Frage von KoalabearXY, 37

Mietrecht: Hundebetreuung am Wochenende?

Hallo,

kennt sich hier jemand mit Mietrecht aus? In unserem Mietvertrag steht, dass Kleintiere erlaubt sind. Hunde und Katzen nach Absprache.

Da meine Eltern im Urlaub waren, hatten wir die beiden Dackel zu Besuch. Gestern steht unser Vermieter vor der Tür und sagt uns, dass sich unsere Nachbarn, die im selben Haus wohnen, beschwert hätten, da ein Nachbar angeblich eine Hundeallergie hätte und ein anderer eine Hundephobie.

Jetzt haben wir absolutes Hundeverbot bekommen, und können uns nicht vorstellen, dass das Rechtens ist. Schließlich sind diese wie gesagt, nur am Wochenende hier gewesen und nicht unter der Woche.

Wir wohnen hier nun seit 1 1/2 Jahren, hatten immer mal wieder die Hunde hier. Da hat NIE jemand zu vor was gesagt.

Erst jetzt plötzlich, nachdem wir die Hunde an 3 aufeinander folgenden Wochenenden bei uns hatten, kommen diese, in meinen Augen lächerlichen Beschwerden.

Lächerlich weil: 

1. Hundeallergie: Die Hunde habe ich im Flur auf dem Weg in unsere Wohnung auf dem Arm, mir ist noch NIE ein Nachbar entgegen gekommen. Hinzu kommend weiß ich, dass erst beim Kontakt mit Hunden die Allergie auslöst, aber der Kontakt entfällt ja komplett, also ist das für mich eine schlechte Ausrede.

2. Hundephobie: Wie schon gesagt: Die Hunde habe ich im Flur auf dem Weg in unsere Wohnung auf dem Arm, mir ist noch NIE ein Nachbar entgegen gekommen!! Außerdem bellen die Hunde nicht, äußern sich nicht aggressiv. Also ebenfalls eine schlechte Ausrede.

Meine Frage also: Darf man uns überhaupt verbieten, die Hunde am Wochenende hier zu haben? Schließlich leben die nicht hier, sind nicht hier gemeldet, sind wie gesagt nur zur Betreuung am Wochenende hier.

Ich hoffe, es kennt sich jemand damit aus und kann uns genaueres sagen.

Antwort
von niemand27, 26

Ich denke das ist nicht ganz einfach mit "ja er darf" oder "nein er darf nicht" zu beantworten.

Grundsätzlich darf er im Mietvertrag nicht pauschal Tiere verbieten. Hier geht es aber garnicht um den Vertrag und das Tierverbot an sich, sondern darum, dass mit eurem "Verhalten" der Hausfrieden gestört wird. Sobald andere Hausbewohner durch dein Verhalten in Mitleidenschaft gezogen werden, muss der Vermieter absolut dafür sorgen, dass dieses Problem für den anderen Mieter gelöst wird. Hat der Nachbar eine Hundeallergie wirst du darauf Rücksicht nehmen müssen. Der Vermieter kann dir kündigen, wenn ein anderer Mieter aufgrund deines Verhaltens die Miete mindert, also dem Vermieter einen wirtschaftlichen Schaden zufügt.

Wenn der Vermieter euch diese Ansage gemacht hat, wird er dir definitv kündigen, wenn du dich nicht daran hälst. Du kannst dann Widerspruch einlegen. Allerdings solltest Du vorher einen Anwalt zu Rate ziehen.

Des Hausfrieden willens würde ich vorerst absolut auf "Hundebesuche" verzichten und die Nachbarn mit dem Hundeproblem vielleicht mal zum Kaffee einladen um näheres zu erfahren, was es mit der Hundephobie und der Allergie auf sich hat, vielleicht haben sie ja auch vor demnächst auszuziehen und das Problem wäre dann vom Tisch.

Kommentar von KoalabearXY ,

Die werden hier alle wohnen bis die Tod umfallen. Sind halt alles ältere Menschen 50-80, die hier wohnen. Wir dagegen sind die Jüngsten mit Mitte 20 und wir vermuten, die machen das nur, um uns hier raus zu holen, weil die uns nicht leiden können.

Aber Danke für diese ausführliche Antwort. Wir werden es drauf anlegen und uns ggf. eine neue Wohnung nehmen müssen.

Kommentar von Berni74 ,

Ich würde mir auch eine neue Wohnung suchen. Dieser Einschnitt in mein Privatleben wäre mir zu tief, rechtens hin oder her...

Antwort
von TrudiMeier, 37

Besuchshunde sind Hunde, die mit ihrem Menschen bei dir zu Besuch sind. Die darf der Vermieter nicht verbieten. Anders sieht es bei Hunden aus, die sich ohne ihren Menschen bei dir aufhalten. Dies sind Pflegehunde und somit auch vom Vermieter zu genehmigen. Den ganzen Stress hättet ihr euch sparen können, wenn ihr die Aufnahme der Hunde übers Wochenende mal mit eurem Vermieter abgesprochen hättet. Beschwerden anderer Mieter, Hundephobie oder -allergie sind ausreichende Gründe, einen Hund zu untersagen.

Wie oben beschrieben, ja, der Vermieter kann verbieten übers Wochenende Hunde zur Pflege aufzunehmen. Im übrigen ist es nun auch völlig egal, ob du die Argumente des Vermieters für faule Ausreden hältst. Du hast dich nicht an den Vertrag gehalten, das allein ist schon völlig ausreichend!


Expertenantwort
von johnnymcmuff, Community-Experte für Mietrecht, 25

Jetzt haben wir absolutes Hundeverbot bekommen, und können uns nicht vorstellen, dass das Rechtens ist. 

Doch das ist rechtens.

