltern unterhaltspflichtig. Das Geschlecht der unterhaltspflichtigen Eltern spielt heute keine Rolle mehr. Also unterlasse es bitte Dich selbst wegen Deines Geschlechtes zu diskriminieren. 

Zudem kann das aufzeigen klarer Grenzen und ihrer im Grundgesetz stehenden Pflichten ihren Kindern gegenüber bei der Mutter eine Verhaltensänderung zugunsten der Kinder beeinflussen. 

Antwort
von wilees, 38

Durch Titulierung wird die Verjährung gehemmt.

wann sind schulden wirklich „verjährt“? - Schuldenhelpline

www.schuldenhelpline.de/typo3conf/ext/user_z35pdf/.../download.php?... 

Also regelmäßig neu auflaufende Forderungen titulieren lassen.
Kommentar von haufenzeugs ,

der titel muss jedes jahr erneut eingefordert werden, schriftlich. sonst gilt der anspruch als vertan.

Kommentar von wilees ,

Soweit zum Thema Halbwissen: 

Vollstreckbarer Titel: Gültigkeit 30 Jahre - Kreditexperten.com

www.kreditexperten.com/vollstreckbarer-titel-gultigkeit-30-jahre/    

Neu entstehende Forderungen müssen hier tituliert werden.
Kommentar von petrapetra64 ,

Haufenzeugs hat leider recht, ein Titel verjährt zwar erst nach 30 Jahren, aber man muss mindestens einmal im Jahr das Geld einfordern, bzw. pfänden, sonst ist der Anspruch verwirkt und steht einem nicht mehr zu. Und die Pfändung zahlt man erst mal selbst..

Ist leider geltendes Recht. Ich habe auch zwei Titel, aber da nichts zu holen ist und ich nicht jedes Jahr pfänden konnte, ist mein Anspruch verwirkt. So steht es im Gesetz und so hat es mir das Jugendamt und der Anwalt erklärt.

Im Unterhaltstitel ist normalerweise der Anspruch bis zum 18. Lebensjahr bereits tituliert (so in meinen Titeln), da muss nichts mehr nachtituiert werden (ausser er/sie verdient extrem mehr und muss mehr zahlen dadurch).

Antwort
von XC600, 28

was willst du da titulieren lassen ? sie hat ja kein Einkommen das einen Titel zuläßt , also kann auch keiner erstellt werden ................ hört sich ja theoretisch alles ganz schön an aber praktisch wirst du wohl kaum einen Titel bekommen ........

Antwort
von DFgen, 74

Die Mutter ist den bei dir lebenden Kindern unterhaltspflichtig, zumindest den minderjährigen. 

Du hast das Recht, den Unterhalt für diese Kinder bei ihr einzufordern. 

Dazu solltest du ihn auch titulieren lassen, denn nur mit einem Titel besteht die Möglichkeit, den darin festgelegten Unterhalt einzuklagen, ggf. pfänden zu lassen (auch später noch..., die Verjährungsfrist dafür beträgt bei regelmäßiger Mahnung 30 Jahre...).

Du könntest dich dazu an das Jugendamt wenden und eine kostenlose "Beistandschaft" einrichten lassen, dann übernimmt es das JA, die Einkommensnachweise der Mutter einzufordern, den Unterhalt zu berechnen und zu titulieren.

Zwar hat die Mutter einen "Selbstbehalt", allerdings unterliegt sie gegenüber minderjährigen Kindern auch einer "erhöhten Erwerbsobliegenheit": sie muss alles ihr Mögliche tun, um minderjährigen Kindern wenigsten den Mindestunterhalt zahlen zu können, also einen Vollzeitjob annehmen oder ggf. auch einen Nebenjob.....

Bereits volljährige Kinder müssen ihren möglichen Unterhalt von den Eltern selbst einfordern - beide Eltern wären dann anteilig barunterhaltspflichtig......

Kommentar von HerrJemine27 ,

Meine Ex hat sich bisher immer geweigert Termine beim Jugendamt wahrzunehmen. Ist es ein Unterschied ob ich den Unterhalt über das Jugendamt titulieren lasse oder einen Anwalt beauftrage (abgesehen von den Kosten beim Anwalt) wenn das Jugendamt den gleichen Effekt hat würde ich es dort versuchen alleine schon wegen der Kosten.

Kommentar von haufenzeugs ,

der effekt ist der gleiche, das jugendamt arbeitet allerdings kostenfrei. wenn sie die unterlagen nicht einreicht zur bererchnung, dann musst du klagen gehen. wenn sie kein nennenswertes einkommen über selbstbehalt hat, bekommst du auch vom jugendamt keinen titel da sie nicht leistungsfähig ist im moment. bleibt nur unterhaltsvorschuss solange kind u12 ist.

