Frage von hexefischer, 115

Muss ich für Reparaturkosten der Klapp Treppe zum Dachboden bezahlen ?

Ein Herzliches SERVUS ihr lieben . Wir hatten vor zwei Jahren ein Haus gemietet . Ich war so froh endlich Berlin zu verlassen und nach Bayern ziehen zu können. Nun habe ich ein kleines Haus mit 4 Zimmern dazu ein kleiner Garten und das bezahlbar. Als ich nun meine Vermietung darum bat die Klapp Treppe zum Dachboden Reparieren zu lassen, wurde mir gesagt:" Ich habe kein Geld und außerdem sei der Dachboden nicht Bestandteil des gemieteten Objektes". Sicherlich ist der Dachboden nicht Isoliert aber unser Junge ( 10) hat dort oben seine Carrera Bahn aufgebaut da die Kinderzimmer zu klein sind. desweiteren meint die Vermietung: " Im Mietvertrag steht dass ich Reparaturen bis 300 € im Jahr selbst zu tragen habe"! Hallo ich habe ein Haus gemietet was Renoviert werden musste von mir. Der Vormieter hatte eine Menge Sperrmüll hinterlassen welches ich auch entsorgt habe. Ich habe Schimmel im Haustür bereich und vieles andere was nicht in Ordnung ist. Letztendlich kommt der Vermieter und schaut sich nach den Feiertagen die fatal eingebaute Dachboden Treppe an und sollte es zu teuer werden wird der Zugang verschlossen und gesperrt! WIE KANN ICH MICH VERHALTEN UND WIE KOMME ICH ZU MEINEM RECHT ALS MIETER??? Danke

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo hexefischer,

Schau mal bitte hier:
Recht Mietrecht

Expertenantwort
von imager761, Community-Experte für Recht, 35

"Im Mietvertrag steht dass ich Reparaturen bis 300 € im Jahr selbst
zu tragen habe"

Das klint nach mietvertrglich vereinbarter Bagatellschaden- bzw.
Kleinreparaturklausel
. Wäre die auch im Einzelfall auf bis zu 120 EUR
begrenzt, gilt sie als wirksam vereinbart und eine Installation, die dem
häufigen Zugriff des Mieters unterläge, hätte er tatsächlich bis zu
dieser Höhe und dem Jahresaufwand nach selbst zu tragen.

WIE KANN ICH MICH VERHALTEN UND WIE KOMME ICH ZU MEINEM RECHT ALS MIETER???

Welches "Recht"? Darauf kommt es garnicht an: Wenn der Dachboden nicht ausdrücklich als Wohnraum mitvermietetet ist, ist die Carrera-Bahn unverzüglich abzubauen und die forgestzte Nutzung als Spielzimmer zu unterlassen. Das gälte selbst dann, wenn dort lediglich bestimmungsgemäße Nutzung, etwa als Trockenboden, vereinbart  wäre, die nunmher insgesamt ausdrücklich widerrufen wurde :-O

Andernfalls berechtigte dies zu fristloser Kündigung :-O

G imager761

Antwort
von Wissensdurst84, 76

Guten Abend,


wenn der Dachboden nicht im Mietvertrag Bestandteil ist sehe ich keine Möglichkeit, dass hier Ansprüche gegen den Vermieter erhoben werden können. Dann hat der Vermieter auch das Recht, diesen zu sperren bzw. zu schließen.



Grund­sätzlich gilt: Der Vermieter muss die Wohnung instand halten. Nur kleine Reparaturen darf er auf die Mieter abwälzen, muss sich dabei aber an Grenzen halten. Gerichte halten in der Regel Kosten von maximal 100 Euro für zumut­bar. 

Sofern es Bestandteil des Mietvertrages ist muss der Vermieter dafür aufkommen.



