Frage von cosmicbrain, 155

Darf ein Auto mit 300.000 Km noch fahren?

Ich habe Ende Juni ein auto mit 282.000 KM gekauft. Gleich am ersten Tag sagte der Boardcomputer, "Motorfehler, Werkstattfahrt". Der Fehler wurde ausgelesen, gelöscht und gesagt das war ein Fehlalarm wenn das wieder auftritt soll ich mich melden.

Seit dem tritt das immer wieder auf und der Händler vertröstet mich ständig. Als ich ihm jetzt gesagt habe, dass wenn das nicht Repariert ich rechtliche Schritte prüfen lasse, hat er gesagt das ich da gar keine Ansprüche habe, weil ein Auto rechtlich mit 300t km nicht mehr fahren sollte.

Ich bin aber der Meinung, da es schon beim Kauf defekt war, handelt es sich um Sachmängelhaftung egal ob 100Km oder 300t Km. und ich könnte das Auto von 8 - 17 Uhr in seine Werksatt bringen aber Erstazwagen, hätte er keinen, weil er kein Auto mit Winterreifen hat.

Hat meiN händler da recht? hab ich keine Ansprüche weil das AUto schon 298t KM hat?

Danke

Cosmic

Expertenantwort
von rotesand, Community-Experte für Kleidung, Auto, Mode, Schule, 155

Hallo!

Bei einem Auto mit 300.000 km das wohl auch schon recht betagt ist, muss man solche Fehler eigentlich hinnehmen.. wohl war die Karre ziemlich billig & dafür kann man keine Perfektion erwarten ----------> sorry wenn ich das so sage, aber sowas weiß man eigentlich, wenn man sich für so ein Auto interessiert!!

Die Aussage des Händlers ist zwar so total falsch wie unseriös (ein ordentlich gewartetes & gepflegtes Auto kriegt viel mehr auf die Reihe -------> nur zur Orientierung, bei uns in der Stadt gibt's 'nen E-Klasse Mercedes als Taxi, der die Million Kilometer vor 2-3 Jahren gepackt hat & immer noch läuft!), aber andererseits kommt's drauf an WIE du das Auto gekauft hast: Gegen Rechnung? "Im Kundenauftrag"? Unter Ausschluss von Gewährleistung als "Bastlerauto"? Kein Händler gibt auf so 'nen Hobel noch Garantie, das läuft immer so irgendwie..! Dann hättest du echt keinerlei Ansprüche, zumal bei einem solchen Auto wiegesagt immer was sein kann!

Außerdem müsstest du erstmal nachweisen, dass der Händler ggf. von dem Fehler gewusst hat -------> was quasi kaum möglich ist!

Die Händler sind heute so gewieft, dass sie Gewährleistung/Sachmängelhaftung u.a. mit allen Tricks ausschließen bei solchen Autos.. was man in gewisserweise auch verstehen kann: Da könnte der Käufer ja täglich ankommen. Mir hat das mal ein Händler absolut plausibel erklärt, als ich mich für einen alten Benz interessiert habe & diesbezüglich nachfragte.

Kommentar von franneck1989 ,

Bei einem Auto mit 300.000 km das wohl auch schon recht betagt ist, muss man solche Fehler eigentlich hinnehmen

Sehe ich nicht so. Hier handelt es sich eher nicht um altersbedingten Verschleiß, den ein Kunde erwarten muss.

Außerdem müsstest du erstmal nachweisen, dass der Händler ggf. von dem Fehler gewusst hat -------> was quasi kaum möglich ist!

Das müsste er nur, wenn er privat unter Gewährlesitungsausschluss gekauft hat. Laut Schilderung des Fragestellers handelt es sich eindeutig um einen Händler. Und wenn er es im Kundenauftrag verkauft hätte, hätte er wohl kaum den Fehler versucht zu beseitigen.

Antwort
von franneck1989, 137

Die Aussage des Händlers ist Unsinn. Wenn das Auto als fahrbereit verkauft wurde, dann muss es diese Eigenschaft auch erfüllen. Anderenfalls muss er das Auto eben verschrotten und auf den Gewinn aus dem Verkauf verzichten. Verkauft er es aber, muss er auch mindestens ein Jahr Gewährleistung geben und Mängel beseitigen.

