Frage von Feleen, 219

Nutzungspauschale für Einbauküche?

Wir sind momentan auf Wohnungssuche. Eine gefällt uns ganz besonders, der Vermieter verlangt jedoch zuzüglich zu 1000€ Kaution eine monatliche Nutzungspauschale für die von ihm eingebaute Küche. Ich habe davon noch nie etwas gehört und wollte fragen ob das so üblich ist?

Antwort
von bwhoch2, 202

Es gibt Wohnungen mit EBK zu mieten und welche ohne. Vergleicht nun ein Mietinteressent zwei Wohnungen miteinander und übersieht, dass die eine Wohnung mit und die andere ohne EBK ist, entsteht ein schiefes Bild.

Wenn dieser Vergleich dann gezogen wird, wenn es darum geht, ob ein verlangter Mietpreis noch im Rahmen ist oder nicht, sieht es für den Vermieter allemal günstiger aus, wenn er eine Kaltmiete + Nutzung für Küche angibt. Die Kaltmiete ist dann niedriger und bleibt vielleicht noch im Rahmen dessen, was aufgrund eines Mietspiegels gerade noch so möglich ist. Da ein Mietspiegel niemals berücksichtigen kann, welchen Wert eine "Wohnung mit Einbauküche" hat, da diese höchst unterschiedlich ausfallen können, ist er auf der sicheren Seite, wenn ein Mieter z. B. nach Abschluss des Mietvertrags und Einzug dem Mieter erklärt, er würde die Miete nicht in der vereinbarten Höhe bezahlen wollen, weil der Vermieter mehr als 10 % über den Mieten vergleichbarer Wohnungen in dem Gebiet liegt.

Die im letzten Jahr eingeführte Mietpreisbremse könnte sonst zum Problem für einen Vermieter werden, der vielleicht eine neue EBK eingebaut hat und deswegen entsprechend mehr Miete will.

Antwort
von anitari, 218

Eine monatliche Nutzungspauschale kann man auch Miete nennen.

Es ist nicht unüblich das diese separat im Mietvertrag ausgewiesen wird.

Antwort
von Samy795, 176

Als Teil der Kaltmiete relativ üblich. Im Gegenzug könnt ihr jegliche Reparatur (also auch Kleinteile) über den Vermieter abrechnen - auch nicht das Schlechteste.
Früher wurde das einfach in den Mietpreis mit eingerechnet, ohne dass das separat ausgewiesen wurde.  

Kommentar von bwhoch2 ,

Das ist auch jetzt meist im Mietpreis enthalten, wenn es eine Einbauküche gibt.

Antwort
von emily2001, 193

Hallo,

das finde ich ein bißchen teuer, mit der Zeit summiert sich das. Auf jeden Fall sollte die Nutzungspauschale spätestens nach 2 Jahren wegfallen!

Ist die Küche brandneu?

Handelt es sich um eine hochwertige Küche?

Du kannst sagen, daß du diese Küche nicht magst und deine eigene einbauen lassen willst...

Emmy

Kommentar von Feleen ,

Neu ist sie, die Wohnung wurde vor 2 Monaten komplett saniert und da wurde sie auch eingebaut. Hochwertig würde ich jetzt aber nicht sagen. Alles da was man braucht aber sieht nicht unbedingt nach was aus.

Kann der Vermieter mir dann nicht evtl die Kosten für den Abbau in Rechnung stellen, wenn ich meine eigene Küche mitbringe?

Kommentar von anitari ,

Du kannst sagen, daß du diese Küche nicht magst und deine eigene einbauen lassen willst...

Und Tschüß Wohnung!

Kommentar von meini77 ,

> das finde ich ein bißchen teuer

was denn? Wo hast Du den Betrag gesehen?

Kommentar von emily2001 ,

Wenn man schon 1000 € im voraus blechen muß und dann zusätzlich eine monatliche "Pacht" bezahlen muß, finde ich das teuer... oder ?

Emmy

Kommentar von meini77 ,

Die 1000 EUR sind die Kaution. Völlig üblich und normal. Miete, Nebenkosten und in diesem Fall eine Nutzungspauschale kommen halt hinzu.

Kommentar von anitari ,

Miete, nicht Pacht.

Kommentar von Feleen ,

Der Betrag für die Nutzungspauschale? War bei der Wohnungsanzeige mit ausgeschrieben. 450€ + NK (100) + NP (40) 

Antwort
von Joergi666, 185

hab ich noch nie gehört- ist aber vom Prinzip nicht verboten- er vermietet quasi die Küche- warum er das nicht wie üblich in die Miete inkludiert kann ich allerdings nicht nachvollziehen.

Kommentar von emily2001 ,

Ja, man könnte auch dem Finanzamt mitteilen, daß der gute Man de facto mehr Miete kassiert als er deklariert!

