Becca86 am 10.07.2009 um 19:50 Uhr
Hallo liebe Wissenden, in den letzten Wochen haben mein Freund und ich uns intensiv mit dem Thama "(Fertig)Haus bauen" beschäftigt. Neben den Grundstückskosten (ca. 60.000 bis 80.000 €) verschluckt das Fertighaus im Schnitt 150.000 €. Hinzu kommen noch sämtliche Nebenkosten wie Grundsteuer etc. Man kann also pauschal mit vielleicht 250.000 € rechnen. Viele junge Leute verfügen über kein Eigenkapital und bekommen dennoch von der Bank solch eine Finanzierung - wie kann man in dieser Hinsicht so einen hohen Abtrag leisten, der mit Sicherheit bei ca. 1.500 € liegt. Mein Freund und ich verdienen beide in der Tat nicht schlecht (jeder ca. 1.500 € netto, ich bin 23 Jahre alt), aber neben Renten- und Berufsunfähigkeitsversicherung möchte man ja auch nochmal was essen, man verfährt 230 € Sprit im Monat wegen der Arbeit und dann fallen immer irgendwelche Kleinigkeiten an und irgendwann kommen auch noch Kinder. Meine Frage: Wie geht das?? So viele Leute bauen neu aber so viele Leute verdienen wesentlich weniger. Ich versteh gar nichts mehr. Viele Grüße Rebecca (deren Traum vom Eigenheim am Platzen ist)

Prinzipiell würde ich euch zwei Möglichkeiten vorschlagen: Entweder erst einmal klein anfangen und eine Eigentumswohnung oder ein etwas älteres Haus kaufen um erst einmal eine solide Basis zu haben. Die Zinsen zum Hausbau sind recht günstig und Banken am Ort wären die ersten Ansprechpartner, alternativ gibt es auch Vermittler wie z.B. Interhyp, die sehr gute Vergleiche anstellen, da muss man etwas recherchieren. Eine gute Möglichkeit an günstige Objekte heranzukommen, bieten Zwangsaversteigerungen. Entweder die Amtsgerichte in euerer Gegend abklappern oder einen sogenannten Versteigerungskalender abonnieren, das ist zwar etwas teuerer um die 100 Euro, aber man hat alles gut sortiert und chronologisch aufgearbeitet um eine Möglichkeit zu haben die Objekte vorher zu besichtigen, was bei manchen Häusern aus verständlichen Gründen nicht immer möglich ist. Ich habe z.B. für knapp 100.000 Euro einen Bauernhof gekauft und noch rund 30.000 Euro in die Renoviereung gesteckt, wobei wir (mit patenter Frau) aber recht viel selbst machen und einen recht günstigen und guten Handwerker gehabt haben, für Fliesenarbeiten & Sanitär. Ich habe die Elektrik gemacht.- Je näher man an die großen Städte kommt, desto teuerer wird es natürlich, aber da ihr eh Pendler seid, ist das Land billiger. Wenn man später Kinder haben möchte muss man beachten dass ein Verdienst kurzfristig oder ganz wegfällt, je nach Arbeitgeber. Nicht jeder wird automatisch auch wieder eingestellt, auch wenn es Pflicht ist. Das sollte man vorher mit dem Chef gut abklären. Meine Frau hat da sehr schlechte Erfahrungen machen müssen, weil sie sich erlaubt hat 3 volle Jahre Erziehungsurlaub zu nehmen, das geht natürlich nicht. Gewerkschaftsmitglied war sie auch noch, so etwas kann man nun mal nicht gebrauchen, aber das nur am Rande bemerkt.- Hausbau lohnt sich meines Erachtens fast immer, weil man dann keinen Ärger mit dem Vermieter hat und die Wohnung so gestalten kann wie man will. Als Altersvorsorge ist es auch die erste Wahl, weil man von der Rente heutzutage nicht mehr lebenswert leben können wird.

wenn ihr ein neues haus plant und es verwirklichen wollt, wird euch wahrscheinlich jeder fachmann raten es jetzt zu tuen. die zinsen für die rückzahlung sind momentan sehr tief. mache mal ein termin mit euer bank aus legt dort die die ausgaben vor und lasst euch ausgibig von einem profi beraten.
bei eurem einkommen ist es möglich zu bauen..bei uns geht es auch und das obwohl wir kinder haben....aber man sollte dann sparsam leben..beratung bei eurer bank hilft immer
Wir haben unser altes Haus auf Mietkauf gekauft. Ohne Eigenkapital. Allerdings musste ich fast ein Jahr lang selber alles von Grund auf Sanieren. Die Gesamtkosten belaufen sich momentan auf kpl. 45.000€.
Zwar ist es keine Luxusvilla, aber wir fühlen uns wohl und nur das zählt.

mit 250000€ kommst Du zumindest bei uns nicht sonderlich weit...Ich würde mich zunächst um Kapitalbildung kümmern!

