Frage von StefanPeter95, 293

Kann meine Freundin ihre Anzeige gegen mich zurückziehen?

Hallo alle zusammen. Wie ihr bei der Frage schon seht, bin ich in einer sehr heiklen Situation. Ich bin 20, sie ist 14 und wurde nun von ihren Eltern gezwungen, mich wegen sexueller Belästigung anzuzeigen... Sie wollte das gar nicht, aber ihre Eltern haben ihr gedroht, dass sie in die Klappse (entschuldigt bitte den Ausdruck) kommt, wenn sie es nicht macht. Sie hat auch selber von sich aus gefragt, dass sie das machen möchte. Nun meine Frage, geht das denn überhaupt? Da sie erst 14 ist bin ich mir nicht sicher.

Ihre Eltern kamen darauf, weil sie mir anzügliche Bilder geschickt hat, die ich umgehend gelöscht habe und zwar von allen Medien, auf den die Bilder gelandet sind (Handy, iCloud). Ich hoffe die Community kann mir da helfen.

Gruß Stefan

Anzeige
Antwort
von expermondo, 5

Hallo StefanPeter95,

Schau mal bitte hier:
Eltern Polizei

Antwort
von Friedel1848, 29

Eine Anzeige kann nicht zurückgezogen werden. Es gibt einige wenige Delikte, bei denen ein Strafantrag gestellt werden muss, damit die Straftat verfolgt wird. Ein Beispiel ist die Beleidigung, § 185 StGB. Bei diesen Delikten kann nur dann ermittelt und am Ende ein Urteil gefällt werden, wenn ein solcher Strafantrag vorhanden ist. Wird dieser widerrufen bzw. zurückgezogen, dann wird nicht weiter ermittelt.

Du schreibst, dass du wegen sexueller Belästigung angezeigt wurdest. Diesen Straftatbestand gibt es in Deutschland nicht. Mögliche Straftaten können in diesem Zusammenhang sein: Beleidigung (§ 185 StGB), sexuelle Nötigung (§ 177 StGB).

Läuft es auf eine Beleidigung hinaus, gilt das ganz oben gesagte. Da allerdings die Polizei wahrscheinlich auch wegen anderer Straftaten ermitteln wird, dürfte es nichts bringen, den Strafantrag zurückzuziehen. Eine Anzeige kann nicht zurückgezogen werden. Denn die Staatsanwaltschaft hat die Pflicht zu ermitteln, wenn sie von einer möglichen Straftet erfährt. Die Anzeige ist nur ein Mittel für sie, um davon zu erfahren.

Dass dir deine Freundin anzügliche Bilder schickt, ist keine Straftat, solange du diese Bilder nicht verbreitest. Da deine Freundin nicht unter 14 ist, erfüllt auch der Besitz der Bilder keinen Straftatbestand. Du musst dir also keine Sorgen machen.

Natürlich ist es sehr heikel, wegen so einer Sache angezeigt zu werden - vor allem, weil du nicht weißt, was die Eltern noch so erzählen werden vor Gericht oder bei der Polizei.

Zwar kann die Anzeige nicht zurückgezogen werden. Aber deine Freundin hat die Möglichkeit, erneut bei der Polizei auszusagen, was wirklich Sache ist. Das sollte sie auch tun. Wenn die Staatsanwaltschaft dann die neue Aussage hat, wird sie das Verfahren wahrscheinlich einstellen. Spätestens vor Gericht wird deine Freundin wohl die Wahrheit sagen. Dann wirst du freigesprochen.

Einige Ratschläge zum Schluss:

1. Drohe niemandem! Weder deiner Freundin noch deren Eltern. Auch "harmlose" Bitten, auszusagen, wie es wirklich war, können dir zum Verhängnis werden, wenn die Eltern sie anders darstellen und dich auch noch wegen Nötigung anzeigen.

