Frage von Irinchen,

Geld nach Tod des Partners überweisen?

Hallo,

mein Freund hat sich vor Kurzem bei der Bank beraten lassen, was mit seinem Geld nach seinem eventuellen Tod passiert, bzw. wie ich das Geld bekommen könnte. Man sagte ihm dann, dass er mich zwar bevollmächtigen könnte, dies dann aber wenig bringt, da im Todesfall eben nur die Erben ein Anrecht auf das Geld hätten, da wir ja nicht verheiratet sind. Er bekam dann von seinem Berater allerdings den Tipp, dass ich das Geld nach seinem Tod komplett auf mein Konto (per Onlinebanking) überweisen soll. Seine Begründung lag darin, dass er sein Konto alleine führt und somit auch allein über die TAN-Nummern verfügt. Wenn also Geld von seinem Konto überwiesen wird, soll es angeblich keine Rolle spielen, ob er in der Zwischenzeit verstorben ist oder nicht, da das Geld als von ihm überwiesen gilt. Zur Erklärung: Offiziell verfügt natürlich nur mein Freund über die TAN-Nummern. Die Realität sieht aber so aus, dass ich sämtliche Privat- und Geschäftsüberweisungen für ihn tätige. Jedenfalls meinte der Bankberater, dass ich auf diese Weise das Geld von Konto und Sparbuch überweisen kann ohne das mir jemand was kann. Interessanterweise ergänzte er seinen Tipp durch: "Das haben Sie aber nicht von mir erfahren!" Nun die Frage: Hat er tatsächlich Recht? Wir werden wohl sowieso demnächst zum Notar gehen, aber mich interessiert, ob der Berater Recht hat.

Antwort von debe25,
6 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Der Berater täte gut daran sich gewaltig zurück zu nehmen. Seine Äußerung bringt dich in den Bereich des Betruges. Dein Lebensgefährte kann dich als Bevollmächtigte "nach seinem Tod" einsetzen und auch als Alleinerbin. Hierbei ist jedoch eine Frist zu wahren die beim Nachlassgericht zu erfragen wäre. Oder er lässt dich jetzt als Mitnutzerin "bis über den Tod hinaus" im Konto eintragen.

Kommentar von auchmama,

DH

Antwort von auchmama,
6 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Diese Aussage ist nach meinem Rechtsempfinden dummes Zeug

Der Berater hatte keine Lust zu arbeiten.

Es gibt bei jeder Bank s.g. Verfügungen im Todesfall. Aber das Formular hätter er ja raussuchen müssen!!!

Zusätzlich könnte Dein Partner ein Testament beim Gericht hinterlegen.

Kommentar von turalo,

Was jedoch von leiblichen Verwandten angefochten werden kann, wenn eine "Nur-"Freundin oder Partnerin als Erbe eingesetzt wird.

Kommentar von auchmama,

deshalb sollte ja so ein Testament notariell aufgesetzt werden. Es gibt inzwischen auch schon einen gewissen Schutz für Lebensgemeinschaften. Hier sollte man sich einfach mal beim Fachmann beraten lassen!

Kommentar von Irinchen,

Vielen Dank. Das werden wir wohl sowieso machen, da ich mich mit der Variante des Beraters soch mehr als unwohl fühle.

Kommentar von auchmama,

....vieleicht sollte man seinen Arbeitgeber mal auf so eine hirnlose Beratung aufmerksam machen...:-( Der Mann ist ja eine Gefahr für jeden Arbeitgeber und für die Kunden sowieso...:-(

Kommentar von turalo,

Wenn der Lebenspartner Alleinerbe sein soll, hilft auch der Notar nicht viel weiter. Man kann leibliche Hinterbliebene (Kinder,Geschwister) nicht einfach übergehen.

Kommentar von auchmama,

sowas erklärt aber alles ein Fachmann. Und wenn schon irgendwas vererbt werden soll, ist das der sicherere Weg!

