Frage von lilly190302, 109

Führerschein trotz Methadon

Darf man den Führerschein (Neu - nicht MPU) machen, wenn man Methadon als Ersatzdroge für Heroin (ca. 15 Jahre Drogenkarriere) bekommt. Mir wurde das von einer Bekannten erzählt, das ihre Tante das gemacht hat. Sie hat dem Fahrlehrer wohl die Vorgeschichte verschwiegen.

Antwort
von Leeland2002, 109

Ja selbstverständlich geht das.

Es ist 2016 und die Gesetze haben sich diesbezüglich erst 2012 postiv dahingehend geändert.

Der Substituierte muß ein Jahr lang stabil sein, stabil bleiben, das durch Urintests, Speichelproben und Alkoholkontrollen beweisen.

Ein Substitutionsarzt kommentiert alles und stellt bei Unbedenklichkeit eben diese Bescheinigung aus.

Eine MPU kann man sich sparen.

Antwort
von ginatilan,

Hallo lilly

Bei i.v.-Drogenabhängigen kann unter bestimmten Umständen eine Substitutionsbehandlung mit Methadon indiziert sein.

Wer als Heroinabhängiger mit Methadon substituiert wird, ist im Hinblick auf eine hinreichend beständige Anpassungs- und Leistungsfähigkeit in der Regel nicht geeignet, ein Kraftfahrzeug zu führen. Nur in seltenen Ausnahmefällen ist eine positive Beurteilung möglich, wenn besondere Umstände dies im Einzelfall rechtfertigen. Hierzu gehören u. a. eine mehr als einjährige Methadonsubstitution, eine psychosoziale stabile Integration, die Freiheit von Beigebrauch anderer psychoaktiver Substanzen, incl. Alkohol, seit mindestens einem Jahr, nachgewiesen durch geeignete, regelmäßige, zufällige Kontrollen (z. B. Urin, Haar) während der Therapie, der Nachweis für Eigenverantwortung und Therapie-Compliance sowie das Fehlen einer Störung der Gesamtpersönlichkeit

Persönlichkeitsveränderungen können nicht nur als reversible oder irreversible Folgen von Missbrauch und Abhängigkeit zu werten sein, sondern ggf. auch als vorbestehende oder parallel bestehende Störung, insbesondere auch im affektiven Bereich. In die Begutachtung des Einzelfalles ist das Urteil der behandelnden Ärzte einzubeziehen. Insoweit kommt in diesen Fällen neben den körperlichen Befunden den Persönlichkeits-, Leistungs-, verhaltenspsychologischen und den sozialpsychologischen Befunden erhebliche Bedeutung für die Begründung von positiven Regelausnahmen zu.

http://www.fahrerlaubnisrecht.de/Begutachtungsleitlinien/BGLL%203.12.htm

Kommentar von Leeland2002 ,

Mal die Antwort von jemandem der richtig recherchiert hat oder sich gut auskennt.

Genau so ist das!

Abgeschrieben aus BGLL oder BTMg oder O.K.    Leeland2002

Antwort
von Athanasya,

Ich weiß es nicht, kann mir aber gut vorstellen, dass es nach einer bestimmten MIndest-Therapiezeit durchaus machbar ist. Es geht dabei ja immerhin auch um die Wiedereingliederung. Frag doch das nächste mal bei deinem Arzt, ich denke der weiß mehr. Und falls nicht, wer sagt denn, dass du deine Lebensgeschichte an die große Glocken hängen musst? Mach es doch wie die Tante der Bekannten. Geht ja schließlich echt keinen was an.

Kommentar von lilly190302 ,

Ne, geht keinem was an, aber die fährt auch auf unseren Strassen!

Kommentar von sachlich123 ,

Methadon fällt unters BTM und kann im Drogenschnelltest nachgewiesen werden. Es ist nicht erlaubt unter Drogen ein Fahrzeug zu lenken. Das ist Gesetz.

Antwort
von aXXLJ,

Im Umgang mit Methadon und Autofahren kann man als verantwortungsvolle Person genauso Routine entwickeln wie körperliche gehandicapte Verkehrsteilnehmer. Der Gebrauch von Methadon bedeutet nicht zwangsläufig einen Zustand von Fahruntüchtigkeit oder von eingeschränkter Fahrtüchtigkeit.

