Frage von Torrnado, 156

Darf man als potientieller Mieter den Vermieter wirklich anlügen?

Ich habe diesbzgl.gegoogelt und angeblich soll das teilweise erlaubt sein. machen das viele Wohnungsinteressenten ? angenommen, der Vermieter fragt nach dem Beruf und man gibt an, man sei Arzt, Ingenieur, Redakteur, Pilot o.ä. - nur um den Vermieter zu beeindrucken. wäre sowas nun zulässig oder nicht ?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von rotesand, 21

Ich sage mal -------> wo kein Kläger, da kein Richter!

Es hängt mMn stark davon ab, ob der Vermieter das rausfindet & wie er das dann bewertet... ich persönlich muss ehrlich sagen, dass ich sowas als Indiz dafür ansehen würde, die etwaige Wohnung jemandem eben nicht zu geben, wenn er schon bei der Besichtigung lügt. Ich würde mir da Gedanken machen: Hier lügt er was wegen dem Beruf vor & was ist dann die nächste Lüge?! 

Ich bin einfach für Ehrlichkeit!

Habe es letztes Jahr mal erlebt, als in dem 9-Familienhaus in dem ich wohne eine Wohnung frei war. Einmal war ein Interessent da, der einen falschen Wohnort angab. Die Baugenossenschaft bekam das raus & wie ich hinterher von einem der Chefs dort erfuhr (wir kennen uns gut; ich bin nebenher Hausmeister in diesem Haus), wurde exakt das als Grund dafür genommen, diesen Mann da nicht zu nehmen. Aus dem Argument, das auch ich nannte.

Solange es einem Vermieter allerdings unwichtig ist bzw. er garnicht erst nachforscht, ist es sicher nicht ganz verboten.. aber einfach unehrlich!

Antwort
von kevin1905, 56

Ein nicht komplett gehirnamputierter Vermieter wird sich Einkommensnachweise zeigen lassen und wenn du 8,50 € die Stunde bekommst, fallen besagte Berufe im Grunde schon mal flach.

Ja man darf bei gewissen Fragen lügen, wenn diese den Vermieter nichts angehen.

Expertenantwort
von uni1234, Community-Experte für Recht, 48

Ja und nein. Die Rechtsprechung gestattet in manchen Situationen ein sog. "Recht zur Lüge". Dies betrifft in der Regel fragen der privaten Lebensgestaltung die dem Vermieter nichts angehen, z.B. "wollen Sie Kinder?". Liegt eine derartige Fallkonstellation vor, darf man die Frage falsch beantworten, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen. 

Im Übrigen gilt allerdings, dass der Vertrag wegen arglistiger Täuschung anfechtbar ist. Dies dürfte auch für die Frage gelten, welchem Beruf man nachgeht. Der Vermieter hat ein berechtigtes Interesse an einem regelmäßigen Einkommen. Also sollte man sich gut überlegen ob man tatsächlich lügen möchte. Wenn es schief läuft steht man am Ende ohne Wohnung da. 

Kommentar von bwhoch2 ,

Beispiel: Vor langer Zeit gab es im Familienkreis einen Mietinteressenten. Dieser kam mit Blumenstrauß, aufgebrezelt und mit dickem Auto. Er behauptete er wäre Verleger, also selbständiger Inhaber eines erfolgreichen Verlags. Mit Namensangabe und Stadt, wo dieser ansässig ist usw.

Die Vermieter waren so beeindruckt, dass er die Wohnung bekam. Dann stellte sich heraus, dass er lediglich Chef einer Drückerkolonne war und die Drücker dauernd mit ihm in der Wohnung hausten. Natürlich mit immer neuen Personen. Ob man das dann Verlag und ihn als Verleger bezeichnen kann???

Kommentar von uni1234 ,

Das dürfte ziemlich eindeutig sein. Der Vermieter kann den Mietvertrag wegen arglistiger Täuschung anfechten. So etwas landet aber in der Regel vor Gericht. Das heißt der Vermieter muss beweisen, dass der Mieter ihn angelogen hat. In der Regel dürfte das schwer werden.

Antwort
von peterobm, 59

klasse, der Vermieter sieht dich jeden Tag im Blaumann das Haus verlassen. xD

Bleib bei der Wahrheit es kommt doch raus

Antwort
von anitari, 41

Lügen darf man, aber nur bei all zu persönlichen Fragen, wie z. B. nach der Religion, dem Familienstand, sexuelle Orientierung oder ob und welcher Partei man angehört.

Bei Fragen nach dem Beruf, dem Einkommen und der Anzahl der einziehenden Personen z. B. können Falschangaben zur Anfechtung bzw. Kündigung führen.

