Frage von 42DieAntwort42, 238

Beim Feueralarm (Fehlalarm) hat der Chef einer Abteilung das Verlassen des Gebäudes verboten. Was tun?

Moin zusammen,

wir hatten heute einen Feueralarm. Es war diese Woche der zweite, beide waren ein Fehlalarm. Nun hat einer unserer Chefs "seiner" Abteilung das Verlassen des Gebäude untersagt, da für sowas eben keine Zeit sei. Erschreckenderweise sind dem auch fast alle nachgekommen.

Soweit ich weiß, darf der Chef das Verlassen der Firma im Alarmfall nicht untersagen, richtig?

Welche Konsequenzen kann das nach sich ziehen, abgesehen vom Verbrennen?

Antwort
von dadamat, 45

Der Chef kann die "Richtigkeit" eines Feueralarms nicht vom Schreibtisch kontrollieren. Er hat somit kein Recht, das Verlassen des Gebäudes (nach Alarmrichtlinien) zu verbieten. Ist es ein Fehlalarm darf auch kein Nacharbeiten der entstandenen Fehlzeit angeordnet werden oder vom Lohn abgezogen werden. Der Arbeitgeber ist für die korrekte Funktion des Feueralarms zuständig, du als Arbeitnehmer kannst einen Alarm nicht beurteilenund musst dich entsprechend den geschriebenden Bedingungen des Feieralarms verhalten. Nur wenn jemand den Feueralarm ohne Grund / mutwillig auslöst, kann dieser dafür verantwortlich gemacht werden.

Expertenantwort
von lenzing42, Community-Experte für Arbeit & Arbeitsrecht, 83

Der Chef verfügt mit an Sicherheit grenzender Warscheinlichkeit nicht über hellseherischen Fähigkeiten, und kann deshalb nicht vorab beurteilen, ob es sich um einen echten Alarm oder einen Fehlalarm handelt und den Arbeitnehmern bei Feueralarm das Verlassen des Betriebsgebäudes verbieten.

Erstes Gebot bei einem Alarm ist für alle Arbeitnehmern, das Gebäude geordnet zu verlassen und dafür Sorge zu tragen, dass niemand  den Alarm überhört hat und deswegen im Gebäude zurückbleibt.

Wenn ein Sicherheitsbeauftragter im Betrieb installiert ist, hat dieser die Aufsicht im Falle eines Falles über die Räumung des Gebäudes zu gewährleisten, und bei Verstößen gegen die Fürsorgepflicht des Chefs eine entsprechende Meldung an die Berufsgenossenschaft und das örtliche Gewerbeaufsichtsamt zu veranlassen.

Antwort
von priesterlein, 112

Anzeige wegen versuchter Gefährdung von Leben und Gesundheit oder so. Anders wird er nichts lernen. Betriebsrat und Sicherheitsbeauftragte müssen da aktiv werden und diesen "Chef" abmahnen lassen.

Kommentar von 42DieAntwort42 ,

Betriebsrat gibt es hier nicht. Mit Chef reden, oder ihn gar abmahnen ist schwer Vorstellbar und ich glaube auch kaum, das ihn jemand Anzeigen wird.

Kommentar von Nightstick ,

Trotzdem könnte der Chef keinem Mitarbeiter verbieten, seine Arbeit liegen zu lassen, um sich persönlich davon zu überzeugen, dass es nicht brennt - auch nicht Kraft seines Direktionsrechts.

Demzufolge könnte er auch keine arbeitsrechtlichen Maßnahmen (z.B. Abmahnung oder Kündigung) einleiten. Würde er das tun, würde er von jedem Arbeitsrichter abgestraft werden.

Also: Immer aufstehen, gewissenhaft prüfen - solange, bis die blöden Fehlalarme ein Ende haben (die echten sind ja Dott sei Dank selten). 

Kommentar von 42DieAntwort42 ,

Ich gehöre auch nicht zu den "Sitzenbleibern". Was mich interessiert ist, welche Konsequenzen es für den Chef haben kann, wenn es an der falschen (oder richtigen) Stelle ankommt, das er solche Anweisungen gibt?

Kommentar von Nightstick ,

Eine(r) von Euch könnte sich anonym an die zuständige Berufsgenossenschaft und/oder an das zuständige Amt für Arbeitsschutz (früher Gewerbeaufsichtsamt) wenden.

Diese können den Betrieb dann -ggf. auch unangekündigt- überprüfen, und unter Androhung hoher Geldstrafen verpflichten, das Alarmsystem so einzurichten, dass Fehlalarme weitgehend ausgeschlossen sind, und dass auch jeder Fehlalarm ernst zu nehmen ist.

