Mit hochgradiger Arthrose Erwerbsminderung beantragen oder geht noch was?

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7 Antworten

Die Frage währe: könnte ich irgendwann trotz noch vorhandenen Krankengeldanspruch , zu eine Beantragung der Erwerbsminderungsrente gezwungen werden?

Hey HalloRossi,

niemand kann dich zu einer Beantragung der Erwerbsminderungsrente zwingen. Für einen positiven EM-Rentenbescheid mußt du ja erst mal neben den medizinischen außerdem die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllen! Nachzulesen in dem Link der Deutschen Rentenversicherung Bund (DRB):
www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Navigation/2\_Rente\_Reha/01\_Rente/01\_allgemeines/03\_rentenarten\_und\_leistungen/08\_erwerbsminderungsrente\_node.html


Ausserdem gilt der Grundsatz „Reha vor Rente“

Das heißt: Zunächst prüfen wir, ob Ihre Erwerbsfähigkeit durch
medizinische oder berufliche Rehabilitation wieder hergestellt werden
kann und Sie danach wieder in der Lage sind, Ihren Lebensunterhalt
selbst zu bestreiten
.

Nun war ich zwischen den Operationen aber immer berufstätig. So dass ich
Krankengeld erhalte, was deutlich mehr ist als jetzt zB eine Rente
währe. Und theoretisch brauche ich nur wenige Tage zwischen zwei
verschiedenen Operationen arbeiten um wieder neu Krankengeld beziehen zu
können...

Für eine EM-Rente ist ja dein Restleistungsvermögen entscheidend - ergo hast du weder die Voraussetzungen für die halbe EM-Rente (falls mind. 3 Stdn. bis unter 6 Stdn. täglicher Arbeit, egal in welchem Bereich, noch möglich ist) noch für die volle EM-Rente (falls du nur noch unter 3 Stdn. täglicher Arbeit ausüben kannst) erfüllt, da du ja immer wieder arbeiten gehst!

Ab 6 Stdn. täglicher Arbeit hast du überhaupt keinen Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente von der DRB und damit wäre auch ein EM-Rentenantrag aussichtslos...

Gruß siola55

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Kommentar von HalloRossi
08.04.2016, 08:53

Mein Restleistungsvermögen liegt unter 3 Stunden, das ist schon so begutachtet worden

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Du hast aber wirklich eine richtige A....karte gezogen.

Ich weiß von einem ähnlichen Fall: eine Bekannte (54) wurde, wie in Deinem Fall auch vorgesehen, in eine psychosomatische Reha geschickt. Erfolg gleich null.

In ihrem Fall hat sich die Krankenkasse als "stärker" erwiesen: sie wurde in Rente geschickt, zunächst für 2 Jahre auf Probe. Nach die Probe-Rentenphase hat man sie sie endgültig verrentet.

Ich fürchte, daß sich auch in Deinem Fall Deine Krankenversicherung durchsetzen wird. Die nächste Op steht ja schon in Aussicht, und wahrscheinlich wird es nicht die letzte gewesen sein, abgesehen von weiteren Reha-Maßnahmen, die sicherlich noch folgen werden.

Die gesetzlichen Krankenversicherungen -wie auch die Rentenversicherung- haben sogenannte Härtefall-Ausnahmeregelungen. Die sind vom Prinzip her vorgesehen für Versicherte, die sich teure Zuzahlungen zu Prothesen usw. nicht leisten können, aber möglicherweise kann Dein Fall auch darunter geregelt werden, nämlich Verbleiben als Arbeitnehmer in der Krankenversicherung.

Ich kann nur empfehlen, daß Du Dich mal an einen der Sozialverbände wendest (VDK, SOvD). Die kennen die Sozialgesetzbücher in- und auswendig und können Dir helfen, eine Lücke zu finden.

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Siola55 hat schon einen sehr wertvollen Beitrag geliefert, Daumen hoch, ich möchte nur ergänzen, dass hinsichtlich deines Gutachtens wohl die EM-Rente beantragt werden kann.

Ich möchte dich aber noch auf einen Sachverhalt hinweisen, ohne hier groß interpretieren zu wollen, unter was du allem leidest und auch außer Acht lassen, was du bereits oben an gesundheitlichen Problemen genannt hast:

Wegen ein und demselben Leiden erhält man maximal 78 Wochen Krankengeld. Erst nach 3 Jahren beginnt die Frist von 78 Wochen erneut und auch bestimmte Voraussetzungen müssen erfüllt sein. Ganz einfach dargestellt ist dies hier nachzulesen:

https://www.tk.de/tk/leistungen-a-z/krankengeld/anspruchsdauer/39944 

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Kommentar von HalloRossi
08.04.2016, 10:02

Wie schon an anderer Stelle geschrieben: bisher hat die Krankenkasse das noch als unterschiedliche Krankheiten bewertet. Meine Frage hätte anders lauten müssen: kann ich auch langfristig Krankengeld statt Erwerbsminderungsrente beziehen?

