Frage von SuperDuperRC, 249

Darf die Polizei mir mein Messer wegnehmen?

Habe mir neulich ein km4000 gekauft, es ist eine Weiterentwicklung eines Militärmessers und ist über 12 cm lang und das tragen ist in der Öffentlichkeit verboten (laut Paragraph 42a). Allerdings Stütze ich mich auf Paragraph 42a Absatz 2 mit Verbindung zu Absatz 3. Währe es also erlaubt das Messer zu sportzwecken (z.b. Bushcraft/Survival) in den Wald zu nehmen?

Und darf die Polizei mir trotzdem mein Messer wegnehmen?

Und macht es einen Unterschied, dass ich 16 bin?

Antwort
von amidis, 131

Messerrecht + Trageverbot


Da viele Messerfreunde (verständlicherweise) unsicher zu sein

scheinen, was man in puncto Messer "darf" und was nicht, hier die
geltenden Bestimmungen in Kürze.- Bitte beachten Sie, das Sie als
Messerfreund gleich von zwei Seiten "in die Zange genommen" werden und
zwar von den Bestimmungen des Waffenrechts einerseits und andererseits
von dem im Februar 2008 beschlossenen "Trageverbot".-



Nehmen Sie sich die 2 Minuten, Beides kurz
durchzulesen, dann werden Sie feststellen, das auch hier Nichts "so heiß
gegessen wird, wie es gekocht wurde........"


 



Welche Messer sind laut deutschem Waffenrecht verboten?


Vollständig verboten sind:


* Fallmesser

* Faustmesser (Ausnahme: Inhaber einer jagdrechtlichen Erlaubnis)
* Butterflymesser
* Springmesser (Automatik-Messer)  deren Klinge nach vorne herausschnellt, oder deren Klinge über 8,5 cm lang ist, oder deren Klinge zweischneidig geschliffen ist oder deren Klinge eine Rückenschneide besitzt.

Alle anderen Springmesser bleiben erlaubt
(Taschenmesserprivileg)!                                                                            


Weiter sind verboten: Hieb- und Stoßwaffen,
die ihrer Form nach geeignet sind, einen anderen Gegenstand
vorzutäuschen oder die mit Gegenständen des täglichen Gebrauchs
verkleidet sind (z.B. Gürtelmesser, Füllfederhalter oder Spazierstöcke,
die innen eine Klinge in sich bergen).



Hieb- und Stoßwaffen unterliegen einer Sonderregelung:
Sie sind definiert als Gegenstände, die ihrem Wesen nach dazu bestimmt
sind, unter unmittelbarer Ausnutzung der Muskelkraft durch Hieb, Stoß,
Stich, Schlag oder Wurf Verletzungen beizubringen. Also meint man damit
z.B. Dolche, Schwerter, Wurfmesser und Säbel.                            
Der Umgang mit Ihnen ist nur Personen gestattet, die das 18. Lebensjahr vollendet haben.



Weiterhin ist der Vertrieb und das Überlassen von Hieb- und
Stoßwaffen im Reisegewerbe, auf Messen, Märkten, Volksfesten und
Sammlertreffen verboten. Ausnahmegenehmigungen kann die zuständige
Behörde, d.h. die lokale Polizei erlassen, wenn öffentliche Interessen
nicht entgegen stehen. Auch dürfen Hieb- und Stoßwaffen nicht
auf öffentlichen Vergnügungen, Volksfesten, Sportveranstaltungen,
Messen, Märkten geführt werden
.


 


Trageverbot:


Seit April 2008 gilt in Deutschland ein öffentliches Trageverbot für bestimmte Messer (§42 a WaffG).

Betroffene Messertypen sind:


* Klappmesser mit Arretierung und einhändig auszuklappender Klinge


* Feststehende Messer mit einer Klingenlänge über 12 Zentimeter

* Alle Messer, die aufgrund ihrer Bauart als Hieb- und Stichwaffe

eingestuft sind (das betrifft vor allem Dolche und Springmesser).


Alle genannten Messer darf man prinzipiell nicht zugriffsbereit bei sich tragen, sondern nur in einem "verschlossenen Behältnis" wie einem Rucksack oder einer Aktentasche.


Es gibt aber umfangreiche Ausnahmen vom Verbot, die immer dann

greifen, wenn man einen "anerkannten Zweck" geltend machen kann. Dazu
gehört zum Beispiel die Nutzung eines Messers im Beruf, bei der Jagd
oder im Zusammenhang mit der Brauchtumspflege.


       Das Gesetz wird in den deutschen Bundesländern und in
einzelnen Verwaltungsgebieten sehr unterschiedlich ausgelegt. Eine
einheitliche Regelung ist leider nicht in Sicht.



Vom
Trageverbot sind auf jeden Fall nicht betroffen:



Alle Klappmesser mit Zweihand-Bedienung beim Öffnen;


alle Klappmesser ohne Klingenarretierung;


feststehende Messer mit einer Klingenlänge unter 12 Zentimeter (sofern die betreffenden Messer nicht als Waffe eingestuft sind, siebe oben)
Die Begrenzung der Klingenlänge auf zwölf Zentimeter gilt nur für feststehende Messer, nicht für Klappmesser!


