Hat ein Kind ein Recht auf sein eigenes Zimmer bei dem Elternteil, wo das Kind nur Besuchsrecht hat?

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4 Antworten

Wenn es eine Einzimmerwohnung ist, kann man vielleicht einen Paravent kaufen, der Sichtschutz bietet oder einer schläft auf einer Matratze im Flur. 

Mein Bruder und ich waren als Kinder/ Jugendliche oft bei Tante und Onkel für drei Wochen in den Sommerferien. Die hatten quasi auch nur 2 Zimmer, und wir haben abends im Wohnzimmer geschlafen (Ausziehcouch, zu zweit, war kein Problem, obwohl wir uns sonst auch gern mal stritten). Meine Tante und mein Onkel hatten in ihrem Schlafzimmer noch einen Fernseher, ansonsten waren wir aber meist zur gleichen Zeit im Bett, also wurde vorher gemeinsam im Wohnzimmer ferngesehen.

Eine Privatspähre vermissten wir da nicht - außer, dass jeder mal über Kopfhörer Musik hörte oder ein Buch las - da wir meist tagsüber sowieso mit Tante oder Onkel etwas unternahmen, also die Couch wirklich nur zum Schlafen genutzt wurde. Jeder hatte an seiner Seite eine Uhr, eine Wasserfalsche stehen und als Kinder sein eigenes Kuscheltier mit (später Buch/ CDs etc.), so dass die persönlichen Dinge halt nachts neben der Schlafcouch standen und tagsüber im Wohnzimmer (Tisch, Regale) verstaut wurden.

Das hat immer problemlos geklappt, obwohl wir zu Hause auch eigene Zimmer hatten und wenig Zeit miteinander verbrachten.

Vielleicht könnt Ihr so eine Regelung finden, bei der das Kind durch verschiedene Mittel - Regeln, abgetrennte Räume z.B. durch Vorhang, Paravent etc., eigenes Bettzeugs, "private" Dinge am Bett und tagsüber in einem zugeteilten Regalfach etc., Kopfhörer usw. - das Gefühl einer Privatsphäre hat, auch wenn kein eigenes Zimmer zur Verfügung steht.

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Kommentar von JSE1973
25.04.2016, 00:53

Ja, das kann alles funktionieren. Im ärmeren Ländern schlafen mehre Generationen in einem Zimmer. Aber darum geht es mir nicht. Mir geht es darum, hat ein Kind das Recht auf ein Zimmer und das bei beiden Eltern. Vor allem wenn es zu Umgangsschwierigkeiten kommt, weil das Kind sein eigenes Reich wie gewohnt haben möchte, nur weil der andere Elternteil das finanziell nicht bieten kann. Nicht bieten kann durch den niedrigen Selbstbehalt. Oder gibt es einfach keine Gleichberechtigung?

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das kind hat bei keinem elternteil das recht auf ein eigenes zimmer. weder beim umgangselternteil, noch beim betreuenden elternteil. warum sollte daraus ein problem erwachsen, wenn kind eh nur alle zwei wochen am we kommt. für die ferien ist es ja nicht so, dass kind schon mit 10 jahren um 8 ins bett geht. das ist wohl sehr unwahrscheinlich.

in der pubertät wird der umgang sicher nicht mehr so stattfinden, wie auf dem papier, weil kind dann ganz andere interessen hat als jedes zweite we bei papa zu sitzen am besten noch mit dem freund. das werden dann wohl keine übernachtungen mehr werden.

wenn es platprobleme gibt, kann der vater beim jobcenter leistungen beantragen, auch für den umgang und eine größere wohnung nehmen. dann werden die unterhaltszahlungen als minderung des einkommens genommen und steigern in gewisser weise den bedarf.

mal hier reinschauen: www.elo-forum.org

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Kommentar von JSE1973
25.04.2016, 14:36

Bin ich auch ganz der Meinung. Ich habe Erfahrung mit meinen älteren Sohn, der jetzt erwachsen ist. Da gab es keine Probleme mit einem Zimmer für beide. Aber bei meinem jüngeren Sohn (6) gibt es seit 4 Jahren Umgangsprobleme durch seine Mutter. Sie beeinflusst ihn stark gegen mich.