Es ist Vermietersache, wenn während der Miet­zeit etwas in der Wohnung durch Verschleiß kaputt­geht. So steht es in Paragraf 535 des Bürgerlichen Gesetz­buchs. Dennoch müssen die Mieter manche Reparaturen tragen. Sie sind zum Beispiel für die Ausbesserung von Schäden zuständig, an denen sie selbst schuld sind. Lässt ein Mieter einen schweren Gegen­stand auf die Fliesen fallen, muss natürlich er den Schaden bezahlen. Außerdem dürfen Vermieter Mieter vertraglich zu Schön­heits­reparaturen verpflichten, also zum Streichen und Tapezieren der Wohnung. Die Recht­sprechung erlaubt es Vermietern durch­aus auch, die Kosten bestimmter kleinerer Reparaturen per Vertrag auf den Mieter abzu­wälzen. Das klappt aber nur, wenn der Vermieter bei der Formulierung der Vertrags­klausel zwei Regeln beachtet. Erstens muss die Klausel Kosten­grenzen nennen, damit der Mieter bei Unter­schrift des Miet­vertrags schon wissen kann, wie viel er maximal zahlen muss, und die Grenzen müssen angemessen sein. Und zweitens darf die Klausel dem Mieter nur Kosten für Reparaturen an Einrichtungs­gegen­ständen in der Wohnung aufbürden.



Im Jahr 2005 segnete das Amts­gericht Braun­schweig 100 Euro ab (Az. 116 C 196/ 05), das Amts­gericht Würzburg 2010 sogar 110 Euro (Az. 13 C 670/10). 

Ich hoffe ich konnte helfen

Wissensdurst84






Kommentar von DerHans ,

Wer das ganze Haus mietet, mietet natürlich auch den Dachboden mit. Der Ausschluss müsste dann wörtlich im Mietvertrag aufgeführt sein.

Kommentar von Wissensdurst84 ,

Deshalb sagte ich, ob er bestandteil des mietvertrages ist, da der vermieter sagt er wäre es nicht. das war meine argumentation

Kommentar von albatros ,

das wäre allerdings unwirksam. Haus ist Haus und nicht ohne Treppe, Türen, Dach etc..

Kommentar von albatros ,

wenn der Dachboden nicht im Mietvertrag Bestandteil ist sehe ich keine
Möglichkeit, dass hier Ansprüche gegen den Vermieter erhoben werden
können.

wenn der Dachboden nicht im Mietvertrag Bestandteil ist sehe ich keine
Möglichkeit, dass hier Ansprüche gegen den Vermieter erhoben werden
können.

Hast du dir überlegt, was du da geschrieben hast? Was ist denn dann mit dem Dach etc. ? Ist das auch nicht mitvermietet?

Expertenantwort
von albatros, Community-Experte für Mietrecht, 32

Du hast ein Haus gemietet. Zum Haus gehört alles was da ist. Die Treppe, der Schornstein, das Dach etc. Es ist doch lächerlich, wenn der Vermieter argumentiert, die Treppe gehöre nicht dazu. Gleiches gilt auch bei einer Mietwohnung. Alles was bei Mietbeginn in der Wohnung vorhanden ist, gilt als mitvermietet, ob im MV stehend oder nicht.

Bei deiner Treppe kann man von einem verdeckten Mangel sprechen. Die Instandsetzung gehört zu den Hauptflichten des Vermieters. Er ist verpflichtet, die Mietsache in einem zum vertragsgerechten Gebrauch geeigneten Zustand an den Mieter zu übergeben und während der Mietzeit zu erhalten. Falls nachweisbar der Mangel dir schon bei Mietbeginn bekannt war, dürftest du die Miete nicht mindern, anderenfalls sehr wohl (s.o.: Verdeckter Mangel). Trotzdem stünde dir die Reparatur auf Kosten des Vermieters zu. Dieser Anspruch ist  unverjährbar.

Der Vermieter kennt den Mangel. Ab diesem Moment dürftest du die Miete mindern, sagen wir 1,5% der Bruttomiete. Du könntest also auch drauf verzichten.

Was jetzt notwendig ist: Den Vermieter schriftlich per Einwurfeinschreiben mit Fristsetzung von 10 Werktagen Ab Zugang) auffordern, den Mangel zu beseitigen. Kommt er in Verzug, darfst du selbst eine geeignete Firma beauftragen und die Kosten ab übernächstem Monat mit der Miete aufrechnen.

Kommentar von imager761 ,

Du hast ein Haus gemietet. Zum Haus gehört alles was da ist.