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so wie das das schilderst sehe ich mich wieder ,vor ein paar jahren.auch ich bin erst ende 40 und habe gesundheitliche ähnliche probleme.nur ich bin mitlerweile voll erwerbsgemindert.ich wollte es auch nicht ,so zeitig als faul und arbeitsscheu von der gesellschaft abgestempelt zu werden aber es führte kein weg dran vorbei.hätte ich es eher eingesehen das es nicht gut für mich ist mich so zu quälen wäre mir jetzt sicherlich viele schmerzen und probleme erspart geblieben.

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Kommentar von KaeteK
08.04.2016, 09:31

Stempelt dich wirklich jemand als faul und arbeitsscheu ab, obwohl du nachweislich sehr krank bist? lg

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Hallo Rosi,

Sie schreiben unter anderem:

Mit hochgradiger Arthrose Erwerbsminderung beantragen oder geht noch was?

Antwort:

Die Gesundheit richtet sich weniger nach dem Alter, eher nach dem persönlichen, lebenslangen Umgang mit der Gesundheit und nach persönlichen Veranlagungen!

Gesundheit ist ein sehr wertvolles Geschenk und wir sollten sehr sorgsam mit der Gesundheit umgehen! Ob Sie mit Ihrer Gesundheit sehr sorgsam umgehen/umgegangen sind oder ob Ihre gesundheitlichen Gebrechen aus anderen Gründen entstanden sind, das kann hier natürlich nicht beurteilt werden! Wenn aber wie von Ihnen beschrieben dermaßen umfangreiche, gesundheitliche Schädigungen vorliegen, dann ist das schon eine Hausnummer!

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/232616/publicationFile/49858/erwerbsminderungsrente_das_netz_fuer_alle_faelle.pdf

http://www.behindertenbeauftragte.de/DE/Themen/Soziales/Renten/Erwerbsminderungsrente/Erwerbsminderungsrente.html

Ob noch etwas geht, das können doch im Endeffekt nur Sie als betroffene Person und niemand sonst beurteilen!

Allerdings verhalten Sie sich nicht gerade gesundheitsfördernd, wenn Sie sich trotz Ihrer umfangreichen, gesundheitlichen Gebrechen auf Kosten Ihrer Gesundheit weiter abqäulen, nur damit Sie Ihr Krankengeld voll ausschöpfen können!

Damit tun Sie im Grunde weder sich, noch der Solidargemeinschaft einen Gefallen, denn die Folgen Ihrer negativen Verhaltensweise müßen ja schließlich von jemandem bezahlt werden!

Was Sie daraus letztendlich machen, ist Ihre Sache!

Der Tenor aus Ihrer Beschreibung macht aber deutlich, daß Sie die Krankengeldzahlungen Ihrer gesetzlichen Krankenversicherung möglichst voll ausreizen wollen!

Die Krankenkasse wird aber nicht unbegrenzt zusehen und auch dies ist letztendlich im Interesse der Solidargemeinschaft!!

Hier ist in der Regel nach 78 Wochen Krankengeldzahlung Ende der Fahnenstange und meist klopfen die KV schon vor Ablauf der 78 Wochen bei den Betroffenen an und fordern zumindest einen Antrag auf REHA! Es mag zwar diverse Ausnahmen geben, aber das ist die Regel! Dieser Aufforderung zum REHA-Antrag werden Sie unter Fristsetzung folgen müßen, sonst verstoßen Sie wiederum gegen Ihre gesetzliche Mitwirkungspflicht! Wer aber nicht mitwirkt, der hat auch keinen Leistungsanspruch!

Es bleibt dann nur noch das ALG 1!

Das ALG 1 ist ebenfalls, je nach persönlichen Voraussetzungen, zeitlich befristet!

Die zeitliche Befristung des ALG 1 läßt sich im Rahmen der Nahtllosigkeitsregelung nur dann zeitlich ausdehnen, wenn ein Antragsverfahren auf Erwerbsminderungsrente läuft! 

Die Bewilligung einer Erwerbsminderungsrente ist in der Regel kein Spaziergang, sondern für die Betroffenen meist eine sehr große Herausforderung, denn die DRV muß und will überzeugt werden!

