Frage von danfran, 41

Haus selbst verkaufen trotz zwangsversteigerungsvermerks?

Wir hatten uns letztes Jahr im Frühjahr ein Haus angesehen, welches zum Verkauf durch den Eigentümer stand. Wir entschieden uns aber dagegen, und der Eigentümer versuchte noch eine Weile die Veräußerung per Makler. Nun habe ich per Zufall gesehen, dass das Haus zwangsversteigert wird und frage mich: da der Zwangsversteigerungsvermerk letztes Jahr im März bereits im Grundbuch vorgenommen wurde, hätte der Eigentümer danach überhaupt noch problemlos an uns verkaufen können?

Antwort
von Morelle, 27

LuciLiu hat völlig recht. Selbstverständlich kann er verkaufen. Üblicherweise ist die Bank sogar froh und dankbar, wenn der Schuldner mitwirkt, da sich im freihändigen Verkauf oftmals bessere Preise erzielen lassen als bei einer Zwangsversteigerung. Außerdem hat die Bank dadurch weniger Arbeit und möglicherweise ein schnelleres Ergebnis, weil sich Zwangsversteigerungsverfahren über Jahre hinziehen können.

Wenn der Verkäufer sicher ist, dass der erzielte Kaufpreis die Schulden abdeckt, dann braucht er sich noch nicht einmal mit der Bank abzustimmen.

Es kann allerdings sein, dass die Verbindlichkeiten höher sind als der realisierbare Preis. Dann sollte sich der Eigentümer auf jeden Fall zuvor mit der Bank sprechen, welche Mindest-Preisvorstellungen dort herrschen.

Antwort
von LuciLiu, 21

Natürlich kann er verkaufen. Wenn die Gläubiger dadurch befriedigt werden, wird ihn auch keiner daran hindern. Möglicherweise ist das ja auch mit dem Gläubiger abgesprochen.

Antwort
von soissesPDF, 7

Verkaufen kann er jederzeit, die finanzierende Bank des Verkäufers interessiert nur, dass sie ihr Geld erhält.

Bei einer Zwangsversteigerung kommt weniger bei heraus.
Im ersten Termin 70%, 2.Termin 50% im 3.Termin Höchstgebot.

Alelrdings sind so Notverkäufe auch nicht gerade einfach.

Antwort
von waldschrat69, 15

Natürlich kann der Eigentümer verkaufen, wenn die Bank dem Kaufpreis zustimmt. Dies wird die Bank in der Regel, denn meistens wird beim freien Verkauf mehr erziehlt als bei der Versteigerung.

Wenn der Kaufpreis die Schulden deckt kann der Verkäufer sowieso machen was er will.

Antwort
von ElizavonWaldbro, 20

Der Verkäufer kann verkaufen. Der Kaufvertrag ist auch wirksam. Allerdings gilt ein sog. relatives Veräußerungsverbot. Im Falle der Durchführung des Zwangsversteigerungsverfahrens ist die Eigentumsübertragung auf den Käufer im Verhältnis zum Ersteher unwirksam. 

Näheres: http://www.feser.koeln/content/zvg/erster-abschnitt-zwangsversteigerung-und-zwan... 

Antwort
von priesterlein, 17

Nein, nach dem Eintrag kann der Besitzer von sich selber aus kein Eigentum mehr übertragen lassen, denn es ist faktisch in diesem Prozess nicht mehr sein Eigentum.

Kommentar von LuciLiu ,

Totaler quatsch. Der Eigentümer bleibt bis zum Zuschlag Eigentümer!

Kommentar von priesterlein ,

Ja, aber ohne die Zustimmung des Gläubigers kann der Eigentümer nicht verkaufen. Das meinte ich damit, dass er es nicht von sich selber aus verkaufen könne. Seine Eigentümerrechte sind eingeschränkt, unterliegen im Verkauf praktisch einer Vormundschaft.

Kommentar von Morelle ,

Der Verkäufer unterliegt keinesfalls einer "Vormundschaft". Wenn mit dem Kaufpreis seine Schulden in voller Höhe zurückgezahlt werden, dann kann ihn niemand an einem Verkauf hindern.

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