Grundstückskauf - Ab wann darf ich das Grundstück betreten?

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11 Antworten

Ganz schön clever! Das mit eurem Schloß. Nun kann der Makler nicht rein und sich aussuchen was er noch so gebrauchen könnte. Euer Schloß kann er auch nicht entfernen, denn wie will er das begründen?

So richtig gehört euch das Grundstück erst, wenn ihr im Grundbuch steht. Nicht mal wenn ihr bezahlt habt. Das kann Monate dauern mit dem Grundbuchamt.

Wann euch der Makler rein läßt, liegt in seinem Ermessen. Er kann euch gleich den Schlüssel geben oder erst wenn ihr im Grundbuch steht. Üblich ist gleich, denn seine Maklercourtage wird ja auch sofort fällig. Wenn er sie hat, ist der Fall für den Makler abgeschlossen und er widmet sich anderen Geschäften. Kein Makler wartet bis der Käufer im Grundbuch steht.

Von daher würde ich ihn anrufen, einen Termin vereinbaren und gemeinsam besichtigen mit anschließender Schlüsselübergabe. Rückt er die Schlüssel nicht raus, dann macht euer Schloß wieder davor.

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Ich habe den Eigentümer gefragt, ob er etwas dagegen hat, wenn wir
schonmal raufgehen und er meinte "nein, es gehört ja jetzt Ihnen", aber
rein rechtlich stimmt das ja nicht, oder?

Sie haben vollkommen Recht mit ihrer Auffassung!

Besitz, Nutzen, Gefahren und Lasten gehen erst mit dem vereinbarten Zeitpunkt des Besichtüberganges gemäß Kaufvertrag auf Sie über.

Bis dahin haftet der "Noch-Eigentümer" für seinen Grundbesitz.

Geht vohrer durch Ihre Nutzung des Grundstückes z.B. etwas kaputt, so haften Sie für solchen Schaden, auch wenn der Verkäufer Ihnen das Betreten gestattet hat.

Bis zum Besitzübergang muß der Verkäufer das Grundstück ordnungsgemäß so unterhalten (z.B. Rasenmähen etc.) wie Sie das Grundstück in dem Ihnen zuletzt vor der Unterzeichnung des Kaufvertrages bekannten Zustand vorgefunden haben. eine Verschlechterung des Kaufgegenstandes demgegenüber brauchen Sie nicht hinzunehmen!

Selbstverständlich wäre alles andere, möglichst schriftlich, regelbar, soweit dies nicht im Gegegnsatz zum Hinweis im Kaufvertag steht, der besagt, dass keine Absprachen außerhalb der Urkunde getroffen worden sind und solche zur Nichtigkeit des gesamten Rechtsgeschäftes führen können!

In aller Regel bezieht sich dies mehr auf den vereinbarten Kaufpreis und evtl. "Schwarzzahlungen" zur illegalen Verkürzung der Grunderwerbsteuer.

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Vielen Dank schon mal für die vielen Antworten. Ich kenne den Vertrag natürlich. Er wurde uns bei der Unterzeichung ja auch gewissenhaft vorgelesen, allerdings ist diese juristensprach ja nicht immer so einfach zu verstehen...für mich jedenfalls nicht :)

Zur Erklärung: Der Eigentümer des GS lebt mittlerweile im Ausland. Er hatte das GS verpachtet und dieser Pächter ist nun verstorben. Der Bungalow ist noch voll mit privatem Zeugs, die Erben haben das Erbe abgelehnt.

Die Zustimmung des Eigentümer, dass wir schon auf das GS "dürfen", habe ich nur mündlich. Der Makler ist auch eigentlich nicht so 100% bereit dazu uns den Schlüssel zu übergeben, da wir ja wie gesagt noch nichts bezahlt haben und somit noch nicht Eigentümer sind. Aber mit welcher Rechtfertigung soll er denn auf das GS dürfen, um sich Dinge rauszunehmen?

Im Vertrag steht dazu: "Das GS ist bebaut mit einem abrissreifen Wochenendhaus nebst Garage mit Inventar. ... verkauft hiermit den ... Grundbesitz nebst Bebauung, Aufwuchs, gesetzlichen Bestandteilen und Zubehör an ..."

