Frage von GartenGlatter, 122

Risikolebenversicherung - Raucher verschwiegen - Tod durch Unfall - muss die volle Summe gezahlt werden?

Hallo Allerseits,

mal angenommen man verschweigt bei der RisikoLV das man Raucher ist und kommt durch einen Unfall ums Leben, der in keinerlei Zusammenhang mit dem Rauchen gebracht werden kann.

Kann die Versicherung trotzdem die Summe kürzen oder gar nicht zahlen ?

Wo ist das gesetzlich geregelt ?

Vielen Dank im Voraus.

Antwort vom Anwalt erhalten
Anzeige

Schneller und günstiger Rat zu Ihrer Rechtsfrage. Kompetent, von geprüften Rechtsanwälten.

Experten fragen

Antwort
von RudiRatlos67, 115

mal angenommen man verschweigt bei der RisikoLV das man Raucher ist und kommt durch einen Unfall ums Leben, der in keinerlei Zusammenhang mit dem Rauchen gebracht werden kann.

Damit begeht man eine vorvertragliche Anzeigepflichtverletzung

Kann die Versicherung trotzdem die Summe kürzen oder gar nicht zahlen ?

Kürzen ja, unabhängig des Grundes, der zum Versicherungsfall geführt hat, bis zu der Höhe, die der Versicherungsnehmer anhand des Beitrags und des höheren Risiko hätte versichern können.
Die Leistung gänzlich zu verweigern ist nicht möglich.

Wo ist das gesetzlich geregelt ?

§19 - § 32 Versicherungsvertragsgesetz (VVG)

Antwort
von Apolon, 75

Kann die Versicherung trotzdem die Summe kürzen oder gar nicht zahlen ?

Du hast es erkannt - dies ist möglich, wenn im Antrag die Frage vorhanden war ob der Versicherungsnehmer raucht.

Denn meist zahlen Raucher einen höheren Beitrag als Nichtraucher.

Antwort
von Kirschkerze, 122

Die Versicherung kann hier gar nicht zahlen, da unwahre Angaben zu Anfangs getätigt wurden. In den Verträgen steht auch mit dabei dass bei unwahren Angaben kein Versicherungsschutz besteht (unabhängig davon ob die Person nun deswegen verstorben ist oder nicht). Allerdings..muss erstmal nachgewiesen werden dass er bei Abschluss schon Raucher wahr ne? ;) (ich mein das geht durch Gutachtenprüfung aber nur bedingt) Die Ergänzung ist jetzt natürlich kein Aufruf zum Versicherungsbetrug. Sinnvoller ist es selbstverständlich von Anfang an mit anzugeben dass man Raucher ist, dann wird idR nur Todesfolge aufgrund des Rauchens ausgeschlossen, aber die anderen Punkte werden noch übernommen,

Kommentar von DerHans ,

Der Raucher greift zur Zigarette und verursacht einen Verkehrsunfall. Wenn er dabei verstirbt, wäre das ein Ausschluss.

Kommentar von Kirschkerze ,

Habe doch nichts gegenteiliges behauptet oder doch? ;) vllt missverständlich ausgedrückt

Kommentar von RudiRatlos67 ,

@ DerHans: Zahlen muss die Versicherung trotzdem... Es sei denn der Vertrag wäre wegen dem Umstand des Rauchens gar nicht zustande gekommen. Bei einer höheren Prämie darf der Versicherer ausschließlich die Leistung kürzen und zwar bis zu der Höhe, wie sie den Vertrag bei gleicher Beitragshöhe eingegangen wäre.

Kommentar von RudiRatlos67 ,

Im Grunde ist die Antwort schon richtig, Allerdings steht in vielen Bedingungswerken, dass es anzugeben ist wenn man nach Vertragsschluss mit dem Rauchen beginnt und das die Nichtanzeige die Versicherung berechtigt Beiträge nach zu fordern bzw. die Versicherungssumme in dem Verhältnis kürzen kann, in dem die Beitragszahlung zu gering war. Kürzungen von 60% und mehr sind dabei durchaus normal.

Kommentar von FreierBerater ,

@Rudi  Das ist mir völlig neu - nenn' mir bitte 3 Versicherer!  Die Briten, allen voran CanadaLife, sind die Schärfsten was Tabakkonsum betrifft und deren Frage zu den vergangenen 12 Monaten lautet: Haben Sie geraucht und wenn ja wieviel? Das war es!!

Kommentar von RudiRatlos67 ,

Auf Anhieb kann ich definitiv die AVB´s der ERGO direkt benennen, solch einen Vertrag hatte ich heute noch auf dem Tisch.

Kommentar von DolphinPB ,

Europa u.v.m.

Antwort
von kevin1905, 86

Erst müsste man die AVB sehen und kennen. Dann kann man ggf. streiten ob es eine unangmessene Benachteiligung wäre.

Antwort
von RudiRatlos67, 84

Für FreierBerater, Hier die Zusatzbedingungen NR zum ERGO Direkt Tarif Q6

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Recht & Versicherung, 105

Gesetzlich ist das überhaupt nicht geregelt.

Dafür ist das Versicherungs-Vertrag-Gesetz (VVG) zuständig. Es herrscht freies Vertragsrecht.

Buietet einen Versicherer einen günstigeren Tarif für Nichtraucher an, so bedeutet es eine Obliegenheitsverletzung, wenn der Versicherungsnehmer trotzdem raucht. Er erschleicht sich dadurch ja eine günstigere Prämie.

Bei einem Todesfall, der mit dem Rauchen nichts zu tun hat, könnte der Versicherer allerdings die korrekte Prämie nachfordern.

Kommentar von RudiRatlos67 ,

Gesetzlich ist das überhaupt nicht geregelt.

Dafür ist das Versicherungs-Vertrag-Gesetz (VVG) zuständig. Es herrscht freies Vertragsrecht.

Gibt's in Deutschland irgendwas das nicht geregelt ist?

Schau Dir mal §19 - §32 VVG an... darin ist das wehr wohl geregelt

Kommentar von DolphinPB ,

Das ist in den jeweiligen Versicherungsbedingungen geregelt und besagt i.d.R. dass die Leistung gekürzt werden kann.

Kommentar von FreierBerater ,

Lieber @Hans, lies deine Antwort und du wirst den Widerspruch selber erkennen!  Zu behaupten es gäbe keine gesetzliche Regelung, andererseits aber auf das VV-GESETZ zu verweisen ist ein kleiner bis mittlerer Fault pas.

Antwort
von DolphinPB, 84

Sie kann kürzen, steht sehr deutlich in den entsprechenden AVBs.

Antwort
von basiswissen, 94

Es ist zwar eine Obliegenheitsverletzung - und der Versicherer kann die günstigere Prämie für Nichtraucher nachfordern- jedoch würde die volle Summe fällig wenn keine Kausalität zum Schadenereignis besteht. Also die Unfallursache wegen brennender Zigarette wäre doof... Aber erschossen werden macht nichts...

Kommentar von RudiRatlos67 ,

Falsch.... Es ist unerheblich woran der Versicherte stirbt. Wenn er Raucher ist und das verschwiegen hat, hat er unabhängig von den Umständen des Versicherungsfall keinen Anspruch auf die volle Leistung. vergl. §19 - § 32 VVG

Kommentar von DolphinPB ,

Definitiv falsch, der Versicherer kann die Leistung im Verhältnis der Prämien kürzen.

Kommentar von RudiRatlos67 ,

nichts anderes hatte ich geschrieben

Kommentar von RudiRatlos67 ,

Es ist zwar eine Obliegenheitsverletzung - und der Versicherer kann die günstigere Prämie für Nichtraucher nachfordern-

Sollte wahrscheinlich heißen "die Differenz zur höheren Prämie nachfordern" soweit OK, das ist Rückwirkend zum Beginn der Versicherungsperiode möglich. Da Lebensversicherungen keine Verischerungsperioden aussteuern, ist dies der Beginn der Versicherung. Das kann schon mal sehr teuer werden, da Rauchertarife i.d.R. etwa 200% höhere Beiträge erfordern als Nichtrauchertarife

Ist der Versicherungsfall erst eingetreten, geht es beim Risikoträger um richtig viel Geld und er hat überhaupt kein Interesse die höheren Beiträge nachzufordern..... Nach dem Motto "lieber Hinterbliebener, zahl mir 1000 Euro Beiträge nach, dann überweise ich Dir 50.000 Euro mehr..."

Alternativ auch: "Die höheren Beiträge ziehen wir von der Auszahlung der Versicherungssumme ab.... Statt 70.000 überweisen wir nur 69.000....."


Merkt Ihr was?
Schon im Sinne der (ehrlichen-) Versichertengemeinschaft, wäre diese Vorgehensweise ein Versicherungsbetrug von Seiten des Risikoträgers an der Versichertengemeinschaft.

