Frage von Midnightlady, 135

Muss man Unterhalt an Kind zahlen, wenn das Bafög ausgerechnet hat, dass Vater nicht zahlen muss?

Hallo, mein Mann wurde von seiner Tochter auf Unterhalt verklagt. Sie ist 23, lebt noch bei ihrer Mutter und studiert angeblich. Kontakt besteht keiner. Er hat mehrere Monate 100€ an Sie überwiesen, solange kein Bescheid vom Bafög Amt vorlag. Die Anwältin hat meinem Mann immer wieder geschrieben, dass er Bescheid bekommt, sobald das Schreiben vorliegt, dies passierte nie. Beim nachfragen beim Bafög Amt, bekam er die Aussage, dass er nichts zahlen muss. Jetzt bekam er wieder Post von der Anwältin seiner Tochter, mit einer hohen Nachzahlung und das er laut Düsseldorfer Tabelle 404€ jeden Monat zahlen soll. Kann sowas sein, obwohl ihm kein Bescheid nichts vorliegt und man ihm telefonisch ja gesagt hat, dass er nichts zahlen brauch. Wäre über antworten sehr dankbar

Antwort
von vwzicke64, 56

Ab 18 sind beide Eltern barunterhaltspflichtig, auch die Mutter. Das Kindergeld wird voll angerechnet. Ich würde die Zahlungen erstmal einstellen, einen Nachweis über das Studium anfordern, also Immatrikulationsbescheinung vorlegen lassen. Das Einkommen der Mutter ist hier relevant, denn der Unterhalt der Tochter ergibt sich aus dem Einkommen beider Eltern. Ich würde auf keinen Fall die Berechnung der Anwältin glauben schenken, denn hier ist der Anteil den die Mutter zu zahlen hat gar nicht berechnet. sollte die Ehefrau des Vaters kein Einkommen haben oder nicht genug verdienen, geht die vor der volljährigen Tochter

Antwort
von Midnightlady, 58

Danke für eure Antworten. 

Ich kenne mich ja nicht so gut aus damit.

Da ja kein Kontakt besteht, muss die Tochter eigentlich nachweisen, ob sie überhaupt studiert und wenn sie noch zu Hause wohnt steht ihr dann sozusagen gar kein Bafög zu, sondern nur Unterhalt? 

Muss sie denn auch ihre Einkünfte offen legen, da ich weiß, dass man als Student nur 5000€ auf dem Konto haben darf. Mein Mann hat deswegen diese 100€ immer auf das Konto der Mutter überwiesen, weil sie ja sonst Zuviel gehabt hätte. Hat nämlich vor ein paar Jahren von ihrer Oma geerbt. Zählt sowas denn auch oder interessiert das niemanden, dass sie ja eigentlich genug hat und die Anwältin natürlich nur das beste für sie rausholen will?

Kommentar von sassenach4u ,

Zunächst ist eigenes Vermögen, bis auf den Schonbetrag, zur Ausbildung einzusetzen. Der Vater kann von ihr verlangen, ihre Vermögensverhältnisse offen zu legen. Und der Unterhalt steht ab Volljährigkeit ihr zu und nicht der Mutter. Also wenn er weiter zahlt, dann sollte er es nur noch auf das Konto der Tochter machen, aber erst einmal die die junge Dame dran. Studienbescheinigung und Vermögensverhältnisse.

Und wenn sie klagt, dann geht ihr vor Gericht, nicht mit der Anwältin in Korrespondenz. Wenn sie nur mit Klage droht, dann sollte dein Mann ihr erklären, er legt gern seine Einkommensverhältnisse vor ihr dar, sie möge die Daten von ihrer Mutter einfordern, die Quote berechnen, damit zeigt er, das er Willens ist, alles für eine Regelung ohne Gericht zu tun.

Antwort
von Realisti, 58

Beim Lesen dachte ich: "Hier gehen aber die Begriffe und Zuständigkeiten durcheinander."

Bafög beantragt der Student/Schüler selber beim Bafög-Amt. Ich verstehe das als günstigen Kredit, der zurückgezahlt wird nach dem Studium vom Studenten selber. Ob man ein Anrecht darauf hat entscheidet man nach Einkommenssitutation (auch die der Eltern). Wie das genau abläuft weiß ich nicht.

Unterhalt ist der monatliche Versorgungsbeitrag den das versorgende Elternteil von dem anderen monatlich bekommt. Nach Düsseldorfer Tabelle wird das errechnet. Bei euch sind das 404  €. Doch pack mal einem nacktem Mann in die Tasche. Wenn er nach Prüfung aber und Ermittlung des Selbstbehaltes etc.  zu wenig Einkommen hat, dann kann er gar nicht die 404 € zahlen. Das bestimmt man aber nicht selber, das muß das Amt ermitteln. (Wenn er z.B. nur einen 450 €-Job hat muß er davon nicht 404 € für das Kind abgeben.) Hier entscheidet ggf. das Familiengericht.

Kommentar von Midnightlady ,

Habe mir jetzt nochmal genau den Brief durchgelesen und in dem Bafög Bescheid, was die Anwältin mitgeschickt hat, steht eindeutig drin, dass ihr kein Bafög zusteht, weil sie die vorausgesetzten Bedingungen und Leistungen nicht erfüllt.

