Frage von brbr00, 55

Als Sozialarbeiter nach dem Bachelor nach London?

Hallo :)

Ich überlege, nach meinem Abitur erstmal ein Au Pair Jahr in England und anschließend ein Studium zum Sozialarbeiter anzufangen. Ich war schon oft in London und verliebe mich jedes Mal neu in diese Stadt. Deswegen ist es mein allergrößter Traum, später dort zu wohnen. Deshalb möchte ich nach dem Bachelorstudium ca. 1-2 Jahre Berufserfahrung in DE sammeln und dann nach London ziehen.

Natürlich habe ich mich informiert und selbstverständlich weiß ich auch, dass die Lebenshaltungskosten in London extrem hoch sind, dennoch möchte ich es unbedingt probieren (Ich würde es sicherlich bereuen, wenn ich es nicht mache).

Aus Interesse habe ich also bei englischen Jobwebsites nachgeschaut, wie viel ein Sozialarbeiter so verdient und im Gegensatz zu Deutschland ist der Lohn dort ziemlich hoch. Man kann bis zu 35.000 Pfunde pro Jahr verdienen. Ich weiß aber nicht genau, wie viele Steuern davon abgezogen werden, aber nicht so viele wie in Deutschland jedenfalls.

Nun zu meiner Frage, ist ein Monatslohn von ca. 3.000 Pfund brutto realistisch für einen Sozialarbeiter in London oder ist das doch ein bisschen zu viel, vor allem für jemanden mit wenig Erfahrung? Wenn ja, komme ich mit dem Geld über die Runden (WG-Zimmer/ Wohnung, Verpflegung, Oyster Card usw.) ?

Weil an sich ist der Verdienst eines Sozialarbeiters in England ja fast doppelt so hoch, wie hier bei uns in Deutschland und das erscheint mir ein bisschen fragwürdig. Vielleicht ist ja jemand aus der Community in England als Sozialarbeiter tätig und kann mir weiterhelfen? :)

Ich hoffe jemand kann mir helfen, weil ich sonst keine Antworten im Internet finde. Dankeschön :)

P.S. Ja, ich weiß, dass es noch ein bisschen Zeit ist, bis ich wirklich mein Studium abgeschlossen habe und ein wenig Erfahrung gesammelt habe, aber ich bin ein Mensch, der gerne Dinge weit im Vorraus plant. :D

Antwort
von Dahika, 31

Ich gebe zu, ich weiß nicht, ob du als Soz.Arbeiter überhaupt in England arbeiten kann. Was ein Soz.Arbeiter dort verdient, weiß ich auch nicht,

Aber ich kannte einmal eine Frau, abgeschlossenes Studium in BWL, fließend Englisch, ist klar, fließend russisch, mit Arbeitserfahrung in Süd Korea.

Sie fand einen Job als Unternehmensberaterin in London. Arbeitszeit,, äh,,, 60 Stunden die Woche, schätze ich mal. Mindestens. Aber gut, das fand sie auch ok.

Sie verdiente als Anfangsgehalt (mit 28) ungefähr 3000 Euro netto. Umgerechnet.  Nett, könnte man meinen.

Sie sagte aber, dass sie in London damit nur ein gehobenes Studentenleben finanzieren könne. Kein Auto, braucht man allerdings eh nicht,  ein Zimmer in einer WG, allerdings in Sheperd´s Bush, also zentral und eine teure Gegend.

Sie hatte vorher  lange versucht, eine Wohnung zu finden. Ganz zu Anfang lebte sie in einem Hostel.  Zu Anfang, als man ihr Wohnklos für ein irres Geld anbot, war sie noch entrüstet über die hohe Monatsmiete. Bis sie erfuhr, dass es sich um die Wochenmiete handelte. LOL.

Sie hat dann über ihren Arbeitgeber ein WG Zimmer bei einem Kollegen vermittelt bekommen. Für ca 1500 Euro (umgerechnet) MOnatsmiete. Aber das war ein Freundschaftspreis. Das Zimmer war auch gut, recht groß, in einem Haus, das sogar einen Garten hatte. Der Kollege hatte es von seinen Eltern geerbt und bewohnte es mit insgesamt 4 Leuten. 

Wenn man den Film "Notting HIll" kennt, dann weiß man, wie das Haus aussah.

Ich habe sie dann gefragt, wovon denn Verkäuferinnen etc.. leben würden. Die verdienen bestimmt keine 3000 Euro netto. Sie sagte, dass die von weit außerhalb kämen, jeden Tag. Es gäbe Leute, die täglich von Yorkshire aus nach London pendeln. Oder halt in diesen Slums in Nordlondon leben. Wenn du von Stanton aus nach London fährst, weißt du, was ich meine. Schauder.

Also, stell dir das Einkommen mal nicht hoch vor. Das kannst du mit Deutschland nicht vergleichen, auch wenn es umgerechnet erst mal hoch erscheint. Meine Bekannte sagte auch, dass sie sich mit ihren 3000 Euro netto, wenn sie mal 1 Monat in Deutschland sei, wie eine Königin vorkäme. Aber in London? Gehobenes Studentenleben.

Antwort
von Jerne79, 18

Wenn du in England arbeiten willst, dann wäre es sinnvoll, auch dort zu studieren. Fachliteratur, Fachbegriffe, landestypische Arbeitsweisen, das solltest du für das Land beherrschen, in dem du tätig sein willst.

Nicht zuletzt solltest du bereits während des Studiums Kontakte knüpfen, die dir nach deinem Abschluss weiterhelfen können. Es bringt dir nichts, diese Kontakte dann in D zu haben.

Allerdings würde ich generell meine Erwartungen ein Stück runterschrauben.

Das zu erwartende Gehalt solltest du deutlich niedriger kalkulieren. Als jemand, der gerade erst das Studium abgeschlossen hat, wirst du mit Sicherheit nicht das Spitzengehalt in deiner Branche beziehen.

Davon abgesehen mag der Lohn auch sonst erstmal höher aussehen, die Lebenshaltungskosten sind aber auch deutlich höher als bei uns. Wenn du so oft in England bist, dann geh da mal in einen Supermarkt und vergleiche allein die Lebensmittelkosten mit unseren.

London ist ein bestialisch teures Pflaster, selbst viele gut verdienende Menschen können sich dort inzwischen nur noch ein völlig überteuertes, winziges Loch leisten. Und die Spitze dieser Entwicklung ist noch lange nicht erreicht.

Davon einmal abgesehen würde ich auch erst einmal abwarten, welche Regelungen es nach dem tatsächlichen Austritt der Briten aus der EU geben wird und wie dann die Situation für Nicht-Briten auf dem britischen Arbeitsmarkt aussieht.

Antwort
von inicio, 16

gerade als Berufsneuling wirst du keinesfalls so ein hohes gehalt verdienen.

kaum einer macht sich vorstellungen, wie teuer das leben in London wirklich ist. die miete fuer ein minimine 1-zimmeraprtment beginnen meist mit 1000£. dazu kommt hohe communalsteuer und hohe lebendkosten insgesamt. 

mein mann hat fuer eine grosse firma in London gearbeitet. er ist oft mit dem zug (90 minuten) von sommerset dort hingefahren. wir haben es vorgezogen, dort nicht zu leben (waren aber natuerlich oft in der stadt). seine kollegen wohnten auch weit ausserhalb mit ca 90-100minuten taegliche anfahrten einfach in die city..oder trotz hohem doppelverdienerhaushalt in studentenaehnlichen verhaeltnisssen..also mit 4 gut verdienend mescnhe in einem minireihenhaus... minikueche, mini livingraum ud 3-4 mini bedrooms von 6-8m2...  

als tourist ist London natuerlich toll -aber fuer laengere zeit geht es dir maechtig auf die nerven taeglich 14 millionen um dich zu haben... 2-3 stunden taeglich im stau zu stehen oder wie eine oelsardine im bus/bahn etc...

qualitativ guten wohnraum gibt es oft nur fuer millionaere, ein sozialarbeiter, lehrer, arzt oder krankenpfleger lebt schon fast in slumartigem umfeld oder im speckguertel von London -wo du zur arbeitszeit noch 1-2 stuendiger anund abfahrt rechnen musst -das heisst du arbeitest 8-9 stunden und brauchst dann noch c 3-4 stunden auf dem weg ....

dann zu deinem studium -sozial leistungen und das ganze soziale umfeld und sozialgesetze etc sind in engalnd total anders als ind Deutschalnd. du bist also was die englischen verhaeltnisse betrifft voellig ahnungslos. deshalb wirst du mit einem studium in deutschalnd kaum einen job in Eengland bekommen

Antwort
von Sanja2, 27

Dinge im vorraus planen und Sozpäd studieren kann sich durchaus widersprechen. Im sozialen Bereich überrascht dich jeder Tag neu und du musst ständig flexibel sein. Mit Plan in die Arbeit gehen geht meist schief, weil man den Plan selten erfüllen kann.

Antwort
von drrudolfschmitt, 10

Es gibt Einrichtungen in Großbritannien, welche um deutsche SozialarbeiterInnen werben - Links siehe am unteren Ende meiner Seite auf https://f-s.hszg.de/personen/rudolf-schmitt/absolvent-innen.html. Die Soziale Arbeit in Großbritannien, aber auch den USA ist stärker professionalisiert in dem Sinne, dass Berufverbände/Kammern eine größere Rolle bei der Vergabe von Lizenzen für die Arbeit spielen (ähnlich in Deutschland in der Medizin oder im Rechtswesen). Die oben genannten Stellen müssten dabei helfen können, habe auch gerade bei einer einer Recherche auf Amazon gesehen, dass es ziemlich viele Bücher vom Typus "Introduction to Social Work" gibt.

Kommentar von drrudolfschmitt ,

Sorry, in meiner Antwort ist der Link falsch - der Punkt am Ende muss gelöscht werden, dann funktioniert der Link

Antwort
von Referendarwin, 21

Ich glaube nicht, dass man mit einem solchen Studium ein solches Gehalt verdienen kann.

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