Frage von bjoerndalen, 132

Privatautoverkauf - Getriebeschaden - Käufer will Reperaturkosten bzw. vom Kauf zurücktreten?

Hallo, ich habe mein 10 Jahre altes Auto verkauft, doch nach einem Tag meldete sich der Käufer und meinte er hätte einen Getriebeschaden und ich solle die Reperaturkosten begleichen oder er würde vom Kaufvertrag zurücktreten.

Folgendes ist passiert: Der Käufer und seine Tochter haben sich das Auto angeschaut und ich habe erwähnt, das Schleifgeräusche während der Fahrt bei Motorbremse auftreten. Daraufhin machten wir eine Probefahrt. Er hörte die Geräusche und er meinte das sei vermutlich die Kupplung. Im anschließenden Verhandlungsgespräch bin ich, aufgrund der Vermutung des Käufers, 800,- Euro vom Kaufpreis runter. Er war einverstanden und hat 100,- Euro Anzahlung da gelassen und meinte er hole den Wagen morgen. Am darauf folgenden Tag erschien er und hat den Restbetrag bezahlt. Ich setzte einen aktuellen Kaufvertrag von mobile.de auf, in dem ich unter Beschädigungen reinschrieb: "Geräsuche im Motorraum, bei Probefahrt hörbar". Er fuhr 140 km nach Hause. Am nächsten Tag meldete er sich nochmal und meinte das die Werkstatt einen Getriebeschaden festgestellt hat - er will das ich die Reperaturkosten begleiche oder er tritt vom Kaufvertrag zurück. Er droht nun natürlich mit dem Anwalt und meint das sei arglistig. Muss ich nun die Reperaturkosten begleichen bzw. das Auto zurücknehmen?

Vielen Dank vorab für eure Antworten.

Antwort
von migebuff, 105

Er wusste, dass das Fzg Geräusche macht. Die Werkstatt hat ihm nun lediglich die Ursache der Geräusche genauer diagnostiziert.

Wer ein Fahrzeug kauft, bei dem Geräusche aus dem Motorraum hörbar sind und dafür auch noch 800€ Preisnachlass bekommt, darf nicht davon ausgehen, dass das Fzg frei von jeglichen Mängeln ist.

Du haftest für Mängel, die beim Kauf bereits vorhanden waren und arglistig verschwiegen wurden. Der nun festgestellte Schaden war zwar bereits bei Übergabe vorhanden, wurde jedoch nicht verschwiegen. Du hast sogar schriftlich darauf hingewiesen, dass da irgendein für dich als Laien nicht näher eingrenzbarer Schaden vorliegt - wenn der Käufer sich auf dieses Glückspiel einlässt, in der Hoffnung, dass trotz Hinweis kein Schaden vorliegt, ist das keine arglistige Täuschung, sondern schlichtweg Dummheit des Käufers.

Wärst du KFZ-Meister und hättest am Tag vor dem Kauf nachweislich das Getriebe ausgebaut und überprüft, sähe es anders aus, aber wie sollst du die genaue Ursache kennen, wenn auch der Käufer zur Diagnose erst in die Werkstatt muss?

Antwort
von herja, 101

Muss ich nun die Reperaturkosten begleichen bzw. das Auto zurücknehmen?

Nein, musst du nicht, weil alles schön dokumentiert ist.

Mach dir keine Sorgen.

Antwort
von Causa, 132

da Du im Kaufvertrag den Mangel erwähnt hast, hat der Käufer "schlechte Karten". 

Ich würde ablehnen.

Es könnte aber sein, dass er mit RA versucht das Geld zu bekommen. Dann musst Du ebenfalls einen RA nehmen. 

Zusatz: dies ist keine Rechtsberatung!!! Ich bin Laie.

Antwort
von Mignon2, 97

Nach meiner Auffassung mußt du die Reparatur nicht bezahlen. Du hast ihn auf einen Mangel hingewiesen. Wenn seine Werkstatt nun einen Getriebeschaden diagnostiziert hat, dann weißt du erstens gar nicht, ob die Diagnose eventuell eine "Gefälligkeitsdiagnose" seiner Werkstatt war und zweitens hat er den Wagen mit einem Mangel gekauft. Außerdem kann der Getriebeschaden während der 140 km aufgetreten sein, die er mit dem Fahrzeug gefahren ist.

Warte ganz gelassen ab, was passiert. Lehne den Getriebeschaden unter Berufung auf den im Übergabeprotokoll genannten Mangel ab und eben auch unter Berücksichtigung, dass der Getriebeschaden nach Übergabe eingetreten sein kann.

Wenn er sich tatsächlich einen Anwalt nehmen sollte, dann solltest du allerdings auch zu einem Anwalt gehen und dich beraten lassen.

Antwort
von Ninombre, 111

Wenn Du nichts von dem Schaden wusstest, liegt keine arglistige Täuschung vor, zumal er ja während der Probefahrt auf einen möglichen Mangel aufmerksam gemacht wurde.
Nicht einschüchtern lassen, viele schreien gleich was wegen Anwalt. Im Zweifelsfall will er Dich übers Ohr hauen, ein durchaus gängiges Verfahren direkt nach dem Kauf angebliche gravierende Mängel zu melden um den Preis rückwirkend zu drücken.

Antwort
von Pfaffenhofener, 79

Du hast auf den Mangel ("Geräusche") hingewiesen und glücklicherweise dies im Kaufvertrag vermerkt.

Er hat einen Kupplungsschaden diagnostiziert und Dich deswegen um (freche) 800.- im Preis gedrückt.

Daß er sich bei seiner Diagnose geirrt hat, ist alleine sein Problem.

Antwort
von Eraz1337, 104

Nein. Privatverkäufe gelten ohne jegliche Zurücknahme. Solange du den Kaufvertrag hast und es da so drin steht, gäbe es für dich kein Problem. Lass ihn ruhig zurücktreten oder ggf. den Anwalt einschalten.

Kommentar von Pfaffenhofener ,

Nein, auch seitens der Privatleute gibt es eine Gewährleistungspflicht. Diese kann man jedoch problemlos ausschließen (hat jeder Privatverkaufsvordruck standardmäßig drinstehen).

Aber wie schon gesagt, da die Geräusche erwähnt wurden, gibt es auch keine Chance, den Vertrag wegen Täuschung anzufechten.

Kommentar von bjoerndalen ,

Im Kaufvertrag von mobile.de steht unter Ziffer II. Gewährleistung:

Das Fahrzeug wird wie besichtigt und unter Ausschluss der Sachmängelhaftung verkauft, soweit nicht unter Ziffer III. eine bestimmte Zusicherung erfolgt. Dieser Ausschluss gilt nicht für Schadensersatzansprüche aus Sachmängelhaftung, die auf einer vorsätzlichen oder grob fahrlässigen Verletzung von Pflichten des Verkäufers beruhen sowie bei der schuldhaften Verletzung von  Leben, Körper und Gesundheit. Soweit Ansprüche aus Sachmängelhaftung gegen Dritte bestehen, werden sie an den Käufer abgetreten.

Unter Ziffer III. Zusicherungen des Verkäufers habe ich unter dem Punkt: Beschädigungen, den Satz hinzugefügt:

"Geräusche im Motorraum (bei Probefahrt hörbar)"

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