Frage von berlincityl, 107

Auto in Werkstatt repariert und nach 20 km wieder kaputt! Welche Rechte hat man?

Hallo liebe Community. Ich bin echt sauer! Bei meinem Toyota Corolla leuchtete ein paar Tage sowohl die Motorkontrolleuchte als auch die Öllampe auf. Dazu hat das Auto extrem laute Geräusche gemacht sobald der Motor an war und viel schlechter beschleunigt als sonst. Habe das Auto dann natürlich sofort in eine Toyota Werkstatt gebracht. Nachdem ich es gestern nach 10 Tagen (!!!) endlich mal abholen konnte. Habe eine Rechnung von 1150€ bekommen. Worüber ich erstmal völlig entsetzt war weil er ursprünglich meinte es wird um die 500€ kosten. Aber ich war so froh endlich mein Auto wieder zu haben dass es mir dann auch egal war. Nun kommts: Als ich heute morgen zu arbeit gefahren bin, also seit Werkstattabholung Ca. 20 Km tauchte plötzlich genau das selbe Problem auf! Beide Leuchten leuchteten wieder auf, Motor ratterte extrem laut und es beschleunigt wieder schlecht!!! Bevor ich nach der Arbeit dort hin fahre und mich beschwere, würde ich gerne wissen was ich denn überhaupt für Rechte jetzt habe. Sind Sie verpflichtet, die Reperaturkosten die jetzt wieder anfallen werden kostenlos oder billiger zu machen? Bekomme ich Schadensersatz? Kenne mich leider mit Rechten nicht aus.. Ich danke vielmals für Antworten.

Expertenantwort
von Hamburger02, Community-Experte für Auto, 34

Hier ist offensichtlich das passiert, was bei den modernen PCs auf Rädern neuerdings öfters passiert.

Die ganze elektronische Steuerung ist inzwischen so kompliziert, dass normale Mechaniker aufgeschmissen sind, wenn der Fehlerspeicher keine eindeutige Auskunft gibt und das kommt öfters vor. Dann fangen sie einfach mal an, Teile auf Verdacht zu tauschen in der Hoffnung, dass das richtige schon dabei sein wird. Ist es aber häufig nicht. Das scheint auch bei dir der Fall zu sein.

Hatte vor einiger Zeit etwas ähnliches. Manchmal, wenn der Motor beansprucht wurde, verlor er plötzlich Leistung und machte komische Geräusche incl. Motorwarnlampe. Dann fuhr ich rechts ran, Motor aus und wieder an und alles lief wieder ok. Mein vorbildlich ehrlicher KFZ-Meister meinte, der Fehlerspeicher würde so viele Fehler melden, dass er nicht mehr Ursache und Folgefehler unterscheiden könne. Ihm bliebe da nur, den Fehler durch Teiletausch zu suchen und empfahl mir, solange weiterzufahren, bis der Fehler dauerhaft auftrete, weil er dann klassich durchmessen könne. Das tat ich auch und am Ende stellte sich raus, dass ein Sensor für die Wassertemperatur einen Wackelkontakt hatte. Der Austausch kostete etwa 100,- und seither läuft die Kiste wieder einwandfrei.

Antwort
von Forte90, 55

Kommt drauf an, was im Vertrag bzw. Auftrag steht (sehr wichtig).

Wenn dort z.B. steht "Fehlersuche Motorgeräusch", sind Sie nur dazu verpflichtet, den Fehler lt. Auftrag zu suchen. Das heißt die Werkstatt VERSUCHT den Fehler zu finden und zu beheben. Wenn der Fehler wieder auftreten sollte, musst du rechtlich die Rechnung bzw. die Kosten erneut tragen, da die Werkstatt Ihren Auftrag erfüllt hat.

Wenn dort jetzt bspw. "Kratzendes Motorgeräusch beheben bzw. beseitigen" steht, ist die Werkstatt dazu verpflichtet, den Fehler zu suchen UND zu beseitigen und haften im Falle auch dafür, falls der Fehler bzw. das gleiche Problem nach kurzer Zeit wieder auftritt (Gewährleistung). Dann müssen Sie "kostenlos" nacharbeiten um den Fehler wie lt. Auftrag zu beseitigen.