Richtig ist aber, dass man bei einem solch alten Auto mit Abnutzungs- und Verschleißerscheinungen zu rechnen hat und diese alterstypischen Gebrauchsspuren nicht als Mangel zu werten sind. Der von dir beschriebene Fehler dürfte allerdings nicht darunter fallen, daher handelt es sich meiner Meinung nach um einen Mangel, den der Händler zu beheben hat. Ihm ist dafür die Möglichkeit der Nachbesserung einzuräumen

Kommentar von vierfarbeimer ,

Beim Gebrauchtwagenverkauf ist der Händler gesetzlich zur Gewährleistung verpflichtet. Das bedeutet, dass Verkäufer zwei Jahre ab der Übergabe des Wagens dafür einstehen müssen, dass das Fahrzeug einwandfrei funktioniert. .. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat entschieden, dass die Herabsetzung dieser Frist - etwa auf ein Jahr - durch die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Kaufvertrages unwirksam ist. 

http://www.spiegel.de/auto/aktuell/das-folgt-aus-bgh-urteil-zu-maengelhaftung-be...

Kommentar von franneck1989 ,

in dem vorliegenden Fall ging es aber vor allem darum, dass die Gewährleistung nur per AGB begrenzt wurde und dies als unzulässige Benachteiligung des Verbrauchers gesehen wurde. Per individueller Vereinbarung ist es durchaus möglich, diese auf 1 Jahr zu begrenzen.

Antwort
von Tuehpi, 143

Es gibt bei der Sachmängelhaftung keine Kilometerbegrenzung. Und die Haftung kann auch nicht im Kaufvertrag ausgeschlossen werden. 

Hat der Händler dir dieses Auto verkauft (und das nicht "Im Auftrag") , so hat er diese Gewährleistung immer noch zu erfüllen. Und sofern der Kauf noch keine 6 Monate her ist, muss ER den Beweis antreten das der Mangel bei Übergabe noch nicht bestanden hat. Das wird schwer wenn du den Mangel bereits einen Tag nach Kauf angezeigt hast. Ich hoffe nur für dich das es irgendwo festgehalten wurde. 

Wobei man allerdings sagen muss das die Sachmängelhaftung NICHT für Verschleißteile gilt. 

Wenn er sich quer stellt würde ich dir raten tatsächlich rechtliche Schritte in Erwägung zu ziehen. Mich persönlich macht solches Verhalten seitens Autohändlern massiv... ungehalten.

Antwort
von darkhouse, 108

Auch wenn der km-Stand eigentlich bedeutet, dass das Auto je nach Zustand nix bis vielleicht 500 Euro wert ist - wenn es von einem gewerblichen Händler verkauft wird, dann greift immer die mindestens einjährige Gewährleistung mit der sechsmonatige Beweispflicht für den Händler, dass der Mangel beim Übergang der Sache nicht vorlag. Das dürfte hier wohl kaum greifen. Nach meiner Auffassung muss er hier den vertragsmäßigen Zustand herstellen. Klar, eine Motorelektronik kann schon mal 1.000 Euro kosten, aber sein Pech, wenn er solche Möhren verkauft. Nach sechs Monaten musst du dann beweisen, dass der Mangel schon beim Übergang der Sache vorlag. Das wird der Händler möglicherweise abwenden können (ab Ende Dezember dann). Und kein normal tickender Autohändler würde überhaupt so ein Auto verkaufen, da sie wissen, für was sie da haften. Bei meinem Gebrauchthändler ist bei 6.000 Euro Schluss, darunter geht alles in den Export.

Antwort
von nordseekrabbe46, 146

kommt drauf an was im Kaufvertrag steht, und solange ein Auto TÜV hat darf es auch auf Strassen fahren, und wenn der Händler eine Reperatur duchführt muß er dafür auch haften, sonst hätte er eine Reperatur ablehnen müsswen, sonst einen Sachverständigen von TÜV oder Dekra die Arbeit prüfen lassen

Antwort
von ichweisnix, 99

Es gibt keine rechtlich keine km- Begrenzung. Das Auto muß nur alle 2 Jahre zum TÜV und darf dann auch fahren.

Es ist natürlich so, das bei 300000km mit entsprechenden Abnutzungen des Autos zu rechnen ist.

Da der Fehler gleich am ersten Tag auftrat, wäre davon auszugehen, das der Händler den Fehler kannte bzw. kennen mußte.

