5 Antworten

Von meiner Großmutter hörte ich "etepetete" und "Mischpoke" zum ersten Mal, als ich noch klein war. Meine Großmutter ist übrigens Anfang 1890 geboren, aber sie ist weder in Berlin geboren noch jemals dort gewesen. Was haben diese beiden Ausdrücke speziell mit Berlin zu tun? Nichts. "In der Klemme" oder "in der Bredouille sitzen" kenne ich von meinen Eltern, die auch nichts mit Berlin verband. Wir Kinder hatten natürlich immer Bammel, dass unsere Eltern es spitz kriegen würden, wenn wir schon wieder 'was ausgefressen hatten, denn in der Kleinstadt war kaum irgendetwas geheimzuhalten. "Etwas ausklamüsern, sich 'nen Ast lachen", von einer fiesen Frau als "Aas" und von einer gerissenen Frau als "Luder" zu reden, war für uns das Normalste von der Welt. Es war aber immer eine Frau. Ging es um einen Mann, dann war das eher ein "Gauner, Halunke oder Schlawiner".

"Asche" statt Geld, das hörte ich sehr viel später erst, da war ich längst erwachsen, aber auch da: keine Verbindung mit Berlin. Wir sagten in jüngeren Jahren "Kohle, Knete oder Moneten".

Zu dem Ausdruck "Atze" kann ich nichts sagen. Das war nur der Spitzname eines einzigen Bekannten von mir, hatte aber nichts zu tun mit "Bruder". Vielleicht ist das ja tatsächlich ein Berliner Ausdruck.

Für mich gehört nur die Molle nach Berlin, sonst nichts.

Alles wird von vielen Leuten in Berlin im Alltag so gesprochen, aber einige Wörter sind nicht nur berlinerisch, sondern allgemein saloppe Sprache:

etwas ausfressen (Strafbares tun), ein Aas (Person), Mäuse (Geld), Kies (Kleingeld); auch der Bammel (die Angst) ist weit bekannt.

"Der hat Kies." Das bedeutete bei uns: Der hat sehr viel Geld, Geld wie Heu, ist also ein Großverdiener oder schwerreicher Erbe. Also nix mit Kleingeld.

0

Hallo tal,

es gibt auch in Berlin Menschen die ein ganz normales Hochdeutsch sprechen. Man kommt auch ohne die angegebenen Vokabeln sehr gut zurecht. ((-:

Was möchtest Du wissen?