Kommentar von SchnuBee,

MAn kann jede beliebige Person zum Erben einsetzen. Das einzige was an nicht kann ist den Pflichtteilsberechtgten den Pflichtteil zu entziehen, dies ist jedoch nur ein GEldanspruch, die Pflichtteilsberechtigte erhält (in Dtl.) keinen Erbteil, wenn jemandanderes zum Erben berufen ist.

Kommentar von Irinchen,

Weißt Du denn zufällig auch, ob die Höhe des Erbes für mich auf eine bestimmte Summe begrenzt ist, wenn er mich in sein Testament nimmt?

Kommentar von turalo,

Es gibt keine Begrenzung. Handelt es sich allerdings um ein Vermögen, um eine Villa o. ä. kann das Testament schnell von den "wirklichen" Erben als sittenwidrig angefochten werden, falls ihnen nur ein Restchen bleibt.Bekannte von mir haben das so geregelt, daß jede Neuanschaffung, jedes Auto usw. auf die Frau läuft. Damit die Erben erstmal außen vor bleiben.

Kommentar von auchmama,

...es gibt Grenzen, auf den Rest müsstest Du dann Erbschaftssteuer zahlen. Aber das erklärt auch alles der besagte Fachmann. Lies mal hier...

http://www.internetratgeber-recht.de/Erbrecht/hauptseite.htm

Kommentar von auchmama,

@turalo: die Sache hätte für mich nur einen Haken! was würde passieren, wenn die Frau zuerst verstirbt???

ich würde sowas immer mir einem besprechen, der alle Seiten berücksichtigen kann!

Kommentar von turalo,

Die Angehörigen der Frau sind allesamt "normal", also nicht auf das Erbe aus. Die Angehörigen des Mannes, vom ich schrieb, sind da anders geartet. Von uns würde niemand die Dinge anrühren, die nicht der Verstorbenen "in Echt" gehört hätten.

Kommentar von auchmama,

...wenn es was zu erben gibt, verändern sich häufig die Charaktere. Altes Sprichwort:

bei Geld hört die Freundschaft auf!

wenn man sowas vorher regeln kann, dann sollte man das auch tun. Erspart hinterher eine Menge Ärger...:-(((

Antwort von jamaga1,
4 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Nein, er hat nicht recht. Das Geld könnte von den rechtmäßigen Erben zurück verlangt werden. Die Zeit der Überweisung ist nachvollziehbar und ein Verstorbener kann schließlich keine Überweisung mehr tätigen.

Antwort von user531,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

grundsätzlich erben immer im todesfall die gesetzlichen erbene sei, es wurde eine testamentarische verfügung hinterlegt, das er dich als alleinigen erben einsetzt, wobei dann die gesetzlichen erben ihren pflichtteil geltend machen können

wenn dein freund stirbt (was wir nich hoffen) DARFST DU AUF GAR KEINEN FALL DICH AM KONTO BEDIENEN; DU MACHST DICH DANN STRAFBAR und es kann gegen dich wegen betrug, untreue, unterschlagung ermittelt werden !!!

im todesfall dürfen banken auch nur verfügungen über das nachlasskonto rauslassen, die mit dem tod zu tun haben zb. beerdigungskosten ect. sollten gesetzlich erben vorhanden sein und keine testamentarische verfügung vorliegen, dan bedarf es eh einen erbschein der beim nachlassgericht beantragt werden sollte

vor einem todesfall kann und darf man vom konto anweisen was man möchte aber nach dem tod nicht mehr es ist der bank auch umgehend eine sterbeurkunde vorzulegen

sollte es zu einer erbauseinandersetzung zwischen gesetzllichen erben, darf die bank über das konto so lange nicht verfügung und muss es sperren, bis die erbauseinandersetzung geregelt ist, kommt es zu keiner regelung, kann es sogar später sein, das die bank das konto zum gericht gibt und dort in der nachlassabteilung verwaltet wird, bis die erben sich einig sind

ich kann euch raten, eine testamentarische verüfung beim notar zu machen u.a. weil ihr nicht verheiratet sein und in erster linie IMMER DIE GESETZLICHEN ERBEN im todesfall erben

Antwort von Eveline,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Ich glaube zwar, dass das mit der Überweisung funktioniert, aber wenn die Erben das Geld suchen, wird ganz schnell herausgefunden, wo es geblieben ist und Du stehst evet. als Dieb da.