2. Nimm dir einen Anwalt - spätestens dann, wenn du offiziell als Beschuldigter vernommen werden sollst. Gehe niemals ohne Anwalt zur Polizei, einer Vorladung der Polizei musst du keine Folge leisten. Sage erst dann aus, wenn du mit einem Anwalt darüber gesprochen hast! Ein Anwalt wird dir auch helfen, falls es zu einer Gerichtsverhandlung kommt. Dann kann er durch geschickte Fragen (an das Mädel und die Eltern) dem Gericht zeigen, dass deine Freundin das alles eigentlich nur auf Drängen ihrer Eltern macht. Richter sind nicht dumm und haben auch in solchen Dingen Erfahrung. Sie wissen, dass oft Eltern diejenigen sind, die hinter solchen Anschuldigungen stehen und das junge Mädchen jetzt zwischen den Fronten steht.

Kommentar von StefanPeter95 ,

Ich danke dir wirklich sehr für deine Antwort, denn die hilft mir wirklich :D Danke sehr! 

Antwort
von marcussummer, 127

Das kann sie nicht rechtlich wirksam machen. Eine einmal erstattete Anzeige wird durch die Polizei weiter verfolgt, nur bei Antragsdelikten hängt die Verfolgung von einem ausdrücklichen Strafantrag des Geschädigten ab. Die Rücknahme des Antrags könnte zudem durch die minderjährige Geschädigte nur mit Einverständnis der Eltern erklärt werden.

Kommentar von Winkler123 ,

Selbstverständlich kann sie ihre Anzeige zurückziehen ! das ist sogar ihre gesetzliche Pflicht wenn ihre Angaben nicht stimmten !!!

Kommentar von marcussummer ,

Ist richtig. Wenn die Eltern hinter der Anzeige stehen und die Bilder bzw. deren Übermittlung auf dem Handy oder Computer der Minderjährigen gesehen haben, sieht das trotzdem düster aus. Die Eltern können das gegebenenfalls auch als Zeugen bestätigen. Und wer weiß, ob auf einem eventuell sichergestellten Gerät des Fragestellers das LKA nicht doch noch die Bilder wiederherstellen kann...

Kommentar von Friedel1848 ,

Es ist völlig egal, ob die Bilder noch herzustellen sind, ob sie sich noch auf dem PC befinden oder nicht. Denn es ist nicht strafbar, diese Bilder zu besitzen, solange sie nicht verbreitet oder öffentlich gemacht werden. Da das Mädchen schon 14 ist, fällt der Besitz der Bilder nicht unter den Straftatbestand des § 184b StGB (Verbreitung, Erwerb und Besitz kinderpornographischer Schriften).

Strafbar wäre das alles nur dann, wenn er durch eine Nötigung oder andere Straftaten an diese Bilder gelangt wäre.

Kommentar von Sirius66 ,

???? Das Mädel hat sie selbst verschickt, nicht BEKOMMEN ...

Kommentar von Friedel1848 ,

Hab ich auch nicht anders behauptet. Mit der Altersangabe des Mädchens wollte ich nur zeigen, dass für den 20-Jährigen der Straftatbestand des § 184b StGB nicht mehr in Betracht kommt. Denn das Mädchen gilt mit 14 Jahren nicht mehr als Kind im strafrechtlichen Sinn.

Kommentar von Lavendelelf ,

@Winkler123

das ist sogar ihre gesetzliche Pflicht wenn ihre Angaben nicht stimmten !!!

Kannst du das mal untermauern? In welchem § steht das?

Kommentar von Friedel1848 ,

Falsch. Eine Anzeige ist nur ein Mittel (unter mehreren), mit dem die Staatsawaltschaft Kenntnis von einer möglichen Straftat erhält. Wenn sie Kenntnis von einer möglichen Straftat erlangt hat (auf welchem Weg auch immer), dann hat sie die Pflicht zu ermitteln, § 160 StPO. Wenn die Staatsanwaltschaft einmal die Ermittlungen aufgenommen hat, dann können diese nur auf zwei Wegen beendet werden (Ausnahme: Antragsdelikte, siehe meine Antwort): Durch die Anklageerhebung oder durch die Einstellung des Verfahrens, § 170 StPO. Eine Zurücknahme der Anzeige gibt es nicht, der Anzeigenerstatter kann nur später eine andere Aussage machen, mit der er den Beschuldigten wieder entlastet. Das muss aber nicht zwangsläufig auch zu einer Einstellung des Verfahrens führen, wenn die Staatsanwaltschaft der Meinung ist, eine Straftat liege vor.

