Frage von Hornet260, 120

Fahrt zum Kunden Arbeitszeit?

Ich bin im Kundendienst tätig. Von der Firma im Umreis von ca. 150 Kilometern. Jetzt hat der Chef beschlossen, dass die Arbeitszeit erst beim Kunden startet und auch dort wieder endet. Fahre ich also 2h hin und 2h zurück PLUS 8h Arbeit vor Ort, so war ich 12h unterwegs, darf mir aber nur 8h aufschreiben. Also 4h jeden Tag reines Privatvergnügen, manchmal 5h. Wir bekommen zwar eine geringe Kilometerpauschale, die ist aber eher ein Witz. Es geht mir eher um die verlorene private Zeit.

Darf ein Arbeitgeber so verfahren wie ich es oben geschildert habe?

Ist das etwas rechtens?

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von askrenegade, 75

Fahren zum Kunden ist Arbeitszeit.

http://www.handelsblatt.com/finanzen/steuern-recht/recht/europaeischer-gerichtsh...

Kommentar von Hornet260 ,

BOMBE! Vielen Dank!

Antwort
von putzfee1, 44

Die Fahrt von der Firma zum Kunden ist auf jeden Fall Arbeitszeit. Was anderes wäre es, wenn du direkt von zu Hause zum Kunden fahren würdest. Dann wäre es möglich, die Anfahrt nicht als Arbeitszeit zu rechnen.

Antwort
von DaveKlein007, 17

Urteil des AG Berlin zu: Wegezeit - Beginn und Ende der täglichen
Arbeitszeit - Entgelt für beschäftigungslose Zeit - geteilter Dienst

Bei der Vereinbarung einer wöchentlichen Arbeitszeit ist vom
Grundsatz her davon auszugehen, dass diese wöchentliche Arbeitszeit so
aufgeteilt wird, dass vom Arbeitnehmer pro Arbeitstag nur eine
zusammenhängende Anzahl von Stunden geleistet werden muss.
Will der Arbeitgeber hiervon abweichen und die wöchentliche Arbeitszeit
so aufteilen, dass der Arbeitnehmer an einem Tag mehrere voneinander
unabhängige und zeitlich auseinander liegende Einsätze zu leisten hat
(geteilter Dienst), so bedarf es hierfür einer vertraglichen Regelung.
Weist der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer einen geteilten Dienst zu, obwohl
eine vertragliche Grundlage hierfür fehlt, beginnt die tägliche
Arbeitszeit des Arbeitnehmers mit der Zuweisung des ersten Dienstes und
endet mit Abschluss des letzten Dienstes.
Die zwischen den einzelnen Einsätzen aufgewendete Wegezeit gilt für
Beschäftigte, die unter den Rahmentarifvertrag für die gewerblichen
Beschäftigten in der Gebäudereinigung fallen, gemäß § 3 Ziffer 2.2 RTV
als Arbeitszeit. Für die die Wegezeit übersteigende Zeit, die mangels
Zuweisung eines bestimmten Arbeitsplatzes beschäftigungslos bleibt,
gerät der Arbeitgeber gemäß § 293 BGB in Annahmeverzug.

ArbG Berlin, 11.01.2007, 63 Ca 8651/05; § 12 TzBfG

Antwort
von hank1973, 50

Bei mir als gärtner werde ich bezahlt, wenn ich auf dem Firmengelände anfange. somit wird mir jede Fahrt zum Kunden bezahlt, auch wenn ich selber nicht fahre. Fahre ich selber, wird mir auch die Rückfahrt zur firma bezahlt. ansonste schau in deinen Vertrag.

Antwort
von Laleu, 53

Ohne konkretes Wissen aber gab es da nicht "letztens" einen ähnlichen Fall, wo es um Duschen, Umziehen in Arbeitskleidung und ähnliches ging? 

Da das Ganze zu deinem Beruf gehört und dein Arbeitgeber ja auch möchte, dass du dahinfährst, fällt das meiner Meinung nach in die Dienstzeit/Arbeitszeit. 

Verbesserungen nehme ich gerne entgegen. 

Kommentar von Hornet260 ,

Sehen ich und meine Jungs auch so.

Antwort
von Elizabeth2, 53

Habe ich gegoogelt - informiere dich selber noch genauer. Kannst du alles auch googeln. Der Arbeitgeber macht das solange mit euch, wie ihr euch  das gefallen lasst. Schämen sollte der sich.....aber ihr müsst euch wehren.

Was selbstverständlich klingt, führt immer wieder zu Streit
zwischen Arbeitgebern und ihren Angestellten: Die Fahrten, die
Arbeitnehmer im Außendienst zwischen ihrem Wohnort und dem Standort des
ersten und des letzten Kunden des Tages zurücklegen, stellen Arbeitszeit
dar.

Das hat der Europäische Gerichtshof heute entschieden. Es würde dem unionsrechtlichen Ziel des Schutzes der Sicherheit und der Gesundheit der Arbeitnehmer zuwiderlaufen, wenn diese Fahrten keine Arbeitszeit wären, heißt es in einer Pressemitteilung weiter.

Anlass des Urteils war die Klage einer spanischen
Gewerkschaft gegen zwei spanische Firmen. Diese rechneten die Fahrzeit
zwischen dem Wohnort der Arbeitnehmer und dem Standort des ersten und
des letzten Kunden nicht als Arbeitszeit sondern als Ruhezeit an. Als
Arbeitszeit wurden nur die Einsatzzeiten an den Standorten und die
Fahrzeiten von einem Kunden zum anderen berücksichtigt.

Antwort
von ChristianLE, 47

Was ist denn hinsichtlich des Arbeitsortes im Arbeitsvertrag geregelt?

Man möge mich korrigieren, aber der Weg zur Arbeit ist immer reines Privatvergnügen.

Kommentar von Hornet260 ,

Meine Arbeit ist der Firmensitz. Die Fahrt dorthin kommt ja noch obendrauf. Die bekomme ich natürlich nicht gezahlt, das stimmt.

Kommentar von PeterSchu ,

Der Weg zur Arbeit ist der Weg zur Firma. Der ist Privatvergnügen. Wenn von dort aber zum Kunden gefahren wird, ist das in der Regel Arbeitszeit.

Antwort
von MorthDev, 63

Das darf er nicht machen! Die Anfahrt MUSS zumindest gezahlt werden (Sprit)

Kommentar von Hornet260 ,

Ich habe einen Firmenwagen, daher keine Spritkosten.

Kommentar von PeterSchu ,

Er zahlt ja auch nicht den Sprit, sondern deine Arbeitszeit.

Kommentar von MorthDev ,

Ich denke trotzdem, dass das gezahlt werden muss, schau dir die anderen Kommentare an

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