Baufinanzierung bei Zwangsversteigerung - wie funktioniert das eigentlich?

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7 Antworten

Hallo Monika1200,

unter dem nachfolgenden Link findest Du allgemeine Informationen und Tipps zur Zwangsversteigerung:

http://www.interhyp.de/bauen-kaufen/tipps-zur-immobilie/objekte-aus-zwangsversteigerungen.html

Hinsichtlich der Finanzierung kannst Du Dir von Deiner Hausbank eine Finanzierungszusage über einen gewissen Darlehensbetrag ausstellen lassen, so dass Du für die Zwangsversteigerung die notwendige Sicherheit hast. Nach Ersteigerung wird Dir Deine Bank dann konkrete Finanzierungsangebote unterbreiten.

Selbstverständlich kannst Du Dir dann auch weitere Angebote, zum Beispiel bei einem unabhängigen Immobilienfinanzierungsvermittler, einholen.

Die meisten Banken erstellen die Finanzierungszusagen objektabhängig, so dass Ihr vor jedem Versteigerungstermin mit Eurer Hausbank sprechen solltet.

Ich hoffe, ich konnte Dir mit meiner Antwort weiterhelfen.

Viele Grüße
Christina

Interhyp AG

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Kommentar von Monika1200
03.11.2015, 18:48

Danke!

also das mit Objektabhängig ist natürlich umständlich -  besser wäre so eine art "Pauschale" Kreditzusage.

wir hofften, das wäre das vielleicht möglich, weil es sich ja um eine eher kleine Summe handelt.

Ok, ist noch die Frage mit dem Teil, der von den Eltern kommt - hört sich so an, als ob man das Geld schon auf dem eigenen Konto braucht - besser wäre natürlich, wenn das die Eltern erst überweisen müßten, wenn es soweit ist.

viele Grüße!

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Hier wurde mehrfach geäußert, daß ihr für die Versteigerung eine Kreditzusage braucht. Das ist so nicht richtig. Zunächst müßt ihr bei der Versteigerung auf Antrag eines Beteiligten eine Sicherheit von 10% des gerichtlich festgesetzten Verkehrswertes hinterlegen. Das kann geschehen durch eine Vorab-Überweisung an die Gerichtskasse, durch die Übergabe eines bankbestätigten Schecks oder durch die Vorlage einer Bankbürgschaft. Eine unverbindliche Finanzierungszusage genügt auf keinen Fall. Das sollt in eurem Fall aber auch kein Problem sein, da ihr ja T€ 40 als Eigenkapital habt.

Unabhängig davon braucht ihr natürlich eine Finanzierung, aber keine unverbindliche Wohlwollenserklärung. Wenn die Floskeln "Vorbehaltlich der Zustimmung von..." oder "Positive Prüfung von ... vorausgesetzt" auftauchen, ist der Schrieb schon nix wert. Ihr solltet mit eurer Hausbank sprechen, vielleicht noch mit einer zweiten oder dritten Bank. Da gibt es durchaus Möglichkeiten, euch einen Kreditrahmen, z. B. in Form eines Kontokorrentkredites verbindlich zuzusagen, der später in ein langfristiges Darlehen umgeschuldet wird.

Legt Wert darauf, daß die Sache so wasserdicht wie möglich ist. Wenn ihr am Verteilungstermin (ca. 4 - 6 Wochen nach der Versteigerung) nicht zahlen könnt, kommt ihr in Teufels Küche.

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Hallo Monika,

die anderen Kommentare enthalten teils richtige Aussagen und teils nur Vermutungen, was Ihnen nicht weiter hilft.

Ablaufinformation: Sie brauchen die detailliert konkreten Informationen zum Bieten in der Zwangsversteigerung und kein Halbwahrheiten. Gern mailen wir Ihnen eine leicht verständliche Bürgerinformation (12 Seiten) des Justizministerium zur allen Details für Interessenten/Bieter in der Zwangsversteigerung!!!