Mein Ziel ist es das Kind jede Woche bei mir zu haben, auch in der Woche und nicht nur am WE. Das Kind soll das Gefühl von 2 "zu Hause" haben und nicht das Besuchsgefühl.

Auch wenn er Freunde hat, gerade dann will er sie doch auch mal mit "nach Hause" bringen und dann aber in seinem Zimmer ungestört seine Zeit mit denen verbringen und nicht das ein Elternteil immer mit dabei ist. Es braucht doch auch mal einen Rückzugsort.

Ich meine, wenn man danach geht und was man braucht, dann braucht man auch keine Eltern. Es gibt viele Kinder die ohne groß geworden sind. Darum geht es aber nicht. Es geht darum, was ist für das Kind das beste, nicht das notwendigste. Dann müßten viele Alleinerziehende ohne Kinderzimmer auskommen. Von einigen junge Frauen mit Kleinkindern kennen ich das, aber so bald sie in die Schule kommen, haben die meisten ihr eigenes Zimmer. 

https://sozialberatung-kiel.de/2013/01/12/bsg-masstabe-fur-die-zumutbarkeit-eines-umzugs-bei-alleinerziehenden-alg-ii-empfangern/

"Anspruch schulpflichtiger Kinder auf eigenes Zimmer?

Ob jedem schulpflichtigen Kind ein eigenes Zimmer zuzubilligen ist und von daher nur Wohnungen mit einer bestimmten Raumzahl konkret zumutbar sind, hat das BSG “im derzeitigen Verfahrensstand” offen gelassen. Jedenfalls müssen Größe und Zuschnitt einer Wohnung einen gewissen Rückzugsraum für das Schulkind wie für den erwachsenen Elternteil ermöglichen (Rz. 32)."

http://www.welt.de/politik/article1090164/Jeder-hat-ein-Recht-auf-ein-eigenes-Zimmer.html

Jeder hat ein Recht auf ein eigenes Zimmer

Wenn eine Familie Arbeitslosengeld II erhält, hat jedes Mitglied Anspruch auf ein eigenes Zimmer. Nur für Säuglinge gilt das nicht. Nach der Entscheidung des Sozialgerichts Dresdens darf die betroffene Familie nun in eine größere Wohnung umziehen.

http://www.bag-jugendschutz.de/recht_rechtsprechung_jugendschutz.html

KJug 3-2011

Raum ist in der kleinsten Hütte 
oder wann hat ein Kind Anspruch auf ein eigenes Zimmer? 
 

Beitrag"Der 7. Senat des Sächsischen Landessozialgerichts hat sich in einem Eilverfahren damit befasst, wann einem Kind im Rahmen von Leistungen der Grundsicherung ein eigenes Zimmer zur Verfügung gestellt werden muss (Beschluss vom 04.03.2011; Aktenz. L 7 AS 753/10 B ER)*.

* voller Wortlaut der Entscheidung:  Az. L 7 AS 753/10 B ER

Leitsatz des Bearbeiters:

Auch kleine Kinder haben Anspruch auf eigenen Wohnraum; ein Anspruch auf ein eigenes Zimmer ergibt sich jedoch nur bei zusätzlichen besonderen Gründen im Einzelfall."

http://www.familie-und-tipps.de/Kinder/Erziehung/Privatsphaere.html

Sollten Kinder eine Privatsphäre haben?

Gibt auch gegenteilige Urteile

http://www.hartziv.org/news/20110318-hartz-iv-kinder-kein-anspruch-auf-eigenes-kinderzimmer.html

"Kleinkinder, deren Eltern ALG II beziehen, müssen sich mit ihren Geschwistern ein Zimmer teilen und haben keinen Anspruch auf ein eigenes Zimmer. Das hat das Sächsische Landessozialgericht in einem Urteil beschlossen."

USW...

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Kindeswohlgefährdung ist das nicht. Für 380€ hat man aber in der regel wenigstens ein wohnzimmer, ein schlafzimmer, küche und badezimmer. Das sollte eigentlich klappen. Hab mir vor kurzem eine couch aus polen bei ebay gekauft, die kann man einmal umklappen und schon ist es ein riesen bett. Selbst die ottomane reicht locker aus um zu schlafen. Da braucht man kein eigenes zimmer für eine so kurze zeit wie 3 wochen. Wäre ja übertrieben ein kinder oder jugendzimmer einzurichten, nur für ein paar tage oder wochen. Ich würde das mit wohn- und schlafzimmer lösen 

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Kommentar von JSE1973
25.04.2016, 00:42

380€ ist die Warmmiete. Wenn man also die gängigen 70-90€ Nebenkosten abzieht, sind das 300 Euro Kaltmiete. Die Auswahl ist dann doch eher sehr mager. Dazu kommt, das man ja auch die ganzen Kindersachen wie Kleidung, Spielzeug auch noch da hat, so wie der andere Elternteil ja auch. Das muss ja alles auch untergebracht werden. Das Kind soll sich ja nicht wie zu Besuch fühlen, sondern sich da auch zu Hause fühlen.

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Kommentar von JSE1973
25.04.2016, 00:56

Das mit dem eigenen Zimmer ist keine Kindeswohlgefährdung, aber wenn dadurch der Umgang gestört wird, dann ist das nicht zum Wohle des Kindes. Denn dem Kind werden verschiedene Vorraussetzungen vorgesetzt, wo das Kind dann hin und her gerissen sein kann und in ein Konflikt gerät.

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Eine größere Wohnung muss erst mal bezahlbar sein.

Nein, ein Kind kann notfalls auch mal auf der Couch schlafen.

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Kommentar von JSE1973
25.04.2016, 09:46

Scheinbar wird der Hintergrund meiner Frage nicht verstanden. Was ist, wenn das Kind nicht auf der Couch schlafen will und dann lieber auf den Umgang verzichtet.

Und was heißt bezahlbar? Bei dem Elternteil wo wie Kinder wohnen, gibt es ein Kinderzimmer. Das muss ja auch bezahlbar sein. Warum ist bei gleichem Einkommen eine größere Wohnung für einen Elternteil bezahlbar und für den anderen nicht? Ich komme dabei wieder zurück auf Gleichberechtigung und Kindeswohl. Dabei spielt das psychologische Problem eine große Rolle. Denn der eine Elternteil kann dem Kind dann weniger "Komfort" bieten als der andere.

Es ist alles gut, wenn dem Kind der Unterschied nichts ausmacht. Dann erübrigt sich meine Frage. Aber was ist wenn das Kind oder die Eltern-Kind-Beziehung darunter leidet?

Ich bin voll dabei, alles ist Möglich, zumindest von meiner Seite aus. Ich kann aber nicht für das Kind entscheiden und ich habe auch keine Macht das ändern zu können oder das Kind zu etwas zu zwingen. Im Gegensatz zu dem Elternteil, wo das Kind lebt. Da hat das Kind keine andere Möglichkeit, als die Gegebenheit so zu nehmen wie sie ist.

Genau so kann es aber sein, das ein Kind den Wohnort wechselt, weil es bei dem anderen Elternteil "komfortabler" leben kann. dabei muss Komfortabel nicht unbedingt räumlich oder finanziell zu verstehen sein. Es kann auch sein, das der andere Elternteil einfach mehr für das Kind da ist. Aber dabei geht es gerade nicht bei meiner Frage.

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