Deswegen will die Anwätin jetzt, dass man mein Mann für sie den kompletten Unterhalt übernehmen soll. 

Kommentar von Realisti ,

Die Aufgabe der Anwältin ist es das Optimum für ihre Mandantin raus zu holen. Sie verhandelt jetzt einfach mal und beginnt das mit einer Forderung, die sie auf ihre Art begründet.

Nun muß man prüfen ob sie Recht hat oder es nur behauptet. Leider ist die Rechtslage oft so unübersichtlich, dass man selber auch einen Anwalt braucht. Da hilft einem oft schon eine Beratung weiter.

Wenn gar nichts mehr geht, muß man das Gericht entscheiden lassen.

Wenn das Kind kein Bafög bekommt muß allerdings schon ein gewisses Einkommen da sein. Wenn es nicht bei euch ist, ist es bei der Mutter?

Kommentar von sassenach4u ,

Den vollen Unterhalt zahlt er schon mal gar nicht- aber versuchen kann man es ja. Ihr solltet zu einem Anwalt für Familienrecht gehen.

Antwort
von ichweisnetwas, 50

Soweit ich weis kann sowas schon möglich sein. Die sind in sachen unterhalt generell recht kritisch diese ämter usw.

Meine tochter ist noch wesentlich jünger aber bei mir hat das amt anfangs auch nen RIESEN stress geschoben und immer ihre aussagen verändert wie sie wollten.

Letztlich hab ich mich mit meiner ex geeinigt wieviel ich zahle und fertig. Die ämter sind schlichtweg bescheuert das hat sie sogar eingesehen als ich ihr die 11 briefe oder wieviele das waren gezeigt hatte.

Aber dennoch kann er denke ich nen schriftlichen nachweis einfordern. Rein mündlich ist sone sache immer fragwürdig.

Wenn ich solche dinge höre hoff ich immer das meine tochter mal nicht solch eine undankbare dame wird und mich verklagt.

Aber das wird sich zeigen. Ich wünsch euch das beste und eine anständige lösung für alle

Antwort
von webya, 33

Lass dir den Bafögbescheid zeigen und ansonsten auch regelmäßige Nachweise, dass sie noch studierst. 

Antwort
von sassenach4u, 40

Zunächst sollte er erst einmal den Nachweis anfordern, dass die Tochter tatsächlich studiert. Dafür kann sie ihm eine aktuelle Immatrikulationsbescheinigung vorlegen. Reicht sie die nicht ein, sollte er die Zahlung ganz einstellen.

Dann sind beide Eltern, gewichtet nach ihrem Einkommen ab Volljährigkeit für den Unterhalt eines Kindes in Schul-oder Berufsausbildung zuständig, wobei Einkünfte wie das Kindergeld auf den Unterhalt anzurechnen sind.

Verklagen kann die Tochter auch nicht einen Elternteil allein, selbst wenn sie bei der Mutter wohnt, sondern muss beide verklagen (dumme Anwältin) denn es muss die Quote ermittelt werden.

Bsp. Vater 2000,-- Euro Einkommen, Mutter 1000,-- Euro Einkommen = Quote: Vater 66,67% Mutter 33,33%.

Das vorab, wobei der Elternteil, bei dem das Kind lebt, seinen Anteil auch in Naturalleistung (Wohnung,Verpflegung und Kleidung) erbringen kann.

Lass dich nicht irritieren, die Anwältin hat einfach in die Düsseldorfer Tabelle geschaut und nicht nach Quote.

Außerdem würde ich durch die Anwältin keine Berechnung durchführen lassen, die ist einseitig.

Der Unterhaltsbedarf eines Studenten beträgt derzeit 735,--Euro - 194,-- Euro Kindergeld = 541,--Euro Restbedarf, der quotiert von beiden Eltern zu zahlen ist, je nach Leistungsfähigkeit.

Antwort
von Plsdiekthxbye, 48

Klar muss er zahlen, bis kein Berufsabschluss vorliegt ist man soweit ich weiß bis das Kind 25 ist verpflichtet Unterhalt zu zahlen.

Antwort
von Schokolinda, 67

das bafög-amt entscheidet nicht über unterhaltspflicht der eltern. es entscheidet nur, ob das kind anspruch auf bafög hat.

bafög setzt übrigens voraus, dass die eltern ihren teil zusteuern, und ergänzt nur das, was eltern nicht leisten können.

dass 100 euro monatlich nicht ausreichen, um ein kind zu unterhalten, kann man sich eigentlich selber ausrechnen.

aber falls bedenken bestehen, kann man den anspruch gerichtlich prüfen lassen.

Antwort
von Menuett, 62

Ich würde den Bafögbescheid verlangen. Das geht wohl hier nur per Anwalt. Bafög gibt es doch eigentlich nur, wenn der Student nicht mehr bei den Eltern wohnt.

Ich finde es aber seltsam, dass das Bafögamt einfach so Informationen herausgibt. Da könnte ja sonstwer anrufen.

Kommentar von Gehirnzellen ,

Man kann auch Bafög bekommen, wenn man noch zu Hause wohnt. Der Höchstsatz beträgt dann aber ca. 440€ und nicht 597€.

Antwort
von Realisti, 33
Antwort
von Realisti, 29

Guck mal weiter unten. So sieht die Düsseldorfer Tabelle aus:

http://www.unterhalt.net/duesseldorfer-tabelle.html

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