Frage von MissMisery, 187

Schwanger vor Unterzeichnung des Ausbildungsvertrages, darf ich einen Ausbildungsvertrag überhaupt unterzeichnen?

Hallo ihr Lieben :) nachdem ich mein Studium abgebrochen hatte entschied ich mich eine Ausbildung zu machen und hatte mich die letztens Monate kräftig beworben. Glücklicherweise wurde ich auch zu mehreren Vorstellungsgesprächen eingeladen, die alle zwischen Januar und Februar stattfinden werden. Seit gestern Abend weiss ich, dass ich im ersten Monat schwanger bin. Ich möchte aber trotzdem zu den Vorstellungsgesprächen gehen und auch für eine Ausbildung zusagen wenn ich eine bekäme. Auch wenn ich dann für Schwangerschaft und Erziehung meine Ausbildung unterbrechen müsste. Mir geht es darum die Stelle sicher zu haben, damit ich direkt wieder einsteigen kann wenn ich wieder arbeiten kann. Denn ich denke mich neu für eine Ausbildung zu bewerben wenn das Kind schon geboren ist würde sich für mich nachteilig auswirken (wer stellt gern eine Mutter mit Kleinkind ein). Der Ausbildungsbeginm wäre ja dann allerdings erst im April... nach ca. einem Monat in der Ausbildung würde man ja dann einen Bauch sehen und ich würde meinen Arbeitgeber auch über meine Schwangerschaft informieren. Dann dürfte er mich per Gesetz ja nicht kündigen. Ich befürchte allerdings dass er ein Recht auf Kündigung hat wenn ich bei Vertragsabschluss schon wusste dass ich schwanger bin. Kann er mir sowas wie vorsetzliche Täuschung vorwerfen? Bzw DARF ich einen Ausbildungsvertrag überhaupt unterzeichnen, wissentlich ich bin schwanger?

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Recht, 62

Es kommt natürlich auch darauf an, WELCHEN Beruf du erlernen willst. Es gibt ja auch Beschäftigungsverbote für Schwangere.

Expertenantwort
von isebise50, Community-Experte für Schwangerschaft, 82

Schau mal unter

https://www.ruv.de/de/r_v_ratgeber/ausbildung_berufseinstieg/ausbildung/3_schwan...

da werden all deine Fragen beantwortet.

Kurzfassung:

Dein AG kann dich nicht kündigen, auch wenn du schon mit dem Wissen um deine Schwangerschaft den Vertrag unterzeichnet hast.

Ja, du darfst problemlos mit dem Wissen um deine Schwangerschaft einen Ausbildungsvertrag unterzeichnen.

Alles Gute für dich und viel Erfolg!

Kommentar von Keinhornpony ,

uns wie ist das mit der Probezeit? Verfällt diese bei Schwangerschaft? In dieser kann der AG ja schließlich grundlos kündigen

Kommentar von isebise50 ,

Ab dem Zeitpunkt, an dem die Arbeitnehmerin schwanger ist, besteht für den Arbeitgeber ein Kündigungsverbot, wenn die Arbeitnehmerin dem Arbeitgeber die Schwangerschaft (bis spätestens zwei Wochen nach einer Kündigung oder generell) mitteilt - auch in der Probezeit.

Aber Achtung - eine Schwangerschaft ist kein Freifahrtschein.

Diese Fälle sind in der Praxis zwar sehr selten, aber liegen (betriebs- oder verhaltensbedingte) Gründe vor, die nichts mit der Schwangerschaft zu tun haben, kann die zuständige oberste Landesbehörde eine Kündigung ausnahmsweise für zulässig erklären.

Antwort
von tapri, 90

du musst die Schwangerschaft nicht angeben beim Bewerbungsgespräch. Falls dich der AG nach einer Schwangerschaft fragen würde, dürftest du ihn sogar anlügen.Sobald du den Ausbildungsvertrag unterschrieben hast, ist er bindend. Trittst du die Ausbildung an, besteht für dich Kündigungsschutz auf Grund deiner Schwangerschaft. Auch innerhalb der Probezeit. Der 2. Teil einer Schwangerschaft besteht darin dass du dem AG umgehend von der Schwangerschaft unterrichten musst (es geht hier um die ganzen Schwangerschaftsmaßnahmen die ein Betrieb treffen muss..........) Bedeutet für dich, dass du es dem AG zeitnah mitteillen musst. Was diese ganze Konstellation für einen Einfluss auf deine Kollegen, das Betriebsklima und das Vertrauensverhältnis zwischen dir und deinem Ausbildungsbetrieb kannst du dir bestimmt denken. Dass da eine 3 Jahre lange Ausbildung auch zum Spiessruten lauf werden kann, ist möglich. Klar bist du im Recht, aber die Frage stellt sich, ob du dir damit einen Gefallen tust....

Kommentar von eostre ,

Nicht ganz richtig, melden muss sie eine Schwangerschaft überhaupt nicht, es entgehen ihr dadurch natürlich die der besonderen Schutzbestimmungen aber das ist ihr Risiko.

Kommentar von tapri ,

nicht richtig. es besteht die Meldepflicht. Früher umgehend nach Kenntnis einer Schwangerschaft. Heute ist die Karenzzeit länger

Kommentar von isebise50 ,

Tut mir leid, aber du liegst falsch tapri.

Im Gegensatz zur Meldepflicht des Arbeitgebers nach Kenntnis der Schwangerschaft gegenüber der zuständige Aufsichtsbehörde (idR Gewerbeaufsichtsamt) besteht für die werdende Mutter lediglich eine Sollregel.