Es darf nebenbei darauf hingewiesen werden, dass ein immens hoher Anteil aller Verkehrsteilnehmer unter der akuten Wirkung von Anti-Depressiva, von Schmerztabletten und von Lifestyle-drugs (z.B. Prozac oder ähnliche Präparate) Fahrzeuge bewegt. In aller Regel tun sie dies, ohne einen Unfall zu verursachen.

Unfälle passieren allerdings auch ohne jegliche Einwirkung von Medikamenten. Insofern wäre die Behauptung, dass "Methadon-Gebraucher die Straßen unsicherer machen" ebenso falsch wie die Behauptung, dass die Straßen sicher sind, sofern sich dort lediglich absolut nüchterne Verkehrsteilnehmer aufhalten.

Kommentar von Ontario ,

Da bin ich ganz anderer Meinung. Auch ein Alkoholiker kann Routine entwickeln und sich im Strassenverkehr unauffällig bewegen. Manche können da nach 5 -6 Bier immer noch fahren, ohne dass sie auffallen, während einer, der nie Alkohol trinkt bei dieser Menge Bier, sicher auffällig wird. Deshalb ist das verantwortungslos, egal ob mit Alkohol oder anderen Drogen am Strassenverkehr teilzunehmen. Auf vielen Beilagenzettel bei Medikamenten ist auch ein Hinweis ersichtlich, ob das Medikament die Arbeit an Maschinen beeinträchtigen kann, oder Beeinträchtigungen im Strassenverkehr möglich sind. Sicher hast du recht, dass auch Unfälle passieren, ohne dass die Fahrer etwas genommen haben. Weil es angeblich so viele gibt die irgendwie "unter Strom" stehen und am Verkehr teilnehmen, kann das noch lange nicht heissen, dass das akzeptabel ist, auch wenn nichts passiert. Drogensüchtige und auch Alkoholiker sollten solange keinen Führerschein bekommen, bis sie einen längeren Zeitraum nachweisen können, in dem sie clean sind. Nehmen sie dann wieder Drogen und Alkohol zu sich, bei einer Kontrolle erwischt, sollte man denen unterstellen, dass sie nicht fähig sind, am Strassenverkehr teilzunehmen. Führerschein auf Dauer weg. Ich hatte einen Arbeitskollegen der in einen Unfall verwickelt war, bei dem ihm ein betrunkener Autofahrer ins Auto fuhr. Mein Arbeitskollege verlor dabei seine Frau und 3 Kinder. Er selber trägt zeitlebens einen körperlichen Schaden davon, der ihn berufsunfähig machte. Ich denke, wer so eine tragische Situation erfährt, der macht sich schon Gedanken darüber, ob man besoffene oder vollgekiffte Routiniers auf die Strasse lassen darf. 

Kommentar von aXXLJ ,

Wunschdenken ändert ebenso wenig an der Realität wie Verbote.

Kommentar von LaylaAyala ,

Du kannst doch stabil substituierte nicht mit Kiffern vergleichen. Sorry aber du hast keinerlei Ahnung von der Materie. 

Kommentar von aXXLJ ,

Wer vergleicht denn Cannabiskonsumenten mit (stabil) Methadonsubstituierten?

Antwort
von Ontario, 74

Wenn du eine Drogenkarriere hattest und als Ersatzdroge Methadon nimmst, wird man dir wohl zur Auflage machen, dass du völlig clean bist, bevor du zur Führerscheinprüfung zugelassen wirst. Wenn du schon mal den Führerschein wegen Drogenkonsums verloren hast, ist das aktenkundig, auch wenn du dem Fahrlehrer verschweigst, das du Drogenkonsument bist. Diese Tante wird wohl zuvor nicht mit Drogen im Verkehr auffällig geworden sein, dann kann das funktionieren mit dem Führerschein.Ansonsten glaube ich eher nicht. Spätestens dann, wenn die Zuteilung des Führerscheins beantragt wird, fällt auf, dass es sich um einen Drogenkonsumenten handelt.

Kommentar von Leeland2002 ,

Da liegst Du total daneben. Ersten ist  im BTMg ganz groß vermerkt, daß der Staat Subtstitutierte bezüglich der Fahrerlaubnis fördern will. Das fügt zur Resoziolisierung bei und man hat die Möglichkeit wiede "Fuß zu fassen im Leben". Z.B. durch Arbeit als Kraftfahrer.

