Frage von annalina1998, 73

Sind Sachen die ich von mir verkaufe, steuerfrei?

Hallo, klingt jetzt vielleicht ein bissle komisch aber ich habe davon gehört, dass viele Männer auf getragene Socken und Unterwäsche von Frauen stehen. Ich würde so etwas auch gern anbieten aber bin mir nicht sicher, ob ich die Einnahmen versteuern muss. Wäre doch total blöd, wenn man für etwas Steuern zahlen müsste, was einem persönlich gehört und was man ruhig entwenden kann, oder nicht? Sollte ich also inviduelle Preise nehmen oder das annehmen, was die Leute bereit sind zu zahlen, würde das nicht unter einen Festpreis fallen und somit auch nicht steuerpflichtig sein, oder? LG

Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für Steuern, 33

Wenn Du es gelegenlich machst, so ist das einfach verkauf von gebrauchten Sachen.

Aber sobald daraus ein Geschäftsmodell wird, ist es ganz einfach eine gewerbliche Tätigkeit.

Aber selbst wenn Du es versteuern musst bleibt da bestimmt noch genügend übrig.

Bedenke, Du kaufst Unterwäsche, Du spart es sie zu waschen udn bekommst auch noch mehr dafür, als Du selbst bezahlt hast.

Der einzige Aufwand ist die Zeit für Verpackung/Versand, die Werbung in den sozialen Medien udn der Aufwand öfter mal shoppen zu gehen.

Es dürfte Schlimmeres geben.

Ob und wieviel Steuer anfällt, kommt auf Deine übrigen Einkünfte an.

Antwort
von kevin1905, 19

bin mir nicht sicher, ob ich die Einnahmen versteuern muss.

Wenn du die Sachen teurer verkaufst als du sie eingekauft hast, handelst du mit Gewinnerzielungsabsicht. Da du das vermutlich nicht nur einmal machst sondern wiederkehrend, handelst du gewerblich (§ 15 Abs. 2 EStG).

Wer gewerblich handelt, muss ein Gewerbe anmelden (§ 14 GewO) und ist zur Abgabe der Einkommensteuererklärung verpflichtet (ggf. auch Abgabepflicht zur Umsatz- und Gewerbesteuererklärung). --> §§ 25, 46 Abs. 2 EStG, 56 EStDV.

würde das nicht unter einen Festpreis fallen und somit auch nicht steuerpflichtig sein, oder?

Es gibt Restaurants, da bezahlt der Gast, was er für richtig hält. Das Restaurant hat trotzdem dadurch steuerpflichtige Umsätze. Ein Festpreis ist nicht erforderlich für die Steuerbarkeit von Umsätzen oder Gewinnen.

Antwort
von AshGF, 33

Hi, also es gibt vielleicht so gestörte Menschen die so etwas tatsächlich kaufen würden. Ich würde es nichtmal geschenkt annehmen. Ist iwie Ekelhaft. Aber es ist deine Moral und Ethik. So steht es dir zu versuchen damit Geld zu verdienen.

Auf eBay wirst du gesperrt wenn du sowas anbietest. Auf Gesext (einfach googeln) hab ich solche Angebote schon mal gesehen. Da kannst du sowas anbieten.

Das du damit nun das große Geld machst glaub ich kaum.

Da ist sowas wie Camgirl, Internet Chatterin oder sonst was schon realistischer.

Alles Gute

Kommentar von AshGF ,

Gewinne müssen in der Steuererklärung angegeben werden. Wie groß dein Steuerlicher Freibetrag ist, kann ich dir jedoch nicht beantworten. Verkaufst du etwas mit dem Gedanken bzw. den Sinn Gewinn zu erzielen. sprechen wir von einem gewerblichen Interesse. das schweift dann von Privat ab. Ist aber am Ende eine Auslegsache. Für die paar Kröten wird dich niemand verfolgen (Keine Garantie :)l

Antwort
von sr710815, 33

also selbst bei Hartz 4 gibt es eine Klausel, die den Verkauf von gebrauchten Sachen regelt. 

Das ist eine "Vermögensumwandlung"

Das kommt auf die Häufigkeit an sowie auf etwaige Gewinne aus den Verkäufen.

http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/anrechnung-von-ebay-verkaeufen...

Abgesehen natürlich von Fetisch-Kleidung, auf die die Männer stehen könnten. :)

Antwort
von petrapetra64, 13

Normal gebrauchtes zu verkaufen, muss man nicht versteuern, aber was du da vorhast, liegt etwas anders. Du kaufst neue Artikel (Unterwäsche, Socken) und bearbeitest die (indem du sie trägst) und verkaufst die teurer weiter. Und das ist eben dann ein Geschäft, das du betreibst und das wäre anmeldepflichtig und auch Steuerpflichtig, zumindest wenn es professionell betrieben wird. Privat ist das dann nicht mehr. 

Ist natürlich alles auch eine Frage, in welchem Umfang und ob du damit auffliegen kannst. 

Wo willst du denn den Kram verkaufen? Auf einem speziellen Forum für solche Sachen? 

