Gut, dass Dir Gedanken darüber machst!
Wenn Du schon was versicherungstechnisches zur AV hast, denk mal darüber nach, es ohne Versicherungen zu machen. Bau Dir über die Jahre ein breit diversifiziertes Portfolio auf. Arbeite mit Stopp-Kursen, bei denen Wertpapiere automatisch verkauft werden, um Verluste in Krisenzeiten zu minimieren. Hol Dir professionelle, unabhängige Hilfe dazu, die zwar Geld kostet, Deine Rendite aber steigert und das Risiko reduziert - in Summe wirst Du mehr rausholen als bei Versicherungen!
Auf lange Zeit betrachtet schlagen die meisten Aktienfonds noch alles andere (wobei ich persönlich noch andere Anlageklassen berücksichtigen würde). Und lass die Anlagen in den Jahren dazwischen ruhig schwanken, wenn es Deiner Altersvorsorge dient, muss es erst dann in ruhige Gewässer kommen und zur Verfügung stehen, vorher kann es arbeiten, mit allen Höhen und Tiefen!
Tja mein lieber Anlageberater, und ei der Daus, gerade zum Zeitpunkt des Rentenbeginns sind die Aktien und die Fonds dann mal nix wert!!!! Siehe Börsenkurse. Zahlen Sie dem Mann/Frau dann die Differenz um überhaupt leben zu können? Als Anlageberater haftet man doch für seine vermittelten Geschäfte oder?
Richtig, sogar doppelt richtig. "Fire and forget" gibt's seit Jahren schon nicht mehr, d.h. eine einmal getroffene Anlageentscheidung muss trotzdem ab und an überprüft werden.
Bei der Altersvorsorge heisst da insbesondere: Rechtzeitig VOR Rentenbeginn anfangen, in sicherer Papiere insgesamt umzuschichten. Dann kann auch zum Rentenbeginn ein Absacker nach unten kommen und mein vorher gewachsenes Geld ist immer noch da. Ausserdem muss ja nicht das gesamte Geld auf einmal da sein, denn man will es ja nach und nach verbrennen, oder? Also muss auch nur ein Teil des Geldes, von mir aus 30% punkt 65 zu 100% da sein, also vorher in Staatspapiere, Tagesgeld oder sowas umschichten. Dann regelmässig, wenn die Kurse günstig scheinen, diesen "so-gut-wie-geht-sicheren" Topf wieder mit neuen Verkäufen füllen.
Das Problem der Leute ist, dass zuviele Provisionsgeier draussen rumrennen, die bei Ihren Mandanten gerade nicht daran denken, diese auf Dauer zu betreuen und später mal umzuschichten. Klar, denn ohne neuen Produktverkauf verdienen sie kein Geld.
Deswegen arbeite ich lieber auf Honorarbasis, kriege jedes Jahr ein wenig was dafür, dass ich die Daten beobachte, regelmässig Ziele und Wünsche abfrage und mit den Anlageentscheidungen abgleiche, korrigiere wenn notwendig uswusf. Vorteil für den Mandanten: Günstigerer Einstieg (keine Abschlussgebühren), dauerhaft gesichertes Interesse des Beraters, dass alles gut läuft (denn nur so verdiene ich Geld), dadurch Sicherheit und mehr Zeit für's Wesentliche: Leben! Vorteil für mich: Zufriedene, langjährige Mandanten, die mich mit ruhigem Gewissen weiterempfehlen. Nachteil für mich: Ich bin morgen kein Millionär, sonder muss arbeiten für mein Geld - aber das halte ich für okay, oder sieht das jemand anders?
Zu guter Letzt: Die meisten Leute, die ich kenne, die durch schwachsinnige Verkaufsempfehlungen viel Geld verloren haben, schreiben sich das selbst auf die Fahne. Sehe ich anders. Klar haben sie unterschrieben, aber verstanden haben es die meisten nicht und waren oft auch zu feige, nachzufragen und die Sachen sich erklären zu lassen. Leute, tut das, denn dann merkt ihr, ob der "Berater" auch weiss, was er da tut! Und was ihr nicht versteht, kauft nicht! Und wenn ihr so einen Mist habt, nehmt euch einen Anwalt und haut es dem "Berater" um die Ohren, auch wenn er bis dato euer Freund war! Es ist euer Geld, was da verschwindet!
Haben Sie außer der üblichen Anti-Börsen-Polemik auch was fachliches zu bieten ? Es gibt und gab noch nie Fonds, die nix mehr wert sind. Und nach 20-30 Jahren Fondsentwicklung ist auch kein Crash mehr ein Totalverlust. Verluste, noch nicht mal total, spielten sich in den letzten 60 Jahren DAX in den ersten 10-12 Jahren ab. Und mit der richtigen Strategie von einem kompetenten Berater werden auch solche Verluste abgefedert.
Sorry, ich kann in meinen Antworten keine "Anti-Börsen-Polemik" erkennen.
Die meisten Menschen machen sich m.E. zu früh Gedanken um das Produkt (siehe Fragestellung). Viel wichtiger ist, zuerst die sinnvollste Richtung herauszufinden, dann die Strategie, die Anlageklasse - ganz zum Schluss folgt erst die Suche nach dem passenden Produkt. Daher mein Exkurs bzw. mein Nicht-Eingehen auf den Deka-Riester-Fonds. Wir sind durch die Provisionsgeier viel zu produktorientiert.