Sie brauchen keine Bonitätsnachweise im Gericht. Aber jeder Bieter muss  möglichst mind. 10 Tage zuvor die Bietsicherheit bei Gericht einzahlen/überweisen.

Kreditzusage vor der Zwangsversteigerung: Wer in der Zwangsversteigerung bieten möchte, sollte zuvor die Finanzierung gedeckt haben (Eigenkapital, Kreditzusage), denn nach Zuschlag müssen Sie zum Fälligkeitstermin zahlungsfähig zu sein (meist 4-5 Wochen nach der Versteigerung), um nicht hohe Verzugsschäden zu erleiden. Die meisten Banken geben keine Kreditzusage vor dem Versteigerungstermin und beginnen mit der Bearbeitung erst danach, weil die oft die Bieter unterliegen und verständlicherweise Kreditgeber den vergeblichen Arbeitsaufwand vermeiden wollen.

Dennoch sollte niemand sein Gebot ohne Deckung abgeben sondern zuvor frühzeitig die Kreditzusage gesichert haben vor der Versteigerung, was nur wenige Banken ermöglichen und inkl. Förderkredite/Zuschüsse (immer vor dem Kauf/Bau zu beantragen). Gern helfen wir.

Die externen Geldquellen von Verwandten werden von manchen Banken akzeptiert als Eigenkapitalersatz.

Die Finanzierung ist auf Sie allein möglich. Dennoch können beide Eigentümer werden. Es können auch beide Kreditnehmer werden, soweit Ihr selbständiger Partner nicht bonitätsgeschädigt wäre. Liegt ein Bonitätsschaden beim Partner vor (z.Bsp.Forderungsausfall u.a), ist die Kredit auf Sie allein sinnvoller und der Partner kann sich auch nachträglich Ihrem Kreditvertrag haftend unterwerfen (auch in vollstreckbare Form).

Ein universeller Kreditrahmen über 60.000 € wird meist nur schwierig beschaffbar sein. Sinnvoller ist der Kreditvertrag auf des gewünschte Objekt, den Sie natürlich erst nach dem Kauf-/Zuschlagstermin annehmen. Erhalten Sie keinen Zuschlag, dann wird einfach ein neuer Kreditvertrag zum nächsten Haus erstellt.

Gern helfen wir, freuen uns über Ihre weiteren Fragen und alle Antworten sind natürlich kostenfrei.


Mit freundlichen Grüßen

i.schneider@baufi-zentral.de

Teamleiter Förderungen, T. 0341-2316377-0, 030-5165629-0, -1

www.baufi-nord.de






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Kommentar von schneider120
05.11.2015, 02:03

noch zu Ihren anderen Fragen, (es gibt keine blöden Fragen+bitte immer besser mehr Dinge hinterfragen als zu wenig):

a) Das Eigenkapital belibt auf Ihrem Konto oder bei Ihrem Verwandten. Im Kreditvertrag der meisten Banken steht, dass das Eigenkapital zuerst zu verwenden ist vor der ersten Kreditauszahlung.

b) 70.000 € Kaufpreis + ~4.900 € Kaufnebenkosten (meist 5 % Grunderwerbssteuer + 2 % Notar/Grundbuch) +30.000 € Sannierung = 104.900 € Gesamtkosten  - 40.000 € EK => 64.900 € Kreditbedarf

c) Für die 30.000 € Kreditanteil der Sanierung fordern die meisten Banken schrittweise zu jeder Auszahlung die Rechnungen/Quittungen/Baumarktbelege. Die erbrachten Eigenleistungen werden in der Auszahlung nicht detailliert geprüft sondern der Bautenstand genügt.

Gern helfen wir.

Mit freundlichen Grüßen

i.schneider@baufi-zentral.de

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Ein Bausparvertrag könnte eine gute Lösung für euch sein, falls nicht schon vorhanden. Den kann man auch mit einer Sofort-Finanzierung abschließen.