Regelt das lieber per Testament.

Antwort von turalo,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Gewöhnlich ist ein Konto, wenn der Inhaber stirbt, sofort nicht mehr zugänglich,es sei denn die HInterbliebenen haben eine Kontovollmacht - und selbst dann ist es nicht so ganz einfach. Als meine Großmutter starb, war es nicht ohne Probleme, ihr Konto "umzuschichten", obwohl mein Vater Vollmacht hatte.

Wenn Du sein Geld erhalten sollst, dann muß er es zu Hause aufbewahren, "schwarz" sozusagen. Was auf dem Konto ist, ist Erbmasse, wenn Du da nach seinem Tode etwas abhebst oder überweist ist das Diebstahl.

Kommentar von Lilly2643,

"Gewöhnlich ist ein Konto, wenn der Inhaber stirbt, sofort nicht mehr zugänglich"

.

Ich will den "Tipp" des Beraters jetzt nicht gutheißen. Aber das Konto ist ja erst dann nicht mehr zugänglich, wenn die Bank vom Tod erfährt.

Und in der Zwischenzeit...

Selbst ein Arzt, der den Tod feststellt, kommt erst, wenn man ihn ruft.

Aber Betrug bleibt es doch, zumindest ein moralischer.

Kommentar von turalo,

Wer in der "Zwischenzeit" unberechtigt Geld abhebt, macht sich strafbar.

Antwort von SquadStein,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich
  1. Bitte den Namen des Bankberaters an die örtliche Rechtsanwaltskammer melden. Von dieser wird er dann abgemahnt, weil er unerlaubte Rechtsberatung erteilt.

  2. Die Wahrscheinlichkeit, dass Du Dich nicht strafbar machst, wenn Du dem Rat folgst, ist sehr gering.

  3. Eine Kontovollmacht oder eine Einzelverfügungsbefugnis bei einem Oder-Konto berechtigen zwar dazu, das Geld von der Bank zu empfangen. Sie berechtigen um Verhältnis zu den Erben aber nicht dazu, das Geld zu behalten.

  4. Ein Testament ist eine gute Idee. Die wirklich guten Testamente gibt es von bestimmten Rechtsanwälten. Notarielle Testamente sind in der Praxis häufig schlecht.

Kommentar von Irinchen,

Vielen Dank für die Antwort. Welche wären denn die BESTIMMTEN Rechtsanwälte? Wie finde ich das heraus?

Antwort von SchnuBee,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Oh man, zum Erbrecht wird hier mal wieder haarsträubender Unsinn erzählt...

Also, dein Freund kann dich ohne weiters zum Alleinerben einsetzen. Das ist weder sittenwidrig noch anfechtbar. Zumindest nicht deswegen, weil ihn nicht verheiratet seid.

Aber vorsicht, du hast als Nichtverheirate nur einen sehr geringen Freibetrag bei der Erb- und Schenkungsteuer. (Könnte ein Grund sein doch mal über eine Eheschließung nachzudenken ;)..)

Was du natürlich beachten musst ist der Pflichtteil, der nicht ohne weiteres entzogen werden kann. Dieser beträgt 1/2 des gesetzlichen Erbteils. Er steht aber NUR Ehegatten, Eltern und Abkömmlingen des Verstorbenen zu.

Wie hier schon oft bemerkt wurde, solltest du auf keinen FAll Geld nach dem Tod auf dein Konto überweisen, dass ist sowas von leicht nachweisbar. Erstmal können Tote nichts überweisen und zweiten ist es doch ziemlich eindeutig wenn das Geld "zufällig" auf deinem Konto landet. Anders sieht die Sache jedoch aus, wenn die Vollmacht über den Tod hinaus gilt.

Mein Rat: laßt euch von einem Notar über eure Möglichkeiten beraten. Wenn dein Partner ein eigenes Geschäft hat und viel Vermögen da ist, solltet ihr auch mal mit einem Steuerberaten sprechen.

