Frage von lilly190302,

Führerschein trotz Methadon

Darf man den Führerschein (Neu - nicht MPU) machen, wenn man Methadon als Ersatzdroge für Heroin (ca. 15 Jahre Drogenkarriere) bekommt. Mir wurde das von einer Bekannten erzählt, das ihre Tante das gemacht hat. Sie hat dem Fahrlehrer wohl die Vorgeschichte verschwiegen.

Antwort von ginatilan,
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Hallo lilly

Bei i.v.-Drogenabhängigen kann unter bestimmten Umständen eine Substitutionsbehandlung mit Methadon indiziert sein.

Wer als Heroinabhängiger mit Methadon substituiert wird, ist im Hinblick auf eine hinreichend beständige Anpassungs- und Leistungsfähigkeit in der Regel nicht geeignet, ein Kraftfahrzeug zu führen. Nur in seltenen Ausnahmefällen ist eine positive Beurteilung möglich, wenn besondere Umstände dies im Einzelfall rechtfertigen. Hierzu gehören u. a. eine mehr als einjährige Methadonsubstitution, eine psychosoziale stabile Integration, die Freiheit von Beigebrauch anderer psychoaktiver Substanzen, incl. Alkohol, seit mindestens einem Jahr, nachgewiesen durch geeignete, regelmäßige, zufällige Kontrollen (z. B. Urin, Haar) während der Therapie, der Nachweis für Eigenverantwortung und Therapie-Compliance sowie das Fehlen einer Störung der Gesamtpersönlichkeit

Persönlichkeitsveränderungen können nicht nur als reversible oder irreversible Folgen von Missbrauch und Abhängigkeit zu werten sein, sondern ggf. auch als vorbestehende oder parallel bestehende Störung, insbesondere auch im affektiven Bereich. In die Begutachtung des Einzelfalles ist das Urteil der behandelnden Ärzte einzubeziehen. Insoweit kommt in diesen Fällen neben den körperlichen Befunden den Persönlichkeits-, Leistungs-, verhaltenspsychologischen und den sozialpsychologischen Befunden erhebliche Bedeutung für die Begründung von positiven Regelausnahmen zu.

http://www.fahrerlaubnisrecht.de/Begutachtungsleitlinien/BGLL%203.12.htm

Antwort von aXXLJ,
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Im Umgang mit Methadon und Autofahren kann man als verantwortungsvolle Person genauso Routine entwickeln wie körperliche gehandicapte Verkehrsteilnehmer. Der Gebrauch von Methadon bedeutet nicht zwangsläufig einen Zustand von Fahruntüchtigkeit oder von eingeschränkter Fahrtüchtigkeit.

Es darf nebenbei darauf hingewiesen werden, dass ein immens hoher Anteil aller Verkehrsteilnehmer unter der akuten Wirkung von Anti-Depressiva, von Schmerztabletten und von Lifestyle-drugs (z.B. Prozac oder ähnliche Präparate) Fahrzeuge bewegt. In aller Regel tun sie dies, ohne einen Unfall zu verursachen.

Unfälle passieren allerdings auch ohne jegliche Einwirkung von Medikamenten. Insofern wäre die Behauptung, dass "Methadon-Gebraucher die Straßen unsicherer machen" ebenso falsch wie die Behauptung, dass die Straßen sicher sind, sofern sich dort lediglich absolut nüchterne Verkehrsteilnehmer aufhalten.

Antwort von sachlich123,
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Nur wenn du das Methadon absetzt und komplett ohne Drogeneinfluss fahren kannst. Unter Drogen ist das nicht erlaubt - sollte eigentlich klar sein. Weder mit noch ohne Fahrlehrer.

Kommentar von sachlich123,

PS: Das Verschweigen der Therapie stellt eine Straftat dar.

Kommentar von lilly190302,

Aber was passiert wenn sowas rauskommt? Ich find das auch nicht gut, sollte man sowas zur Anzeige bringen?

Kommentar von sachlich123,

Müsste man eigentlich.

Kommentar von KittyCat2909,

Methadon ist medizinisch gesehen Keine Droge- sondern ein Medikament ohne eine Rauschwirkung! Deime Antwort ist definitv Falsch.

Kommentar von sachlich123,

Was ist denn jetzt konkret falsch? Daß Methadon unters BTM fällt und somit rein rechtlich als Droge geführt wird? Oder daß das Verschweigen der Einnahme bei der Fahrschule eine Straftat darstellt?

