Frage von Moneymaker21, 60

Kann man Sekundärquellen lesen und dabei die Primärquellen angeben?

Hallo zusammen, ich beginne gerade mit meiner Bachelorarbeit.

Ich habe nun zwei Quellen, aus welchen ich bisher schreibe. Zum einen ein Buch und ein wissenschaftlicher Artikel. Beide Quellen sind so passend, dass ich größere Passagen hieraus übernehmen könnte. Nun wird in beiden Quellen ebenfalls kräftig zitiert.

Kann ich nicht den Text - umgeschrieben - zu großen Teilen übernehmen und dabei anstatt der Sekundärquelle, auch die genannten Primärquellen mit angeben? Oder ist das unredlich, da ein Prüfer schnell sieht, dass er größere Passagen aus einem Buch übernommen hat?

Oder wie kann ich eine größere Passage wissenschaftlich korrekt übernehmen?

Expertenantwort
von Ansegisel, Community-Experte für Studium, 29

Ich weiß nicht, um welches Fach es sich handelt, aber ich empfehle dir dringend, nicht nur mit einem Buch und einem Artikel den Theorieteil einer Bachelorarbeit zu schreiben.

Auch den Versuch, die in der Sekundärliteratur angegebenen Quellen einfach als Primärquellen auszugeben, würde ich nicht unternehmen. Denn zum einen kannst du so etwaige Fehler bei der Übernahme nicht entdecken, zum anderen haben die Quellen meist noch wesentlich mehr an Informationen zu bieten, als an anderem Ort benötigt und damit übernommen wurde. Das gehört einfach zum wissenschaftlichen Arbeiten dazu. Und ich war schon mehr als einmal froh, dass ich mir doch die Mühe gemacht habe, den Originalfundort nachzuprüfen. Ein drittes Problem ist, dass du auf diesem Weg die Argumentation des Autoren der Sekundärliteratur gezwungenermaßen mitübernimmst: Und das merkt man sofort, wenn man das Buch kennt. Wenn du in die Originalquellen schaust, hast du hingegen sogar die Chance, einer bestimmten Betrachtungsweise begründet zu widersprechen oder dich ihr anzuschließen - und erst an dem Punkt wird es überhaupt wissenschaftlich.

Ein Professor/Dozent kennt in der Regel die Literaturlage zu den vergebenen Themen sehr gut. Du musst also davon ausgehen, dass so etwas bemerkt wird und wenigstens zur Notenverschlechterung, wenn nicht sogar - wenn du es flächendeckend machst - zum Nichtbestehen führt.


Kommentar von Moneymaker21 ,

Danke für deine profunde Antwort. Insgeheim dachte ich mir das schon, da es ja dann ein wenig zu easy wäre. ;-)

Da ich nebenberuflich - BWL - studiere und wenig Zeit habe, wollte ich diesen Weg aber nochmal abklären.

Also dieneen die Sekundärquellen (der Artikel und das Buch) mir letzten Endes nur als Inspiration, so dass ich mir die Primärquellen noch versuche zu besorgen.

Kommentar von Kristall08 ,

Bei der ungeprüften Übernahme von Primärquellen hat der ein oder andere schon böse Überraschungen erlebt. Es ist besser, nichts zu zitieren, was man nicht wirklich auch gelesen hat.

Antwort
von Merlin19, 38

Du meinst von der Zitierweise her? Das kommt auf den Prüfer/die Uni an.
In einer seminararbeit mussten wir primär und sekundarquelle angeben beim Zitat.

Kommentar von Moneymaker21 ,

Nee weniger von der Zitierweise her, sondern generell. Wenn ich meinen Theorieteil in der Bachelorarbeit aus zwei Quellen (ein Buch u. ein Artikel) aufbaue, dann wäre das ja zu wenig. Wenn ich aber aus diesen zwei Quellen stets die enthaltenen Primärquellen angebe, dann habe ich ja schon einige Autoren, die ich zitiere. Nun habe ich gelernt, dass es unredlich ist, Sekundärquellen zu lesen (wie z.B. der wiss. Artikel) und dabei die Primärquellen anzugeben. Aber kann mir dies denn einer nachweisen? Ich hätte mir ja genauso gut die Primärquellen zu diesem Artikel besorgen können?

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