Ein EX-Junkie ist mit Methadon fahrsicherer als ohne. Aber das zu verstehen fällt Menschen wie Dir schwer. Wie sollst Du auch wissen wie ein Apfel schmeckt, wenn Du noch nie einen gegessen hast. Aber Mitreden zu können - und das aus Erfahrung - und es einfach nur zu tun sind zwei Paar Stiefel.

Diese Auflage gibt es nicht. Opiat, Heroin-Sucht ist eine anerkannte Krankheit (seit 1992). Methadon hat in den letzten 30 Jahren zehntausende Menschenleben gerettet und viele dieser Menschen leben unter Dir und Du merkst es nicht einmal.

Und jetzt zu letzten Mal: Du kannst ohne Probleme zu einer Führerscheinprüfung zugelassen werden, auch wenn Du Methadon oder einer anderes Substitut bekommst.

Die Wichtigkeit besteht darin, ein Jahr mit dem Substitut stabil gewesen zu sein und es weiterhin zu bleiben. Genauf dies wird aber durch wöchentliche Urin oder  Speichelproben bewiesen. Hält man sich an die Regeln, kann man den Fehler, auf die "schiefe Bahn" gekommen zu sein, auch wieder Rückgangig machen.

Das Problem an der Sache sind leider all zu oft vorgefertigte Meinungen und die Sesselfurzer, die die Gesetze machen, welche Menschen wie mir das Leben erschweren. Dabei haben genau diese "Sesselfurzer" noch nie einen Süchtigen, egal welcher Art, auch nur aus 20 Meter Entfernung gesehen! Verdienen so aber ihhr Geld. Und das auf Kosten des Steuerzahlers.

Das gehörst Du mit dazu und vertrittst genau die gleiche Meinung, ohne die geringste Ahnung über diese "Materie" zu haben.

Ohne Dich angreifen zu wollen: Ich würde mir in diesem Diskusionsforum - wo doch Menschen nach Hilfe und Lösungen suchen, um wieder konform an der Gesellschaft mitwirken zu können - an Deiner Stelle unheimlich blöd vorkommen.

Sorry - das ist nicht böse gemeint. Leeland2002

Kommentar von LaylaAyala ,

Der Meinung von Dir kann ich nur beipflichten. 

Antwort
von KittyCat2909,

Zur Verdeutlichung:

*Auszug Bei Methadon handelt es sich nicht um eine illegale (sondern eine verkehrsfähige --> nicht im Sinne von Straßenverkehr) "Droge", besser Mediakment. Es gibt also keinen Grund, einem Methadon-Patienten per se den Führerschein zu entziehen. Man entzieht ja auch niemandem der wg. chronischem Reizhusten Codein bekommt (auch ein Opiat) den Führerschein.

Was das "fahren unter Methadon" anbelangt, ist die Lage nicht eindeutig (mit Grenzwerten o.ä.) geregelt. Prinziepiell hat der behandelnde /substituierende Arzt den Patienten aufzuklären, daß die Methadondosis ggf. zu hoch ist, um am Straßenverkehr teilzunehmen. Gerade am Anfang der Substitution wird das regelmäßig der Fall sein. Ist der Patient jedoch auf das Medikament "eingestellt" kann sehr wohl Fahrtüchtigkeit gegeben sein, da Methadon keine Rauschwirkung hervorruft, sondern lediglich die körperl. Entzugssymtomatik verhindert. Vor einigen Jahren war es so -ich weiß nicht ob heute auch noch- daß der Arzt quasi eine Unbedenklichkeitsbescheinigung ausstellen konnte.

Kommentar von lilly190302 ,

Es geht nicht um "Weiterfahren unter Methadon" , es geht um neumachen des Führerscheins( nicht MPU) und der Fahrschule wurde der Methadonkonsum verschwiegen.

Kommentar von lilly190302 ,

Es geht nicht um "Weiterfahren unter Methadon" , es geht um neumachen des Führerscheins( nicht MPU) und der Fahrschule wurde der Methadonkonsum verschwiegen.

