Frage von Pyromane55555, 92

Ist töten erlaubt im Glauben und im gesetzt als notwehr?

wenn mich , jemand angreift zb auf mich ein Prügelt oder ein Messer zieht und ich schiß ihn zb direkt in den Kopf , ist dass, im glauben sünde ``? Und wie seht es im recht aus gesetz.

Nur aus neugier

Antwort
von SoDoge, 44

In welchem Glauben bzw. welcher Religion? Aus rechtlicher Sicht gibt es Notwehr, wie das in den jeweiligen Religionen aussieht, kann ich nicht sagen. 

Aus rechtlicher Sicht ist dieses Beispiel auch nicht in Ordnung, die Notwehr berechtigt einen nur zu den erforderlichen Maßnahmen, um den Angriff auf sich abzuwenden. Jemanden mit einem Kopfschuss quasi hinzurichten, weil er einen z.B. mit Fäusten angreift wird sich vor Gericht wahrscheinlich nicht als Notwehr auslegen lassen. Der Angreifer hätte wahrscheinlich bereits zurückgeschreckt, wenn man überhaupt eine Schusswaffe gegen das Messer bzw. Fäuste zieht. Und selbst wenn nicht, dann hätte man die Person ganz sicher nicht töten müssen. Ein Schuss ins Bein oder in den Arm hätte des ebenso getan. Das geht über jede Verhältnismäßigkeit hinaus und somit würde man wahrscheinlich nicht straffrei ausgehen. 

Das hat für mein Verständnis auch etwas von Rache bzw. das in übertriebener Weise nicht zu dulden. Niemand muss sich attackieren lassen, aber das geht eher zu weit, als dass man hier von Notwehr sprechen kann. 

Außerdem wird in der Praxis der gesamte Sachverhalt berücksichtigt. Der eine hat ein Messer dabei, der andere eine Waffe - was sollte das überhaupt werden? Ob das nicht kriminelle Energie beiderseits ist bzw. welches kriminelle Milieu dahintersteckt und was da genau ablief wird sicherlich auch wichtig sein und dann ist es definitiv kein unbescholtener Bürger, der einfach überfallen wurde.

Antwort
von Einmischer, 3

Nun "erlaubt" ist es auf keinem Fall. Das Gesetz spricht hier von der "Verhältnismäßigkeit der Mittel".  In den Kopf schießen wäre da nicht verhältnismäßig. Ein Warnschuß oder in der Not ein schuß in Arm oder Bein würde ja auch reichen und tötet den Angreifer nicht, oder?

Was die Religion angeht, welche meinst Du?  Für Christen ist Morden laut biblischen Gesetz verboten. Wie Du sicher bemerkst ist da ein gewaltiger Unterschied zwischen Morden und Töten. Das wiederum aber gleicht sich der Gesetzgebung mit der "Verhältnismäßigkeit der Mittel" wiederrum sehr an.

Also ein Christ darf sich verteidigen, aber nicht um zu Morden, sondern eben um sich zu verteidigen.

Antwort
von Eselspur, 20

Sowohl im Christentum als auch in den Gesetzen aller (vermute ich) Staaten ist Notwehr erlaubt.

Antwort
von chrisbyrd, 4

Die Bibel ist ein praktisches Buch. Wenn Jesus z. B. davon spricht, "die andere Backe hinzuhalten", geht es darum, sich bei großen Beleidigungen (im griech. steht das Wort "rhapizo", das eine starke Beleidigung bedeutet) nicht rächen soll. Es geht dabei nicht um eine Selbstverteidigungssituation, in der man sich nach dem deutschen Strafrecht übrigens auch nicht rächen darf. Unser Gesetz erlaubt die Abwehr eines Angriffs mit verhältnismäßigen Mitteln, verbietet aber weitere Aktionen (= Rache), wenn der Angriff abgewehrt ist. Es ist sehr sinnvoll, auf Rache zu verzichten.

Wenn man einen unbewaffneten Angriff mit einem Messer oder einer Pistole kontert, würde das gegen das Notwehrgesetz verstoßen, da diese Reaktion nicht mehr verhältnismäßig wäre. Aus biblischer Sicht wäre das auch Sünde, da die Bibel u. a. fordert, sich an die geltenden Gesetze des Staates zu halten (Römer 13,1-7) und Jesus gelehrt hat, seine Mitmenschen und sogar Feinde zu lieben: "Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, welche euch beleidigen und verfolgen" (Matthäus 5,44).

Ich zitiere mal ein paar interessante Aussagen des bekannten reformierte Pfarrers Dr. Peter Vogelsanger, der zum Thema "Christentum und Selbstverteidigung/ Notwehr" interviewt wurde:

"In Römer 13, also im Römerbrief des Paulus, finden sich die ganzen Ausführungen über die Schwertgewalt des Staates. Da wird gesagt: Der Staat ist die Ordinatio Dei - die Ordnung Gottes -, die eingesetzt ist auf dieser Welt zur Eindämmung des jederzeit lauernden und Macht an sich reißenden Bösen: "Sie trägt das Schwert nicht umsonst," (die Obrigkeit) "... sondern zur Bestrafung der Bösen und zur Belohnung der Guten." Das heißt, es ist die primäre Aufgabe des Staates, dem Bösen in dieser Welt Widerstand zu leisten, und Paulus sagt in diesem Zusammenhang: Es ist Pflicht des Christen, den Staat in dieser Funktion zu unterstützen...

..."Du sollst nicht töten" im Alten Testament heißt ganz eindeutig: "Du sollst nicht MORDEN". Also nicht einfach ein absolutes Tötungsverbot, so daß man keine Fliege und kein Kaninchen töten dürfte. Es ist damit auch kein absolutes Tötungsverbot in Bezug auf das menschliche Leben gemeint. Das kennt nämlich das Alte Testament nicht. Das Alte Testament kennt ja auch die Todesstrafe, und so weiter, und damit ist sicher auch die Notwehr inbegriffen. Wenn aus diesem alttestamentlichen Gebot eine Verneinung der Notwehr abgeleitet würde, wäre das nicht textgernäß...

... "Ihr sollt dem Bösen nicht widerstehen", und dem Zitat wegen der Ohrfeige (Bergpredigt). Ich glaube aber, daß Jesus dort gar keinen Angriff auf das Leben im Auge hat. Er hat die Feindesliebe im Auge. Das heißt, meine Liebe soll so stark sein, daß sie auch den Feind einschließt und durch das Gute zu überwinden und zu gewinnen versucht, statt durch Gewalt. Damit ist aber nicht so sehr der Feind gemeint, der mein Leben bedroht, als einfach der Feind, der mich beleidigt. Das geht ja aus der Stelle mit der Ohrfeige hervor: Es ist der Beleidiger, dem ich nicht mit der selben Waffe heimzahlen soll.Es geht um den Beleidiger. Den soll ich entwaffnen durch die stärkere Kraft meiner Liebesfähigkeit. Daß die Vertreter der Gewaltlosigkeit sich auf diese Stelle in der Bergpredigt berufen, halte ich zwar nicht für einen Irrtum, aber für eine viel zu weitgehende Folgerung aus dem, was Jesus dort meint: den persönlichen Feind, der mir Schaden zufügen will und der mich haßt. Deshalb ist diese Aufforderung nicht übertragbar auf das Problem der Notwehr...

...Liebe heiß im eigentlichen Sinne des Neuen Testaments, unter Absehung von allen sentimentalen Mißverständnissen: Schutz und Bewahrung allen Lebens, soweit dies in meinem Verantwortungsbereich liegt. Man könnte als Christ vielleicht sagen: Ich will lieber leiden, will lieber den Angriff erdulden, als daß ich Gewalt ausübe, als daß ich den Gegner vernichte, Ich könnte die Bergpredigt so auffassen. Also: Ich dulde den Angriff und nehme halt unter Umständen das Martyrium oder den Tod auf mich und habe mir damit reine Hände bewahrt...

... Ich verteidige ja nicht nur mein eigenes Leben, sondern auch das Leben meiner Nächsten. Man kann noch weitergehen und sagen: Indem ich mich wehre gegenüber dem eindeutig bösartigen Angreifer, tue ich zweierlei: Erstens verteidige ich mein eigenes Leben deshalb, weil dieses Leben ja nicht nur mir gehört, so daß ich es wegwerfen könnte, wenn ich angegriffen werde. Zum Beispiel als Pfarrer gehöre ich ja nicht nur mir selber, ich gehöre auch der Gemeinde, die mir zur Seelsorge anvertraut ist. Als Arzt gehöre ich meinen Patienten, als Lehrer meinen Schülern; ich bin nicht nur Individualperson, sondern ich bin immer irgendwie Mensch in der Gemeinschaft, und indem ich mein eigenes Leben verteidige, bewahre ich auch ein Leben vor der Vernichtung, das einen Schutz und einen Wert für andere darstellt..."

Antwort
von bluestyler, 20

Uns ist es erlaubt einen zu töten, wenn er uns ebenfalls töten will. Es ist praktisch Notwehr. Jedoch sollst du wenn es geht Barmherzig sein, denn Allah s.w.t liebt die Barmherzigen

Siehst du, dass es Notwehr erst seit paar Jahren gibt und es schon seit tausenden von Jahren im Koran steht?

Kommentar von Pyromane55555 ,

da ,hast du wohl recht

Kommentar von Agentpony ,

Nonsens, Notwehr ist doch weder eine Erfindung der Neuzeit noch des Islams...

Antwort
von DerDieDasDash, 33

Töten ist nur erlaubt, wenn es nicht anders geht. In dem beschriebenen Fall könnte man der Person auch ins Bein schießen, um sie unschädlich zu machen.

Kommentar von Pyromane55555 ,

Ok Danke :)  so seh ich es auch

Antwort
von Jesusch, 29

Im Islam ist es Verteidigung und somit keine Süde

Kommentar von xxMiraBellexx ,

Aber auch im Islam ist es nur Notwehr, wenn man verhältnismäßig handelt. So ist vorgeschrieben, dass der Angegriffene  den Angreifer nicht überstürzt töten soll, bevor er nicht andere Mittel zur Verteidigung ausgeschöpft hat, wie z. B. ihn an Allah zu erinnern, ihn zu bedrohen und zu erschrecken, von anderen Leuten Hilfe zu ersuchen oder die Hilfe der Polizei.