Wenn es nach den 3. Reperaturversuch immer noch Auftritt, sollten sie eine Wandlung vornehmen, d.h. Auto zurück und Geld zurück.

Kommentar von vierfarbeimer ,

Da der Fehler gleich am ersten Tag auftrat, ist davon auszugehen, das der Händler den Fehler kannte ....

Antwort
von Gluglu, 131

Hallo.

Wenn Du Dir ein Fahrzeug beim Händer kaufst, hast Du darauf Garantie. Diese Garantie ist natürlich etwas Anders als beim Neuwagen aber wichtig ist, daß Du sofort zu ihm gehst, wenn ein Problem auftritt. Ich will mich da nicht festlegen aber soviel ich weiß gibt es hier unter Umständen das 1. Jahr und das zweite Jahr der Garantie, die sich in den Leistungen unterscheiden könnten (wie gesagt, soviel ich weiß).

Wenn Du aber bereits am nächsten Tag am Fahrzeug ein Problem hast, dann fällt das, wenn nicht eigenverschuldet (Unfall oder selbst rumgebastelt) in jedem Fall unter die Garantie (unabhängig der Kilometerlaufleistung).

Bei auftetenden Fehlern wird das gerne mal gemacht daß der Fehler gelöscht wird mit dem Hinweis: ... wenn er wieder auftritt dann kommen sie halt wieder! ... damit hofft man halt, daß der Fehler nicht noch mal während der Garantiezeit auftritt aber Fakt ist, daß Fehler nicht einfach mal versehentlich auftreten sondern es dafür einen Grund gab. Sicherlich kommt schon mal ein Fehler wegen einer Kleinigkeit oder weil wo was reingekommen ist... aber meistens steckt da was dahinter. Bleib einfach dabei daß Du mit rechtlichen Schritten weitermachst wenn der Händler seinen Pflichten nicht nachkommt und er wird was machen... denn er weiß sicherlich, daß er nicht im Recht ist. Er versucht es halt, ob sich Jemand verscheuchen lässt!

Ganz wichtig: Frage nach, was das für ein Fehler ist (Meldung bzw. Fehlernummer)... damit Du auch weißt, worum es hier geht!

Mfg



Kommentar von franneck1989 ,

Wenn Du Dir ein Fahrzeug beim Händer kaufst, hast Du darauf Garantie.

Das ist falsch. Garantie ist immer eine Zusatzleistung. Diese kann der Händler kostenfrei mit dazugeben, muss er aber nicht.

Wenn Du aber bereits am nächsten Tag am Fahrzeug ein Problem hast, dann fällt das, wenn nicht eigenverschuldet (Unfall oder selbst rumgebastelt) in jedem Fall unter die Garantie (unabhängig der Kilometerlaufleistung). 

Auch das ist fraglich. Es fällt nur das unter die Garantie, was sich aus den Garantiebedingungen ergibt. Diese kennen wir ja nun leider nicht, so es überhaupt eine Garantie gibt

Kommentar von vierfarbeimer ,

Gluglu meinte mit obiger Ausführung Gewährleistung und nicht Garantie.

Kommentar von Gluglu ,

Ich bin nicht von der juristischen Fakultät aber wenn es hier einen markanten Unterschied gibt dann kann es durchaus sein, daß ich hier eine Gewährleistung meine... in jedem Fall muß hier der Händler im konkreten Fall aber tätig werden; dann wohl im Rahmen der Gewährleistung.

Kommentar von franneck1989 ,

Ja, es gibt einige markante Unterschiede.

Garantie ist, wie gesagt, eine rein freiwillige Leistung. Die Garantiebedingungen sind frei verhandelbar und nicht weiter rechtlich geregelt.

Deshalb ist es zumindest in den ersten 6 Monaten immer besser, die Gewährleistung in Anspruch zu nehmen, welche sich aus dem BGB ergibt.

Kommentar von Gluglu ,

Es gibt das Wort "Gebrauchtwagen- Garantie"... Das ist keine Zusatzleistung sondern der Händler ist dazu verpflichtet. Üblicherweise bekommst Du beim Kauf eines Gebrauchtwagens dann auch ein Sachverständigen- Gutachten ausgehändigt, das den geprüften IST- Stand des Fahrzeugs zum Zeitpunkt des Kaufs dokumentiert. Das kostet den Händler auch Geld und das wird er nicht aus Nächstenliebe machen...

