Frage von TheMarburger, 50

dürfen erben, die tagebüscher des verstorbenen lesen, auch wenn dort viel privates von anderen, zu erfahren ist?

dürfen erben, die tagebüscher des verstorbenen lesen, auch wenn dort viel privates von anderen, zu erfahren ist ?

Antwort vom Anwalt erhalten
Anzeige

Schneller und günstiger Rat zum Erbrecht. Kompetent, von geprüften Rechtsanwälten.

Experten fragen

Expertenantwort
von ichweisnix, Community-Experte für Erbe, 7

Rechtlich geht das Eigentum und das Urheberrecht an den Tagebuch mit den Erbfall auf den Erben über.

Moralisch ist das Rumschnüffeln in Privatangelegenheiten anderer natürlich verwerflich, besonders, wenn man persönlich mit den Leuten zu tun hat.

Eine Kladde oder Ähnliches, welches als Tagebuch klar erkennbar ist, würde ich vernichten, es sei denn der Verstorbene hätte etwas anderes testamentarisch verfügt.

Bei wir würde das Ding vermutlich ungelesen irgendwo im Schrank verschwinden.

Antwort
von baehrchen2, 21

Tja, das ist so 'ne Sache mit Tagebüchern. Ja, wenn jemand einen Nachlass erbt, zu dem auch Tagebücher gehören, dann darf er die natürlich auch lesen, auch, wenn das für Dritte eventuell unangenehm werden kann.

Antwort
von DerSchopenhauer, 10

Wie schon zutreffend angemerkt wurde, kann man als Erbe über alles frei verfügen; ob man nun auch die persönlichsten Dinge tatsächlich in Augenschein nehmen sollte, muß jeder für sich selbst entscheiden...

Grundsätzlich gilt für mich: wenn ein persönliches Schriftstück nicht eindeutig als Testament erkennbar ist oder explizit an mich gerichtet wäre, würde ich es ignorieren und es der Vernichtung zuführen bzw. an denjenigen weiterleiten, für den es bestimmt ist (ohne Kenntnis zu nehmen).

Eine Kladde oder Ähnliches, welches als Tagebuch klar erkennbar ist, würde ich vernichten, es sei denn der Verstorbene hätte etwas anderes testamentarisch verfügt.

Kommentar von DerSchopenhauer ,

Ergänzung meines Kommentares zu "Tagebuch":

"...UNGELESEN vernichten"

Antwort
von Berlinfee15, 24

Guten Morgen,

das ist und bleibt sicherlich eine Gewissensfrage. Doch wer Tagebücher geerbt hat....darf sich auch "schlauer" machen. Im Notfall vernichten!

(ohne Gewähr)

Antwort
von lovegirl2002, 13

Rechtlich ja, aber ich finde man sollte es lieber lassen, da es ja privat ist . (Auch wen n der / diejenige schon gestorben ist)

Antwort
von konstanze85, 24

Moralisch würde ich nein sagen.

Rechtlich leider ja.

Antwort
von Stern202, 14

Eine moralisch sehr interessante Frage.

Kommentar von Stern202 ,

Einerseits könnte man der Person sich noch einmal nahe fühlen, weil man mit dessen Gedanken konfrontiert wird. Andererseits könnten diese Gedanken aber auch Fragen aufwerfen, die man dann nicht mehr beantwortet bekommt. Man muss für sich selbst wissen, ob man das kann. Ein wirkliches Richtig oder Falsch gibt es denke ich nicht. Wer seine Gedanken und Gefühle niederschreibt, der muss damit rechnen, dass sie entdeckt und gelesen werden könnten.

Kommentar von DerSchopenhauer ,

Deine dialektische Argumentation kann ich nachvollziehen.

Aber:

Ein Tagebuch führt man, jedenfalls im Normalfall, nur für sich persönlich - es sei denn man ist eine bedeutende Person der Zeitgeschichte - dann möchte man ja ggf. auch, daß seine intimsten Gedanken frei zugänglich gemacht werden (je nachdem wo und in welchem Land man lebt, möchte man das sogar unbedingt (politische Tagebücher) - aber das regelt man meist schon testamentarisch oder indem man das einer Vertrauensperson anvertraut - ansonsten ist es oft erst die 2. oder 3. Generation, die tatsächlich davon Kenntnis nimmt - durch den zeitlichen Abstand ist das, was man ggf. liest, nicht mehr so kompromitierend - weder für den Tagebuchschreiber als auch für die damals noch lebenden Menschen...

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten