Frage von Itachiie, 282

Darf ich ein (Karambit) Messer zur Notwehr nutzen?

Ja, diese Frage würde oft gestellt, doch fand ich zu viele veraltete Beiträge so dass ich etwas verunsichert bin. Darf ich also ein feststehendes Karambit Messer mit einer klingenlänge von unter 8,5 cm draußen mit mir tragen? Und wie kann es für mich vor Gericht enden wenn ich einen Angreifer der mich offensichtlich töten wollte (bewaffnet), mit meinem Karambit Messer verletze?

Meines Wissens springt hier der Notwehrparagraph ein, nach dem ich die nötigen Maßnahmen zur Selbstverteidigung treffen darf. Somit darf ich meinem Angreifer jedoch keinen unnötigen Schaden zufügen, da ich, wenn der Angreifer auf dem Boden liegt, theoretisch in Sicherheit wäre und Weg rennen könnte. Doch wäre es berechtigt wenn ich besagten Angreifer mit besagtem Karambit Messer verletze da er mich scheinbar töten möchte und ich mich auf diese Art verteidige da ich anders nicht in der Lage dazu war?

Danke im Voraus und freundliche Grüße, Kai.

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Antwort
von ES1956, 282

Notwehr ist die Abwehr die "erforderlich" ist ....... Siehe §32 StGB. Wenn es also erforderlich ist kannst du den Angreifer auch aufschlitzen oder abstechen oder mit Kopfschuss erledigen. Ob das erforderlich war entscheidet hinterher die Staatsmacht. Falls ja, bleibst du unbestraft.

Das Führen eines Karambit ist eine OWI laut §43a WaffG und wird mit Bußgeld bestraft. Klingenlänge ist bei Karambit egal da sie vomBKA grundsätzlich als Waffen eingestuft wurden.

Selbstverständlich kann das unerlaubte Führen einer Waffe bei Nichtanerkennung von Notwehr als strafverschärfend wirken.

Antwort
von FloTheBrain, 218

Dann hättest du zumindest ein Bußgeld zu zahlen und dein Messer wäre in jedem Falle weg.

Warum nicht Pfefferspray benutzen? Ist legal, du hältst den Angreifer auf Abstand und erhöhst deutlich deine Fluchtchancen!

Messer sind keine gute Wahl für die Notwehr. Ist der Angreifer selbst mit einem Messer bewaffnet, dann kannst du (und auch sonst niemand) das Risiko handhaben in einen Messerkampf zu gehen. Messerverletzungen sind viel häufiger tödlich als Schussverletzungen!

Und hat der Angreifer kein Messer, dann bräuchstest du schon viel Glaubwürdigkeit und Glück, dass dir der Richter glaubt du wärst das Opfer und nicht andersrum!

Denk mal darüber intensiv nach...

Kommentar von Itachiie ,

Danke sehr :)

Meine Frage oben war wohl jedoch etwas blöd formuliert.. Es ist nicht so dass ich das nicht weis, wie ich schon jemand anderem hier schrieb.. Es geht mir bei der Frage lediglich darum, zu erfahren, wie eine derartige Situation überhaupt gehandhabt wird. Ich persönlich käme nie auf die Idee mich mit einem Messer zu verteidigen, dafür hab ich schon genügend Aspekte durch betreiben einer Kampfkunst kennengelernt ^^

Antwort
von ScienceBuster, 204

In aller erster Linie geht es darum eine einschneidige Klinge zu verwenden. Jedes zweischneidige Messer gilt als Waffe. Warum benötigst du ein Karambit? ein einfaches Feldmesser zum Campen etc. genügt und ist absolut legal. Sollte dein Gegner einfach nur zuschlagen wollen würde ich ihn maximal bedrohen. Will er dich jedoch mit einer beliebigen Waffe angreifen bist du berechtigt ihn tödlich zu verletzen. Liegt er am Boden, dann ist gut. Jede weitere Handlung wäre übertrieben. Danach wäre das entfernen und Polizei rufen angebracht um dich nach rechtlich korrekter Handlung abzusichern.

Antwort
von PatrickLassan, 160

Darf ich also ein feststehendes Karambit Messer mit einer klingenlänge von unter 8,5 cm draußen mit mir tragen? 

Karambits gelte in Deutschland als Waffen. Das Führungsverbot greift bei Waffen unabhängig davon, wei lang die Klinge ist. Die Antwort lautet also nein.

Meines Wissens springt hier der Notwehrparagraph ein, nach dem ich die nötigen Maßnahmen zur Selbstverteidigung treffen darf

Davon steht nichts in § 32 Strafgesetzbuch. Du darfst dich zwar bei einem rechtswidrigen Angriff verteidigen, ohne bestraft zu werden, aber du kannst nicht unter Berufung auf diesen Paragrafen mit ansonsten verbotenen Gegenständen herum laufen.