Auf Kulanz werden jedoch die meisten Werkstätten bei einem nicht beseitigten Fehler kostenlos nacharbeiten um keine Kunden zu verlieren.


Kommentar von berlincityl ,

👍🏾alles klar vielen Dank 

Antwort
von derhandkuss, 42

Zunächst einmal hast Du das Recht auf Nachbesserung. Die müssen also nochmals ran, um den Fehler zu beheben. Falls es sich um exakt den selben Fahler handelt, sollten die Kosten weitgehend zu Lasten der Werkstatt gehen. (Es sei denn, hier treten noch weitere Mängel auf.)

Außerdem würde ich versuchen, für die Zeit der erneuten Reparatur von denen ein kostenloses Ersatzfahrzeug zu bekommen.

Kommentar von berlincityl ,

Danke sehr :)

Antwort
von franneck1989, 42

Du hast ein Recht auf (kostenlose) Nachbesserung (§§634 ff. BGB)

Das heißt, du musst jetzt die Werkstatt auffordern den Mangel abzustellen. Dies hat für dich völlig kostenfrei zu erfolgen. Die Werkstatt hat das Recht, bis zu zweimal nachzubessern

Kommentar von berlincityl ,

vielen Dank:-)

Antwort
von jbinfo, 41

Wenn es sich um das selbe Problem handelt, dann muss die Werkstatt den Schaden auf Gewährleistung reparieren. 10 Tage ist aber auch schon extrem für eine Toyota Werkstatt, oder war es MC-Berlin ?

Kommentar von berlincityl ,

Dankeschön! Nein, eine Werkstatt in Stuttgart. Ich wohne nicht in Berlin hab die Stadt nur im Namen weil sie mir mega gefällt.. :-) 

Kommentar von jbinfo ,

Ok, in S ist die Händlerauswahl ja nicht wirklich so groß. Aber 10 Tage ist bei denen auch nicht als normal anzusehen.

Antwort
von ErsterSchnee, 42
Sind Sie verpflichtet, die Reperaturkosten die jetzt wieder anfallen werden kostenlos oder billiger zu machen? 

Nein, dazu sind sie nicht verpflichtet. Und wieso Schadenersatz? Sie haben für das Geld, was sie erhalten haben, ja ordentliche Arbeit geleistet. Dir ist also kein Schaden entstanden.

Kommentar von berlincityl ,

Ordentliche Arbeit? Aber die Reperatur hat doch überhaupt nichts gebracht es ist doch nach wie vor defekt? 

Kommentar von ErsterSchnee ,

Sie hätten ja auch von vorneherein ALLES austauschen können, was der Grund hätte sein können - dann hättest Du eine Rechnung bekommen, die fünfmal so hoch ist. Wäre das besser gewesen?

Kommentar von franneck1989 ,

Nein, dazu sind sie nicht verpflichtet

Schonmal das Wort "Gewährleistung" gehört?

Kommentar von ErsterSchnee ,

Ja, hab ich. Und was soll das mit der Frage zu tun haben? Es ist ja nicht so, dass die neu-eingebauten Teile schon wieder kaputt sind.

Kommentar von franneck1989 ,

Das ist nicht das Problem der/des FS.

Die Werkstatt hat auf die ausgeführten Arbeiten als ganzes Gewährleistung zu geben, fertig.

Kommentar von ErsterSchnee ,

Also tauschen sie nächstes Mal alles aus, was den Fehler verursachen könnte, schreiben eine fünfstellige Rechnung und haben dann zufriedene Kunden, oder wie?

Kommentar von franneck1989 ,

Bei einer fünfstelligen Rechnung glaube ich kaum, dass es einen zufriedenen Kunden geben wird.

Solch eine Rechnung könnte man als Kunde auch leicht reklamieren. Eine Werkstatt muss in der Lage sein, einen Fehler einzugrenzen und nur defekte Teile zu tauschen. Da würden die dann schnell in Erklärungsnot geraten

Um sicher zu gehen, lässt man sich erst einen schrifftlichen Kostenvoranschlag erstellen - dann ist eine Abweichung nur noch in geringen Grenzen möglich

Kommentar von jbinfo ,

"Ordentliche Arbeit geleistet" wenn der selbe Schaden wieder auftritt ? Motorkontrollleuchte und Öldruckleuchte. Natürlich fällt das dann unter die Gewährleistung.

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