Auch würden regelmäßige Feuerschutzübungen angeordnet werden usw.

Alles sicher nicht so angenehm für den absolut idiotischen Chef...

Antwort
von Socat5, 105

Ich hab mal in einem Altenheim gearbeitet in dem es ständig Fehlalarm durch Kochdünste gab. Die Heimleiterin hat bei einem Alarm dann mal gesagt, es ist sowieso wieder nichts, ihr könnt weiterarbeiten. Das gab richtig Ärger für sie. Nur die Feuerwehr hat festzustellen, dass es nicht brennt, aber kein Laie.

Kommentar von 42DieAntwort42 ,

Das weiß ich, nur welche Konsequenzen können sich hieraus ergeben?

Antwort
von AbraKebabRa, 120

Im Alarmfall darf man das natürlich nicht, auch bei einer Falschmeldung sollte man das nicht tun. Am Ende sind die Mitarbeiter nur verunsichert ob es wirklich ein Notfall ist, und das kann im Extremfall leben kosten.

Die Betriebsführung auf das ganze aufmerksam machen, Sicherheit geht in jedem Betrieb vor Produktivität.

Kommentar von 42DieAntwort42 ,

Er ist die Betriebsführung...

Kommentar von AbraKebabRa ,

So wie ich das gesehen habe war es ein Abteilungsleiter von mehreren Abteilungen, von daher ist er höchstens ein Teil davon. Der restliche Teil wird davon wahrscheinlich nicht unterrichtet werden.

Kommentar von 42DieAntwort42 ,

Die Firma hat zwei Chefs, zwei Besitzer. Er hat "seinem" Teil der Firma verboten das Gebäude zu verlassen. Der andere Chef mischt sich da nicht ein.

Kommentar von AbraKebabRa ,

Sollte er aber, das ist eine Verletzung von Sicherheitsvorkehrungen und unnötige Gefährdung, was auch für ihn Konsequenzen nach sich ziehen kann wenn die BG oder sonst wer davon erfährt.

Kommentar von 42DieAntwort42 ,

Welche Konsequenzen können das denn sein?

Kommentar von AbraKebabRa ,

Disziplinarmaßnahmen, Geldstrafen und im Ernstfall Freiheitsstrafen sollte wegen so einer Maßnahme seinerseits Menschen in Gefahr geraten.

Antwort
von derhandkuss, 84

Die Berufsgenossenschaft wird sich freuen, wenn der Chef das Verlassen des Gebäudes (bzw. des Arbeitsplatzes) verbietet. Im Zweifel sollte dies der Berufs-genossenschaft gemeldet werden. Die kümmern sich meist sehr schnell um solche Verstöße.

Antwort
von Almalexian, 117

Bei sowas kann der Chef getrost ignoriert werden. Sollte etwas passieren weil die Angestellten durch seine Angabe drinnenbleiben kann er persönlich dafür haften, also auch mit hohen gefängnisstrafen.

Kommentar von 42DieAntwort42 ,

Vielen Dank. Also sind "nur" Konsequenzen zu befürchten, wenn tatsächlich was passiert, oder kann ihm auch vorher schon die Versicherung wegen der nicht eingehaltenen Brandschutzbestimmungen aufs Dach steigen? Oder sowas in der Art?

Kommentar von Almalexian ,

Wahrscheinlich auch schon vorher, aber wenn was passiert in jedem Fall. Auf jeden Fall kann er euch da nichts wenn ihr bei einem Alarm rausgeht, wenn ers versucht zieht im Zweifelsfall vor Gericht.

Antwort
von Pilgrim112, 34

Frag doch mal eine Fachkraft für arbeitssicherheit nach dem Brandschutzkonzept...  

Kommentar von 42DieAntwort42 ,

Und dann??

Kommentar von Pilgrim112 ,

Oh man.. Ok...  Dort ist geregelt was im Falle eines Brandalarm zu tun ist. Und das ist ja von Chef abgesegnet...  

Kommentar von 42DieAntwort42 ,

Das ist mir klar, aber in dieser Situation hat er ja dem Brandschutzkonzept selber widersprochen. Wie das Brandschutzkonzept aussieht und wer da was zu tun hat, ist mir durchaus geläufig.

Antwort
von Repwf, 46

Da wird garnichts passieren!

Ihr seid vermutlich alle erwachsen und die Türen waren sicherlich nicht verschlossen?!? 

Dann hättet ihr also problemlos rausgekonnt...

Ich weiß was du meinst, aber er hat es ja nur "verboten" und keinen wirklich am Ausgang gehindert! 

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