Bei ebay und Co. ist so was verboten und wird regelmäßig gelöscht. Ich habe eine Bekannte, die so was mal für eine Weile gemacht hat (auch unter der Hand ohne Anmeldung). Die Anzeigen wurden natürlich gelöscht, sie hat dann einfach "nur" Unterwäsche oder Strümpfe angeboten zum Verkauf mit Preis nach Vereinbarung und hat ein Bild zugefügt von der Ware, die sie gerade an hatte. Auf dem Foto war dann natürlich kein Gesicht zu sehen, nur der untere Teil. Dann bekam sie immer Anfragen, ob sie die Ware auch haben könnten, wenn sie sie 2 Tage lang getragen hat. Das war dann die Verhandlungsbasis. 

Antwort
von diroda, 10

Du hast vor aus privaten Verkäufen (Verkauf von getragenen und ungewaschenen Sachen) ein Geschäft zu machen. Dann betreibst du ein Gewerbe und mußt die Gewinne daraus versteuern. Genau wie Prostituierte die aus einem privatem Vergügen auch ein Geschäft machen.

Antwort
von Heidrun1962a, 16

Da spricht nichts gegen. Aber du wirst gebrauchte Unterwäsche kaum los bekommen. Schaue dich mal bei ebay um. Da ist ein ganz riesiges Angebot.

Antwort
von Johannisbeergel, 28

Kommt darauf an, ob du es kommerziell machst oder nicht. "Gerbrauchte Wäre" glaubt man dir vielleicht so bis zu 20 Stück. Darüber hinaus wirst du ja Unterwäsche gezielt kaufen/tragen zum Verkauf - also gewerblich 

Antwort
von Cryptorchid, 26

Nein musst du nicht solange es privat läuft, ... was privat ist hängt von deinem Jahresumsatz ab. Ich weiß jetzt nicht die Grenzwerte, aber ab einem Geiwssen Wert wird dir unterstellt gewerblich zu handeln, und dann musst du Steuern zahlen.

Kommentar von martin0815100 ,

Es ist weniger der exakte Wert als vielmehr die Regelmäßigkeit und Häufigkeit die hier die Definition gewerbsmäßiges Handeln erfüllt. Der Umsatz ist allenfalls ein Indiz.

Aber wie gesagt, probieren kann man es und zu Beginn ist es ja sicher nicht gewerbsmäßig.

Kommentar von Cryptorchid ,

Ok, wiederspreche dir nicht. Aber grundsätzlich ist es erstmal nicht steuerpflichtig ... solange keine der oben genannten Konditionen einen gewissen Wert errreichen.

Kommentar von martin0815100 ,

Ja, deshalb sage ich ja, dass Sie es ausprobieren soll. Wenn es einen Markt gibt sowas entspprechend oft zu verkaufen, macht ein Gewerbe sogar Sinn. Wenn nicht und man nur gelegentlich in unregelmäßigen Abständen seine alten Sachen gegen Geld austauschen will, dann bitte

Antwort
von dresanne, 19

Wenn Du es bei ebay versuchen willst, dort darfst Du nur gereinigte Sachen verkaufen. Und freue Dich schon jetzt, was Du für obszöne Mitteilungen erhältst. Brauchst Du so dingend Geld, dass Du sowas ekliges anbieten willst?

Antwort
von TomRichter, 13

Am Steuerzahlen führt kein Weg vorbei, jedenfalls kein legaler. Aber ist das denn so schlimm? Versteuern musst Du ja nur den Gewinn und nicht die Einnahmen, und selbst wenn Du Spitzenverdienerin bist, lässt Dir das Finanzamt mehr als die Hälfte des Gewinns.

Ich sage mir: Lieber 1000 Euro Gewinn, von dem 44,3% ans Finanzamt gehen, als keinen Gewinn.

Kommentar von annalina1998 ,

Ist nur peinlich, dass beim Finanzamt anzugeben :D Die lesen das doch dann!

Kommentar von TomRichter ,

Macht nichts - von dem Gewinn kannst Du Dir locker einen Psychiater leisten, der Dir hilft, das - meiner Meinung nach ohnehin unbegründete - Peinlichkeitsempfinden loszuwerden.

Antwort
von martin0815100, 28

Wenn Du mal ab und zu sowas verkaufst, dann ist das kein Problem. Problematisch ist, wenn Du sowas dauernd anbietest. Dann  wird es gewerbsmässig und Du müsstest das versteuern und auch ggf. als Gewerbe anmelden. Das Finanzamt muss Dir das nachweisen, hast Du aber ein Ebay Shop mit sehr vielen regelmäßigen Verkäufen könnte es das vermutlich auch.

Insofern hängt es davon ab wie intensiv Du das vorhast. Du kannst ja erstmal probieren ob sich sowas lohnt und ob es genug Vollpfosten (sorry ^^) gibt die sowas kaufen. Wenn ja, dann kannst Du es ja professionell betreiben ^^

Kommentar von Herb3472 ,

Sehr gut und klar dargestellt :-) Und danke für den "Vollpfosten" *grins*

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