Ich habe bisher nur Gebrautwagen gefahren und auch hier war immer wieder mal was nicht in Ordnung, was man halt nicht sofort gemerkt hat. Das ging alles auf Garantie... Üblicherweise hat ein Händler auch immer eine Werkstatt an der Hand, die diese Garantieleistung erfüllt. Sicher weiß ich das nicht ob ich mir für eine Garantieleistung selbst eine Werkstatt aussuchen darf oder NUR DIESE Werkstatt nach Rücksprache dann die Garantieleistung erfüllen darf... aber es wird in jedem Fall gemacht, wenn es ein Garantiefall ist.

Kommentar von PatrickLassan ,

Es gibt das Wort "Gebrauchtwagen- Garantie"... Das ist keine Zusatzleistung sondern der Händler ist dazu verpflichtet.

Aufgrund welcher rechtlichen Grundlage?

Kommentar von vierfarbeimer ,

Können bitte diese ewigen Wortklaubereien um Garantie <-> Gewährleistung unterbleiben?! Die Ausführungen von Gluglu sind richtig und unmißverständlich.

Kommentar von Gluglu ,

Danke für die Unterstützung ;-)!

Kommentar von franneck1989 ,

Können bitte diese ewigen Wortklaubereien um Garantie <-> Gewährleistung unterbleiben?!

Es ist aber für einen Nichtfachmann schon wichtig zu wissen, auf was er sich berufen muss.

Eine Abwicklung im Rahmen der Garantie ist oft nachteilig für den Verbraucher, deshalb muss dieser Unterschied auch klar herausgestellt werden!

Kommentar von Gluglu ,

Wie schon geschrieben: Ich bin nicht von der juristischen Fakultät aber diese Gewährleistung war bisher nie ein Thema und ich glaube auch nicht, daß mir das aus reiner Herzensgüte geschenkt wurde. Die ganze Diskussion geht hier irgendwo mittlerweile in die völlig falsche Richtung denn wenn es der Händler im konkreten Fall nicht macht dann sollten, wie auch von anderen Usern geraten, Rechtsmittel eingelegt werden. Dieser Anwalt wird dann schon eine Grundlage finden... oder nicht. Mir ist aber auch aus meinem Umfeld nicht bekannt, das jemals so eine Leistung generell wegen fehlender Grundlage verwehrt wurde.

Antwort
von blackhawk2014, 80

An der Aussage, das ein Auto nur 300tkm fahren darf/ kann/ soll merkt man schon, wie unseriös der Händler ist...

Lass dir die Schäden von einem Sachverständigen belegen und geh damit zum Händler und forder eine Nachbesserung.

Wenn er das nicht will, kannst du bestimmt vom Kaufvertrag zurücktreten, da du getäuscht wurdest, wenn die Fehler schon vorher da waren. Das wird dir aber ein Anwalt sagen können.

Wieso ist dir der Fehler nicht vorher bei einer Probefahrt aufgefallen? 

Kommentar von cosmicbrain ,

Hallo, der Fehler ist bei der Probefahrt nicht aufgefallen, weil er dort nicht aufgetreten ist, wie gesagt die Medlung kommst sporadisch mal 1 woche gar nicht, dann 10 mal hintereinader. Der Fehler ist das erste mal aufgetreten ca 20 KM nachdem ich den Kaufvertrag unterschrieben hatte, und wurde umgehend gemedlet

Kommentar von vierfarbeimer ,

Dieses Fehlerbild deutet für mich ohne jeden Zweifel darauf hin, dass der Fehler zum Kaufdatum bestens bekannt war und der Händler nur auf einen Dummen gewartet hat (bitte nicht persönlich nehmen), dem er das Auto unterjubeln kann. Für mich besteht auch kein Zweifel, dass dieser Fehler mit der gesetzlichen Pflicht zur Gewährleistung behoben werden muss. Standhaft bleiben!

Antwort
von peterobm, 79

weil ein Auto rechtlich mit 300t km nicht mehr fahren sollte.

was für ein Blödsinn, damit hätte er sich ein Eigentor geschossen, ER hätte das Auto gar nicht verkaufen dürfen ..... 

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