Frage von DeluxeDude, 83

Kann ich Ärger bekommen wenn ich eine geklaute Uhr kaufe und sie wieder verkaufen will aber den Nachweis für den Kauf nicht finde?

Ich habe von einem seltsamen Typ eine mir bekannte Uhr abgekauft weil ich wusste dass sie um einiges mehr Wert ist als der Preis den er mir bot. Weil ich die Uhr bereits kannte wusste ich dass es sich nicht um eine Fälschung handeln konnte. Allerdings hab ich keine richtige Rechnung bekommen und würde die Uhr aber jetzt weiterverkaufen wollen.

Ist es möglich dass ich selber Ärger bekomme falls er die Uhr geklaut hatte?

Antwort
von Friedel1848, 26

Ja es ist möglich, dass du Ärger bekommst. Denn es kommen folgende Straftaten in Betracht:

§ 259 StGB - Hehlerei in Bezug auf das Kaufen der Uhr.

§ 263 StGB - Betrug in Bezug auf ein Weiterverkaufen der Uhr.

Beides setzt aber Vorsatz voraus. Man müsste dir also zumindest nachweisen können, dass du beim Ankauf der Uhr Eventualvorsatz bezüglich der Tatsache hattest, dass die Uhr gestohlen war (d.h. dass du es für möglich gehalten hast, dass die Uhr gestohlen war und das dann - um dein Ziel, die Uhr günstig zu erwerben - billigend in Kauf genommen hast).
Und bezüglich des Betruges müsste man dir nachweisen, dass du Vorsatz hattest in Bezug auf die Tatsache, dass die Uhr Diebesgut und somit nicht dein Eigentum ist.

Je nach den genaueren Umständen könntest du dich also strafbar gemacht haben oder durch den Weiterverkauf noch strafbar machen.

An deiner Stelle würde ich die Uhr erst einmal nicht weiterverkaufen. Denn wenn sich später herausstellt, dass sie gestohlen war, dann warst du nie Eigentümer der Uhr (§ 935 BGB). Und wenn du das für möglich gehalten hast - was deine Frage zeigt - dann ist man nicht mehr weit vom Straftatbestand des Betruges entfernt; selbst wenn man Hehlerei verneinen würde, weil du vielleicht zum Zeitpunkt des Kaufes darauf vertraut hast, dass die Uhr nicht gestohlen war.

Der sicherste Weg wäre natürlich der, dass du selbst zur Polizei gehst und mal nachfragst, ob diese Uhr gestohlen wurde - so kannst du auch bezüglich eines Weiterverkaufs relativ sicher gehen, dass du nicht mehr wegen Betruges dran bist. Problem an dieser Lösung ist natürlich: Ist die Uhr tatsächlich gestohlen und weiß die Polizei das, so wird erstens gegen dich wohl wegen Hehlerei ermittelt werden (wobei hier die Tatsache, dass du selbst zur Polizei gegangen bist, eine Bestrafung wohl verhindern würde) und zweitens wärst du die Uhr wieder los, ohne etwas dafür zu erhalten - denn nur der Verkäufer schuldet dir dann Schadensersatz, den dürftest du aber wohl nie wieder sehen.

Antwort
von PatrickLassan, 25

Wenn du weißt, dass die Uhr gestohlen ist, dann kannst du eine Menge Ärger bekommen.

https://dejure.org/gesetze/StGB/259.html

Antwort
von berlina76, 44

Falls die Uhr geklaut ist, bist du nicht der Besitzer und kannst sie gar nicht weiterverkaufen.

Für den Fall, das du sie weiterverkaufst und sich der Besitzer irgendwie meldet, herauskommt, ist die Ware dem Besitzer wiederzugeben und dann kann Theoretisch der jeweilige Käufer, den Verkäufer auf Betrug und Rückzahlung verklagen. Also du deinen Verkäufer und dein Käufer dich.

Kommentar von PatrickLassan ,

Besitzer wäre er schon, aber nicht Eigentümer.

Antwort
von Puellapuffer, 31

Meiner Meinung nach nein, weil, so wie du es schilderst, du die Uhr gutgläubig gekauft hast. Aber da du jetzt die Vermutung hast, dass die Uhr (so wie du es schilderst, scheint sie ja einiges wert zu sein) geklaut wurde, würde ich vielleicht mal bei der Polizei, Fundbüro etc. nachfragen, ob ein Diebstahl gemeldet wurde. Wenn du etwas gutgläubig kaufst, bist du der neue Eigentümer, auch wenn die Person vor dir nur der Besitzer und gar nicht der eigentliche Eigentümer war (so habe ich das zumindest in der Schule im Fach Wirtschaft und Recht gelernt). Wenn du aber wusstest, dass die Uhr geklaut ist, dann bringt das, wenn es aufkommt Ärger mit sich.