Info gibt´s zum Beispiel hier:
https://www.schwaebisch-hall.de/angebot/ich-will-bauen-und-kaufen/baufinanzierung.html

In eurem Fall würde ich die 40 Tsd. von seinen Eltern, als Einmal-Beitrag einzahlen und so einen hohen Kreditrahmen sichern, während das Geld schon Zinsen bringt und ihr euch Steuervorteile sichert und zusätzlich eine machbare Bausparrate einzahlen. Vorsicht: Bei der Inanspruchnahme des Darlehens müsst ihr neben der Bausparrate auch die Zinsen zahlen können. Aber nur bis zur Zuteilung des eigentlichen Bauspardarlehens.

Wichtig: Ihr solltet neben dem Kaufpreis auch noch Renovierungskosten in den Kreditrahmen einplanen.

Lasst euch mal unverbindlich beraten.

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Kommentar von Monika1200
03.11.2015, 18:40

Danke!

hm ja, kuck ich mir grad mal an.

es sagen halt wirlich ALLE , auch so in den Medien, daß Bausparen totaler Mist sei. Veraltet.

Wir selber haben nur nur die Erfahrung von den Eltern, die hatten damals alles fertig, 20 Jahre lang einbezahlt und mußten dann trotzdem jahrelang auf die Zuteilung warten - d.h. Zwischenfinanzieren, der ganze Vorteil war somit verraucht... :(

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Für die ersteigerung braucht ihr eine fest zugesagten Kredit von einer Bank oder eben die vorhandenen Eigenmittel in dieser Höhe. Da ihr nicht wisst wieviel ihr am Ende genau braucht, müsst ihr einen Kredit in Höhe des von euch maximal anvisierten Gebots bei einer Bank suchen und den auch als Zusage vorliegen haben. Den Wisch brauchen die Behörden bei der Versteigerung sonst wird das nix.

Kredite vergleichen, bei mehreren Banken vorsprechen und vor allem richtiges Finanzierungskonzept überleggen. Am besten ihr lasst euch mal von unabhängigen Finanzvermittlern wie Interhyp beraten oder sprecht schon mal mit eurer Hausbank.

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Kommentar von lesterb42
04.11.2015, 09:12

Das mit dem "Wisch" ist leider falsch. Bei einer Zwangsversteigerung muss der Bieter auf Antrag eine Sicherheitsleistung i. H. v. 10 % des festgestellten Verkehrswerts erbringen. Eine Finanzierungsbestätigung braucht er vor Gericht nicht.

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Holen sie sich halt eine Kreditzusage bis zu einem bestimmten Versteigerungsbetrag und von der selben Bank den 10 %-Scheck zum bieten.

Dann sehen sie ja was geboten wird. Liegen sie unter der Kreditzusage schlagen sie zu. Sie sollten aber einen Finanzierungsmakler wählen, denn Ablehnungen von KJreditanfrage schlagen sich negativ nieder.

Rufens bei UNICS Finanzkonzepte an.

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Schwierige Frage:

du musst 10% per Scheck als Eigenkapital "bar" vorweisen 

die 10% beziehen sich auf den Verkehrswert/Gutachtenwert

Wenn ihr beide gut verdient und die Immobilie Einkünfte erwirtschaftete geht das - ist sie leer stehend, klappt das nicht.

Kannst also mit dem Scheck ersteigern und vorab mit mehreren finanzierenden Banken sprechen. Musst aber in der Lage sein über die Einkünfte des MFH alle Dokumente inkl Mietverträge udn Nachträge offen legen zu können. dann kann es sein, dass eine Bank mitspielt und das Vorhaben finanziert. Sollte die Eigenkapitaldecke dünn sein, dann würde ich an Eurer stelle lieber ein Reihenhaus kaufen und etwas tiefer stapeln.

Lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach...

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Kommentar von Morelle
06.11.2015, 21:30

Ein "normaler" Scheck genügt den gesetzlichen Anforderungen nicht. Der Scheck muß von einem inländischen Kreditinstitut ausgestellt sein (siehe § 69 Abs. 2 ZVG).

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