Hallo Leutz,
danke erstmal für eure Antworten. Es ist tatsächlich so, dass ich endlich was aus mir machen möchte und aus dem Elternraus raus will. Problem ist, bei meiner Religion ist das üblich, dass die Kinder bei ihren Eltern so lange wohnen bleiben, bis sie verheiratet werden. Ich bin mit diesem Brauch überhaupt nicht einverstanden. Der einzige Grund, warum ich so lange bei meinen Eltern blieb, ist meine Mutter. Ich hatte schon mal ein Gespräch mit ihr wegen Umzug und ihr würde es unabhängig von diesen Brauch das Herz brechen wenn ich ausziehen würde.
Jedoch fühle ich mich seit Jahren eingesperrt und meiner Freiheit entzogen und so wirklich gut für das Selbstbewusstsein ist das auch nicht. Es geht hier um mein Leben, meine Zukunft und nicht die meiner Eltern.
Ich möchte endlich ein Mann werden, raus in die Freiheit und für mich selbst sorgen.
Mein Wunschberuf ist nur mit abgeschlossenem Studium zu erreichen und ein Studium kostet nun mal Geld. Ich kann es verstehen, dass einige mit "Du beutest den Staat aus"-ähnlichen Kommentaren daherkommen, allerdings funktioniert unser Sozialstaat nun mal so. Warum sollte man denn auf Leistungen verzichten, die einem rechtsmäßig zustehen?
Und trotzdem muss ich auch sagen, bin ich es irgendwie Leid vom Staat durchgefüttert zu werden. Ich weiß gar nicht genau ob das so ne gute Idee ist, aber falls es möglich ist, möchte ich mein Geld alles selber verdienen. Nun reicht ein 400-Euro-Job für eine eigene Wohnung usw. niemals aus, aber wie schauts denn mit einem Teilzeitjob oder 2x 400-Euro-Jobs aus?
Ich müsste dann zwar Steuern bezahlen, aber würde das dann trotzdem für Miete, Essen, Pflege etc. und vor allem für die immer teurer werdenden Studiengebühren ausreichen? Wie schauts denn mit der Zeit aus, die einem fürs Lernen übrig bleibt? Vielleicht können diesbezüglich aktuelle und/oder ehemalige Studenten was dazu sagen?
Jedenfalls sind meine Ansprüche nicht sehr hoch. Eine schäbige 1-Zimmer-Wohnung würde ausreichen, Heizung brauch ich nicht, außer beim Duschen. Da muss man dann ins saure Apfel beißen. Nach ein paar Jahren wird sich der ganze Stress auszahlen, wenn man das Studium abgeschlossen und eine Stelle für seinen Wunschberuf gefunden hat.
Womit ich Probleme habe ist der ganze Behördenkram. Obwohl ich Abitur gemacht habe, fühle ich mich dumm. In der Schule wird ja einem lieber das Paarungsverhalten von Schmetterlingen gelehrt als wo, wie und welche Formulare man anfordert und einreicht. Von wegen Vorbereitung aufs Berufsleben, ich hab von diesem Behördenkram keine Ahnung. Es sollte definitiv ein neues Fach eingeführt werden, wo einem der Kram gelehrt wird und wo man mal einen Ausflug ins ein oder andere Amt unternimmt und sich dort Sachen erklären lässt.
Ich komme nun langsam zum Ende und hoffe auf konstruktive Antworten :)
mir wird nie klar werden, warum leute rat suchen, aber auf rückfragen nicht antworten...
vor allem, wenn wer helfen will...
sehe ich auch so DH