Schließlich sind diese wie gesagt, nur am Wochenende hier gewesen und nicht unter der Woche.

Besuch mit Hund kann der Vermieter nicht verbieten aber ein Hund alleine schon.

sind wie gesagt nur zur Betreuung am Wochenende hier.

Es gibt diverse Gerichtsurteile die das untersagen.

Kommentar von johnnymcmuff ,

Hier der Link über Besuch mit Hund und Besuch/Pflege eines Hundes:

http://anwalt-im-netz.de/mietrecht/tierhaltung.html

Antwort
von schelm1, 20

Sie sollten sich dem gut begründeten Hinweis des Vermieters beugen und weder eine formelle Abmahnung der untersagten Hundehaltung noch eine später daraufhin mögliche Kündigugn des Mietverhältnisses riskieren; da nimmt doch die Unterberingung der beiden Hunde in einer Hundepension ungleich einfacher und preiswerter aus.

Kommentar von KoalabearXY ,

Unterbringung in einer Hundepension kommt absolut nicht in Frage! Weil es auch meine beiden Schätze sind!!!! Da suchen wir uns lieber eine andere Wohnung, als das!! Mein Hund ist mein Therapeut, mein bester Freund! Wir werden es wohl darauf ankommen lassen.

Kommentar von schelm1 ,

Gut macht das! - Bleibt nur die Frage, wozu Ihre Frage?

Mein Hund ist mein Therapeut, mein bester Freund! Wir werden es wohl darauf ankommen lassen.

Welch wundersame Wandlung!?! Da wird doch plötzlich aus zwei "Urlaubsdackeln" ein Therapiehund!?!

Man solle sich doch vorher überlegen, was man sich hier so in vermutlich kindlicher Einfalt zusammenschreibt!

Kommentar von Berni74 ,

Alternativ könntet Ihr auch für die Dauer der Hundebetreuung in die Wohnung des Hundebesitzers ziehen....Also nicht die Hunde zu Euch, sondern Ihr zu den Hunden.

Unabhängig davon hätte ich allerdings keine Lust, in dem Haus wohnen zu bleiben und mich derart einzuschränken. Ich würde mir eine andere Wohnung suchen.

Antwort
von rodney2016, 21

In eurem Mietvertrag steht: Hunde und Katzen nach Absprache.

Ihr hattet die Tiere an mehreren aufeinanderfolgenden Wochenenden bei euch, ohne Absprache mit dem Vermieter. Mit dem Hundeverbot seid ihr gut weggekommen. Der Vermieter hätte euch auch ohne eine Abmahnung erteilen können. Weitere Verstöße könnten dann eine Kündigung zur Folge haben.

Die Beurteilung ob einer  deiner Nachbarn eine Hundeallergie und ein anderer eine Hundephobie hat, steht dir nicht zu. Du bist schliesslich nicht der Arzt deiner Nachbarn...

Nicht das Verhalten des Vermieters und der Nachbarn war falsch, sondern eures!

Antwort
von GoodFella2306, 22

Hallo, das Problem für deinen Vermieter ist die Beweisbarkeit. Zudem haben mündliche Absprachen überhaupt keine Auswirkungen auf einen schriftlichen Mietvertrag. Dann müsste der Vermieter schon in Einverständnis mit dir den Mietvertrag insofern abändern, dass seine Begründung im Mietvertrag auftaucht. Soll heißen, dass er nachträglich mit dir zusammen die Hundehaltung ausschließt. Ich vermute mal zwar dass die Nachbarn neidisch sind oder sich ärgern, weil Menschen nun mal so doof sind, das ändert aber nichts an der Tatsache dass ihr ein Problem bekommen könntet. Insofern würde ich zumindest noch mal versuchen, mit dem Vermieter zu reden. Wenn das Ganze nichts bringt, kann man immer noch einen Anwalt einschalten und die Sache entsprechend klären, bevor man es soweit kommen lässt, würde ich aber definitiv noch mal das Gespräch suchen. Alles Gute und beste Grüße!

Antwort
von meSembi, 17

Da wäre eine Absprache mit dem Vermieter im Vorfeld wohl besser gewesen....

Kommentar von xttenere ,

Kurze...einfache und richtige Antwort !

Antwort
von n3kn2dhr, 7

Der Vermieter kann es grundsätzlich nicht verbieten, dass Besucher
des Mieters einen Hund in die Mietwohnung mitbringen (AG Aachen WuM
1992, 432).

Ein mietvertragliches Verbot der Tierhaltung (!) umfasst nicht den
stundenweisen Aufenthalt eines Hundes in Begleitung seines Halters
anlässlich des Besuchs (AG Osnabrück WuM 1987, 380).

Siehe: http://www.mietrecht.org/tierhaltung/mietwohnung-tiere-zu-besuch/

Kommentar von rodney2016 ,

Regelmäßiges Aufhalten übers Wochenende ist kein stundenweiser Besuch. Die Halter waren übrigens auch nicht dabei!

Antwort
von DjangoFrauchen, 20

Die Hunde sind bei dir nur zu Gast, da kann der Vermieter rein rechtlich nichts machen.

Unfrieden wirst du trotzdem haben, leider.

Kommentar von rodney2016 ,

Die Hunde sind NICHT zu Gast oder Besuch, sondern in Pflege.

Bei einem Besuch ist der Hundehalter mit dabei. Dies war hier jedoch nicht der Fall.

Kommentar von johnnymcmuff ,

Die Hunde sind bei dir nur zu Gast, da kann der Vermieter rein rechtlich nichts machen.

Du irrst:

http://anwalt-im-netz.de/mietrecht/tierhaltung.html

Besuch mit Hund erlaubt

Nur Hund nicht erlaubt.

Bitte nicht antworten wen man keine Ahnung hat.

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