Antwort
von konzato1, 89

Da deine Freundin mit 14 Jahren "sexuell gesehen erwachsen" ist, wird die Anzeige gar nichts bringen.

Es gibt zwar einige Ausnahmen, die so eine Beziehung verbieten (Betreuer, Erzieher, Trainer....), aber ich gehe mal davon aus, dass das bei dir nicht zutrifft.

Wie es gesetzlich mit dem Zurückziehen von Anzeigen aussieht, kann ich dir leider nicht sagen.

Antwort
von Lavendelelf, 122

1. Natürlich kann sie dich mit 14 J. Anzeigen.

2. Sie kann die Anzeige zwar zurückziehen, der Staatsanwalt kann bzw. muss den Vorfall jedoch trotzdem prüfen und gegebenenfalls verfolgen.

Antwort
von blackforestlady, 65

Dann sind die Eltern nicht mit Dir einverstanden und hättest gar nichts mit ihr anfangen sollen. Du als zwanzigjähriger solltest so viel Grips haben, nichts mit einem kleinen Kind was anzufangen. Du raubst Dir ihr die Kindheit und spielst Dich hier so auf. Wenn sie Dich anzeigt, dann hat sie das bestimmt nicht unter Druck gemacht, sondern freiwillig. Wahrscheinlich fühlt sie sich von Dir bedrängt und hat wohl Angst gehabt, mal nein zu sagen. Sie darf es und hat auch das Recht Dich anzuzeigen. Also solltest Du sie in Ruhe lassen und Dich mit gleichaltrigen zusammen tun, die Dir ebenbürtig sind. 

Kommentar von PeaceLoveVegan ,

Was für ein Blödsinn. Unglaublich.

Kommentar von StefanPeter95 ,

Nein, freiwillig war das nicht. Ich habe ihr zu den Bildern nur geschickt, dass ich das nicht möchte! Und außerdem ist sie diejenige, die mich von der schule aus anruft, weil sie mich vermisst und mich wieder sehen will und die Anzeige zurück ziehen möchte! Also brauche ich so Kommentare hier nicht!

Antwort
von Still, 65

Toll, wenn die Tochter ihre Aussage zurück nimmt, hat sie praktisch "falsche Verdächtigungen" gemacht, was eine Straftat darstellt.

Kommentar von StefanPeter95 ,

Richtig, aber das würde auf die Eltern zurückkommen weil sie ihre Tochter ja gezwungen haben. 

Antwort
von frischling15, 102

Als Erziehungsberechtigte  können die Eltern , an Stelle ihrer minderjährigen Tochter , Anzeige gegen Dich erstatten .

Antwort
von Fairy21, 39

Wenn ihr beide das wolltet, hast du dich schon mal nicht strafbar gemacht.

 Deine Freundin und die Eltern deiner Freundin um so mehr,:Falschaussage, Anstiftung zur Falschaussage, Vortäuschung einer Straftat. 

Da sie schon 14 und damit straffähig ist, kann sie auch dafür belangt werden.

 Wie das mit dem Zurückziehen ist, weiß ich nicht.

 Du kannst Gegenanzeige wegen Verleugnung machen. 

Google/Video, :Sexuelle Kontakte Erwachsene zu unter 18 jährigen verboten? 

Antwort
von KleinerEngel18, 107

Also Erwachsene können auf jeden Fall eine Anzeige zurückziehen. Wie das bei unter 18jährigen ist, kann ich dir leider nicht sagen.

Am Besten soll sie einfach mal zur Polizei gehen und dort alles erklären, die werden ihr dann sagen, ob sie das kann oder nicht.