Antwort von KittyCat2909,

Zur Verdeutlichung:

*Auszug Bei Methadon handelt es sich nicht um eine illegale (sondern eine verkehrsfähige --> nicht im Sinne von Straßenverkehr) "Droge", besser Mediakment. Es gibt also keinen Grund, einem Methadon-Patienten per se den Führerschein zu entziehen. Man entzieht ja auch niemandem der wg. chronischem Reizhusten Codein bekommt (auch ein Opiat) den Führerschein.

Was das "fahren unter Methadon" anbelangt, ist die Lage nicht eindeutig (mit Grenzwerten o.ä.) geregelt. Prinziepiell hat der behandelnde /substituierende Arzt den Patienten aufzuklären, daß die Methadondosis ggf. zu hoch ist, um am Straßenverkehr teilzunehmen. Gerade am Anfang der Substitution wird das regelmäßig der Fall sein. Ist der Patient jedoch auf das Medikament "eingestellt" kann sehr wohl Fahrtüchtigkeit gegeben sein, da Methadon keine Rauschwirkung hervorruft, sondern lediglich die körperl. Entzugssymtomatik verhindert. Vor einigen Jahren war es so -ich weiß nicht ob heute auch noch- daß der Arzt quasi eine Unbedenklichkeitsbescheinigung ausstellen konnte.

Kommentar von lilly190302,

Es geht nicht um "Weiterfahren unter Methadon" , es geht um neumachen des Führerscheins( nicht MPU) und der Fahrschule wurde der Methadonkonsum verschwiegen.

Kommentar von lilly190302,

Es geht nicht um "Weiterfahren unter Methadon" , es geht um neumachen des Führerscheins( nicht MPU) und der Fahrschule wurde der Methadonkonsum verschwiegen.

Kommentar von KittyCat2909,

soweit mir bekannt ist werden diese Substanzen ärztlich verordnet und es liegt kein Missbrauch vor, ist es möglich, dass Fahrtauglichkeit weiter zugesprochen wird. Dazu ist eine enge und offene Zusammenarbeit mit der Fahrerlaubnisbehörde Voraussetzung, normalerweise auch eine MPU. Damit mit anderen Worten der Gang bzw die Absprache mit dem beh. Arzt von Nöten ist. Ohne das kann es tatsächlich evt Folgen haben. Eigenmächtig das zu unterlassen und damit nicht belegbar als 'fahrtüchtig' erachtet zu werden wäre eig die Pflicht gewesen.

Kommentar von ginatilan,

auch eine MPU.

falsch

Kommentar von sachlich123,

Das stimmt Einzelfallentscheidungen können vom Gericht gefällt werden. Aber wie ist es im Schadensfall mit der Versicherung? Würden die nicht erstmal versuchen zu behaupten der Unfallbeteiligte wäre zu hoch dosiert gewesen? Ich denke eine Versicherung würde in dem Fall versuchen vor Gericht ihr Geld wieder zu bekommen. Das würde mich in dem Zusammenhang interessieren.

Kommentar von KittyCat2909,

davon ist auszugehen, da es dann nicht mehr um einen 'allgemein' als fahrtüchtig zu Betrachteten wäre. Nicht nur eine zu hohe Dosierung- sondern auch ein evt absetzen oder Reduzierung könnte fatale Folgen haben. (Entzugserscheinungen..). Ohne Veto wird da sicher keine Versicherung bleiben.

Kommentar von sachlich123,

Aber so lange die Einzelfallentscheidung vom Gericht die übliche Rechtslage nicht aufhebt (und das ist hier nicht der Fall) gilt das was ich in meiner Antwort geschrieben habe. Das bedeutet, daß per se der Führerschein sehr wohl entzogen wird und vor Gericht in Ausnahmefällen wiedererlangt werden kann.

Antwort von Athanasya,

Ich weiß es nicht, kann mir aber gut vorstellen, dass es nach einer bestimmten MIndest-Therapiezeit durchaus machbar ist. Es geht dabei ja immerhin auch um die Wiedereingliederung. Frag doch das nächste mal bei deinem Arzt, ich denke der weiß mehr. Und falls nicht, wer sagt denn, dass du deine Lebensgeschichte an die große Glocken hängen musst? Mach es doch wie die Tante der Bekannten. Geht ja schließlich echt keinen was an.

Kommentar von lilly190302,

Ne, geht keinem was an, aber die fährt auch auf unseren Strassen!

Kommentar von sachlich123,

Methadon fällt unters BTM und kann im Drogenschnelltest nachgewiesen werden. Es ist nicht erlaubt unter Drogen ein Fahrzeug zu lenken. Das ist Gesetz.

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