Frage von Ephexx, 58

Im Urlaub zur Arbeit gerufen werden?

Hallo, ebend grade rief meine Kollegin mich an, und fragte mich ob ich heute von 17 - 19 uhr arbeiten könnte. Eigentlich eher aufpassen, da die beiden Kollegen zu einer Schulung fahren - und jemand auf die Abteilung aufpassen müsse ( Küchenabteilung ) wobei ich diese woche Urlaub habe.

Dazu gesagt, habe ich es angeboten, wenn ein notfall bestehe das ich kurz kommen könnte - natürlich nicht umsonst und ohne "entlohnung" da es meine freizeit ist.

Meine frage, darf der betrieb das? Mit dem Chef wurde es auch abgesprochen!

Was für ansprüche kann ich geltend machen, was bekomme ich im "gegensatz" für 2h arbeiten in meinem Urlaub dafür ???

Antwort vom Anwalt erhalten
Anzeige

Schneller und günstiger Rat zum Arbeitsrecht. Kompetent, von geprüften Rechtsanwälten.

Experten fragen

Antwort
von peterobm, 52

Was für ansprüche kann ich geltend machen, was bekomme ich im "gegensatz" für 2h arbeiten in meinem Urlaub dafür ???

Jetzt ist der Fall X eingetreten, mach dich hin und stehe zu deinem Wort. Die Zeit bekommst bezahlt, wie auch den Urlaub. Ob diese Zeit auf das Überstundenkonto kommt und entlohnt oder durch Freizeit abgegolten werden kann, solltest deine Chef fragen.

Antwort
von Allexandra0809, 36

Hab grad mal alle Antworten gelesen. Wenn Du anbietest, dass Du auch im Urlaub bereit bist zu arbeiten, dann solltest Du natürlich jetzt erscheinen.

Generell sollten Dir die Stunden dann gutgeschrieben werden, wie wenn Du Überstunden machst. Du kannst dann, wenn Du noch mehr Überstunden hast, mal einen (halben) Tag frei nehmen.

Wenn Du beim nächsten Mal Urlaub hast, musst Du nicht sagen, dass Du nicht in der Stadt bist. Du musst nur nicht anbieten, dass Du kommen wirst. Was Du in Deinem Urlaub machst, ist allein Deine Sache, auch wenn Du eine Woche lang täglich 24 Stunden im Bett verbringen willst.

Antwort
von Shoshin, 58

Hallo,

wenn du das angeboten hast, dass du kurzfristig abrufbar ist, dann wirst du das schon machen müssen/sollen. Wenn der Arbeitsplatz nicht besetzt ist, ist das sicher auch sinnvoll. Hier wird normales Gehalt gezahlt und keine Sonderkonditionen wegen Urlaub. Ansonsten gibt es ein Urlaubsgesetz. Hier kannst du alles nachlesen.

LG Shsohin

Kommentar von LonelyBrain ,

er/sie muss trotzdem nicht. Aber sollte schon - natürlich. Sonst wäre das Verhalten echt fraglich.

Kommentar von Shoshin ,

Hallo und ja, finde ich auch!

Antwort
von Kleckerfrau, 54

Wenn es mit dem Chef so mit dir abgesprochen ist, darf er dich auch aus dem Urlaub rufen, Die Zeit muss er dir natürlich bezahlen oder in Freizeit vergüten.

Antwort
von DPower16, 57

Naja ich hätte wahrscheinlich einfach gesagt, dass du einen Termin hast, der ganz dringend ist.
Wenn deine Kollegen zur Schulung müssen und du Urlaub hast und sonst niemand da ist.. wie hat dein Chef sich das vorgestellt bzw. das geplant? Wenn du jetzt einfach für 2 Stunden hingehst und dein Chef davon nichts weiß, ist das schon doof, du kannst ja nicht beweisen, dass du da warst.

Kommentar von LonelyBrain ,

du Urlaub hast und sonst niemand da ist.. wie hat dein Chef sich das vorgestellt bzw. das geplant?

Sie/er hat ihre/seine Hilfe für den Notfall angeboten - dieser wäre hiermit eingetreten. Erst Hilfe anbieten und dann den Schwanz einziehen ist nicht so die feine englische..

Antwort
von LonelyBrain, 51

Dazu gesagt, habe ich es angeboten, wenn ein notfall bestehe das ich kurz kommen könnte

Was ist denn mit dir los? Erst Hilfe anbieten und dann wenn du gebraucht wirst fragen ob dies rechtens ist?

Wenn du Urlaub hast darf der Betrieb das nicht verlangen - aber um Gottes Willen mach jetzt kein Drama immerhin hast du es angeboten.

Wenn du nicht willst dann biete deine Hilfe doch erst gar nicht an.

Antwort
von callmeskid, 44

Während sei­nes Ur­laubs soll­te man sich er­ho­len, d.h. sei­ne Ar­beits­kraft wie­der auf­fri­schen und Ab­stand vom Be­trieb, dem Ar­beit­ge­ber, den Kun­den und den Ar­beits­kol­le­gen ge­win­nen. Ar­beit­neh­mer, die die­se mit dem Er­ho­lungs­ur­laub ver­bun­de­ne Zweck­vor­ga­be miss­ach­ten, ver­s­toßen ge­gen § 8 Bun­des­ur­laubs­ge­setz (BUrlG).

