Frage von naity, 67

Ist es möglich, dass der Mieter die Kosten für ein neues Sanitär im Bad, Fliesen und Bodenbeläge übernimmt, wenn sie Probleme aufweisen?

Hallo:) Wir wohnen seit 10 Jahren in einer Mietwohnung und überlegen uns bereits seit längerer Zeit uns an den Vermieter zu wenden, da wir mit dem Zustand der Wohnung nicht mehr zufrieden sind. Die Toilette im Bad, genauso wie die Waschbecken funktionieren nicht mehr einwandfrei, was ziemlich nervig ist. Auch die Fliesen im Bad haben teilweise Risse und schimmeln. Die Küchenfliesen haben wir nun bereits selber auf unsere Kosten neu verlegen lassen, aber die Kosten für das ALLES zu übernehmen ist und doch ein wenig zu viel, zumal das ja nicht unsere eigene Wohnung ist. Ist es möglich, dass der Vermieter die Kosten hierfür übernimmt, wenn man ihm die Probleme in einem Brief aufführt (vielleicht auch mit beigelegten Bildern) ? Oder ist in so einem Fall dann eher eine Mieterhöhung zu befürchten?

Antwort
von bwhoch2, 27

Wenn Toilette und Waschbecken nicht mehr einwandfrei funktionieren, sind die Mängel (dazu ist man als Mieter verpflichtet) dem Vermieter zu melden. Er hat sich um die Mängelbeseitigung zu kümmern.

Die Risse in den Fliesen hat er zu prüfen und ggf. die beschädigten Fliesen auszutauschen, sofern er noch das Material hat. Für den Schimmel in den Fugen seid ihr selbst zuständig, wenn es nicht gerade das Silikon ist, das schimmelt. Das könnte auch mit relativ geringem Aufwand entfernt und neu gemacht werden.

Ein neues Bad bekommt ihr auf diese Weise natürlich nicht.

Wenn ihr das Bad komplett neu gefliest und ausgestattet haben wollt, müßtet ihr eine zeitlang, so ca. 2 bis 3 Wochen ohne Bad auskommen und auch ziemlich viel Dreck in Kauf nehmen.

Zumindest den Modernisierungsanteil kann der Vermieter als Mieterhöhung umlegen. Die Wohnung wird also teurer. Und letztlich ist es die Entscheidung des Vermieters, ob er zu einer umfangreichen Badsanierung, die locker um die 6000 - 10000 € kosten kann, bereit ist.

Mängel und Schäden muss er beheben, aber zu einer grundlegenden Sanierung ist er nicht verpflichtet.

Antwort
von berlina76, 35

Ihr müsst euch in jedem Fall an den Vermieter wenden. Baut ihr ohne den Vermieter müsst ihr eventuell bei Auszug zurückbauen. Gefallen dem Vermieter die neuen Fliesen in der Küche nicht kann er euch auffordern die Fliesen gegen Fließen auszutauschen die Ursprünglich drinn waren.

Verhandelt mit dem Vermieter, eigentlich sind sie froh, wenn die Mieter sich an solchen Sachen Finanziell beteiligen. Legt aber auch die Renovierung schriftlich fest, das sie beim Auszug nicht zurückgebaut werden muß.

Gerade durch das Anteilige übernehmen der Kosten kann euch der Vermieter dann keine Mieterhöhung für den erhöhten Wohnwert aufdrücken.

Antwort
von ele777, 35

Der Vermieter muss die Wohnung in einem guten Zustand erhalten. Wenn das nicht der Fall ist, könnt ihr dagegen angehen. Eine Mieterhöhung im Rahmen, darf er allerdings auch machen. Ihr hättet aber gute Argumente, da ihr so lange da wohnt und vielleicht auch davor schon länger nichts mehr gemacht wurde. Dann habt ihr ja schon auf eure Kosten etwas machen lassen. Redet mal mit ihm, erst nett versuchen. Das ist schon viel besser. Liebe Grüße

Antwort
von kenibora, 29

Sind auf alle Fälle Instandsetzungs- Reparaturkosten welche der Vermieter tragen "muss"! Er kann all diese Kosten steuerlich geltend machen! Nach 10 Jahren ist das schon angebracht wenn noch nichts gemacht worden ist. Allerdings besteht auch die Möglichkeit einer "Mieterhöhung"!

Kommentar von bwhoch2 ,

Das ist doch eine allzu pauschale Antwort. Es ist überhaupt nicht angebracht, ein Bad nach 10 Jahren komplett zu sanieren. Da sind eher 20 bis 40 Jahre angebracht.

Das "steuerliche Geltendmachen" ist mit starken Einschränkungen zu sehen.

Antwort
von heurekaforyou, 19

Der Vermieter ist verpflichtet eine vertragsgemäße Mietesache zur Verfügung zu stellen.

Du solltest den Vermieter (am besten schriftlich) über die Mängel in Kenntnis setzen. Bei Schimmelbildung bist du hierzu sogar verpfkichtet, um größere Schäden zu vermeiden.

Du solltest den Vermieter um eine Vor-Ort-Besichtigung der Schäden bitten. Neben der gesetzlichen Verpflichtung besteht auch ein persönliches Interesse für den Vermieter sein Eigentum in Ordnung zu halten. In den meisten Fällen jedenfalls.

Tipp: Es ist auf jeden Fall ratsam die Schäden zu fotografieren. Lieber ein Bild zuviel als zu wenig. Außerdem solltest du alles dokumentieren. Wann du den Vermieter informiert hast. Wann der Vermieter die Schäden begutachtet hat. Welche Zusagen der Vermieter dir für die Beseitgung gemacht hat u.s.w. Bei mündlichen Vereinbarungen sollte stets ein Zeuge anwesend sein, der im Zweifelsfall die Aussagen des Vermieters bestätigen kann.

Über rechtliche Schritte gegen den Vermieter solltest du erst nachdenken, wenn der Vermieter eine Beseitigung der Schäden abgelehnt hat.

Tipp: Sämtliche Arbeiten in Eigenrgie solltest du unbedingt vorher und zwar schriftlich mit dem Vermieter absprechen. Bei Auszug kann der Vermieter nämlich verlangen, dass du alles wieder zurückbauen musst. Das heißt, dass du den ursprünglichen Zustand wieder herstellst. An dieser Verpflichtung ändert auch nichts, wenn du die Arbeiten selbst finanziert hast.

Antwort
von WildPferd2000, 38

jup es gibt da so zeitliche abnutzunggrenzen wo der vermieter das erneuern muss.

ABER der vermieter kann auch die miete erhöhen wenn man zu frech wird ;)


Kommentar von bwhoch2 ,

Wo der Vermieter erneuern muss?

Bei Bädern, die gut ausgestattet sind, kann das ein Zeitraum von 20 bis 40 Jahren sein. Eine Pflicht, etwas zu erneuern hat überdies der Vermieter so lange nicht, wie alles funktioniert.

Wenn Toilette und Waschbecken nicht mehr so funktionieren, haben sie einen Mangel der gemeldet und ggf. behoben werden muss.

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