Frage von noah18, 144

SF-Klasse rückgestuft trotz unbewiesenem Unfall?

OBWOHL ich den von meiner Kfz-Versicherung besagten Unfall nie erlebt habe und das enstprechende Ermittlungsverfahren (wg. Unfallflucht) auch eingestellt wurde, hat heute mein Versicherer TROTZDEM meine SF-Klasse zurückgestuft! Ist das überhaupt rechtens, obwohl die Staatsanwaltschaft das Verfahren eingestellt hat? Und muss ich jetzt drei Jahre lang warten, bis mein Vertrag wieder als schadenfrei behandelt wird, nur weil irgendein Versicherungsbetrüger einen Unfall gemeldet hat, den es nie gab?!

Ich hoffe, jemand hat Rat!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von suzisorglos, 74

Offenbar hat sich ein vermeintlich Geschädigter beim Versicherer gemeldet und Ansprüche erhoben. Die Stufung des SFR erfolgt, sobald ein offener Schaden angelegt ist. Wenn sich die Angelegenheit dann klärt, und der Schaden ohne Zahlung geschlossen wird, erfolgt auch die Korrektur des SFR rückwirkend, und der Fragesteller wird so gestellt, als ob der Schaden nie gemeldet worden wäre. Das kann aber noch dauern, denn allein die Einstellung des Strafverfahrens bewirkt nicht automatisch das Erlöschen der hier scheinbar erhobenen Schadenersatzansprüche. 

Antwort
von schleudermaxe, 52

Das ist eigentlich ganz einfach. Der Anspruchsteller fordert. Der Staatsanwalt hat damit nichts am Hut. Der Anspruchsteller hat zu beweisen und der Verursacher, wenn er denn nichts angerichtet hat, zu beweisen, daß er nichts angerichtet hat. Somit werde tätig und spreche schlichtweg einfach Deine Versicherung an. Nach Abschluß der Prüfung sollte es klar und deutlich ausgehen, so jedenfalls meine Erlebnisse. Viel Glück.

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Recht & Versicherung, 110

Wenn du die Versicherung in Anspruch genommen hast, spielt es keine Rolle, ob die Staatsanwaltschaft den Schuldvorwurf fallen gelassen hat. Die Rückstufung kannst du nur verhindern, wenn du den Schaden selbst bezahlst

Kommentar von Menuett ,

Wenn da kein Unfall war, dann gibt es auch keinen Schaden, der zu begleichen war.

Dagegen muß er unbedingt vorgehen.

Kommentar von noah18 ,

Eben. Das werde ich auch.

Antwort
von BenniXYZ, 58

Da bleibe mal ganz unruhig, wenn nichts passiert ist, dann wirst du auch wieder in die alte SF Klasse gestuft. Wenn der Fall für die Versicherung abgeschlossen ist. Das kann u.U. länger dauern.

Und zwar muß der Sachbearbeiter einen Schaden anlegen, geführt unter einer Nummer. Sonst findet ja Keiner den Fall wieder im System. Und sobald eine Schadennummer angelegt ist, wirst du zur Hauptfälligkeit hochgestuft. Das ist ein Automatismus, der ist bei allen Gesellschaften gleich. Ist der Fall irgendwann ohne Zahlung abgeschlossen (oder bei Haftpflichtschäden wegen Geringfügigkeit von dir selbst zurückgekauft), dann wird diese Stufung zurückgenommen.

Es kann durchaus sein, daß du dann die zu viel gezahlten Beiträge von mehreren Jahren erstattet bekommst. Also dranbleiben und nachfragen.

Antwort
von Bellabe1980, 98

Hallo noah18,

der Versicherer muss Haftpflichtansprüche, welche zugrunde liegen, begleichen. Sollte die Schuldfrage nicht geklärt sein und du eine Verkehrsrechtsschutz-Versicherung besitzen, empfehle ich dir den Gang zum Rechtsanwalt. Kannst du es beweisen, wird dein Versicherer den Schaden freistellen und den Schaden beim Unfallgegner regressieren (sich das ausgezahlte Geld zurückholen).

