Frage von schmoellner, 162

Darf mir der Vermieter eine maximale Aquarium Grösse vorschreiben?

Ich habe mir eine neue Wohnung gesucht. Im Mietvertrag steht eine erlaubte Aquarium Grösse von höchstens 80L. Der Wbg geht es nicht um die Deckenbelastung sondern um die Wasser menge die im Fall eines Schadens austritt. Ist das so erlaubt?

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Expertenantwort
von dsupper, Community-Experte für Aquarium, 100

Hallo,

nein, dass Recht hat der Vermieter nicht! ABER: er kann verlangen, dass du dein AQ gegen alle möglichen Schäden versichern musst: Schäden die den anderen Mietern entstehen und Schäden, die am Gebäude entstehen können.

Natürlich kann ein AQ aufgrund des Gewichtes und der Deckenbelastung begrenzt werden. Aber ob du nun 80 l oder 250 l in deiner Wohnung unterbringen möchtest, kann er nicht bestimmen, denn die Unterbringung eines AQ gehört zur dir überlassenen Nutzung der Wohnung.

Gutes Gelingen

Daniela

Kommentar von schmoellner ,

Danke für die Antwort. Habe ein 350l becken und würde es nur ungern hergeben. Was passiert wenn ich es trotzdem aufstelle? Was macht die Versicherung falls doch was passiert?

Kommentar von dsupper ,

Die Versicherung zahlt - wenn du dein AQ richtig versichert hast. Dazu zählt in erster Linie, dass in deiner Versicherung das AQ in dieser Größe versichert ist.

Und du brauchst u.U. mehr als eine Versicherung:

- enthält die Glasversicherung als Versicherungsgegenstand das
Aquarium, dann zahlt diese Versicherung den Schaden am AQ selbst, also z.B. eine neue Scheibe - aber keine Folgeschäden

- die eigene Privathaftpflichtversicherung zahlt alle die Schäden,
die durch auslaufendes AQ-Wasser anderen (z.B. Mietern unter der eigenen Wohnung etc.) entstehen - aber nicht die eigenen Schäden

- besteht eine Gebäudeversicherung, dann zahlt diese Schäden, die am Gebäude entstehen

- die eigene Hausratversicherung zahlt auch eigene, durch
auslaufendes Wasser am Hausrat entstandene Schäden. Voraussetzung, das AQ ist hier explizit aufgeführt - nur die Erwähnung von Leitungswasser zählt dabei nicht. Oft ist die Größe des AQ auch extra aufgeführt.

Und genau um diese Gebäudeversicherung wird es dann wahrscheinlich Probleme geben, denn die schließt i.d.R. der Vermieter ab. Unter Umständen hat er eben nur eine abgeschlossen, die kleine AQ beinhaltet - daher seine Angabe, dass das AQ nur 80 l beinhalten darf.

Und genau hier fängt die Problematik an, denn du kannst keine Gebäudeversicherung abschließen - das wäre auch viel zu teuer. Aber wenn dann etwas passiert und am Gebäude selbst entstehen Schäden (keine Ahnung, was da passieren könnte, ich bin kein Bausachverständiger) - dann kommst du wahrscheinlich in Teufels Küche.

Expertenantwort
von bwhoch2, Community-Experte für Mietrecht, 67

Natürlich ist das so erlaubt. Es geht hier um die Vertragsfreiheit. Du hast einen Mietvertrag unterschrieben, indem höchstens ein 80Liter-Aquarium erlaubt ist. Somit hast Du Dich daran auch zu halten.

Es gibt durchaus Paragraphen in Mietverträgen, die nicht erlaubt sind, bzw. denen eine eindeutige gesetzliche Regelung entgegen steht.

Die Haltung von Kleintieren wurde Dir nicht verboten. Das wäre z. B. nicht möglich. Jedoch gibt es kein Gesetz, das es verbietet, die Größe eines Aquariums zu begrenzen, es sei denn es wird nur die Größe eines Aquariums erlaubt, die es nicht gestattet, darin wirklich Fische zu halten (z. B. Goldfischglas).

Hast Du den Mietvertrag schon unterschrieben? Dann lass Dir was für Deine 350 Liter einfallen.

Noch nicht unterschrieben? Dann such Dir eine andere Wohnung.

Antwort
von DerHans, 49

Das ist eine Haftungsangelegenheit.

Du kannst ihm ja nachweisen, dass du in deiner Haftpflichtversicherung ein größeres Aquarium eingeschlossen hast, kann er den Passus im Mietvertrag anpassen.

Selbstverständlich besteht für ihn dann immer noch das Risiko, dass du deine Versicherungsprämie nicht gezahlt hast.

Expertenantwort
von albatros, Community-Experte für Mietrecht, 41

Diese Vorgabe wegen vermutetem Schadensfall ist meines Erachtens unzulässig. Eine Beschränkung kenne ich nur bei unzureichender Tragfähigkeit der Decke bzw. des Fußbodens. Da diese  aber nicht Grund für die Vorgabe und de facto auch nicht gegeben ist, ist eine unzulässige Gebrauchseinschränkung und damit des allgemein vertragsgemäßem Gebrauchs der Mietsache gegeben und deshalb unwirksam.

Antwort
von ChristianLE, 64

Wenn sich die Begründung tatsächlich nur auf die Wassermenge beschränkt und nicht auf das Gewicht, würde ich das gekonnt ignorieren.

Kleintierhaltungen bedürfen nie der Genehmigung des Vermieters, so dass Du Dir ein Aquarium holen kannst, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen.

Unabhängig davon, würde ich aber dennoch ein statisches Gutachten anfordern. Sonst freut sich der Mieter unter Dir über ein Aquarium in seinem Zimmer.

Antwort
von DarthMario72, 52

Der Wbg geht es ... um die Wassermenge die im Fall eines Schadens austritt.

Mit dieser Begründung könnte man auch vorschreiben, dass du keine Spülmaschine in der Wohnung nutzen darfst. Das ist m. E. nicht nachvollziehbar. Würde man sich auf die Statik beziehen, wäre das u. U. noch plausibel, aber ob das mit dieser Begründung wirksam vereinbart werden kann, wage ich mal zu bezweifeln. Allerdings stellt das nur meine private Meinung dar, ich kann es durch keine Quellen belegen.

Antwort
von Frage2Antwort, 76

Das Problem ist, dass je nach Bauart und aufstell Ort die Statik das teilweise nicht hergibt.

Bei modernen Häusern hast du eine Belastbarkeit von rund 150kg pro Quadratmeter.

Ich hab mein 250er auch nur an eine Stelle im zweiten Stock stellen dürfen, haben sogar dafür einen baustatiker gerufen.

Das Problem ist wenn nachher was passiert haftet auch keine Versicherung.

Es muß ja nicht der Boden durchbrechen, es reicht ja schon wenn es in der Etage unter dir Risse an der Decke gibt.

Bei einem 80er Becken hast du ja nicht nur die 80liter Wasser, sondern Kies, Steine, ect.

Ich wohne jetzt in einem Erdgeschoss, hab kein Keller unter mir und mußte für mein 600er zum Glück nicht das Fundament verstärken da es stark genug war.

Leider denken da viele nicht mit, warum denn auch wenn einem das Haus nicht gehört. Ist ja nicht ihr Eigentum. Aber sieh es mal von der anderen Seite, eine Beschädigung des Bodens kostet mehr als du in einem Jahr Miete zahlst. Was würdest du an der Stelle deines Vermieters machen?!

Bevor du das jetzt einfach aufstellst und dich mit deinem Vermieter anlegst rede doch mal mit ihm und schlag ein Statiker vor. Kostet nicht die Welt. Es bringt dir nichts dich mit deinem Vermieter anzulegen denn du bist Mieter und ziehst immer den kürzeren. Du bist zu Gast also hab auch ein wenig Anstand...

Kommentar von dsupper ,

Hast du die Frage nicht wirklich gelesen? Es geht nicht um die Statik und die Deckenbelastung ...