Emmy

Kommentar von meini77 ,

er kassiert ja nicht mehr Miete. Die Miete beträgt - wie von Feleen beschrieben - 450 EUR, zzgl. Nutzungspauschale. Das ist zulässig.

Kommentar von anitari ,

Der Vermieter "deklariert" doch alles.
450€ + NK (100) + NP (40) 

Und 40 € Miete für eine EBK ist durchaus in Ordnung.

Antwort
von Wumpratte, 190

Am besten den Vermieter darauf ansprechen. Wie sich die Pauschale zusammensetzt oder wofür diese genutzt wird/werden soll.

Der Vermieter muss ja einen gewissen Nutzen haben.

Kommentar von anitari ,

oder wofür diese genutzt wird/werden soll.

Für mögliche Reparaturen oder Ersatz von Elektrogeräten der EBK zum Beispiel.

Kommentar von Feleen ,

Für sowas hinterlege ich aber doch die Kaution, oder?

...die mit 1000€ für eine 2-Zimmer-Wohnung auch nicht gerade "günstig" ist.

Kommentar von anitari ,

Für sowas hinterlege ich aber doch die Kaution, oder?

Kaution ist für evtl. Ansprüche des Vermieters nach Mietende, nicht für Reparaturen während des laufenden Vertrages.

Da muß der Vermieter diese tragen, sofern den Mieter keine Schuld trifft.

Kommentar von meini77 ,

nein. Die Kaution dient dem Vermieter als Sicherheit, falls bei Auszug die Wohnung nicht ordnungsgemäß übergeben wird.

Kleinreparaturen musst Du als Mieter in den meisten Fällen eh' selbst zahlen.

Übrigens könnte der Vermieter bei 450 EUR Kaltmiete bis zu 1350 EUR Kaution fordern.

Kommentar von Wumpratte ,

Das ist dann keine Pauschale sondern eine Versicherung, die im Schadensfall diesen zahlen soll. 

Für mögliche Reparaturen oder Ersatz von Elektrogeräten

Kommentar von bwhoch2 ,

Ist doch eindeutig:

Zur Refinanzierung. Jede Einbauküche hat in der Anschaffung Geld gekostet und wird durch die normale Nutzung auch abgenutzt. Zusätzlich kommt noch die sich ändernde Mode. Das bedeutet, dass nach ca. 10 bis 15 Jahren eine Einbauküche entweder abgenutzt ist, also schon deutliche Schwächen in Aussehen und Funktion haben kann, sowie durch die sich ändernden Geschmäcker nicht mehr gerade auf Höhe der Zeit ist.

Wenn Elektrogeräte enthalten sind, kann man leider davon ausgehen, dass diese nicht so alt werden und nach 5 bis 10 Jahren alle mal ausgetauscht werden müssen. Auch das muss finanziert werden.

Angenommen, die Nutzungspauschale beträgt € 100,- pro Monat, so sind nach 5 Jahren wieder 6000,- € für eine neue Küche angespart, bzw. nach 10 Jahren rund 12000,- €.

Wenn man den Eindruck hat, dass der tatsächlich geforderte Betrag zu hoch ist, sollte man aber auch bedenken, dass der Vermieter auch ein Anrecht darauf hat, damit ein gewisses Einkommen zu erhalten und dass mit der Anschaffung einer Einbauküche samt Geräten immer auch ein Risiko verbunden ist, dass Mieter nicht gerade pfleglich mit den Sachen umgehen und die gute Küche schon nach weit kürzerer Zeit, als geplant wieder ausgetauscht werden muss.

Kommentar von Wumpratte ,

Was für mich dann nicht klar, wieso der Vermieter die Pauschale nicht mit in der Miete einbezieht. Früher oder später erfahren die Mieter davon sowieso.

Antwort
von meini77, 163

Diese "Nutzungspauschale" ist quasi eine "Miete für die Küche".

Das ist gar nicht schlecht, wenn diese nicht in der Netto-Kaltmiete inkludiert ist - denn dann kann der Vermieter die Miete nicht so hoch anheben, wie wenn diese mit eingerechnet wäre.

Kommentar von emily2001 ,

er kann die Miete nicht nachträglich anheben für eine Küche, die schon zur Wohnung gehört!  L O G O ?!

Kommentar von anitari ,

Nix LOGO

Der Vermieter kann die Kaltmiete erhöhen. Ob nun die Miete für die EBK darin eingerechnet ist oder nicht ist wurscht.

Kommentar von meini77 ,

Ein Vermieter kann nach 15 Monaten die Miete erhöhen - um bis zu 20% innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Die Mieterhöhung wird auf die Kaltmiete gerechnet - nicht aber auf eine Nutzungsgebühr für eine Küche.

Insofern (schlimmstenfalls):
450 EUR * 20% = 540 EUR statt

490 EUR * 20% = 588 EUR

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