Kommentar von Friedel1848 ,

Eine Anzeige kann nicht zurückgezogen werden - völlig egal ob minderjährig oder erwachsen. Eine Anzeige kann übrigens auch jeder erstatten, auch wenn er minderjährig ist - und zwar ohne seine Eltern.

Kommentar von KleinerEngel18 ,

Natürlich kann eine Anzeige zurückgezogen werden, habe ich selbst schon gemacht.

Antwort
von 7vitamine, 13

Wie es auch ausgeht, auch du sollst deine gerechte Strafe bekommen, dann lässt du zukünftig deine Pfoten vor 14 jährige. Du hattest sogar noch Glück, bei anderen Väter hättest du mindestens ein blaues Auge..

Kommentar von StefanPeter95 ,

Sonst gehts noch oder? du tust gerade so als hätte ich ihr sonst was getan!

Antwort
von Fairy21, 27

Leute, die Sache mit 14 und 21 Jahre, ist kompletter Mumpitz.

Kommentar von StefanPeter95 ,

richtig, denn generell heißt: Zwinge ich sie zu nichts, ist alles legal! 

Kommentar von PeaceLoveVegan ,

Was ist Mumpitz (das Wort habe ich ewig nicht mehr gehört)?

Antwort
von Berlinfee15, 75

Guten Tag,

der Zusammenhang bleibt unklar. SIE hat Dir gewisse Bilder geschickt - die Du gelöscht hast) und daraufhin folgte diese (ihre) Anzeige gegen Dich?

Habe ich das so richtig verstanden?

Kommentar von StefanPeter95 ,

Nachdem ihre Eltern in IHREM Chatverlauf gesehen haben, dass sie mir die geschickt haben, ja.

Kommentar von Berlinfee15 ,

Gab es denn Deine Aufforderung zu gewissen Bildern? Falls nein, musst Du Dir sicher keine Sorgen dazu machen. Wer von sich aus so handelt möchte evtl. auf sich aufmerksam machen. Mit 14J. fehlt nicht nur der Überblick dazu. Eine entsprechende sachliche Schilderung der Lage solltest Du aber  den Eltern zu kommen lassen. Beachte aber Deinen vergangenen Chat Verlauf! Wenn Du unschuldig bist liegt die Verantwortung nicht bei Dir. Das aber kannst Du nur allein beantworten.

Kommentar von StefanPeter95 ,

Nein, gab es nicht.

Kommentar von Berlinfee15 ,

scheinbar gehen die Eltern von anderen Ergebnissen aus. Sie benötigen Deine Aufklärung um ihre Tochter besser einschätzen zu können. Erst dann werden sie verstehen welche Auswirkungen diese Anzeige haben kann. Bumerang für Tochter...

Antwort
von Annelein69, 72

Warum drohen ihr die Eltern,dass sie in die "Klappse"kommt?Versteh ich nicht!

Sie hat dir die Bilder also freiwillig geschickt und du hast sie mitlerweile alle gelöscht?Dann sag das bei der Polizei so aus.

Eine Anzeige einfach so zurücknehmen geht gar nicht.Sollte die Staatsanwaltschaft darin ein öffentliches Interesse sehen,wird das verfolgt,egal ob ihr wollt oder nicht.Warte mal ab was die Polizei meint,danach kannst du dich immer noch an einen Anwalt wenden.Es kann genausogut sein,dass das im Sande verläuft.

Kommentar von StefanPeter95 ,

Ja, sie hat mir alles freiwillig geschickt und ich habe  es gelöscht schon bevor die eltern mit ihr zur polizei sind... aber ich würde halt auch gerne was machen, weil es kann nicht sein, dass man seine 14 jährige tochter zu so etwas zwingt 

Kommentar von Annelein69 ,

Viel machen kannst du da nicht!Ihr aber mit der "Klappse"zu drohen find ich schon etwas merkwürdig.

