Muss ich innerorts jeden vorlassen?

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7 Antworten

Das Verkehrslexikon (http://www.verkehrslexikon.de/Module/SpurWechsel.php) sagt dazu:

Fahrstreifenwechsel - Spurwechsel

Ein Spurwechsel muss stets so vollzogen werden, dass dadurch andere Verkehrsteilnehmer nicht gefährdet werden. Dies erfordert die Einhaltung einer erheblich gesteigerten Sorgfalt.

Aus diesem Grunde ist der Fahrstreifenwechsel auch ein klassisches Beispiel für die Anwendung des sog. Beweises des ersten Anscheins. Hinter einem feststehenden oder bewiesenen Spurwechsel in engem zeitlichen und örtlichen Zusammenhang mit einem Auffahren tritt beispielsweise der gegen einen Auffahrenden sprechenden Anscheinsbeweis vollkommen zurück.


D.h., wenn die Frau reindrängelt und du fährst ihr auf, ist das einer der wenigen Fälle, wo der Aufahrende nicht automatisch die Schuld kriegt.
Wer die Spur wechselt, hat eine besondere Sorgfaltspflicht. Daher gibt es auch die regelung, dass man sich rechtzeitg einzuordnen hat.
Es gibt aber tatsächlich Autofahrer, die glauben mit dem Setzen des Blinkers hätten sie ein Recht, reingelassen zu werden. Das ist aber nicht so sondern nur eine Geste der Höflichkeit, wenn man einen reinlässt.
Wir haben bei mir um die Ecke eine Situation, da ist die Abbiegerspur immer voll und da gibt es viele, die erst auf der Spur geradeaus an der Schlange vorbeifahren, um erst am Ende dann zu wechseln. Die lasse ich nie rein, worauf die teils sehr heftig reagieren, weil ihre "Vorteilsnahme" nicht funktioniert hat.

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Kommentar von miriamkelzer
15.08.2016, 22:09

Vielen Dank für deine Antwort und auch für den Link. Ich hoffe gutefrage lässt mich bald mal die hilfreicheste Antwort markieren.

Ja solche Stellen haben wir hier auch mehr als genug. Diese Leute ignoriere ich dann auch gerne mal, aber beim rollenden Verkehr lasse ich in der Regel jeden einscheren, der mindestens mein Tempo drauf hat. So ne schnarchnase, die prinzipiell 20kmh zu langsam fährt will man echt nicht vor sich haben, aber die sind ja schnell überholt.

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Es gab hier schon ein paar gute Antworten. 

Bei einem bloßen Wechsel der Fahrbahn muss sich derjenige, der die Fahrbahn wechselt rücksichtsvoll verhalten und selbst darauf achten, dass er den Verkehr nicht gefährdet. Bei so einem Szenario musst Du niemanden sich einordnen lassen.

Aber grundlegend gilt für alle Verkehrsteilnehmer das Rücksichtnahmegebot. Genauso wenig wie sie sich einfach "reindrängeln" darf, darfst Du jemanden absichtlich nicht daran hindern, die Fahrbahn wechseln zu können.
Im Verkehr sollte jeder auf ein Gleichgewicht von Geben und Nehmen achten, was leider sehr selten der Fall ist.

Also, wenn sie sich einfach reingedrängelt hat, ohne vorher selbst zu checken, ob sie die Fahrbahn wechseln kann bzw. ob Du damit rechnest, dass sie gleich die Fahrbahn wechselt, dann kann sie hier durchaus eine Nötigung begangen haben.

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Grundsätzlich muss man es nicht, aber um den Verkehr am fließen zu halten kann man es mit Reißverschluss verfahren lösen und in der Stadt solllte man so oder so Rücksichtvoller/Umsichtiger fahren und auf alles gefasst sein. Mir war schon mal jemand durch Spur wechsel rein gefahren der Polizist sagte damals dazu, Dem Spurwechselnden unterliegt eine gewisse Sorgfaltspflicht. Ein netten auszug hab ich gerade noch gefunden! ...Beim disziplinierten und systematischen Einfädeln an der Zusammenführung der Fahrspuren, gibt es dagegen keine Missverständnisse, wer Vorfahrt hat. Vorfahrt hat dann jeder abwechselnd. Falsch ist es also, sich panikartig bereits weit vor der Zusammenführung der beiden Fahrspuren in die weiterführende Fahrspur einzuordnen. Wer ein gesetzlich normiertes Einfädeln per Reißverschlussverfahren zu verhindern versucht, in dem er seinem Vordermann dicht auffährt, begeht eine Nötigung und hat den Schaden zu tragen, wenn es zu einem Unfall kommen sollte... .

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Kommentar von miriamkelzer
15.08.2016, 14:35

Vielen Dank erstmal für die Antwort. In dem Fall war es keine fahrbahnzusammenführung, sondern die Frau wollte einfach ihre Spur wechseln.

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Kommentar von ronnyarmin
15.08.2016, 14:38

Wir wissen leider nicht, ob es sich um das Einfädeln aufgrund des Wegfalls einer Fahrspur handelt, oder ob der Reindrängler den Fahrstreifen wechseln wollte, weil er sich auf der falschen Fahrspur befand.

Im ersten Fall sollte man Jemanden reinlassen, muss es aber nicht.

Im zweiten Fall kann man Jemanden reinlassen, muss es aber auch nicht.

Der Fahrspurwechsler war auf jeden Fall wartepflichtig.

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Kommentar von miriamkelzer
15.08.2016, 22:05

Ja war so sauer und aufgebracht, dass ich nicht wirklich auf den Punkt gekommen bin :D habe dann natürlich auch wichtige Details vergessen

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Nein. Durch das Blinken hat man keine Vorfahrt.

Wer den Fahrstfreifen wechseln will, darf dabei Niemanden behindern oder gefährden. Du musst dem Anderen keinen Platz machen. Vielmehr muss der Andere darauf warten, eine ausreichend große Lücke zum Einscheren zu finden.

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du brauchst den Wagen nicht reinlassen, SIE muss warten bis man die Gelegenheit bekommt Gefahrlos wechseln zu können. Einfach reinfahren ist eine Nötigung. 

DU kannst ihr aber Platz machen. Sie hat sich bloss falsch eingeordnet. Ein Blinker ersetzt keine Vorfahrt. xD

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Du mußt einfädeln (so nenn man das) lassen, wenn sich die Straße verengt - aber sie darf sich auch nicht reinquetschen und dich behindern. Sie muß schon warten, bis ihr jemand eine Lücke anbietet. Das hat mit umsichtigen Fahren zu tun und sollte einem früher oder später in Fleisch und Blut übergehen.

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Kommentar von miriamkelzer
15.08.2016, 14:38

Die Straße hat sich nicht verengt, sondern sie wollte die Spur einfach wechseln. Es gab keinen offensichtlichen Grund für einen Spurwechsel (Verengung und Zusammenführung der Fahrbahnen hätte ich ja selbst gesehen)

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Kommentar von miriamkelzer
15.08.2016, 15:29

Vielen Dank. Wie gesagt normal lasse ich die Leute auch rein, nur wusste ich nicht, ob ich es sogar muss, oder es auf einer "freiwilligen" Basis machen kann. Wie man Leute einfädeln lässt ist mir durchaus bekannt

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Im Allgemeinen ist man nciht verpflichtet jemanden reinzulassen. Außer auf der anderen Spur ist ein Hinderniss aufgetreten, so dass eine der Fahrbahnen "ausfällt", dann greift das Reißversclussverfahren.

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