Kann mir die Frau meines Chefs eine Arbeitsanweisung erteilen?

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4 Antworten

Was ich mir vorstellen kann, ist, dass du mit der Unterschrift die Kenntnisnahme der Anweisung bestätigst.

Anweisungen vom Arbeitgeber muss man im Rahmen des Arbeitsverhältnisses sowieso beachten.

Die Frage ist jetzt, ob sie deine Arbeitgeberin ist. Rechtlich gesehen würde ich mal vermuten, dass das Arbeitsverhältnis mit deinem Chef gilt, sprich ihr beiden auch im Arbeitsvertrag steht.

Wenn dem so ist, dann hat dir die Ehefrau erstmal nichts zu sagen. Eine Ausnahme gilt aber, wenn sie deinen Chef vertritt. Dein Chef kann sich auch vertreten lassen, wofür er nicht zwingend abwesend sein muss. Er kann seine Weisungsbefugnis grundsätzlich übertragen. Und wenn dein Chef von dir die Unterschrift verlangt, bedeutet dies, dass er dir eine Weisung erteilt, welche du zur Kenntnis nehmen solltest.

Aber sag mir bitte kurz, was dort in der Arbeitsanweisung drin steht.

Und: Gibt es bei euch zwei Unternehmen / Firmen oder nur eines?

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Kommentar von kaepet
22.06.2016, 02:26

Nein, sie ist nicht meine Arbeitgeberin, den Arbeitsvertrag habe ich mit meinem Chef.

Es sind auch 2 getrennte Firmen. Zuerst waren wir im Haus und ein halbes Jahr später ist sie dann mit ihrer Firma dazu gekommen. Daraus resultiert noch der gemeinsame Internetanschluss.

 In Vertretung meines Chefs hat sie die Arbeitsanweisung nicht ausgegeben, sondern es ist dieselbe Arbeitsanweisung wie für ihre beiden Angestellten (Frau ..., nachfolgend Arbeitgeber genannt, erteilt Frau ..., nachfolgend Arbeitnehmer genannt, folgende Arbeitsanweisung), nur handschriftlich mit meinem Namen ergänzt.

Direkt verlangt hat mein Chef meine Unterschrift nicht, nur gesagt "unterschreibst des halt, wenn's meint"(so mehr unterm Pantoffel raus)

Die Arbeitsanweisung ist ziemlich umfangreich (DIN A4 sehr eng geschrieben) und enthält einiges an Verboten (Surfen nur auf das dienstlich Notwendige beschränken, keine privaten e-mails lesen, keine privaten Fotos speichern, jeder Mitarbeiter erhält seinen eigenen Login, den er dann zwingend geheimhalten muss, die Chefin ist Administrator und erhält alle Passwörter usw. - ausgerechnet, dabei hat sie bei dem Anruf sogar noch ihre Kreditkartendaten ausgeplaudert)).

Diese ganzen Vorschriften sind aber nicht das Problem, denn ich habe auch  bisher weder nennenswert privat gesurft noch Fotos gespeichert, der Knackpunkt ist der Passus, dass jeglicher Zugriff auf das Kanzleinetzwerk nur mir vorheriger Genehmigung der Arbeitgeberin erlaubt ist und alle externen Datenträger zuerst auf dem separaten Rechner zur Virenprüfung eingelesen werden müssen (meiner Meinung nach kompletter Unsinn dieser separate Rechner, das wird dann ne schöne Virenschleuder. Dabei prüft der Kaspersky auf meinem Arbeits-PC automatisch jeden Stick beim Anstecken). USB-Sticks dürfen auch nur noch verwendet werden, wenn sie von ihr authorisiert sind.

Fakt ist der, dass ich das eigentlich gar nicht unterschreiben kann, weil ich, wenn ich diese Fotos bearbeiten soll (oder auch meine Kollegin) automatisch im Netzwerk bin, da ich unseren Server natürlich nur über das Netzwerk erreiche und auch der Drucker ein Netzwerkdrucker ist. Abgesehen davon emfinde ich die Bezeichnung Kanzleinetzwerk als eine feindliche Übernahme, da wir zuerst da waren. Hilfe vom Chef ist nicht zu erwarten, da er mit Sicherheit nachgibt, um seine Ruhe zu haben. Der arme Kerl muss es ja jeden Tag mit ihr aushalten.

Den genauen Text der Arbeitsanweisung kann ich - falls noch nötkg - erst morgen mitteilen, weil im Büro.

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Solange sie nicht dein Arbeitgeber ist und du mit ihr eigentlich nicht zu tun hast, musst du auch nichts unterschreiben. Nur wenn es direkt von deinem Chef kommt, darf er entscheiden was mit dem Computer gemacht wird und was nicht.