Kommentar von DFgen ,

Das Jugendamt arbeitet zwar kostenlos, allerdings ist es nicht berechtigt, der Mutter ein "fiktives Einkommen" anzurechen - dieses könnte nur im Rahmen einer gerichtlichen Auseinandersetzung erfolgen...

  • Als fiktives Einkommen würde zugrunde gelegt,was die Mutter bei einem Vollzeitjob verdienen könnte, wenn sie ihrer Erwerbsobliegenheit nachkommen würde. Danach würde dann die Höhe des Unterhaltes berechnet und tituliert werden können....

Auch könnte das Jugendamt den Selbstbehalt der Mutter nicht herabsetzen, wenn sie durch das Zusammenleben mit einem Partner o.ä. eine "Haushaltsersparnis" hätte... - ein Gericht könnte dies schon....

Das Jugendamt dürfte für die Höhe des Unterhaltes nur das tatsächliche Einkommen der Mutter zugrunde legen, wodurch sie bei einem Teilzeitjob ggf. schlicht und einfach "nicht leistungsfähig" wäre, keinen Unterhalt zahlen bräuchte.

Das Familiengericht hat da eben andere Möglichkeiten.....

Kommentar von haufenzeugs ,

nein das jugendamt kann das nicht, dass kann ein gericht nur machen. aber selbst wenn fiktives gehalt eingerechnet wird, tituliert wird etc, ist es solange die  mutter wenig verdient wiederum nicht vollstreckbar. das ist die andere seite der geschichte.

Antwort
von haufenzeugs, 48

wenn sie nur 450 euro verdient, dann ist sie leistungsunfähig und kann nicht zahlen. du würdest also weder unterhalt noch titel bekommen.  egal wie oft du sie auffordern würdest, sie könnte einfach nicht zahlen und würde es auch nicht. da ist dein bekannter auf dem holzweg.

sie kann gerichtlich aufgefordert werden vollzeit arbeiten zu gehen. es kann dann fiktives einkommen eingerechnet werden u. darauf könnte ein titel erwirkt werden. der wiederum ist nicht vollstreckbar und würde auch nie vollstreckt werden, solange sie zu wenig einkommen hat. du drehst dich also im kreis.

deine baustelle ist mehr der umgang. hier zählt, der umgangsberechtigte holt und bringt das kind. wie sie das macht ist ihr problem. wenn du also keine größeren distanzen geschaffen hast, warum solltest du fahren? lass die km zahlen. sie muss keine feiertage übernehmen, auch keine ferien - sie kann es beschränken auf einmal im monat. sie könnte umgang völlig verweigern. das ist ihr überlassen. da auch das jugendmat nicht vermitteln kann, lass die km fallen. reagiere nicht mehr auf sie und wenn sie was möchte wie umgang, dann weiß sie wo kind wohnt. wirf ihr das kind nicht hinterher. soll sie sich selbst kümmern. oder es eben lassen.

Kommentar von HerrJemine27 ,

Ich denke da wird es drauf hinaus laufen. Schlimm ist nur das das Kind an der Mutter hängt, sie ihm aber immer sagt er könne nicht kommen weil ich ja so uneinsichtig sei und nicht die Hälfte der Fahrtstrecke übernhme. Dabei ist sie gut 100 km weggezogen.

Antwort
von HerrJemine27, 55

Ja aber ist sie denn nicht verpflichtet arbeiten zu gehen wenn sie sonst keine Verpflichtungen hat? Das Kind ist 13 da zählt das Jugendamt nicht mehr

Kommentar von passaufdichauf ,

Ja, sie unterliegt der sogenannten "erhöhten Erwerbsobliegenheit", d.h. sie muss alles daran setzen, mindestens den Mindestunterhalt lt. Düsseldorfer Tabelle zahlen zu können.

Eine Beistandschaft des Jugendamtes und ein entsprechender Titel wird sie daran erinnern! 

Es ist das Geld, dass deinem Kind zusteht. Du solltest nicht darauf verzichten, es durchzusetzen,

Antwort
von lindgren, 58

Titulieren lassen ist eine Sache - aber bei dem Minijob wird sie niemals unterhaltspflichtig werden. Sie verdient viel zu wenig. Dass sie sich kaum um die Kinder kümmern mag, ist traurig.

Bis zu einem Alter von 12 Jahren kannst du vom JA Unterhaltsvorschuss beantragen. Hast du schon darüber nachgedacht, das alleinige Sorgerecht zu beantragen?

Alles Gute!



Kommentar von haufenzeugs ,

sie ist bereits unterhaltspflichtig, du meinst zu sagen sie wird niemals leistungsfähig. nund darum wird sie es wohl machen. sie kann aber fiktives einkommen angerechnet bekommen und ihr einkommen wird gepfändet das wäre auch mgl.

was soll er in der sache mit alleinigem sorgerecht? das hat überhaupt nix miteinander zu tun.

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