Frage von JaAberNeinAber, 156

Darf man eine gewerblich angemietete Immobilie auch privat nutzen?

Hallo, hätte mal eine Frage, und zwar habe ich eine gewerbliche Immobilie (ca 100qm, mit Sanitär, Küche usw.) zu einem Spottpreis angeboten bekommen, welche ich auch gewerblich (Gewerbeschein ist vorhanden), u.A als Studio / Techniklager nutzen möchte. Nun aber fände ich es aber unwirtschaftlich zudem auch noch meine Wohnung zu behalten, da ich ohnehin fast schon durchgängig arbeite.

Nun zu meiner Frage; Wäre es möglich in diesen Räumen auch zu wohnen (Platz wäre ja genug vorhanden) und das ganze quasi zu verbinden oder müsste der Vermieter dann erst einen Antrag beim Bauamt stellen? Was aber auch noch interessant wäre zu wissen; Sollte ich in den nächsten Jahren einmal die Branche wechseln / Das Geschäft aufgeben oder what ever und bestenfalls in der Übergangszeit auch noch beim JobCenter landen (unwahrscheinlich aber man weiß ja nie) könnte dies dann Komplikationen mit sich ziehen?

Vielleicht hat ja einer von Euch Erfahrungen in diesem Gebiet, welche er mit mir teilen würde, in jedem Fall schon mal vielen Dank im Vorraus :-)

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Antwort
von Kreidler51, 102

Da mußt du dich mal bei der Stadt erkundigen denn in manchen Gewerbegebieten ist das Wohnen verboten (Gewerbegebiet)

Kommentar von JaAberNeinAber ,

In diesem Fall, befinden sich die Räume nicht in einem als Gewerbegebiet ausgewiesenen Stadtteil. Ich werde mich mal erkundigen - vielen Dank :-)

Expertenantwort
von bwhoch2, Community-Experte für Mietrecht, 83

Clinton Loser hat Dir die einzig richtige Antwort gegeben.

Die Räume sind nicht in einem Gewerbegebiet und selbst da würde es wohl kaum Probleme geben.

Die Voraussetzungen, um dort zu wohnen, wo Du arbeitest, sind vorhanden. In der Regel werden eher an eine Gewerbeimmobilie höhere Anforderungen gestellt, als an eine Wohnimmobilie.

Was braucht man zum Wohnen?

Toilette, Waschgelegenheit, Kochgelegenheit. Ersteres ist auf jeden Fall vorhanden. Somit auch eine Waschgelegenheit. Falls zudem noch eine Dusche vorhanden ist, umso besser. Zum Kochen genügen eine Kaffeemaschine, elektrische Kochplatten und/oder vielleicht noch ein Mikrowellengerät. Alle erfordern keine besonderen Installationen und werden an Arbeitsplätzen genauso genutzt.

Rein rechtlich, von Seiten der öffentlichen Hand, gibt es sicher keine Probleme.

Die andere Frage ist allenfalls noch, ob es von Seiten des Vermieters bzw. Eigentümers des Gebäudes irgendwelche Probleme geben könnte. Vielleicht ist das Gebäude baulich nicht für Wohnzwecke geeignet:

1. Heizung: Wie werden die Räume beheizt? Können die entstehenden Heizkosten Dir direkt zugeordnet werden?

2. Belüftung (Schimmelproblem): Handelt es sich um ausreichend belüftbare Räume? Können z. B. durch Feuchtigkeit von Dusche, Küche oder auch Schlafen Schimmelprobleme entstehen oder kann man das durch bestimmte Maßnahmen verhindern?

Ich würde Dir folgendes vorschlagen: Um nicht den Vermieter zu verschrecken, miete erst einmal ohne der Absicht, darin auch zu wohnen. Ziehe mit Deinem Gewerbe ein und probiere dann erst einmal aus, ob man darin auch einigermaßen vernünftig wohnen könnte. Wenn ja, frag den Vermieter, ob von seiner Seite aus was dagegen spricht. Wenn er nichts einzuwenden hat, gibst Du Deine Wohnung auf und meldest Dich einfach unter der neuen Adresse an.

Antwort
von DerHans, 80

Du kannst nicht einfach einen Gewerberaum zur Wohnung umwidmen. Das wird der Vermieter und auch das Gewerbeaufsichtsamt nicht ohne weiteres dulden.

Antwort
von qugart, 77

Wäre theoretisch möglich. Dazu muss eine Nutzungsänderung durchgeführt werden. Da sind dann die baulichen Vorschriften einzuhalten und auch ob der Bebauungsplan die zukünftige Nutzung auch erlaubt.

Im Zweifel einen Anwalt konsultieren.

Antwort
von MissisImmo, 67

Was ClintonLooser sagt würde ich nicht machen, es kann ein Kündigungsgrund sein! Wenn es kein reines Gewerbegebiet ist, MUSS in erster Linie der Vermieter informiert werden und zustimmen. Schon wegen der steigenden BK....

Antwort
von Helmuthk, 44

Der Vermieter wird wohl für diesen Vermietungsumsatz zur Umsatzsteuer optiert haben.

Das müsste aus dem Mietvertrag hervorgehen.

Dann ist aber eine private Nutzung durch den Mieter mit umsatzsteuerlichen Nachteilen verbunden.

Daher: schaue in den Mietvertrag, ob dort Umsatzsteuer ausgewiesen ist.

Wenn ja: Bringe den Vermieter durch Nutzung eines Teils der Räume als Wohnraum nicht in Verlegenheit gegenüber dem Finanzamt.

Antwort
von Johannisbeergel, 87

Ich hab früher auch mal gedacht, dass ich einfach ne Gewerbefläche miete und darin wohne, einfach weil es günstiger ist. Da haben mir dann aber viele gesagt, dass es schlicht und ergreifend nicht geht, da Gewerbefläche nunmal keine Wohnfläche ist und sein darf.

Kommentar von JaAberNeinAber ,

Aber ich würde es ja nicht als reinen Wohnraum nutzen, sondern auch darin arbeiten - macht das keinen Unterschied?

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