Du solltest in Ruhe mit der Schadenabteilung deines Versicherers sprechen, alles schildern. Manchmal nutzen Versicherer sogar eigene Anwälte, um den Schaden mit dem Unfallgegner rückabzuwickeln.

Bewiesen oder nicht Bewiesen, wenn du einen Schaden verursacht hast, zahlt dein Versicherer und du wirst gestuft. Du hast übrigens das Recht, zu erfahren, welcher Schaden, wann passiert etc.

Trotzdem alles Gute mit dem Schaden.

Viele Grüße

BB


Kommentar von noah18 ,

Aber doch nicht, wenn ich meinem Versicherer den Fall geschildert habe und diese Ansprüche unberechtigt sind. Mein Versicherer muss doch erst einmal prüfen, ob die Ansprüche berechtigt sind. Eine solche Prüfung hat nie stattgefunden.

Kommentar von Bellabe1980 ,

Er muss nichts prüfen, wenn es offenkundig ist. Dies im Internet zu beurteilen ist jedoch fast unmöglich. Sollte eine Schadensmeldung seitens der Polizei vorliegen, ist diese als erstes zu prüfen. Stehst du in der ersten Spalte, bist du Schuld. Ist dem so, dann sprich mit der Polizei, Warum? wWeshalb?. Wichtig ist die Kommunikation, ohne - wird dich keiner verstehen. Hilft alles nichts, geh zum Rechtsanwalt, am besten mit der Spezialisierung für Verkehrsrecht.

Expertenantwort
von Alexander Schwarz, Versicherungsmakler, 29

Rufe deine Versicherung an und besprich sachlich mit dem Sachbearbeiter deine Fragen. Er wird dir aufgrund der Rechtslage die Antworten geben. Sucht beide nach einer Lösung! Dann kommt die Kuh auch vom Eis.

Antwort
von alarm67, 86

Die Staatsanwaltschaft hat ja wohl NUR den Vorwurf der Unfallflucht nicht weiter verfolgt/fallen gelassen.

Das heißt ja nicht, dass Deine Unfallbeteiligung damit ebenfalls als nichtig gesehen wird. Scheinbar hat Deine KfZ Haftpflicht-Versicherung, wozu diese dann auch gesetzlich verpflichtet ist, den Schaden reguliert. Oder Du beweist, dass Du keinen Schaden verursacht hast!

Das hat dann zur Folge, dass Dein SFR zurück gestuft wird.

Je nach Höhe des Schadens, der von Deiner Versicherung beglichen wurde, sollte man prüfen, ob es sich rechnet, dass Du den Schaden selbst übernimmst, also der Versicherung zurück zahlst.

Kommentar von noah18 ,

Wie bitte? Ich soll etwas beweisen, das es nicht gegeben hat? Als Naturwissenschaftler kann ich bei solcher Unlogik nur lachen. Den Unfall habe ich nicht begangen, da ich an jenem Tag nicht einmal außer Haus war. Es bezichtigt mich also irgendjemand einer Unfallschuld, und ICH muss dann beweisen, dass dem nicht so ist? Normalerweise müsste doch mein Versicherer diese unberechtigten Ansprüche abwehren und nicht einfach so schnurstracks bezahlen.

Kommentar von ronnyarmin ,

Hier kennt Niemand den Fall. Niemand weiss, welches Argument die Gegenseite angeführt hat, dein Auto als unfallbeteiligt anzusehen.

Es geht nicht darum, ob du zu Hause warst, sondern, ob das Auto in einen Unfall verwickelt war.

Leider gibts du keinerlei Infos. Hat sich Jemand dein Auto angesehen, um zu überprüfen, ob der Schaden, der der Gegenseite offensichtlich entstanden ist, von deinem Auto herrühren kann oder das ganz sicher nicht tut?

Antwort
von Maimaier, 93

Normalerweise wird nur zurückgestuft, wenn die Versicherung einen Schaden bezahlen muss. Wenn man das nicht möchte, kann man den Schaden selbst übernehmen, dann wird man nicht zurückgestuft. Das geht meines Wissens auch rückwirkend (mit einer gewissen Frist). Eigentlich müsste in dem Brief von der Versicherung stehen, warum sie zurückgestuft hat.