Rechtsirriger Blödsinn.

Sind mietvertraglich "Haus mit 4 Zimmern, dazu ein kleiner Garten" vermietet, gehört der als weiteres Spielzimmer für den Sohn genutzte Dachboden ausdrücklich nicht zur Mietsache.

Insofern kann der VM die Nutzung des Dachbodens untersagen  oder eine widerruflich erteilte Nutzungsduldung, etwa als Trockenboden oder Abstellraum, wirksam widerrufen. Und genau das hat er.

Die Instandsetzungspflicht des VM erstreckt sich aber ausdrücklich nur auf die Mietsache, § 535 I 2 BGB. Mithin sind vier Zimmer,  Garten und Gemeinschaftsräume (Waschküche, Kellerabteil, Garage) "in einem zum vertragsgemäßen Gebrauch geeigneten Zustand zu erhalten".

Den Dachboden einschl. Treppe ausgerechnet (nun) nicht.

G imager761

Expertenantwort
von Gerhart, Community-Experte für Mietrecht, 38

Die Verkehrssicherungspflicht obliegt dem Vermieter. Ein Haus ohne Dachboden zu mieten muss explizit im Mietvertrag verankert sein, klingt aber sehr unwahrscheinlich. Der Vermieter kassiert die Miete Monat für Monat, also verfügt er über Einnahmen. Setzt er nichts instand, so ist eine angekündigte Ersatzvornahme vermutlich das richtige Mittel, aber die Kosten können nach Ankündigung nur ab der übernächsten Mietzahlung gegen die Miete aufgerechnet werden. 300€ für eine Kleinreparatur wird vermutlich auch nicht im Mietvertrag vereinbart worden sein, also nicht rechtswirksam.

Kommentar von albatros ,

Die 300 Euro sind für das Jahr angesetzt, also in Ordnung. Die Frage ist, ob es auch einen Betrag je Einzelreparatur gibt. Wenn nicht, ist die Klausel unwirksam. Dieser dürfte auch nur 100 EURO max. betragen.

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Recht, 54

Wenn du eine Reparaturklausel bis 300 € unterschrieben hast, gilt die auch,

Natürlich, wenn du ein ganzes Haus mietest, gehört auch der Dachboden dazu. Der muss ja auch für den Schornsteinfeger begehbar sein.

Kommentar von hexefischer ,

Danke für die Antwort. Vielleicht sollte ich es darauf ankommen lassen dass der Zugang verschlossen wird. Dann kann sich der Schornsteinfeger mit dem Problem auseinandersetzen. Ein Zugang zum Dach von außen ist nicht gegeben und somit kann der Handwerker seine Arbeit nicht verrichten.

Vielleicht wird ja das Obergeschoss als nächstes Gesperrt da die Gefahr besteht dass die Dachboden Leiter samt Rahmen rausfällt.

L. G.

Antwort
von TrudiMeier, 49

Was meinst du denn, ist dein Recht als Mieter? Die Dachbodentreppe war doch bei deiner Besichtigung schon so. Das hast du sehen können. Und mit deiner Unterschrift unter den Vertrag hast du den Zustand so akzeptiert. Oder hast du bereits vor Mietvertragsunterzeichnung die Treppe bemängelt und wurde dir die Reparatur nachweislich zugesagt? War bei der Besichtigung ein Mangel sichtbar vorhanden und wurde so akzeptiert, kann nach Unterzeichnung keine Mängelbeseitigung mehr verlangt werden.

Wenn der DB tatsächlich nicht Bestandteil der Mietsache ist, wurde das im Mietvertrag vermerkt? Wenn nicht, dann ist er Bestandteil der Mietsache, du hast ja das Haus gemietet und nicht nur eine Wohnung im Haus.