Antwort
von bwhoch2, 21

Die Frage nach dem Beruf ist ein äußerst schlechtes Beispiel. Besser wäre z. B. die Frage nach der sexuellen Orientierung, Religionszugehörigkeit und solche Sachen. Vor allem die Fragen, die das Diskriminierungsverbot betreffen, können gefahrlos falsch beantwortet werden.

Antwort
von BenniXYZ, 56

Darf man lügen? Klar darf man, man muß es aber auch können:-)

Rate mal warum sich die Vermieter so viel Papier in aufwändigen Bewerbungsmappen antun?? Weil sie genau wissen, daß sie belogen werden.

Sogar diese Dokumente sind manchmal gute Kopien, alles ist möglich.

Wovor haben die Vermieter Angst? Richtig, vor Mietnomaden die keine Miete zahlen und die Räume verwüsten. Es ist ihnen egal ob du ein unterbeschäftigter Rechtsanwalt bist oder ein Gebäuderreiniger der nach Tarif bezahlt wird. Hauptsache dein Vormieter bestätigt dir pünktliche Mietzahlungen. Am liebsten in einem persönlichen Gespräch. Also gib einfach die TlNr. deines alten Vermieters an und alles paletti.

Kommentar von bwhoch2 ,

Vielleicht nicht alles paletti, aber erleichtert doch einiges.

Antwort
von Maerzkatze, 57

Ich würde davon abraten.

Ein neuer Mietvertrag basiert ja auf Vertrauen, und das sollte man sich nicht gleich am Anfang vermasseln.

Du würdest es ja auch nicht schätzen, wenn dein Vermieter dir Sachen rund um die Wohnung verheimlicht, oder falsch darstellt.

Antwort
von troublemaker200, 26

Spätestens wenn der VM nach dem Lohnzettel fragt, kommt der Schwindel raus.

Wenn das Mietverhältnis mit einer Lüge beginnt, kann das nicht gut werden.

Kommentar von bwhoch2 ,

Der Lohnzettel enthält tatsächlich viel mehr, als nur den Auszahlungsbetrag unten rechts. Man kann als Vermieter viele Schlüsse daraus ziehen.

Antwort
von albatros, 47

du riskierst evtl. nachmietvertragsabschluss eine fristlose kündigung ...

Antwort
von Akainuu, 63

Sollte der Vertrag zu bestimmten Konditionen abgeschlossen worden sein, so baut der Vertrag eben darauf auf. 

Falschangaben führen grundsätzlich zur Unwirksamkeit von Verträgen. 

Das ist natürlich nochmal ein spezieller Fall und solche Konditionen werden nicht immer fest vertraglich bestimmt, ich rate dir von solchen Dingen aber ab. Letztendlich basiert die Sache auf einem Vertrauensverhältnis, dieses zu schädigen, ist nie eine gute Idee.

Antwort
von Kuestenflieger, 57

so wie sie die frage stellen , nimmt das keiner ab.

der gehaltsnachweis bringt es an den tag und der habitus .

Kommentar von Torrnado ,

Fakt aber ist, daß nicht jeder Vermieter die Gehaltsabrechnungen sehen will. Ich spreche aus Erfahrung, da ich in den letzten Jahren schon unzählige Wohnungen besichtigt habe....

Kommentar von Kuestenflieger ,

dann haben sie aber nicht solche frage reflektiert.

Kommentar von anitari ,

Einkommensnachweise werden verlangt wenn der Vermieter in Erwägung zieht mit dem Interessenten einen Mietvertrag abzuschließen, nicht bei der Besichtigung.

Kommentar von bwhoch2 ,

Ich würde als Vermieter z. B. keine Gehaltsabrechnung bei der Besichtigung verlangen, wenn ich von vornherein weiß, dass der Kandidat sowieso nicht in Frage kommt.

Kommentar von Malkastenpark ,

da ich in den letzten Jahren schon unzählige Wohnungen besichtigt habe

..und keine bekommen..

Antwort
von Kimoki, 58

Wenn der Gehaltsnachweis vorgelegt wird, fliegt dir das Ganze um die Ohren

Antwort
von OceanMan, 74

Ich würde gleich mit offenen Karten spielen. Wenn man das Mietverhältnis gleich zu Anfang mit einer Lüge eröffnet, ist das Vertrauensverhältnis von Anfang an zerrüttet.

Antwort
von Schewi, 69

Meiner Erfahrung nach verlangt der Vermieter immer die letzten Abrechnungen. Da kann mans am Gehalt ja oft sehen . 

Kommentar von Torrnado ,

nicht immer !

Kommentar von Kimoki ,

Privat, wo man sich kennt wahrscheinlich nicht. Aber die Regel ist Gehaltsnachweis und meistens Schufaauskunft.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community