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Ich würde die Anweisung unbedingt befolgen, ich habe kürzlich in verschiedenen Nachrichten gehört, dass Firmen verstärkt ausgeforscht werden, aus Russland, China usw. Man verschickt auch Trojaner um die Firmen zu epressen: gegen Zahlung von ... gibt man bekannt, wie die Viren entfernt werden können. Ich kann nicht alles iwderholen, was gesagt wurde, aber es ist schon erschreckend.

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Kommentar von DoeJohn101
22.06.2016, 01:28

OMG. Klar die Rusen und die Chinesen spionieren deutsche Firmen aus. Alles klar.

Sag mal, hast Du die letzten 2 Jahre nach Snowden komplett geschlafen? Der BND selbst liefert alle Interna der deutschen Großkonzerne brav an die USA aus. Nennt sich Betriebsspionage und ist schön von Mama Merkel genehmigt. Verstösst natürlich alles gegen die Verfassung aber die buchtet ja keiner ein.

Und wer sich einen Virus einfängt ist selbst schuld, denn erst ne ZIP-Datei Rechnung.zip zu entpacken und dann die EXE darin auszuführen ist schon sehr dumm. Wäre ein fristloser Kündigungsgrund.

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Die Arbeitsanweisung was die USB-Sticks angeht dürfte vermutlich in Ordnung gehen, schwer zu sagen.

Was ich als ITler aber sagen kann ist, dass die Frau nicht in Ordnung geht. Der Dümmste der Gruppe gibt mal wieder die Anweisungen. Natürlich hattet Ihr keinen Trojaner oder Virus im Netzwerk. Wenn die Frau aber so dämlich war und eine Sitzung per Fernwartungssoftware mit den vermeintlichen Anrufern durchgeführt hat, dann solltet Ihr am besten morgen direkt alle Rechner formatieren und neu einrichten. JETZT habt Ihr nämlich todsicher welche drauf :)

Siehe dazu:

http://www.heise.de/security/meldung/Vorsicht-vor-falschen-Dell-Technikern-am-Telefon-3069067.html

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Betrugsmasche-aufgewaermt-Falsche-Microsoft-Techniker-am-Telefon-2718299.html

Ein alter Hut, machen die schon seit Jahren.

PS: Nebenbei solltest Du Deinem Chef mal sagen, dass es Deine Arbeit maßgeblich erschwert, ich fand den Hinweis von Dir nämlich sehr gut.

PPS: Noch ein Link für Dich:

http://www.heise.de/security/meldung/Erpresser-Anrufer-nehmen-Rechner-als-Geisel-1971841.html

Die Links am besten mal an die "Frau Chefin" weiterleiten :)

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Kommentar von kaepet
22.06.2016, 03:07

O doch, der PC der "Chefin" und der ihrer Mitarbeiterin war danach verseucht, weil die mindestens 3 Stunden lang am Telefon gehangen sind und nach den Anweisungen von "Microsoft" am Computer hantiert haben bzw. haben lassen. Zur Bestätigung wurde dann noch eine e-mail angefordert, welche die Mitarbeiterin öffnen sollte, weil unten ja angeblich alles gehackt war - wunderbar!

Gemerkt hat sie ( und ein eilig herbeigerufener ITler der anscheinend besser Englisch kann) den Betrug erst, nachdem sie mich dazu geholt haben und von mir das Systempasswort wissen wollten (von dem der "ITler" behauptete, das würde immer beim Hochfahren des Rechners verlangt.)

Nach der ganzen Telefoniererei ist mir das höchst verdächtig vorgekommen (das sah schon aus wie so ein gekidnappter PC) und ich habe dann an meinem PC in die Suchmascine nur "Systempasswort" eingegeben und sofort kamen seitenweise die Ergebnisse, dass englische Anrufe von Microsoft Betrug sind. Auf die Idee,  mal Tante Google zu fragen, sind die vorher nicht gekommen oder vielleicht überhaupt mal zu hinterfragen, ob Microsoft mit seinen Zigmillionen Usern nichts Besseres zu tun hat, als ausgerechnet in einer kleinen 3 Mann Kanzlei anzurufen und mitzuteilen, dass der Account gehackt wurde und das Ganze auch noch von Kalifornien aus für 55,- Euro.

Ok, Schluss für Heute, aber ich könnte mich da immer noch aufregen und dann noch die neunmalkluge Arbeitsanweisung, nachdem das Kind schon mit dem Bad ausgeschüttet wurde und wir kleinen Hanseln im Büro auch gar nichts dafür können. Ich wette einen Monatslohn, dass wir Mädchen auf den Schmu nicht hereingefallen wären.

Jetzt hat die Kanzlei zwei neue Rechner (was ja nicht schlecht ist) und eine neue Systemadministratorin (dazu gebe ich jetzt lieber keinen Kommentar ab). Gute Nacht und vielen Dank für die Antwort!


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