Quelle: http://www.outdoormesser.de/Messerrecht-Trageverbot

Kommentar von amidis ,

Mit einem Bescheid des BKA von 2013 wurden die Rettungsmesser zu Werkzeugen erklärt, wenn sie einige spezielle Merkmale aufweisen.


Rettungsmesser gelten als Werkzeuge und fallen somit nicht unter das Waffengesetz wenn:



Das Messer einen geraden und durchgehenden Rücken hat
Das Messer sich zur Schneide verjüngt
Die Spitze abgerundet und stumpf ist
Das Messer hinter der abgerundeten Spitze eine hakenförmige Schneide hat
Das Messer eine gebogene Schneide hat die nicht länger als 60% der klinge ist
Das Messer im hinteren Bereich einen wellenförmigen Schliff aufweist

Sind alle diese Punkte erfüllt gilt das Messer nicht mehr als Messer sondern als Werkzeug und das Führverbot entfällt.

Kommentar von Pinzgauer712K ,

Und dieser Bescheid über Rettungsmesser wurde im Januar 2014 revidiert und ist somit nichtig.

Kommentar von Laestigter ,

Quelle für die angebliche Revigierung?- Denn das BKA hat die sehr wohl noch auf seinen Seiten unter den Bescheiden stehen - also wer behauptet sowas?

Antwort
von FloTheBrain, 110

Die einzige Version des KM, die nicht als Waffe ausgelegt ist, dürfte das Wolverine sein.

Ansonsten ist das KM4000 eine Waffe. Tantoform der Klinge und Reflexionsschutz und auch die Vermarktung als Kampfmesser (obwohl heute Kampfmesser in erster Linie als Werkzeuge eingesetzt werden).

Also ist dieses Messer leider eine Waffe und der Umgang erst ab 18 erlaubt. Grundsätzliches Führverbot. Ein berechtigtes Interesse könnte man ableiten, wenn du bei den Pfadfindern wärst, Brauchtumspflege mit dem Tragen von Stichwaffen. Aber das wird in der Realität meist nichts.

Hol dir das Wolverine, da ist das Führen ebenfalls grundsätzlich verboten, ein berechtigtes Interesse aber leichter zu formulieren. Ebenso darf es auch von Minderjährigen besessen werden.

Antwort
von OnkelSchorsch, 122

Das Messer gilt als Waffe, du mit 16 darfst das gar nicht besitzen, geschweige denn führen.  Ein "sozial adäquates Führen" ist bei einem reinen Kampfmesser wie diesem Model kaum möglich.

Da hast du zweihundert Euro in den Sand gesetzt.

Kommentar von SuperDuperRC ,

Also als REINES Kampfmesser würde ich es nicht bezeichnen. Ein reines Kampfmesser hat ja z.b. Zwei schneiden. Ich würde es eher als Allrounder bezeichnen.

Ps: es hat 160€ gekostet. :D

Kommentar von OnkelSchorsch ,

Was du meinst, ist ein Dolch. Das KM4000 ist ein für militärische Zwecke entwickeltes, reines Kampfmesser.

Als was du das bezeichnen würdest, ist völlig irrelevant.

Kommentar von SuperDuperRC ,

Verstehe dann werde ich es zurückgeben und mit 18 als robustes Heimmesser erneut kaufen

Antwort
von ES1956, 98

Das KM 4000 ist zweifelsfrei eine Waffe i.S.v. Hieb&Stichwaffe lt WaffG.

Das bedeutet : Besitz (jeder Umgang damit) erst ab 18 erlaubt - Führen verboten.

Für eine Waffe wird sich auch kein berechtigtes Interesse konstruieren lassen.

Ein Verstoß gegen §42a hat nicht nur das Einziehen des Messers sondern auch eine Geldbusse (OWI) zur Folge. 

Kommentar von SuperDuperRC ,

Verstehe dann werde ich es zurückgeben und mit 18 als robustes Heimmesser erneut kaufen

Antwort
von Spectre007, 74

Wenn du es nicht in der Öffentlichkeit (Stadt, Dorf, Veranstaltungen) trägst ist es normalerweise nicht schlimm

Kommentar von SuperDuperRC ,

Stimmt schlimm ist es nicht, habe nur kein bock mein teures Messer abgenommen zu bekommen und ne Strafe zahlen zu müssen falls die Polizei mal, warum auch immer, auf mich aufmerksam werden sollte.

Kommentar von Spectre007 ,

wie gesagt, zu sportlichen bzw des Hobbys Interessen darfst du es zu bestimmten orten (so viel ich weiß) mitführen dennoch würde ich es nicht auf öffentlichen Plätzen tragen

Antwort
von Xx0000xX, 111

Du darfst es erst mitnehmen wenn du 18 bist und nur wenn es für deine beschriebenen sportlichen aktivitäten eine Art Aufseher oder so gibt, dh du musst das in nem Verein oder so machen

Kommentar von SuperDuperRC ,

Wo steht dann, das ich einen Aufseher benötige?

Und warum erst ab 18?

Kommentar von Xx0000xX ,

die klingenlänge entscheidet alles

Kommentar von SuperDuperRC ,

Verstehe dann werde ich es zurückgeben und mit 18 als robustes Heimmesser erneut kaufen

Kommentar von ES1956 ,

Das Messer darf man auch mit 18 nicht führen und da es sich um eine Waffe handelt spielt die Klingenlänge keine Rolle.

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