Kommentar von Winkler123 ,

Hallo ? Natürlich kann man eine Anzeige zurückziehen. Das ist auch die gesetzliche Pflicht des Anzeigeerstatters wenn er Falschangaben gemacht hatte !!!

Kommentar von Annelein69 ,

Wenn sie falsche Angaben gemacht hat muss sie das natürlich sagen.Trotzdem ist das erst vom Tisch wenn die Staatsanwaltschaft das Verfahren einstellt.Vorher nicht!Und wenn die meinen sie müßten ermitteln,ist denen das völlig egal ob du das noch möchtest oder nicht!

Antwort
von Schrodinger, 139

Geh zu einem Anwalt, der ist der einzige der dir in so einem speziellen Fall helfen kann. Ich denke nicht, dass die Eltern das mit der "Klapse" einfach so sagen dürfen. Das ist wie "Mach die Arbeit oder werde obdachlos".

Kommentar von Winkler123 ,

Anwalt kostet Geld. Gang zur Polizei ist im Ergebnis auch nichts anderes aber Gratis ! 

Kommentar von Schrodinger ,

Wenn du das Geld für ein Gespräch beim Anwalt nicht so hast bzw. nach mehrmonatigen sparen nicht aufbringen kannst, solltest du dir überlegen eventuell arbeiten zu gehen?

Kommentar von StefanPeter95 ,

Wie kommen wir denn jetzt auf arbeiten? :D Ich arbeite...

Kommentar von Schrodinger ,

Wegen dem Kommentar das ein Anwalt Geld kostet. Was für ein Erstgespräch 10 - 200 Euro sein können. 

Kommentar von Winkler123 ,

Toller Tipp ... Das dauert und inzwischen ist die Sache weitergegangen ...

Kommentar von Annelein69 ,

Er soll abwarten ob überhaupt ein Anwalt nötig ist!

Kommentar von Schrodinger ,

Ja, weil im Gesetz auch nicht steht, dass man dagegen vorgehen kann oder so ne ne. :DDDD

Kommentar von Friedel1848 ,

Also größeren Schwachsinn hab ich selten gehört. Die Polizei ermittelt gegen dich (wenn sie auch alle Beweise für und gegen dich ermitteln muss), der Rechtsanwalt spricht für dich. Ich würde niemandem raten, ohne Rechtsanwalt als Beschuldigter zur Polizei zu gehen, um eine Aussage zu machen. Das ist im Übrigen auch keine Pflicht - einer Voraldung der Polizei muss niemand Folge leisten und ist für den Beschuldigten auch mit keinerlei negativen Folgen verbunden.

Kommentar von Schrodinger ,

Und du hast auch sicherlich Belege für deine Aussagen, ja?

Kommentar von Friedel1848 ,

1. §§ 160 Abs. 2, 163 StPO: Die Staatsanwaltschaft hat sowohl be- als auch entlastende Umstände zu ermitteln; die Polizeibeamten sind die Ermittlungespersonen der Staatsanwaltschaft, somit gilt auch für diese dieses Gebot.

2. § 161a StPO: Zeugen sind verpflichtet, auf Ladung der Staatsanwaltschaft zu erscheinen und auszusagen, sofern sie kein besonderes Zeugnisverweigerungsrecht haben.
§ 48 StPO: Zeugen sind auch verpflichtet, auf Ladung des Gerichts zu erscheinen und auszusagen.
Da es für die Ladung durch die Polizei keine entsprechende Vorschrift gibt, heißt das im Umkehrschluss, dass Zeugen nicht verpflichtet sind, einer Vorladung durch die Polizei Folge zu leisten.

3. § 163a III StPO: Der Beschuldigte ist verpflichtet, auf Ladung der Staatsanwaltschaft zu erscheinen.
§ 133 StPO: Der Beschuldigte ist auch verpflichtet, der Ladung des Gerichts Folge zu leisten.
Wieder ergibt sich aus dem Umkehrschluss, dass einer Ladung durch die Polizei keine Folge geleistet werden muss.