Der Wbg geht es nicht um die Deckenbelastung sondern um die Wasser menge die im Fall eines Schadens austritt. Ist das so erlaubt?

Kommentar von Frage2Antwort ,

Also, mal angenommen du bist Vermieter ... was würdest du schreiben ... "ich hab angst das das Haus Zusammenkracht" oder "wegen dem wasser was austreten kann"?

Also ich bin vermieter und ich würde niemals wegen Gewicht etwas rein schreiben sondern eher wegen dem Wasser was austreten kann.

Antwort
von Omniscentor, 64

Ich denke nicht dass er dir das Vorschreiben darf. Hast du eine Haftpflichtversicherung, oder Hausrat welche ein Wasserschaden abdecken würde? Falls ja, sag es ihm, dann wird er auch keine weiteren Bedenken haben diesbezüglich. Eine Waschmaschine kann im ungünstigen Fall eine wesentlich größere Menge Wasser verlieren als das Aquarium.

Antwort
von Colopia, 66

Ob das erlaubt ist, kann ich dir nicht sagen.

Was ich dir sagen kann, dass es bei einem Wasseraustritt sowas von egal ist, ob es 80 oder 250 liter sind. Der Schaden ist gigantisch.

Dafür hat man aber auch eine Haftpflichtversicherung.

Antwort
von BradleyBiggle, 83

Hallo

da du den Mietvertrag unterschrieben hast, ja natürlich. Du hast es doch akzeptiert. 

Wenn dort stehen würde das du 8000 Euro im Monat bezahlst kannst du nachher auch nicht mehr sagen, nö mag ich nicht. 

°LG

Kommentar von DarthMario72 ,

Nur weil etwas im Mietvertrag steht, heißt das noch lange nicht, dass das damit wirksam vereinbart ist. Eine Klausel, mit der Haustierhaltung generell verboten wird, ist ja auch unwirksam.

Kommentar von BradleyBiggle ,

Ist mir bewusst nur wurde erst einmal die Vereinbarung akzeptiert und sollte somit auch eingehalten werden. 

Wenn im Mietvertrag sehen würde das Haus wird von einer Firma gereinigt und es verdreckt zusehens würden die Mieter auch darauf pochen. 

Kommentar von ChristianLE ,

Wenn im Mietvertrag sehen würde das Haus wird von einer Firma gereinigt und es verdreckt zusehens würden die Mieter auch darauf pochen. 

Das eine hat aber mit dem anderen gar nichts zu tun. Was rechtens ist und was nicht, entscheiden regelmäßig die Gerichte (hier geht es auch um Benachteiligungen der Mieter).

Kommentar von dsupper ,

@ BradleyBiggle - es gibt so etwas, das sich "vertragsgemäße Nutzung einer Wohnung" nennt - und das bezieht sich NICHT auf den Mietvertrag, sondern darauf, dass ein Mieter die Wohnung so nutzen darf, wie es seinem Wunsch und Wollen entspricht (natürlich gibt es Ausnahmen, wenn andere Mieter belästigt werden würden, durch Krach oder z.B. einen Hund).

Ein Vermieter darf auch nicht vorschreiben, dass man nur einen schwarzen Schrank oder ein 3-sitziges Sofa aufstellen darf ....

Kommentar von ChristianLE ,

Wenn dort stehen würde das du 8000 Euro im Monat bezahlst kannst du nachher auch nicht mehr sagen, nö mag ich nicht. 

Doch, kann er. Ansonsten hätte ich Dich gern als Mieter, wenn Du alles tust, was im Mietvertrag steht.

Antwort
von konzato1, 66

http://www.mietrechtslexikon.de/a1lexikon2/a1/aquarium.htm

Laut diesem Urteil nicht.

Kommentar von schmoellner ,

naja, habe jetzt ein 350l Aquarium und möchte es ungern hergeben. Es ist halt nur die frage was passiert wenn ich es aufstellen würde? In der haftpflicht ist es mit verankert.

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