Antwort
von DerDesigner, 174

Ein Karambit liegt (leider) unter führverbot und fällt somit als option für notwehr weg. Du darfst zwar eins besitzen aber es nicht griffbereit transportieren da du kein bedürfnis hast eine Waffe mit dir zu führen. Du bekommst die gleiche strafe wie wenn du mit einer softair zurch die stadt läufst.

Antwort
von abssba1, 168

Trageverbot:

 

Seit April 2008 gilt in Deutschland ein öffentliches Trageverbot für bestimmte Messer (§42 a WaffG).

Betroffene Messertypen sind:

* Klappmesser mit Arretierung und einhändig auszuklappender Klinge

* Feststehende Messer mit einer Klingenlänge über 12 Zentimeter

* Alle Messer, die aufgrund ihrer Bauart als Hieb- und Stichwaffe eingestuft sind (das betrifft vor allem Dolche und Springmesser).

Alle genannten Messer darf man prinzipiell nicht zugriffsbereit bei sich tragen, sondern nur in einem "verschlossenen Behältnis" wie einem Rucksack oder einer Aktentasche.

       Es gibt aber umfangreiche Ausnahmen vom Verbot, die immer dann greifen, wenn man einen "anerkannten Zweck" geltend machen kann. Dazu gehört zum Beispiel die Nutzung eines Messers im Beruf, bei der Jagd oder im Zusammenhang mit der Brauchtumspflege.

       Das Gesetz wird in den deutschen Bundesländern und in einzelnen Verwaltungsgebieten sehr unterschiedlich ausgelegt. Eine einheitliche Regelung ist leider nicht in Sicht.

Vom Trageverbot sind auf jeden Fall nicht betroffen:

Alle Klappmesser mit Zweihand-Bedienung beim Öffnen;

alle Klappmesser ohne Klingenarretierung;

feststehende Messer mit einer Klingenlänge unter 12 Zentimeter (sofern die betreffenden Messer nicht als Waffe eingestuft sind, siebe oben) Die Begrenzung der Klingenlänge auf zwölf Zentimeter gilt nur für feststehende Messer, nicht für Klappmesser!

Antwort
von ghasib, 157

Messer sind erlaubt. Wie das für dich vor Gericht endet weiß ich nicht. Das ist so wie was wäre wenn. In der beschrieben Situation regierst automatisch und niemand weiß wie

Kommentar von ES1956 ,

Einige Messer sind nicht erlaubt. Und viele Messer darf man besitzen aber nicht führen.

Antwort
von aribaole, 142

Das war jetzt mal ein Eigentor!
Solltest du es wirklich Benutzen "müssen", kann man dir u.U. Vorsatz vorwerfen. Denn wenn einer deine Frage hier liest,
Mahlzeit.

Kommentar von ES1956 ,

Was sollte daran falsch oder verboten sein den Vorsatz zu fassen sich im Notfall zu verteidigen?

Antwort
von Micromanson, 141

Unter einer Bedingung: Wenn du zuhause mit einer tödlichen Waffe angegriffen wirst. Du darfst es in Deutschland auf keinen Fall mit auf die Straße nehmen. Und wenn jemand mit ein Messer zückt, wird bei uns häufig nicht auf Notwehr entschieden, weil "Vorsatz" im Raum steht.

Kommentar von ES1956 ,

Das dabei haben eines legalen Gegenstands zum Zweck der Verteidigung kann höchstens als Vorsatz gewertet werden sich vorsätzlich zu verteidigen. Was soll daran falsch sein?

Kommentar von Micromanson ,

Man darf ein Karambit-Messer nicht außerhalb seiner Wohnung mitführen. Tut man es doch, ist es ein Verstoß gegen das Waffengesetz. Verstößt du bewusst gegen das Waffen Gesetz, kann man dir Vorsatz unterstellen. Außerdem darf man laut Gesetz nichts dabei haben, nur um sich verteidigen zu können. Nimmst du also ein (auch legales) Messer mit nach draußen in der Absicht zur Selbstverteidigung, ist es bereits Vorsatz.

Kommentar von ES1956 ,

Man darf ein Karambit-Messer nicht außerhalb seiner Wohnung mitführen. 

Richtig, OWI nach §42a

Tut man es doch, ist es ein Verstoß gegen das Waffengesetz. Verstößt du bewusst gegen das Waffen Gesetz, kann man dir Vorsatz unterstellen. 

Richtig, vorsätzlich eine OWI begangen.

Außerdem darf man laut Gesetz nichts dabei haben, nur um sich verteidigen zu können. 

Das hast du gerade erfunden.

Nimmst du also ein (auch legales) Messer mit nach draußen in der Absicht zur Selbstverteidigung, ist es bereits Vorsatz.

Nein, es ist erlaubt, egal zu welchem Zweck. Und Ja, ich habe den Vorsatz mich zu verteidigen. Wo soll das verboten sein?