Kommentar von Friedel1848 ,

Das mit dem gutgläubigen Erwerb ist nicht ganz richtig. Zwar stimmt es, dass man Eigentümer wird, wenn man von einem Nichtberechtigten gutgläubig etwas erwirbt. Doch es gibt eine Ausnahme, und die betrifft gerade gestohlene Gegenstände.

Wer also vom Nichtberechtigten einen gestohlenen Gegenstand erwirbt, der wird nicht Eigentümer; er kann also auch keinem anderen Eigentum verschaffen.

Geregelt ist das in § 935 BGB.

Antwort
von Joergi666, 40

Helerei käme als Straftatbestand nur in Betracht wenn dir eine Kenntnis über einen Diebstahl nachzuweisen wäre, Betrug, wenn du wissentlich eine gefälschte Ware verkauftst. Das größte Risiko besteht deshalb theoretisch darin, dass die Uhr- sollte sie nachweislich geklaut sein und dies beim Weiterverkauf auffällt, von den Polizeibehörden eingezogen wird. Schadensersatz müsstest du dann beim Verkäufer der Uhr geltend machen.

Kommentar von uni1234 ,

Es reicht allerdings aus wenn er es für möglich hielt und in Kauf nahm, dass die Uhr aus einem Diebstahl stand. Dass er dies tat ergibt sich zweifelsfrei bereits aus der Fragestellung.

Kommentar von Joergi666 ,

Eine vage Vermutung reicht da keineswegs um strafrechtlich belangt zu werden. Konkret wäre dies z.B. höchstens, wenn ich eine 1000 Euro Uhr für 50 Euro kaufe- dann kann ich natürlich von geklauter oder gefälschter Ware ausgehen- kaufe ich diese für ein paar hundert Euro kann es auch schlichtweg ein Schäppchen sein. Konkrete Anhaltspunkte für Ware aus einem Diebstahl lese ich in der Frage jedenfalls nicht.

Antwort
von DevourYou, 30

Klingt für mich wie jeder 2. Handel auf dem Flohmarkt.

Manche wollen einen Nachweis, aber wenn du sie als Privatperson verkaufst, dann sollte das eigentlich keine Probleme geben. Du hast halt einen guten Deal rausgeschlagen, das steht in Deutschland nicht unter Strafe solange das nicht illegal ist.

Die Frage ist nur eher woher du die Info hast, dass die geklaut ist. Weil theoretisch müsstest du sie der Polizei geben oder melden, es sei denn du weißt nichts davon, dass sie geklaut ist.

Ist natürlich die Frage was du da riskieren magst. Grundlegend trägst du keine Verantwortung, wenn du jemandem was privat abkaufst. Die Tatsache, dass du weißt, dass es geklaut ist, das könnte höchstens zu Problemen führen.

Antwort
von Dave0000, 26

Naja
Wenn es sich rausstellt das die Uhr geklaut ist handelt es sich um Helerware die du entweder einfach wegenommen bekommst ohne Ersatz oder sogar als Mitwisser beschuldigt wirst

Kommentar von coding24 ,

Wenn er nichts vom Diebstahl weiß, wird sie ihm auch nicht weggenommen - und eine Strafe gibt es schon gar nicht.

Kommentar von PatrickLassan ,

Wenn er nichts vom Diebstahl weiß, wird sie ihm auch nicht weggenommen

Doch, da man an gestohlenen Sachen kein Eigentum erwerben kann. Nachzulesen in § 935 BGB.

https://dejure.org/gesetze/BGB/935.html

Kommentar von Dave0000 ,

Das heißt also wenn dir jetzt dein Auto geklaut wird und ich es über Umwege kaufe, dann darf ich das behalten?
Das bezweifle ich aber
Hast du irgendeinen Gesetzestext darüber?

Kommentar von Dave0000 ,

Das wiederspricht sich doch ...,
Wenn ich kein Eigentum an gestohlenen erwerben kann und sich dann rausstellt die Uhr ist gestohlen warum sollte er sie behalten dürfen?
Verstehe deine Argumentation nicht

Kommentar von PatrickLassan ,

@ Dave0000: Du verwechselst mich anscheinend mit 'coding24'.

Kommentar von Dave0000 ,

Ja habe ich 😂

Antwort
von TUrabbIT, 25

Ja, das kann unter Handel mit Hehlerware oder direkt Hehlerei fallen. Besonders da du ja bereits den Verdacht hast, das die Uhr gestohlen ist.

Antwort
von coding24, 21

Ja - du würdest Ärger bekommen, da du selbst schon davon ausgehst, dass die Uhr geklaut sein könnte.

Antwort
von akkurat01, 22

Ja das gibt Ärger.

https://de.wikipedia.org/wiki/Hehlerei

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