Frage von 97Laurie, 486

Muss ich 500€ Strafe bezahlen (Hermes Paket falsch rausgegeben)?

Hallo ihr Lieben, es geht um Folgendes: Ich arbeite in einem Hermes Paketshop und habe letztens ein Paket rausgegeben, allerdings ohne Vollmacht. Es stand lediglich auf einem Zettel meiner Kollegin, dass der Mann das Paket für seine Freundin abholen will und die Unterschrift der Freundin. Da ich keine Hermes Schulung genießen durfte und einfach so ins kalte Wasser geworfen wurde, wusste ich natürlich nicht, dass eine Vollmacht ein Formular ist und nicht ein selbstgeschriebener Zettel. Mein Chef ist außer sich vor Wut und ist fest davon überzeugt, dass es sich um Betrüger handeln muss und wir (meine Kollegin und ich) jetzt 500€ Strafe bezahlen müssen. Zudem kommt hinzu, dass Hermes eine Angabe darüber haben möchte, wem die Schuld zuzuweisen ist. Falls es eine Rolle spielt: Das Paket war von 1&1. Durch eine Facebook-Suche fand ich ein Bild der Frau, der das Paket eigentlich gebührt und meine Kollegin bestätigt, dass es die Frau ist die den Zettel unterschrieben hat und gesagt hat, dass ihr Freund das Paket abholen soll. Müssen wir die Strafe definitiv bezahlen oder erst, wenn fest steht, dass es sich um eine Betrugsmasche handelt? Und wie wahrscheinlich ist es, dass es sich um Betrüger handelt?

Antwort
von Maimaier, 367

Ein Zettel mit Unterschrift und "soundso darf das Paket für mich abholen" reicht als Vollmacht juristisch aus (soweit ich weiss). Vielleicht verulken die dich gerade.

https://de.wikipedia.org/wiki/Vollmacht#Formvorschriften

Kommentar von 97Laurie ,

Das wäre auf jeden Fall ein unangebrachter Scherz. So langsam reicht es mir auch, da wird man als dumm betitelt und permanent mit Ärger vom Chef und Geldstrafe bedroht und das obwohl man nicht einmal die Schulung besuchen durfte. Ich wollte nur einen Nebenjob um meinen Führerschein abzubezahlen und letztendlich hab ich noch mehr Geldrechnungen am Hals und so ein Stress 2 Monate vor meiner Abitur Prüfung. Könnte platzen, echt.

Antwort
von hauseltr, 224

Wenn dein Chef dir keine Einweisung gegeben hat, ist er für einen eventuellen Schaden haftbar. Dich könnte man höchstens bei grober Fahrlässigkeit zur Kasse bitten, die liegt aber nicht vor.

Auch eine handgeschriebene Vollmacht ist eine Vollmacht, auch wenn Hermes ein eigenes Formular dafür hat.

Ich denke, da wird viel Wind um nichts gemacht. Ich selber habe für Hermes und DHL einen sogenannten Garagenvertrag.

https://www.gutefrage.net/frage/paket---vollmacht-selber-schreiben

Antwort
von Scumpy, 279

Fre Chance eines Betruges sehe ich als sehr gering. Davon abgesehen wird ja wahrscheinlich ein Router drin gewesen sein, Handy auch möglich aber das wäre eher Pech. Ein Router kostet keine 500 Euro. Das Paket ist bis zu 500 versichert wenn zb ein iPhone drin war. Das muss dann aber per ident abgeholt werden. Würde mir da erstmal keinen Stress machen, das klingt so recht plausibel. 

Kommentar von Allexandra0809 ,

Wenn es "nur" ein Handy war, muss es nicht unbedingt per Ident zugestellt werden. Das ist nur der Fall, wenn zusätzlich ein Vertrag gemacht wurde.

Kommentar von Scumpy ,

Ja so meinte ich auch :) mit Karte. 

Antwort
von TheDream34, 193

Hab mal bei der Post gejobbt, da mussten wir wenn wir ein Paket verloren haben oder es aus Gründen nicht ankam (verloren, keine Unterschrift) selber bezahlen. Der Arbeitgeber zahlt nur bei Beschädigungen. Habe mal eins verloren, aber ich hatte Glück das der Chef mich ganz nett fand und er das irgendwie geklärt hat. Zahlt dann glaube ich Versicherung  

Antwort
von Schuhu, 327

Bei Hermes gibt es sicher keinen Betriebsrat, und wahrscheinlich bist du in keiner Gewerkschaft. Die wären nämlich die besten Ansprechpartner für dich (weil kostenlos). In diesem Fall würde ich versuchen, mir bei einem Anwalt Rat zu holen, damit du weißt, was Hermes von dir fordern darf und was nicht.

Kommentar von MancheAntwort ,

wer lesen (und verstehen) kann ist klar im Vorteil !

Hier geht es nicht um Hermes, sondern um einen angegliederten

Paketshop eines kleinen Ladens !

Kommentar von Schuhu ,

Das ändert im Grunde nichts an meiner Aussage: kein Personalrat, keine Gewerkschaft, also Anwalt fragen. Wer Informationen auf verschiedene Gegebenheiten übertragen kann, ist sogar dem Lesekundigen gegenüber im Vorteil.

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