Frage von TinaTara,

Chef will letztes Gehalt vom Minijob nicht zahlen, was kann ich tun?

Den Minijob auf 400 Euro Basis mit Arbeitsvertrag habe ich erst seit dem 16.11., heute kam es zum Streit, wir einigten uns mündlich auf einen Aufhebungsvertrag. Ich weiß nun leider schon, dass er mein aktuelles Dezember-Gehalt nicht bezahlen wird, da er das bei meinen Vorgängerinnen auch nicht getan hat. Da er mir die Abrechnung für den November auch nicht ausgehändigt hat (aber den hat er bezahlt), habe ich so gut wie keinen Nachweis über meine Tätigkeit dort. Er könnte sogar abstreiten, dass ich je dort war. Für einen Anwalt habe ich kein Geld, es geht ja auch nur um 300 Euro. Aber die hätte ich schon gerne. Was kann ich machen?

Hilfreichste Antwort von IhrArbeitsrecht,
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Also einen mündlicher Aufhebungsvertrag ist eine rechtliches Nullum. Alles was zur Beendigung eines Arbeitsverhältnisses führt MUSS schriftlich erfolgt sein. Das Arbeitsverhältnis besteht also so lange fort bis es schriftlich durch Kündigung oder Aufhebung beendet wurde. Das ist das eine. Ich rate Dir daher erst mal abzuwarten. Um ihn ein wenig aufzuschrecken würde ich ihm einen Brief schreiben und Deine Arbeitskraft weiter anzubieten.

Sehr geehrter Herr.... am 29.12,2011 haben Sie mich von der Arbeit freigestellt. Mit der Freistellung bin ich nicht einverstanden. Ich biete Ihnen daher weiterhin meine Arbeitskraft an und bitte Sie mir mitzuteilen wann und wo ich meine Arbeit wieder aufnehmen kann."

So zwingst Du ihn dazu zu reagieren. Sollte er tatsächlich nicht zahlen, solltest Du ihn zunächst zur Zahlung auffordern:

Sehr geehrter Herr....mein Gehalt in Höhe von 300,00 EUR war zum 31.12.2011 fällig. Einen Zahlungseingang konnte ich bisher leider nicht feststellen. Bitte veranlassen Sie daher umgehend die Überweisung meines Guthabens auf mein Konto..... Für den Fall, dass die Zahlung nicht bis zum 06.01.2012 erfolgt ist, bin ich gezwungen meine Forderung gerichtlich geltend zu machen.

Zahlt er tatsächlich nicht, gehst Du zur Rechtsantragsstelle des zuständigen Arbeitsgerichts und erhebst Klage. Da gibt es extra Vordrucke und die Rechtspfleger sind im Regelfall behilflich. Das kannst Du allein, dafür brauchst Du keinen Anwalt.

Viel Erfolg!

Kommentar von TinaTara,

So, das habe ich nun gemacht.

Antwort von Jorgfried,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Du hast einen Arbeitsvertrag, in dem dein Lohn und die Arbeitszeit stehen müssen. Der Lohn steht dir in voller Höhe zu. Um die vereinbarte Arbeitszeit sinnvoll zu nutzen, muss der Chef dir entsprechende Aufgaben geben - das ist aber seine Aufgabe. Solange du immer pünktlich da bist und arbeitsbereit bist, steht dir der Lohn zu, egal ob du Aufgaben hast, rumstehst oder der Chef dich ausdrücklich nach Hause schickt.

Aufhebungsvertrag kannste vergessen - vor allem unter solchen Umständen. Wenn er dich loswerden will, soll er dir ordentlich fristgerecht kündigen und dich bis zum Ende bezahlen.

Um deine Ansprüche durchzusetzen gehst du mit dem Arbeitsvertrag, der schriftlichen Kündigung und eine Liste mit deinen Arbeitszeiten zum Arbeitsgericht. Die setzen dann für dich die Klage auch - dafür brauchst du keinen Anwalt.

Wenn der Chef die Zahlung nicht pünktlich leistet oder gar ausdrücklich verweigert, kannst du ihm auch eine Mahnung mit Zahlungsfrist von 5 Tagen schicken, mit der Ankündigung, der Klage. Der weiß genau, dass er nicht Recht bekommt, wenn du das ernst meinst und wird zahlen falls er nicht ganz dämlich ist.