Wer nach dem 1.1.1961 geboren ist, hat in der DRV keinen Vertrauensschutz wegen Berufsunfähigkeit!

Die Überzeugungsarbeit hat aber meist nur dann Erfolg, wenn Sie in Ihrer eigenen Krankenakte glasklar und sehr detailliert nachweisen können, daß Ihre Leistungsfähigkeit auf Dauer, auf unter 3 Stunden, auch für leichte Tätigkeiten am allgemeinen Arbeitsmarkt, abgesunken ist!

Leichte Tätigkeiten laut DRV = Pförtner, Museumswärter, Nachtportier usw.

Fazit:

Früher oder später wird die Krankenkasse einschreiten, der zeitliche Rahmen ist allerdings von KK zu KK unterschiedlich!

Spätestens dann sollten Sie Ihre eigene Krankenakte auf Vordermann haben!

http://www.erwerbsminderungsrente.biz/ihre-hausaufgaben/fruehrente-beantragen-und-der-rote-faden/

https://www.youtube.com/user/hubkon/videos?nohtml5=False

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

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Kommentar von HalloRossi
08.04.2016, 12:09

Mein Prognose deute aber nicht auf eine Erwerbsminderung hin. ZB: man hat Hüftgelenksarthrose, so wie ich, man erhält ein neues Gelenk und kann nach Ca 3-6 Monaten wieder arbeiten gehen, genauso das Knie. Es wird operiert und man ist in Ca 6Monaten wieder im Einsatz. Und immer so weiter. Nicht eine meiner Erkrankungen deutet daraufhin, dass die Erwerbsfähigkeit eingeschränkt werden könnte.

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Kommentar von HalloRossi
08.04.2016, 12:31

Ich gehe jetzt mal davon aus, das meine Erwerbsfähigkeit nicht dauerhaft eingeschränkt ist. Außerdem kann von dieser Rente kein Mensch leben! Ich bekomme gerade mal 800€ Euro dann oder so. Das ginge gar nicht. Trotzdem danke für die Hilfe

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Kommentar von HalloRossi
08.04.2016, 13:29

Ich habe schon in jungen Jahre keine Berufsunfähigkeitsversicherung bekommen. Meine Krankheit hab ich schon mein Leben lang. Da hätte mich keiner Versichert. Aber vielen Dank für ihre Beiträge. Die sind sehr hilfreich. Jedoch habe ich immer noch das Gefühl, das wir aneinander vorbei schreiben 1. ich WILL ja gar keinen Antrag auf Erwerbsminderung stellen , ich möchte lieber im Krankengeldbezug bleiben 2.) sollte die Krankenkasse das von mir verlangen, währe ich ja ( auf gut deutsch gesagt) " schön blöd" wenn ich mir Mühe gebe mit lückenloser Krankenakte und dergleichen, denn dann würde er unter Umständen bewilligt werden ( das will ich nicht).

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Kommentar von HalloRossi
08.04.2016, 17:18

Hmmm ok!

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Also das Krankengeld durch die GKV ist auf max. 78 Wochen innerhalb drei Jahren für die gleiche Krankheit begrenzt. Danach erfolgt die Aussteuerung an die Rentenversicherung.

Viele Krankenkassen fordern den Versicherten auf, einen Antrag auf EMR zu stellen. Das darf aber nur dann erfolgen, wenn vorher abgeklärt wurde, ob Rehamaßnahmen durchgeführt werden können. Der Versicherte kann auf diese Reihenfolge bestehen.

Bei der Prüfung, ob verminderte Erwerbsfähigkeit vorliegt hat der Versicherte aber eine Mitwirkungspflicht. Die sollte er auch wirklich einhalten. Genauso wie die entsprechenden Fristen. Während dieser Prüfung kann ein Anspruch auf Arbeitslosengeld bei Arbeitsunfähigkeit bestehen.

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Kommentar von HalloRossi
08.04.2016, 08:49

Bisher ist es (noch?) so, dass alle meine Krankheiten als verschiedenen Krankheit gewertet werden.

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Ich würde in einen Sozialverband (SoVD oder VDK) eintreten. Und natürlich Rente beantragen. Das kann (und wird dann auch meist) ein langer Kampf werden mit Widersprüchen und einem Gang vor das Sozialgericht. So war es bei mir - 5 Jahre Kampf haben sich aber gelohnt. Die DRV rückt freiwillig keine Rente heraus!

Viel Glück!

Klausi111111

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Kommentar von HalloRossi
08.04.2016, 10:08

Ne ich will ja auch ( noch) keine Rente! Ich möchte erstmal das Krankengeld ausreizen

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