4. Im Strafrecht bzw. Strafprozessrecht gilt der sogenannte nemo tenetur Grundsatz. Dieser besagt, dass sich niemand selbst belasten muss. Aus diesem Grundsatz folgen einige Rechte des Beschuldigten, die teilweise auch konkret im Gesetz festgehalten sind. Unter anderem sind das: Recht zum Schweigen und keine Pflicht des Angeklagten, irgendwie bei der Aufklärung der Straftat mitzuwirken. Der Angeklagte bzw. Beschuldigte hat Mitwirkungsrechte, aber keine Mitwirkungspflichten. Das bedeutet beispielsweise, dass niemand bei einer Polizeikontrolle ins Röhrchen pusten muss. Aus dem o.g. Grundsatz folgt jedoch nicht, dass es nicht trotzdem eine Reihe von Zwangsmaßnahmen gibt. So kann dem Beschuldigten zwangsweise Blut abgenommen werden, um es auf Alkohol zu testen, er kann aber nicht gezwungen werden, selbst etwas zu tun, nämlich zu pusten.


Und wenn du dem keinen Glauben schenkst, dann setz dich in die nächste Uni-Bibliothek, such dir ein Lehrbuch oder einen Kommentar zur StPO und finde heraus, dass ich Recht habe.

Kommentar von Friedel1848 ,

Mit meinem obigen Kommentar (der mit dem Schwachsinn) meinte ich übrigens nicht deine Antwort (die ist richtig und gut), sondern den ersten Kommentar darunter von Winkler123.

Antwort
von Kapodaster, 77

Dem Mädchen wünsche ich die Kraft, zur Polizei zu gehen und dort die Wahrheit zu sagen.

Antwort
von Winkler123, 85

Sie soll zur Polizei gehen und überzeugend sagen das alles wirklich nicht stimmt und dazusagen es täte ihr leid das sie die Zeit der Polizei mit ihrer unnützen Aussage verschwendet habe. Das dürfte reichen. 

 

 

 

Antwort
von PeaceLoveVegan, 66

Boah jetzt wurde meine Kommentare gelöscht?!

Also ich finde das wirklich widerlich von den Eltern. Da würde ich sogar überlegen, ob du nicht rechtliche Schritte gegen sie einleitest.

Rechtlich ist es absolut legitim, dass ihr beide eine sexuelle Beziehung zueinander führt. Wenn die Eltern ein prunke damit haben, dann müssen sie ihre Tochter eben bis zum 18. Geburtstag einsperren -.-

Kommentar von StefanPeter95 ,

und genau das machen sie im moment. Handy 1 stunde nur unter Aufsicht der Eltern, Telefonieren absolut verboten und zu Freundinnen gehen auch verboten... Ich könnte ja irgendwo an der Ecke stehen. :D

Kommentar von PeaceLoveVegan ,

Kranke Welt. Wirklich. Mich nervt sowas. Ich bin zwar auch nicht dafür, dass jeder mit 14 Jahren Sex haben muss, aber solang das Gesetz das legitimiert, finde ich es ein Unding, dass Eltern Kinder dazu nötigen zu lügen.

Kommentar von StefanPeter95 ,

Ihre Eltern merken leider auch nicht, dass ich der einzige bin, der sie im moment davon abhält von zu hause weg zu laufen...

Expertenantwort
von Sirius66, Community-Experte für Polizei, 8

So ganz kommt da mein gesunder Menschenverstand nicht mit.

Das Mädchen hat DIR anzügliche Bilder geschickt, die du gelöscht hast.

Wie kommen die Eltern dann auf sexuelle Belästigung. Diesem Vorwurf fehlt ja dann eigentlich jegliche Grundlage. Was hat sie denn bei ihrer Anzeige gesagt? Denn SO hätte man die gar nicht aufgenommen, sondern ihr erklärt, warum man niemand anderen für seine eigene Dummheit verantwortlich machen kann.

Mit fehlt da ein Teil der Geschichte ...

Gruß S.

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