Viele haben doch mehr Eigenkapital (von den Eltern geschenkt oder geerbt oder sowas in der Art), viele leben wirklich am Limit für das Haus und ganz ganz viele übernehmen sich und müssen dann verkaufen oder (noch schlimmer) in die Zwangsversteigerung. Schau mal in die Zeitung - selbst in unserem Käseblatt stehen täglich Zwangsversteigerungen drin!
Ja, bauen ist noch möglich. Einfach nur mal von den eigenen Wünschen auch mal ein paar Abstriche machen. Es gibt Häuser schon ab 100.000,00 Euro Plus Grundstück 30.000,00 oder 40.000,00 Euro in nicht so dicht besiedelten Gebieten.
Macht 130.000,00 bis 140.000,00 Euro zuzüglich ca. 6 % an Notar und Grunderwerbkosten.
Mit freundlichem Gruss
ReiMa-Baudienstleistungen UG (haftungsbeschränkt)
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Wer bereit ist fehlendes oder zu niedriges Eigenkapital durch manuelle Eigenleistung zu ersetzen, hat eine gute Chance. Die höchste Einsparung kann man erzielen, wenn man den Rohbau in Eigenleistung, unter professioneller Anleitung versteht sich, selbst erstellt. Dazu gibt es heute Bausysteme die Legoleicht zu verarbeiten sind und die außerdem über 50 % der Heizkosten einsparen. Eine informative Seite habe ich vor einiger Zeit entdeckt: www.ohne-Eigenkapital-bauen.info dodoloufum@aol.com

Heutzutage auf jeden Fall schwierig. Vielen machen sich das meiste selber, dann ist es schon einfacher umzusetzen...aber wer sich alles bauen lässt (so würde ich es auch machen ^^), muss schon ziemlich tief in die Tasche greifen...vielleicht findet ihr erstmal einen billigen Bauplatz und guter Lage (Schulen, Einkaufmöglichkeiten etc. am Ort). Ein Fertighaus würde ich nicht bauen, lieber ein schönes und kleines "richtiges" Haus.
Ein Bekannter (und auch meine Eltern vor vielen Jahren) haben das Haus ohne Kran etc. gebaut. Geholfen haben Verwandte und Freunde, womit man sich schon einiges sparen kann. Aber vor 30 Jahren ging das natürlich noch einfacher...
mineiro am 10. Juli 2009 19:58 Heutzutage kannst du ein Fertighaus nicht mehr von einem "richtigen Haus" unterscheiden!
Draschomat am 10. Juli 2009 20:00 Naja, kommt drauf an - die Fertighäuser, die ich kenne, sind bungalowartig gebaut und wurden innerhalb weniger Tage oder Wochen "hochgezogen". Die Wände sind viel dünner als bei einem massiven Haus, besonders zwischen den einzelnen Zimmern...Feuchtigkeit dringt leichter ins Haus, ebenso wie Hitze etc.
Ihr wisst ja wieviel Ihr für Miete ausgebt. Möglichst diesen Betrag als Anhaltspunkt nehmen, bei dem was Ihr dann als Monatlichen Raten an die Bank zurück zahlen wollt.

solche Leute verschulden sich dann aber auch für ihr ganzes Leben oder bezahlen die Kredite ab, bis sie in Rente gehen. Andererseits haben meine Schwiegereltern mit 30 ein Haus gebaut, sind jetzt Ende 40 und werden in ein paar Jahren den Kredit abbezahlt haben. Sind aber beide auch im öffentlichen Dienst tätig...
mineiro am 10. Juli 2009 19:56 Dafür hat man dann im Alter ein Dach über dem Kopf - ist meiner Meinung nach eine gute Investition!
pfefferminzwind am 10. Juli 2009 20:09 Ich sag ja nicht, dass ich es nicht so sehe. Finde es aber einen sehr mutigen Schritt!
Das ist die Erbengeneration, die da baut und es nicht zugibt. Bei uns wäre es ohne Papis großzügigstem Zuschuß auch nicht gegangen. Ohne Eigenkapital würde ichs jedem abraten.

Das geht! Man muß eben Prioritäten setzen und vielleicht auch mal auf was verzichten!
Dann zahlt ihr mal locker bei 250.000 Euro plus Zinsen auf 25 Jahre 1000 Euro im Monat. Ohne die anderen laufenden Kosten. Ist etwas heftig.