Frage von Rodnai, 69

Probleme mit Mutter von Trennungskindern?

Zwei Personen sind geschieden, haben zwei Kinder (Jungs, 9 und 11 Jahre alt). Kinder leben bei der Mutter, Vater hat Umgang alle zwei Wochenenden und in den Ferien. Sieht die Kinder dennoch einmal wöchentlich und telefoniert fast täglich mit ihnen. Sorgerecht und Aufenthaltsbestimmungsrecht haben beide. Die Mutter arbeitet halbtags. Die Jungs sind fast jeden Tag bei der Tante. Auch an den Kinderwochenenden der Mutter werden die Kinder meist ausquartiert. Die Hygiene der Jungs lässt zu wünschen übrig, besonders der kleinere riecht fast immer sehr unangenehm, wenn die beiden beim Vater zu Besuch sind. Da erfährt der Vater dann, dass es eine Woche her ist, dass der Junge duschen war. Die Jungs können natürlich beim Vater duschen, das ist kein Problem. Ein Problem ist eher, dass die Kinder in der Zeit, in der sie bei der Mutter sind, zu wenig duschen/baden. Auch bleibt die Mutter abends, auch wenn am nächsten Tag Schule ist, mit den Kindern öfter mal auf irgendwelchen Veranstaltungen und kommt erst gegen 10 Uhr mit den Kindern nachhause. Das missfällt dem Vater. Mit der Mutter zu reden hat nicht geklappt. Sie hat den Vater übel beschimpft. Außerdem äußert der größere Junge immer wieder, er wolle lieber beim Vater wohnen. Er überlegt, zum Jugendamt zu gehen, hadert aber mit der Angst, den Kindern ggfs. eine Gerichtsverhandlung zumuten zu müssen und hat auch Angst, dass er die Kinder nicht mehr sehen darf oder nur noch eingeschränkt sie sehen darf. Der Vater hat seit 2 Jahren eine Freundin, die bei ihm wohnt und die mit den Kindern sehr gut klar kommt. Alles recht harmonisch. Das schmeckt der Mutter ganz und gar nicht. Vor kurzem ging der Vater an einem Besuchssamstag für ein paar Stunden auf eine Veranstaltung. Das macht er sonst nie. Die Jungs wurden in dieser Zeit von der Freundin betreut, alles klappte sehr gut. Es war eine Ausnahme. Die Mutter findet das raus, macht Terror und droht, zum Jugendamt und zum Anwalt zu gehen.

Der Vater weiß nicht, was er nun tun soll. Vorsorglich zum Jugendamt gehen und ein Gespräch suchen bevor die Mutter es tut? Oder gleich aufs Ganze gehen und das alleinige Sorgerecht beantragen? (solche Prozesse wollte er seinen Kinder eigentlich immer ersparen) Alles einfach weiter so laufen lassen?

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von hertajess, 66

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Erst da ausführlich Rat einholen und dann handeln. Ansonsten Beweise besorgen. Zeugen dass die Kinder in äußerst unhygienischen Verhältnissen leben müssen bei der Mutter. Möglichst neutrale. Das Gespräch einfach mal so mit Schule / Kindergarten suchen. Da dann vorsichtig vorfühlen wie die Fachmenschen dort dazu stehen. 

In anderen Kulturen bleiben die Kinder durchaus länger auf als bei uns üblich. Das würde ich nicht unbedingt als schlimm offiziell ansehen. Was "die Leute" sagen spielt hier keine Rolle vor allen Dingen wenn es um Missachtung bei uns üblicher Schablonen geht wie in diesem Fall. 

Grundsätzlich steht das Wohl des Kindes im Vordergrund. Grundsätzlich haben so lange beide Eltern zu jeweils 50% Fürsorge- und ErziehungsPFLICHT bis ein Gericht anders entscheidet. Diese Pflichten können selbstverständlich übertragen werden. 

Noch mal: Erst mit den kompetenten Menschen auf der Seite besprechen. Dann angemessen im Interesse der Kinder handeln. Ebenfalls empfehlenswert: Bei Wikipedia mal nach Jugendamt schauen, die Seite genau durchlesen, alle im Text befindlichen Links öffnen und lesen um auf diese Weise manche falsche Vorstellung abzubauen. 

Antwort
von Menuett, 53

Die alleinige Sorge wirst Du so oder so nicht erhalten.

Du kannst ruhig zum Jugendamt gehen, die beraten und informieren Dich gerne.

Das werden sie auch mit der Mutter machen.

Es ist völlig in Ordnung, dass Deine Freundin auf die Kinder aufgepasst hat. Daran können und wollen weder das Jugendamt noch der Anwalt dran rütteln.

Was mich aber sehr wundert - auch wenn sie eine Woche lang nicht duschen, Kinder in diesem Alter riechen eigentlich nicht.

Außer dem Wunsch des Jungen, hast du nichts, was für Dich spricht.

Der Wunsch des Jungen kann Gewicht haben, kann aber auch nur der Ausdruck eines Loyalitätskonfliktes sein.