Kommentar von hexefischer ,

Hallo Frau Meier ,

Danke für die Antwort. Sicher habe ich die Treppe zum Dachboden gesehen und für ok befunden. Da der Rahmen aber Leihen haft eingebaut und verschraubt wurde. Oder aber mit Spannung eingebaut wurde. Oder oder oder ich bin kein Schreiner und sehe das sich der Rahmen aus der Flur Decke löst, dass heißt dass über kurz oder lang die gesammte Leiter mit Rahmen rausfallen wird. Und nur das versuche ich zu verhindern. Ich bin vielleicht kein Schreiner aber den Rahmen einer Dachboden Leiter mit 4 Schrauben zu fixieren ist Stümperhaft und nicht vom Fachmann verbaut. 

LG   

Kommentar von DerHans ,

Natürlich muss eine vorhandene Dachtreppe auch gefahrlos begehbar sein. Wenn der Hausbesitzer sich die Reparatur nicht leisten kann (oder will), darf er eben nicht vermieten.

Setzt ihm SCHRIFTLICH eine Frist, den Mangel zu beheben. Wenn die Frist verstrichen ist, könnt ihr selbst einen Handwerker beauftragen und die Kosten mit den nächsten Mieten verrechnen.

Kommentar von TrudiMeier ,

Bei der Besichtigung war es also nicht ersichtlich, dass die Treppe nicht fachgerecht eingebaut wurde und es war auch kein Mangel ersichtlich? Der Schaden trat erst mit der Zeit auf? In dem Fall wäre der Vermieter zuständig vorausgesetzt die Kosten fallen nicht unter die Kleinreparaturklausel. Bitte  gebe mal an, wie hoch der Betrag für Kleinreparaturen pro Einzelfall ist.  Die 300 € gelten ja für Kleinreparaturen pro Jahr, nicht pro Einzelfall.

Wenn die Reparaturkosten den im MV angegeben Betrag pro Einzelfall nicht übersteigt, wirst du die Kosten tragen müssen, da die DB-Treppe durch Nutzung des DB deinem ständigen Zugriff unterliegt. Sind die Reparaturkosten auch nur 1 Cent teurer, muss der Vermieter zahlen und zwar komplett.

Kommentar von albatros ,

Diese Instandsetzung ist mit Sicherheit keine Kleinreparatur.

Antwort
von chanfan, 51

Als Berliner in Bayern wohnen? Das habe ich zum Glück hinter mir gelassen.

Ich rate dir ganz dringend zum Mieterschutzbund zu gehen.

Kommentar von Wissensdurst84 ,

Wegen?

Kommentar von chanfan ,

Allein wegen dem Umstand das er in Bayern wohnt und ich selbst dort einige Erfahrungen gemacht habe. Das der Dachboden nicht dazu gehören soll halte ich für eine ausrede. Er mietet ein Haus mit Dach und Garten. Und ausgerechnet soll der Dachboden nicht mehr dazu gehören? Zudem kann man davon ausgehen, das die defekte Klappe in die restliche angemietete Räumlichkeit hineinragt und eine Gefahrenquelle sein könnte.

Deswegen der Hinweis zum Mieterschutzbund. Es kommt mit Sicherheit noch anderes dazu, was sich der Vermieter im Nachhinein noch anders denkt.

Kommentar von bwhoch2 ,

Es gibt Leute, die in Bayern keine guten Erfahrungen machen. Das aber zu verallgemeinern, halte ich doch für leicht überzogen. Es gibt überall solche und solche.

Als Bayer würde ich sagen, dieser Vermieter liegt leicht daneben. Wenn es sich um den einzigen und offiziellen Weg für den Kaminkehrer aufs Dach handelt, würde ich als Mieter den Kaminkehrer darüber informieren, dass er das nächste Mal gar nicht zu kommen braucht, weil es keine Möglichkeit gibt aufs Dach zu kommen, denn der Vermieter weigert sich, die Bodentreppe zu reparieren, bzw. wieder sicher begehbar zu machen.

Ich glaube, das wird wirken.

Eine Kleinreparaturklausel von 300 € ist definitiv zu hoch und wird wohl dazu führen, dass überhaupt keine Kleinreparaturklausel in dem Vertrag angewandt werden kann.

Kommentar von albatros ,

Es steht geschrieben: 300 EURO für's Jahr!!

Kommentar von chanfan ,

@bwhoch2. Ich will nichts verallgemeinern. Und es gibt sicherlich auch die Guten dort.  :)

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