Antwort von tinimini,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Ab dem Tot ist das Geld Tabu. es werden dann noch Aktionen durchgeführt, aber nur so lange wie die Bank noch nicht weiß das der Inhaber des Kontos gestorben ist.Ab da ist erst mal Schluss,

Antwort von RatsucherZYX,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Wenn die Erben das feststellen, werden sie gerichtlich dagegen vorgehen. Denn in der Sekunde des Todes haben die Erben dann bereits geerbt. Es ist papiermäßig nur noch nicht abgewickelt (Erbschein). Außerdem muß die Bank mitteilen, ob nach dem Eintritt des Todes ( bereits am Todestag) Bewegungen auf dem Konto stattgefunden haben. Ich rate dir dringend von der Vorgehensweise ab.

Antwort von pilot350,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Von dem Moment an, wenn der Tod attestiert wurde, übernimmt ein vom Amtsgericht bestellter Rechtspfleger die Verwaltung des Vermögens des Verstorbenen. Solltest du dem Rat der Bank folgen wollen, muss die Überweisung im dem Moment vollzogen worden sein, an dem der Verstorbene dazu noch in der Lage war. Also vor Einweisung in ein Krankenhaus in dem er verstirbt, oder vor Eintreten eines Herzinfarktes, vor Verlust der geistigen und körperlichen Kräfte also.

Kommentar von turalo,

Also bei uns hat kein vom Amt bestellter Rechtspfleger irgendwas übernommen. Das stimmt also so mal nicht. Nachdem wir mühsam die Bankgeschichte geklärt haben, haben wir alles selbst erledigt, aufgelöst,nachgezahlt, abgehoben usw.

Kommentar von pilot350,

Sobald Erben vorhanden sind, die möglicherweise noch nicht ausfindig gemacht werden konnten, übernimmt ein Rechtspfleger die Verwaltung. Es stimmt also doch und bei euch liegt der FAll eben anders. Verstanden?

Antwort von Maultier,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

fragliche Praktik, da würde ich mich nur begrenzt bis gar nicht drauf verlassen..
Wie wäre es denn wenn ihr das Testamentarisch festhalten würdet?
Auf das ihr es nie braucht, Muli

Kommentar von Irinchen,

Ja das werden wir machen, weil mir der Tipp eben auch sehr fraglich vorkommt.

Kommentar von pilot350,

Es gibt Pflichtanteile einer Erbschaft die auch testamentarisch nicht an Dritte vererbt werden können.

Antwort von Banana23,

Vollmacht über den Tod hinaus und gut ist.

Antwort von cashcow65,

Ich liebe Bänker!!! So dummes Zeug erzählen und dann noch ungestraft davon kommen. Er stiftet Dich zum Betrug an und wird nicht einmal rot dabei. Wieder einer dieser Spezie, die das Vertrauen der Leute genießen aber keinen Plan haben was sie erzählen, bzw was für Konsequenzen dahinter stecken. Wollte er nicht auch gleich noch, dass Du das Geld dann bei ihm anlegst? :-(

Antwort von DatLicht,

[...] da im Todesfall eben nur die Erben ein Anrecht auf das Geld hätten [...]

Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen: 100% korrekt.

Eine Vollmacht ist quasi eine Stellvertretung, und die gilt nur solange, wie der Bevollmächtigende lebt. Ohne wenn und aber.


[...] dass ich das Geld nach seinem Tod komplett auf mein Konto (per Onlinebanking) überweisen soll [...]

Nochmal: Nach dem Tod des Kontoinhabers sind die Erben dafür verantwortlich. Wenn du dich einer Diebstahls- bzw. Anzeige wegen Veruntreuung aussetzen willst, nur zu.


Was ihr machen KÖNNT, ist dass ihr euch beide als Verfügungsberechtigte auf dem Konto eintragen lasst. Dann hast du ganz "normal" die Möglichkeit, über das Konto zu verfügen.

Kommentar von SchnuBee,

BEi der Vollmacht irrst du dich, eine Vollmacht gilt so lange bis sie widerrufen wird, wenn die Vollmacht über den Tod hinaus gilt, muss sie erst von den Erben widerrufen werden.

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