Kommentar von Micromanson ,

Es gibt den sogenannten sozialen Gebrauch eines Messers und den nicht-sozialen Gebrauch. Für ein Picknick, im Wald zum Wandern o.Ä. ist sozial. Selbst wenn es Notwehr ist, zählt jede Art von Verletzen eines Menschen zu nicht-sozialem Gebrauch. Dieser ist in Deutschland nicht vorgesehen und wird vor Gericht zu deinem Nachteil ausgelegt und im schlimmsten Fall als nicht verhältnismäßig oder vorsätzlich eingestuft.

Kommentar von ES1956 ,

Du verwechselst das mit dem sozialadequatem Grund den du brauchst um ein Messer zu führen das ohne diesen Grund nach §42a nicht geführt werden darf. Messer die nicht unter §42a fallen dürfen egal zu welchem Grund geführt werden. 

Und was man bei Notwehr einsetzt muß nicht einmal legal sein.

Kommentar von Micromanson ,

Egal ob ein Messer geführt werden darf oder nicht, selbst mit einer Klinge von 1cm Länge gilt es als Waffe, und beim Führen muss offiziell "berechtigtes Interesse" vorliegen, Selbstverteidigung ist, ebenfalls offiziell, nicht als berechtigtes Interesse anerkannt.

Kommentar von ES1956 ,

OK, du willst es mir nicht glauben, auch gut. Bitte lies WaffG §42a einfach mal durch und lass ihn dir von jemand erklären der von sowas Ahnung hat und dem du vertraust. 

Kommentar von FloTheBrain ,

@ Micromanson

Du hast hier wirklich ein paar Dinge durcheinander gehauen. Notwehr ist ein schwieriges Feld. Einen guten Eindruck bekommt man davon erst, wenn man sich mal ein paar Urteile höchstrichterlicher Rechtsprechung dazu angeschaut hat (BGH Urteile). Dort wurden Opfer frei gesprochen die z.B. unbewaffnete Angreifer erschossen oder erstochen haben, oder die illegaler Weise bewaffnet waren. Denn die Notwehrhandlung wird immer getrennt von allem Behandelt. Man kann also illegal eine AK47 besitzen und sich mit dieser Verteidigen. Über die Notwehr wird isoliert geurteilt. Ist das geschehen wird über den Verstoß (hier in diesem Beispiel) gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz geurteilt.

So wäre es auch wenn man ein verbotenes Messer dabei hätte. Und man darf auch legale Gegenstände dabei haben (Taschenmesser, Pfefferspray, schwere Taschenlampe) um sich damit zu verteidigen. Ob das immer eine gute Idee ist, das steht auf einem anderen Blatt und will ich hier nicht breit treten.

Antwort
von loewenherz2, 126

Notwehr/Nothilfe setzt schon einiges voraus

als Richter würde ich schon fragen, warum du ein solches Messer dabei hast

gewissermaßen einen Vorsatz unterstellen in eine Situation kommen zu wollen die so was rechtfertigen könnte

Kommentar von ES1956 ,

Ja klar, und wer im Auto einen Sicherheitsgurt anlegt möchte gerne einen Unfall haben, oder?

Kommentar von aribaole ,

Du kannst nicht Argumentieren. Was hat meine Antwort mit Sicherheitsgurten zu tun? Dann könnte rein theoretisch jeder sagen: zum Selbstschutz nehme ich ein Maschinengewehr mit. Klingt blöde, ist aber irgendwie dasselbe. Waffen jeglicher Art ( auch Messer! ) haben nichts am Mann/Frau zu suchen!!!!!

Kommentar von ES1956 ,

 

Kommentar von

 

aribaole

 

 

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vor 1 Std

Du kannst nicht Argumentieren. Was hat meine Antwort mit Sicherheitsgurten zu tun? Dann könnte rein theoretisch jeder sagen: zum Selbstschutz nehme ich ein Maschinengewehr mit. Klingt blöde, ist aber irgendwie dasselbe. Waffen jeglicher Art ( auch Messer! ) haben nichts am Mann/Frau zu suchen!!!!!

Bist du jetzt die Reinkarnation oder der große Bruder von löwenherz?

Oder was hat dein Kommentar mit seiner Antwort zu tun?

Kommentar von Itachiie ,

Abgesehen davon das öffentliches tragen dieses Messer verboten scheint, wäre es ein Rechtfertigungsgrund, würde ich in einer Gegend wohnen in der starke Kriminalität herrscht und ich Angst davor habe in eine Prügelei zu geraten? Ich persönlich würde mich niemals mit einem Messer verteidigen, wie es sicherlich für einige rüberkam, doch interessiert mich da die rechtliche Lage. 

MfG. kai

Kommentar von ES1956 ,

@itachiie: Nein. Der § 42a WaffG, der das Führen verbietet schliesst Selbstverteidigung explizit als Ausnahmegrund aus.

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