Antwort
von blumenkanne, 63

der einzige anhaltspunkt für irgendwas zu verändern ist der wunsch des einen kindes umzuziehen. hierbei ist zu berücksichtigen: sagt kind das nur, weil es der vater hören will oder ist es der kinderwille?

ansonsten tut die mutter nix falsches. hier wäre angeraten, dem kind zu erklären das es stinkt und das es sich abends und morgens waschen und zähne putzen soll. dafür ist es alt genug auf sich selbst zu achten.

Antwort
von beangato, 67

Ich glaube, der Vater macht viel zu sehr ein Problem daraus.

Dass die Kinder nicht täglich duschen, interresiert das Jugendamt nicht. Es reicht, wenn sich täglich gewaschen wird.

Wenn die Jungs noch genug Schlaf bekommen, ist das

erst gegen 10 Uhr mit den Kindern nachhause

Auch nicht wirklich schlimm - es sind keine Kleinkinder mehr.

Ich finde, der Vater sollte sich etwas zurücknehmen und der Mutter die Erziehung nicht noch schwerer machen.

Kommentar von Rodnai ,

Das Problem ist, dass die Kinder sich dann auch nicht waschen. Und wenn der Kleine erzählt, dass die Kinder nicht mit ihm spielen wollen und ihn ausgrenzen, macht man sich da halt Gedanken. Und dass die Kinder abends auf dieser Veranstaltung rumsitzen wie bestellt und nicht abgeholt, müde sind und schon die Leute einen darauf ansprechen ob die beiden am nächsten Tag keine Schule haben (der Vater war ebenfalls auf dieser Veranstaltung) dann ist das schon ne Nummer. Zumal die Kids am nächsten Tag tot müde und krabatzig waren (er telefonierte am Folgetag mit beiden)

Kommentar von beangato ,

Totzdem sollte er sich zurücknehmen.

Ich bin so eine "geschädigte" Mutter und weiß, mit welchen Schwierigkeiten man zu kämpfen hat, wenn der Vater die Kinder darin bestärkt, dass die Mutter was falsch macht. Ich hatte immer 1 Woche zu tun, meine Kinder wieder "auf den richtigen Kurs" zu bringen.

Kinder erzählen vieles - da muss nicht alles stimmen. Das heißt nicht, dass sie lügen - sie erzählen es so, wie es derjenige gern hören möchte. Sie fühlen sich sozusagen "zwischen 2 Stühlen".

Kommentar von Rodnai ,

Naja, aber wenn die Mutter selber ALLES kritisiert, was man mit den Kindern macht und den Kindern sagt, der Vater hätte gar nichts zu melden, zählt nicht etc. Dann droht sie, wenn die Kinder nicht um halb 8 im Bett sind wenn sie auf Geschäftsreise war (Tante und auch sonst niemand hatte keine Zeit, da blieb ihr keine andere Wahl, die Kinder zum Vater zu geben)...

Kommentar von beangato ,

selber ALLES kritisiert

Das ist auch nicht in Ordnung, ich weiß.

Lass es trotdem so weiterlaufen, wie es jetzt ist. Mir scheint, (ich nehme an, Du bist der Vater), die Mutter und Du tragt Euren Streit auf dem Rücken der Kinder aus. Das ist niemals gut.

Ich schreib Dir mal, wie es jetzt bei meinen Kindern ist (sie sind erwachsen): Das eine Kind will überhaupt nichts mehr mit dem Vater zu tun haben, das andere Kind hat nur sporadisch Kontakt zu ihm. Es ist die Entscheidung meiner Kinder, nachdem sie oft genug von ihm enttäuscht wurden.

Ich schlage vor (auch wenns schwerfällt), die (fast) täglichen Anrufe so nach und nach sein zu lassen - die Kinder kommen sonst nie zur Ruhe.

Kommentar von Rodnai ,

Ja klar, das wäre die einfachste Lösung - für die Mutter! Das Verhältnis zu den Kindern ist sehr gut und das soll auch so bleiben. Die brauchen genauso den Vater wie die Mutter.  Und nur, damit Mutter Ruhe gibt, den Kontakt zu reduzieren finde ich mehr als fahrlässig. Die Kinder wünschen schließlich den Kontakt zum Vater. Und dieser ist auch genauso erziehungsberechtigt.

Kommentar von beangato ,

Das hat nichts mit "einfacher Lösung" zu tun.

Du verstehst immer noch nicht: Die KINDER sollen zur RUHE kommen.

So, wie Du Dich verhälst, können sie das aber nicht.

Eurem Verhältnis schadet das nicht, wenn Du das Anrufen REDUZIERST. Du sollst ja nicht gar nichts mehr machen.

Die Kinder wissen überhaupt nicht mehr, was richtig und was falsch ist, wenn sie so "herumgezerrt" werden.

Einige Dich mit der Mutter auf eine Linie - und zieht die gemeinsam durch.

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