Laut Mutterschutzgesetz besteht kein Zwang, die Schwangerschaft mitzuteilen. Allerdings verzichtet die Schwangere dann auch auf die im Mutterschutz geregelten Maßnahmen.

Antwort
von elenore, 101

Dein Ausbildungsvertrag ist ab dem Moment wirksam abgeschlossen, in dem beide Parteien den Vertrag unterschrieben haben. Sollte in deinem Fall somit deine und die Unterschrift des Arbeitgebers auf dem Vertrag vorliegen, gilt der Vertrag. Dein Vertrag bleibt grundsätzlich trotz nachträglicher Schwangerschaft voll wirksam. Du bist laut Gesetz, nicht verpflichtet anzugeben, dass du SCHWANGER BIST! Wenn man es schon sieht, liegt es am Ausbildungsunternehmen ob ein JA oder ein NEIN kommt!!!

Der Vorteil ist dabei das du keine Probezeit mehr hast und sie dich nicht entlassen können, da du somit sofort den besonderen Kündigungsschutz hast als werdende Mutter.

Antwort
von derhandkuss, 94

Selbst wenn Du den Ausbildungsplatz bekommst, Du während der Probezeit auch nicht gekündigt wirst, gibt es aber dennoch ein grundlegendes Problem: Du darfst innerhalb Deiner Ausbildung nur maximal 10 % Fehlzeiten haben! Denn sowohl der Betrieb als auch die Berufsschule müssen Dir alle zur Prüfung notwendigen Fähigkeiten vermitteln können. Und bei Fehlzeiten von mehr als 10% sieht die Kammer hier meist ein Problem.

Wenn Deine Ausbildung nun 3 Jahre dauert, kannst Du Dir leicht ausrechnen, wie viele Zeiten Du insgesamt fehlen darfst.

Kommentar von MaggieSimpson91 ,

Das ist so nicht allgemeingültig. Ich habe durch Schwangerschaft 6 Monate gefehlt bei 3 Jahren Lernzeit - da ich Abitur habe, konnten mein Chef und die IHK so tun, als ob ich verkürzt hätte (was um 1 Jahr möglich war) und ich konnte die Ausbildung regulär beenden.

Kommentar von isebise50 ,

Ist abzusehen, dass die Auszubildende durch die Schwangerschaft häufiger fehlt, sodass sie die Abschlussprüfungen nicht schafft, kann sie bei der Aufsichtsstelle einen Antrag auf Verlängerung der Ausbildungszeit stellen. Wird dieser bewilligt, kann sie ihren Abschluss zu einem späteren Zeitpunkt machen. Die Prüfungen finden alle sechs Monate statt.

Grundsätzlich besteht das allgemeine Verbot der Beschäftigung während der Schutzfristen sechs Wochen vor und acht bzw. zwölf Wochen nach der Entbindung. Im Gegensatz zur Schutzfrist nach der Entbindung (absolutes Beschäftigungsverbot) handelt es sich bei dem Verbot vor der Entbindung um ein generelles Verbot. Das bedeutet, dass das Beschäftigungsverbot durch eine ausdrückliche Erklärung der Arbeitnehmerin, weiterarbeiten zu wollen, abdingbar ist.
Das kann sinnvoll sein, um Fehlzeiten auszugleichen und die Zulassung zur Abschlussprüfung nicht zu gefährden.

Kommentar von ischdem ,

der handkuss hat die enzigstE richtige ANTWORT

Kommentar von isebise50 ,

Es gibt von einzig keine Steigerung <Klugscheißermodus aus>

Hier sind einige sachlich richtige Antworten gegeben worden, auch komlpett falsche sind dabei und manche sehr von Schwarzmalerei geprägt.

Das sind aber gelegentlich auch die selben Leute, die am lautesten schreien: "Keine Ausbildung, aber ein Kind in die Welt setzen wollen und dann von meinen Steuergeldern leben..."

Zum Problem "Fehlzeiten" haben MaggieSimpson91 und ich mehrere mögliche und schon häufig gegangene Auswege aufgezeigt.

Ein Kind bzw. eine Schwangerschaft macht nicht automatisch alle Berufsaussichten zunichte!

Antwort
von eostre, 125

Du darfst die Schwangerschaft verheimlichen, er hat dann keine Möglichkeit dir zu kündigen.

Allerdings glaube ich kaum, dass du in diesem Betrieb deine Ausbildung dann so problemlos fortsetzen kannst.

Antwort
von wurzlsepp668, 110

natürlich kannst Du den Ausbildungsvertrag unterschreiben.

ich sehe allerdings die Gefahr, dass Du die Probezeit nicht überstehen wirst ...

denn während der Probezeit kann der Arbeitgeber (auch der Arbeitnehmer) ohne Angabe von Gründen jederzeit kündigen

Kommentar von MissMisery ,

Soweit ich weiss gilt der Kündigungsschutz für Schwangere doch auch in der Probezeit, oder nicht?

Kommentar von wurzlsepp668 ,

stimmt, ich liege falsch.

aber da ich nie wieder Mitarbeiter beschäftigen werde ...

Kommentar von Thraalu ,

Aber die probezeit darf bei azubis höchtens 5"4 Monate betragen.
Könnte klappen

Kommentar von wurzlsepp668 ,

was sind 5"4 Monate??

und bei Schwangerschaft IST sie unkündbar

Kommentar von Thraalu ,

4*

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