Der Satz "Brennende Häuser sind nicht versicherbar" trifft es auch in diesem Fall sehr genau

Antwort
von FreierBerater, 103

Du hast bisher reichlich falsche oder unklare Antworten kassiert! Auch einige interessante Ansätze bzgl. VVG oder Obliegenheiten wie der vorvertraglichen Anzeigepflicht hast du bekommen...

Trotzdem haben ALLE Antworter einen Aspekt übersehen, weswegen der Versicherer im geschilderten Fall vorbehaltslos die Versicherungssumme zur Auszahlung bringen MUSS:

Die Antrags-/Gesundheitsfragen -auch zum Rauchen- beziehen sich immer auf die Vergangenheit und Gegenwart; seltenst auf die Zukunft. Das bedeutet, dass der Antragsteller ja nach Erhalt der Police zum Raucher geworden sein könnte, was dann keine Obliegenheitsverletzung darstellen würde. Bei Unfalltod stellt sich also nicht die Frage, ob und wann der Raucher zum selbigen wurde.

Bei Lungenkrebs hingegen mutmasslich schon...

Kommentar von RudiRatlos67 ,

Es ist eine Obliegenheit, dem Risikoträger eine Gefahrerhöhung anzuzeigen, außer er verzichtet in den AVB´s explizit darauf (das ist  z.b. bei einer BUV üblich in Bezug auf den zuletzt ausgeübten Beruf, der versichert ist auch wenn er eigentlich höhere Beiträge erfordern würde oder gar nicht versicherbar wäre)

Kommentar von DolphinPB ,

Trotz der großen "Ankündigung" - Leider falsch !

Siehe auch RudiRatlos67: Nicht-Mitteilung einer Gefahrenerhöhung, hier kann gekürzt werden.

Kommentar von FreierBerater ,

Bei BU gebe ich dir Recht, @Rudi,  aber das ist ja nicht Thema.

Kommentar von FreierBerater ,

Sorry Kollegen, ich bin überhaupt nicht bei euch!  Wie ist denn Raucher, also ab wievielen Zigaretten, Zigarren, Pfeiffchen, überhaupt definiert?? Ab wann ist denn ein gelegentliches oder Ketten-Rauchen dann angabepflichtig?? Und wie ist es andersherum, wenn nach x_zeiten das Paffen wieder eingestellt wird???  Nein, ich behaupte Ihr seid auf dem Holzweg.

Kommentar von DolphinPB ,

Immer falscher !

Was Raucher ist und was nicht ist heutzutage in den Bedingungen i.d.R. definiert. Genauso ist vorgegeben wie das mit dem Aufhören bez. des Vertrages abläuft.

Nehmen Sie sich mal die Vertragsbedingungen und -infos von z.B. der Europa, dann werden Sie es sehen.

Kommentar von Apolon ,

Sorry Kollegen, ich bin überhaupt nicht bei euch! 

Liest sich ja schon - wie eine Beleidigung !

Wie ist denn Raucher, also ab wievielen Zigaretten, Zigarren, Pfeiffchen, überhaupt definiert??

Frage - haben sie in den letzten 10 Jahren geraucht ?

Eine Zigarette genügt, um hier mit ja zu antworten!

Tatsache ist, dass eine versicherte Person, die in den letzten 10 Jahren geraucht hat, einen höheren Beitrag zahlen muss.

Kommentar von Samy795 ,

Auch das steht doch in den AGBs. Gerade bei den RisikoLVs, die spezielle Nichtrauchertarife anbieten ist das sehr strikt gehandhabt. Da reicht theoretisch bereits eine Zigarette (auch wenn das praktisch gesehen wohl vernachlässigen lasst). Die Bedingungen sind aber dennoch eindeutig!

Kommentar von RudiRatlos67 ,

Danke an Samy, ich hab grad die Bedingungen der ERGO Direkt vor mir liegen.... Darin heißt es: Wird die versicherte Person zukünftig Raucher, müssen Sie uns dies unverzüglich mitteilen. Darunter fällt auch das Rauchen von elektronischen Rauchhilfen wie z.B.. E- Zigarette

Kommentar von FreierBerater ,

Interessante Korrespondenz, Kollegen, Danke!

Kommentar von RudiRatlos67 ,

Weiter heißt es: die versicherte Person hat in den vergangen zwölf Monaten vor Antragstellung keine Zigaretten, andere Tabackwaren oder elektonische Rauchhilfen konsumiert.

An anderer Stelle steht: Nichtraucher ist, wer in den letzten 12 Monaten keine Zigaretten.... usw. konsumiert hat

Antwort
von Matzeee12345, 91

Wenn die Versicherung es prüfen lässt ob der jenige Raucher war gibt es wahrscheinlich kein Geld.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community