Wenn aber die Person, die den Angreifer getötet hat, und behauptet, dies sei in Notwehr geschehen, und die Erben des Getöteten glauben ihm nicht, und es gibt auch keine Zeugen, dann muss Qisās (Vergeltung) vollzogen werden, der Täter muss Blutgeld (Diyyah) zahlen oder irgendeine Sühne (Kafārah) leisten.

Notwehr ist kein Freibrief zum Töten. Auch im Islam nicht.

Und in dem beschreibenen Fall stimmt die Relation mit Sicherheit nicht.

Antwort
von furkansel, 22

Im Islam ist Notwehr erlaubt. D.h. wenn das Leben der betroffenen Person ernsthaft gefährdet ist durch einen Angreifer.

Antwort
von MxrinaFxshion33, 11

Laut Gesetz ist es erlaubt, das nennt man Notwehr. Und in der Religion ist es genau so erlaubt, wenn dich einer angreift

Antwort
von nowka20, 32

unter wahrung der verhältnismäßigkeit der mittel ist es erlaubt

Antwort
von nachdenklich30, 15

Wörtlich heißt es: "Du sollst nicht morden".

Das heißt: Töten aus Notwehr ist im Judentum und Christentum erlaubt.

Aber sie geben auch zu bedenken, dass Deeskalation oft mehr bewirkt als Eskalation und Liebe mehr als Hass.

Antwort
von josef050153, 4

Notwehr die Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden.

Dieser Tatbestand wird aber in Deutschland sehr eng ausgelegt.

Notwehr berechtigt aber nur zur erforderlichen Verteidigung. Das bedeutet z.B. dass das mildeste erforderliche aus allen gleich effektiven Mitteln angewandt werden muss, man aber nicht verpflichtet ist, sich auf Risiken bei der Verteidigung einzulassen.

Deshalb muss auch niemand eine Körperverletzung hinnehmen, wenn diese nur durch eine Tötung verhindert werden kann.

Beim Schusswaffengebrauch gibt es aber klare Regeln und Abläufe, die einzuhalten sind:

  1. Androhung des Schusswaffengebrauchs
  2. Warnschuss
  3. Schuss auf nicht lebenswichtige Körperteile
  4. Tödlicher Schuss als letzter Ausweg.

Eine Notwehrhandlung muss aber auch geboten sein. Deshalb wird bei solchen Taten praktisch immer vom Gericht genau geprüft. Besonders geschieht dies bei Grenzfällen, nicht schuldhaft Handelnden (Kinder, Verrückte ...), Angriffen nahestehender Personen, Fällen von Provokation oder Menschenrechtsverstößen.

Deshalb ist deine Frage vom Gesetz her nicht so einfach zu beantworten, da immer der Situation entsprechend entschieden wird.

Im Glauben (ich nehme mal an, du bist Muslim) ist Notwehr erlaubt, aber nirgends genau festgelegt, was das ist.

Antwort
von Bolonese, 4

Töten ist eine schwere Sünde, es heisst in der Bibel: "
"Du sollst nicht töten; wer aber tötet, der soll des Gerichts schuldig sein." Also egal wer was einem an tut, man kann fliehen, beten, reden....aber töten sollte man immer vermeiden!



Antwort
von ich500, 33

Im Rechtssinne könnte es als Notwehr angesehen werden, wenn es das einzige geeignete Mittel zur Wehr ist. Im glaube ist die Notwehr ein sehr umstrittenes Thema

Kommentar von EstherNele ,

Notwehr (bzw Nothilfe, wenn die bedrohte Person jemand anderes ist)  ist es nur in dem Maße, wie die Gefahrensituation für die bedrohte Person abgewendet und die Bedrohungssituation aufgehoben wird.

Das nennt man "Angemessenheit der Mittel".

Jemanden, der mit einem Messer bedroht, in den Kopf zu schießen hat mit Angemessenheit nichts mehr zu tun, man hätte auf Arm oder Bein zielen können, dann wäre der Täter auch unfähig, den Angriffs- oder Bedrohungszustand weiter aufrechtzuerhalten.

Das gleiche wäre es, wenn man nach dem ersten Treffer noch ein paar Schüsse nachsetzt, zur Sicherheit sozusagen.

Allerdings gibt es da einen Unterschied zwischen einem mit Schusswaffe bewaffneten Aggressor  oder einem mit Messer oder einem Prügler. Letztere beide kann man mit einem Schuss in Arm oder Bein vo einem weiteren Angriff abhalten, den mit einer "Fernwaffe"  bewaffneten Täter muss man sicher anders außer Gefecht setzen, da wird ins Bein zu schießen u.U. nicht ausreichen. 

Antwort
von MoseRosental, 5

Kommt drauf an. Ist ein Unterschied ob du als Gläubiger stirbst oder ein ungläubiger stirbt.

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