Bei manchen Versicherungen ist ein Rechtsschutz dabei. Leider führt das dazu, das der von der Versicherung bezahlte Anwalt interesse daran hat, eine geringe Eigenverschuldung anzuerkennen, damit eine Rückstufung passiert.

Antwort
von FreierBerater, 35

Warum holst du dir -schwammige- Antworten hier, anstatt den Schadensachbearbeiter zu kontaktieren!?

Fakt ist doch, dass nicht nur Ansprüche seitens eines offensichtlich Geschädigten erhoben wurden, sondern sogar pol. Anzeige wegen Verkehrsunfallflucht erstattet wurde! Das klingt überhaupt nicht nach sog. Autobummsern!

Antwort
von Menuett, 82

Der SFR kann überhaupt nur dann zurückgestuft werden, wenn ein Schaden bezahlt wurde.

Wenn das nicht der Fall war - bei der Versicherung anrufen und ggf. noch mal schriftlich darauf hinweisen.

Wenn die sich taub stellen, dann hilft wohl nur ein Anwalt.

Kommentar von suzisorglos ,

Offenbar hat sich ein vermeintlich Geschädigter beim Versicherer gemeldet und Ansprüche erhoben. Die Stufung des SFR erfolgt, sobald ein offener Schaden angelegt ist. Wenn sich die Angelegenheit dann klärt, und der Schaden ohne Zahlung geschlossen wird, erfolgt auch die Korrektur des SFR rückwirkend, und der Fragesteller wird so gestellt, als ob der Schaden nie gemeldet worden wäre. Das kann aber noch dauern, denn allein die Einstellung des Strafverfahrens bewirkt nicht automatisch das Erlöschen der hier scheinbar erhobenen Schadenersatzansprüche. 

Kommentar von noah18 ,

Vielen Dank für diesen sachgerechten Kommentar. Nun verstehe ich es. Allerdings finde ich drei Jahre (so habe ich es im Internet gelesen) weit übertrieben und frage mich, ob mein Versicherer diese Rückstellungen überhaupt vornehmen darf!

Kommentar von suzisorglos ,

Er darf nicht nur, er muss. Dazu ist er durch den Geschäftsplan verpflichtet.

Kommentar von noah18 ,

Ist es möglich, den Schadenfall früher zu schließen? Ich habe diesen Unfall schlicht und einfach nicht begangen/erlebt und finde es ziemlich ungerecht, dass ich nun drei Jahre lang eine höhere Prämie zahlen muss für etwas, das nie stattgefunden hat.

Kommentar von schleudermaxe ,

... und warum nur drei Jahre? Da kann aber etwas nicht stimmen.

Kommentar von Menuett ,

Du hast Recht.

Ich bin einfach davon ausgegangen, dass der Schaden bereits als nicht vorhanden abgeschlossen war.

Expertenantwort
von jloethe, Community-Experte für Auto & KFZ, 63

Der Versicherer hat einen Schaden bezahlt..   sonst gäbe  es keine hochstufung. Sprich mit der schadesabteilung deines versicherers  und kläre das ggf durch Einsendung ( einscannen und  per Mail versenden ) deines Freispruches ..   Bitte um  korrektur der Einstufung in den korrekten SF Rabatt..

Bellabe1980 hat das richtig erkannt und erklärt.   Joachim

Kommentar von suzisorglos ,

Die Stufung erfolgt, wenn der Versicherer den Schaden angelegt hat, und zwar unabhängig davon, ob bereits eine Zahlung geleistet wurde. Mit Schadenmeldung und nachfolgender Schadenanlage bildet der Versicherer Rückstellungen, und der Vertrag ist auch ohne Zahlung vorläufig schadenbelastet. Wir der Schaden später ohne Zahlung geschlossen, weil die Ansprüche unberechtigt waren, wird die Stufung des SFR rückwirkend wieder korrigiert und eventuell zuviel gezahlter Beitrag erstattet.

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