Kommentar von TinaTara,

Das klingt gut, vor allem, weil ich bisher nur die Stunden aufgeschreiben hatte, die er so wollte und eigentlich war ich ja da, nur er eben teilweise nicht. Ich werde einfach mal die Stundenzahl so aufschreiben, wie ich es denke und schauen. Wäre nur dumm, wenn er dann doch wieder will, dass ich arbeite. Ich will das nämlich auch nicht mehr.

Kommentar von Jorgfried,

Der Chef kann dich vor die Wahl stellen - entweder Aufhebungsvertrag mit Lohnverzicht und sofortigem Vertragsende oder weiterarbeiten bis zum Ende der Kündigungsfrist. Auf ersteres musst du dich nicht einlassen.

Antwort von veraeva12,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

geh zum arbeitsgericht, die helfen dir weiter und ein anwalt wird dir gestellt.

so einem idioten muß man mal die grenzen aufzeigen.

vlt. sagen die anderen girls ja dann auch aus.

in einer kneipe ist es leicht, zeugen zu bekommen, wenn du gearbeitet hast.

Kommentar von TinaTara,

Da war nie jemand, wenn ich gearbeitet habe, außer ihm. Aber er hat mir ja den Arbeitsvertrag gegeben, wäre ich nicht zur Arbeit erschienen, hätte er mich ja abgemahnt. Aber er will nur tatsächlich geleistete Stunden zahlen und stumpf behaupten, ich sei nur die Hälfte da gewesen oder so.

Kommentar von veraeva12,

wie, ihr wart zu zweit in einer kneipe ohne gäste?

versuch es trotzdem.

wenn er den vertrag unterschrieben hat, hast du was in der hand.

Antwort von Andretta,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Du bekommst bei zu geringem Einkommen auf Antrag einen Beratungshilfeschein von Deinem zuständigen Amtsgericht. Mit dem ist der Anwalt für Dich kostenlos.

Ich wünsche Dir von Herzen viel Erfolg!!!! Das geht ja gar nicht!!!

Antwort von Kaffeevampy,

Dann mach es wie die Anderen beschrieben.

Antwort von Quickfinger,

Warte erstmal den Aufhebungsvertrag ab (den wird's doch auch noch schriftlich geben, oder?) und ob er nicht doch noch bezahlt. Irgendwer wird beweisen können, dass du dort warst, du hast ja nicht allein dort gearbeitet.

Kommentar von TinaTara,

Ja, ich warte ab. aber ich war wirklich immer alleine da, 1 x ein Grafiker, 1 x eine andere Aushilfe.

Kommentar von Quickfinger,

Du könntest auch einfach morgen wieder hingehen und sagen, dass du den Vertrag oder eine Kündigung schriftlich willst. Was beinhaltet denn dieser Vertrag? Wenn nichts, war es einfach eine Kündigung. Und von der weisst du dann eben nichts mehr, bis du sie schriftlich bekommst. Hast du eine schriftliche, geht daraus auch hervor, dass du und bis wann du dort gearbeitet hast.

Kommentar von Jorgfried,

Richtig - ein Aufhebungsvertrag gilt nur, wenn beide zustimmen - also nur wenn du willst und die Bedingungen fair sind. Ansonsten muss der Chef fristgerecht kündigen - also mit mindestens 2 Wochen Frist und solange Lohn zahlen. Die Frist beginnt erst mit Übergabe der SCHRIFTLICHEN Kündigung.

Unterschreibe keinesfalls einen Aufhebungsvertrag oder eine Kündigung in der Steht, dass du auf alle weiteren Ansprüche verzichtest. Am besten du unterschreibst garnichts oder nur "Kenntnis genommen ... Datum ... Unterschrift"

Antwort von Kaffeevampy,

Du gehst dort arbeiten, ohne einen Arbeitsvertrag? Wenn der nicht vorhanden ist, kann er wirklich abstreiten das Du je da warst.

Kommentar von TinaTara,

Doch, der Arbeitsvertrag ist ja da vom 16.11., das habe ich doch geschrieben.

Antwort von APPLEFR34K,

Klage :p

Kommentar von TinaTara,

Sehr witzig. Das kostet der Anwalt mehr als ich zu bekomme habe.

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