Darf unser Sohn (15) mit uns gemeinsam im Bierausschank arbeiten?

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5 Antworten

Der Ausschank von Alkohol ist nicht die Hauptfrage. Das Problem liegt woanders. Es handelt sich ja um Arbeit und da besagt das Gesetz folgendes:

Nebenjob / Ferienjob / Arbeit allgemein
Erlaubt ab 13 Jahre, mit Einwilligung des Personensorgeberechtigten (Eltern), soweit die Beschäftigung leicht und geeignet ist.

Dein Sohn  darf laut Gesetz 2 Stunden pro Tag arbeiten. Jedoch nicht vor der Schule und nicht nach 18 Uhr. Auch am Wochenende (Sa + So.) darf er nicht arbeiten. Ausnahme: Im landwirtschaftlichen Betrieb darf bis zu 3 Stunden pro Tag geholfen werden.

Grund hierfür ist das Jugendarbeitsschutzgesetz (§ 2+ § 5 JArbSchG) :
(1) Kind (Sorry, so lautet das Gesetz ;) ) im Sinne dieses Gesetzes ist, wer noch nicht 15 Jahre alt ist.
(2) Jugendlicher im Sinne dieses Gesetzes ist, wer 15, aber noch nicht 18 Jahre alt ist.
(3) Auf Jugendliche, die der Vollzeitschulpflicht unterliegen, finden die für Kinder geltenden Vorschriften Anwendung.


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Kommentar von Kinderwerkstatt
09.06.2016, 16:04

Ja, aber ich schrieb doch oben ,er ist bereits 15! Also ist er ein Jugendlicher.

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Ich habe zwar keinen Paragraphen im Kopft, aber ich kann dir ziemlich sicher sagen, das er sich unter eurer Aufsicht dort aufhalten darf. Der Haken an der Sache ist, da Ihr alkoholische Getränke verkauft, darf er beim Ausschank nicht beteiligt sein.

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Kommentar von Kinderwerkstatt
09.06.2016, 16:14

Das Problem sind zwei Gesetze, die sich nicht auf einander beziehen lassen:

1.

Das Jugendarbeitsschutzgesetz: es regelt wann, wo, wie oft und wie lang Jugendliche arbeiten dürfen. In diesem Fall ist die Arbeit und auch der Aufenthalt begrenzt. Also nur zwischen 6 - 22 Uhr etwa und nicht länger als 8 Stunden. Ausnahmen gibt es aber, z.B. wenn es Inhalt einer Ausbildung ist, ist die 20 Uhr Grenze aufgehoben.

2. Das Jugendschutzgesetz

Es regelt, ab welchem Alter was an Jugendliche ausgeschenkt werden darf und dass man erst ab 16 selbst Bier ausschenken darf.

Da es sich aber in unserem Fall um eine bezahlte Beschäftigung im Ausschank handelt, die noch dazu gemeinsam mit den Eltern ausgeführt wird, frage ich mich, inwieweit das Jugendschutzgesetz bzgl. Alkoholausschank (Im Beisein der Eltern darf er sogar in einer Kneipe Bier trinken) hier sinnvoll angwendet wird.

Außerdem: Der Alkoholkonsum ist ja sogar den Beschäftigten seitens des Veranstalters auch verboten. D. h. ICH darf selbst als Erwachsener nichts Alkoholisches trinken, sondern nur verkaufen.

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die Probleme liegen da nicht so einfach, denn er darf erst ab 16 einen "Nebenjob" machen. Alles drunter sind Schülerjobs für ein paar Stunden in der Woche Zeitung austragen oder so. Einfache Arbeit, ein paar Stunden in der Woche.

Das was ihr plant ist harte Arbeit (stehend, körperlich, Hitze evtl, Lautstärke, viele Stunden und 5-10 Tage, Abend/Nachtarbeit) Alleine diese Faktoren sorgen schon dafür, das es wenn überhaupt nur mit einer Sonderregelung geht.

Bier ausschenken darf er mit 16, aber keine Spirituosen. Also darf er mit 15 die Saftbar für 2-3 Stunden am Nachmittag machen, mehr nicht

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1 § 9 JuSchG regelt den Konsum und Verkauf von Alkohol in der Öffentlichkeit:

An Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren darf Alkohol weder abgegeben noch darf ihnen der Verzehr gestattet werden. Branntwein und branntweinhaltige Getränke dürfen an unter 18-Jährige weder abgegeben noch darf ihnen der Verzehr gestattet werden.

Das ist also ein klares Nein. 

Ich persönlich befürworte jedoch die Idee, da ihr Sohn den Umgang mit Geld kennenlernt (falls er etwas verdient) und bereits schon etwas Erfahrung in Richtung Aubildung sammeln kann. 

Ansonsten lasst ihn doch ausschließlich die alkoholfreien Getränke servieren. 

Grüße Bacon44 

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Kommentar von Kinderwerkstatt
09.06.2016, 16:24

Das ist ja das Dilemma: Wie Du richtig zitierst, darf AN ihn nicht ABGEGEBEN werden. Vom Ausschank wird da nicht geredet.

Allerdings darf er unter Aufsicht seiner Eltern auch unter 16 Bier trinken (aber keinen Schnaps! Das steht da auch irgendwo in den Unterparagraphen unter Ausnahmen.

Nur alkoholfreie getränke ausschenken zu lassen wird schwierig, da ja oft Mischbestellungen ankommen und das unsere Routine durcheinander brächte.

Er würde tatsächlich 11 € die Stunde verdienen. Er möchte das Geld für einen neuen PC sparen. Da wir in der glücklichen Situation sind, nebenjobmäßig im Sommer auf diversen Veranstaltungen zu arbeiten, können wir ihn mit ins Boot holen. Außerdem kennt er das Prozeder schon aus den jahren zuvor.

Aber vielen Dank für deine moralische Unterstützung. Unser Sohn trinkt nicht mal zu Hause mit Freunden mal ein Bier, obwohl wir es ihm schon erlaubt / angeboten haben. Z.B. auf seinem Geburtstag.

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Ich würde einfach mal sagen, macht es mal testweise, aber nur bis 22 Uhr, er ist ja euer Sohn egal was kommt, es bleibt in der Familie wenn nicht gerade er euch anzeigt kann da nicht viel passieren

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