Und zum Kosten-Nutzen-Wechsel: "Die Übergabe des Kaufgegenstandes wird auf den folgenden 5. Werktag vereibart, welcher dem Tag des Eingangs des vollen Kaufpreises bei ... folgt (Übergabetag). Die an die Übergabe gesetzlich geknüpften Rechtswirkungen sollen mit dem Übergabetag eintreten. Dies sind insebsondere:

a.) Ab diesem Zeitpunkt gebühren den Käufern die Nutzung des Kaufgegenstandes."

Das heißt doch, dass wir laut KV erst nach Zahlung rauf dürfen oder? Hätten wir dann überhaupt ein Schloß ranmachen dürfen?

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Kommentar von peterobm
29.08.2016, 12:50

die Übergabe findet erst mit dem Geldeingang beim Verkäufer statt und zwar nach 5 Werktagen; Samstage und Sonntage sind da ausgenommen. DANN seid ihr Besitzer; der Notar regelt die Grundbucheintragung; Zahlungsbestätigung vom Verkäufer vorlegen. 

da die Erben ausgeschlagen haben, solltet ihr diesbezgl. Kontakt mit dem Nachlassgericht aufnehmen / Amtsgericht. Dort wird über das Mobilar entschieden.

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Kommentar von kabbes69
03.09.2016, 21:19

Wegen dem Schloss kann nur der Eigentümer entscheiden. Setzt euch mit dem in Verbindung. Ob das für ihn o.k ist und er  den Makler entsprechend unterrichten könnte. Der Makler hat ohne Weisung des Eigentümers weder das Recht das Grundstück zu betreten, noch das Haus. 

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Gekauft wie gesehen bedeutet, dass alles Euch gehört, inclusive sämtlichem etwaigen Gerümpel. Das müsste aber doch im Kaufvertrag stehen? Also, ob der bungalow mit dazu gehört? Ich würde empfehlen, zusammen mit dem Makler durch zu gehen, der dann sein Schloß entfernt und ihr danach frei schalten und walten könnt.

Das ausgeschlagene Erbe fällt ja dem Staat zu, d. h., der verkauft Euch quasi auch das Grundstück (incl. Bungalow?), wer ist also nun der "jetztige Eigentümer im Ausland"?

Wenn Ihr was schriftlich habt, dass dieser Eigentümer nichts damit zu tun haben will....



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Kommentar von peterobm
30.08.2016, 08:24

ich gehe davon aus; dass der Verstorbene nur der Pächter war, der Eigentümer vom Grundstück wohnt im Ausland und verkauft das nun

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mit Genehmigung des Eigentümers sofort. Noch bist du kein Eigentümer; der Eigentumsübergang sollte im KV zu lesen sein. 

Was steht über das Mobiliar im KV? Eigentlich erwirbt man nur das Grundstück und die darauf befindlichen Immobilien. 

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Die Sache ist alles andere als kompliziert.

Alles, was du wissen willst, steht nämlich im Vertrag drin.

Generell macht man solche Verträge bei einem Notar, da man den auch gezielt über die Inhalte des Vertrags befragen kann.

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Der Makler hat überhaupt nichts zu entfernen - in diesem Haus gehört und gehörte ihm nichts.

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Der Makler hat da ga rnichts zu suchen und auch nichts zu "entnehmen"

Den Rest regelt der notarielle Kaufvertrag - nämlich, ob man schon vor offizieller Eintragung auf das Grundstück darf und was man machen darf

die Erben des Pächters haben ausgeschlagen - also gehören das ehemalige (bewegliche) Eigentum des Pächters/Mieters eigentlich dem Staat (wenn es sonst keine Erben gibt)

Der Bungalow ist Bestandteil des Grundstücks.

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Nach Kaufpreiszahlung dürft ihr auf das Grundstück.
Schmeiß den ganzen Kram weg. Da kräht kein Hahn nach.

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Also wenn der Eigentümer es euch erlaubt, dann könnt ihr das Grundstück betreten und auch Arbeit leisten.

Die Sachen von dem Pächter fallen dem Staat zu.

Der Makler hat dort nichts zu suchen und auch nichts zu entnehmen.

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Grundbucheintrag und bei Erbablehnung mit der Gemeinde sich in Verbindung setzen

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