Kommentar von KittyCat2909 ,

soweit mir bekannt ist werden diese Substanzen ärztlich verordnet und es liegt kein Missbrauch vor, ist es möglich, dass Fahrtauglichkeit weiter zugesprochen wird. Dazu ist eine enge und offene Zusammenarbeit mit der Fahrerlaubnisbehörde Voraussetzung, normalerweise auch eine MPU. Damit mit anderen Worten der Gang bzw die Absprache mit dem beh. Arzt von Nöten ist. Ohne das kann es tatsächlich evt Folgen haben. Eigenmächtig das zu unterlassen und damit nicht belegbar als 'fahrtüchtig' erachtet zu werden wäre eig die Pflicht gewesen.

Kommentar von ginatilan ,

auch eine MPU.

falsch

Kommentar von sachlich123 ,

Das stimmt Einzelfallentscheidungen können vom Gericht gefällt werden. Aber wie ist es im Schadensfall mit der Versicherung? Würden die nicht erstmal versuchen zu behaupten der Unfallbeteiligte wäre zu hoch dosiert gewesen? Ich denke eine Versicherung würde in dem Fall versuchen vor Gericht ihr Geld wieder zu bekommen. Das würde mich in dem Zusammenhang interessieren.

Kommentar von KittyCat2909 ,

davon ist auszugehen, da es dann nicht mehr um einen 'allgemein' als fahrtüchtig zu Betrachteten wäre. Nicht nur eine zu hohe Dosierung- sondern auch ein evt absetzen oder Reduzierung könnte fatale Folgen haben. (Entzugserscheinungen..). Ohne Veto wird da sicher keine Versicherung bleiben.

Kommentar von sachlich123 ,

Aber so lange die Einzelfallentscheidung vom Gericht die übliche Rechtslage nicht aufhebt (und das ist hier nicht der Fall) gilt das was ich in meiner Antwort geschrieben habe. Das bedeutet, daß per se der Führerschein sehr wohl entzogen wird und vor Gericht in Ausnahmefällen wiedererlangt werden kann.

Kommentar von Leeland2002 ,

Ein Armutszeugnis, was ihr Neuzeitmenschen alles so schreibt, aber nicht die geringste Ahnung habt. Ich habe das alles mitgemacht, war schwer Drogenabhängig und fahre legal Auto. Soll ich Euch den Füherschein wegnehmen, weil ihr Zuckerkrank seit, Spielsüchtig, Sexsüchtig u.s.w.!!! Solch unqualilfzierte Antworten von Spießbürger gehören verboten. Ihr seit arm an GEIST UND WISSEN. Ich fahre legal mit Methadon substituiert Auto. UND JETZT? Was stört euch daran? Sind das eure einzigen Probleme? Sich an Problemen anderer aufgleilen. ARMES DESCHLAND! P.S.: Laß euch Euer nächstes Bier schmecken. Leeland2002

Antwort
von Leeland2002, 56

Das Verschweigen stellt keine Straftat dar. Das ist die Wahrheit und deutsches Recht. Fahren mit Methadon ist erlaubt, wenn man beweist, dass man keinen illegalen Beikonsum hat, und keinen legalen wie Alkohol. Das ist Fakt. Sont würde ich nicht legal fahren. Leeland2002

Antwort
von sachlich123,

Nur wenn du das Methadon absetzt und komplett ohne Drogeneinfluss fahren kannst. Unter Drogen ist das nicht erlaubt - sollte eigentlich klar sein. Weder mit noch ohne Fahrlehrer.

Kommentar von sachlich123 ,

PS: Das Verschweigen der Therapie stellt eine Straftat dar.

Kommentar von lilly190302 ,

Aber was passiert wenn sowas rauskommt? Ich find das auch nicht gut, sollte man sowas zur Anzeige bringen?

Kommentar von sachlich123 ,

Müsste man eigentlich.

Kommentar von KittyCat2909 ,

Methadon ist medizinisch gesehen Keine Droge- sondern ein Medikament ohne eine Rauschwirkung! Deime Antwort ist definitv Falsch.

Kommentar von sachlich123 ,

Was ist denn jetzt konkret falsch? Daß Methadon unters BTM fällt und somit rein rechtlich als Droge geführt wird? Oder daß das Verschweigen der Einnahme bei der Fahrschule eine Straftat darstellt?

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