Die­se Vor­schrift ver­bie­tet dem Ar­beit­neh­mer während sei­nes Ur­laubs je­de "dem Ur­laubs­zweck wi­der­spre­chen­de" Er­werbstätig­keit. Da­mit ist im we­sent­li­chen, aber nicht al­lein, die Ar­beit bei ei­nem an­de­ren Ar­beit­ge­ber ge­meint, d.h. ei­ne Ar­beit mit der Ziel­set­zung, im Lau­fe des Ka­len­der­jah­res ei­nen möglichst ho­hen Ar­beits­lohn zu er­zie­len.

Ar­beit­neh­mer, die ge­gen § 8 BUrlG ver­s­toßen, können den­noch Vergütung auf­grund ei­ner ur­laubs­zweck­wid­ri­gen an­der­wei­ti­gen Er­werbstätig­keit ver­lan­gen, da die mit die­ser Er­werbstätig­keit ver­bun­de­nen Lohn­ver­ein­ba­run­gen wirk­sam und nicht et­wa we­gen ei­nes Ge­set­zes­ver­s­toßes oder we­gen Sit­ten­wid­rig­keit (§§ 134, 138 Bürger­li­ches Ge­setz­buch - BGB) nich­tig sind. Das in § 8 BUrlG ent­hal­te­ne Ver­bot be­trifft viel­mehr das Verhält­nis von Ar­beit­neh­mer und Ar­beit­ge­ber. Ei­ne dem Er­ho­lungs­zweck bzw. § 8 BUrlG zu­wi­der­lau­fen­de Er­werbstätig­keit kann da­her als Ver­let­zung ar­beits­ver­trag­li­cher Pflich­ten an­ge­se­hen und ab­ge­mahnt wer­den. Letzt­lich kann so­gar ei­ne Kündi­gung dro­hen. Außer­dem kann der Ar­beit­ge­ber Un­ter­las­sung der ur­laubs­zweck­wid­ri­gen Er­werbstätig­keit ver­lan­gen.

Frag­lich ist, wann von ei­ner er­ho­lungs­zweck­wid­ri­gen Er­werbstätig­keit ge­spro­chen wer­den kann und und wann nicht. Un­be­strit­ten ist, dass es da­bei nicht auf die mit ei­ner Tätig­keit ver­bun­de­ne körper­li­che oder geis­ti­ge An­stren­gung an­kommt: Berg­tou­ren so­wie die eh­ren­amt­li­che oder nach­bar­schaft­li­che Mit­hil­fe sind auch dann er­laubt, wenn sich der Ar­beit­neh­mer da­bei „ver­aus­gabt“, denn hier liegt kei­ne Er­werbstätig­keit vor. Und auch dann, wenn die während des Ur­laubs aus­geübte Tätig­keit als Er­werbs­ar­beit an­zu­se­hen ist, ist sie nicht schlecht­hin, son­dern nur in­so­weit ver­bo­ten, als sie dem Er­ho­lungs­zweck wi­der­spricht. Letzt­lich ist das nur der Fall, wenn sol­che Tätig­kei­ten aus­ufern.

Da das Ge­setz hier kei­ne ein­deu­ti­gen Gren­zen zieht, sind die Ar­beits­ge­rich­te ge­for­dert. In ei­nem kürz­lich er­gan­ge­nen Ur­teil hat sich das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Köln mit der Fra­ge be­fasst, wo die Gren­ze zwi­schen er­laub­ter Mit­hil­fe im Be­trieb des Ehe­part­ners und un­er­laub­ter Er­werbs­ar­beit zu zie­hen ist (Ur­teil vom 21.09.2009, 2 Sa 674/09).
-http://www.hensche.de/Arbeitsrecht_aktuell_Arbeiten_Urlaub_Landesarbeitsgericht_...

Kommentar von Kleckerfrau ,

Hier wird geschrieben was passiert wenn ein Arbeitnehmer woanders arbeitet während seinem Urlaub, Nicht was passiert, wenn man vom Chef gebeten wird zu kommen.

Kommentar von LonelyBrain ,

Genau. Völlig unpassend.

Antwort
von Flying110, 37

Urlaub ist nicht Arbeit! Du hast ein Recht auf Urlaub und musst nicht auf Abruf verfügbar sein. Ich würde sagen mit den Ansprüchen ist das eine Frage von der Beweislast die bei dir liegt eventuell kannst du dich mit deinem Chef einigen, dass du diese 2 Stunden als Überstunden bekommst.

Trotzdem gilt, wer Urlaub hat der sollte auch nicht Arbeiten kommen vorallem nicht auf Abruf.

Gruß

Kommentar von LonelyBrain ,

Du hast ein Recht auf Urlaub und musst nicht auf Abruf verfügbar sein.

Auf Abruf nicht - aber der/die FS hat ihre Hilfe angeboten. Wieso mach ich sowas wenn ich gar nicht arbeiten will?

Antwort
von Waaat, 26

Wenn du es von dir aus anbietest, bist du selber Schuld.

Antwort
von Ephexx, 24

.. Habe wohl vergessen zu erwähnen das ich Azubi bin !
Ich weiß fürs nächste mal bescheid, danke für die schnellen antworten.
Wenn ich die 2 stunden als überstunden bekomme und früher gehen kann einen tag, ists mir auch recht. Nächstes mal werde ich sagen das ich nicht in der Stadt bin.

Kommentar von LonelyBrain ,

Du wirst gar nichts sagen. Wenn du Urlaub hast geh einfach in den urlaub.

Es war schlichtweg dämlich von dir deine Hilfe anzubieten.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten