50% GdB bei chronischer Depression?

Ich wollte mal fragen, ob hier jemand Erfahrung mit Schwerbehinderung aufgrund psychischer Störungen hat.`

Die Hauptdiagnose bei mir ist, (atypisch therapierestente) rezidivierende depressive Störung mit schwerer Episode (weitere Diagnosen: Dhystymie/DoublDepression, generali. Angstörung, emotional instabile Persönlichkeitsstö., schwere Ein- und Durchschlafsstörungen, ADS) Das schwankt seit ungefahr knapp 15 Jahren. Vor ca. 13 Jahren kamen Psychopharmaka dazu. Antidepresiva und Neuroleptka in allen Variationen und Kombinationen (ca. 15 Substanzen). Eines davon verhalf mir über die Runden zu kommen. Bis vor einem Jahr. Seit Anfang an bin ich in psychiatrischer und psychologischer Behandlung. Zwei Psychotherapien habe ich schon hinter mir, eine Dritte habe ich gerade wieder angefangen, nachdem ich vor kurzem aus der psychiatrischen Klinik (4 Monate Aufenthalt) entlassen wurde in der ich die Elektrio krampftherapie erhielt, weil ich u.a. suizidal war. Jetzt bin ich wieder in meinem normalen Leben. Allerdings fühle ich mich der Bewältigung des Alltages nur schwer gewachsen. Ich muss hinzufügen, dass ich mit einem Medikamentencocktail entlassen wurde, der nicht ungefährlich ist. Zum einen erhalte ich die dreifache Höchstdosis des irrevers. MAOHemmers und "verbotenerweise" dazu noch ein weiteres Antidepressivum. Die Ärzte begründen das damit, dass die Gefahr eines suizidalen Rückfalls bei Nichtwirken der Medikation das wesentlich größere Risiko darstellt, als die gefährlichen Neben- bzw. Wechselwirkungen der "verbotenen" Medikamentenkombination(sonst gibt’s nichts was mir noch hilft). Außerdem muss ich wegen des MAO-H. eine spezielle (tyramin.) Diät einhalten. Ich darf also grundsätzlich keine Lebensmittel essen, die gegärt oder fermentiert sind. Das sind schon ein paar (die alle aufzuzählen würde den Rahmen sprengen). Trotz Ausschlägen beim Blutdruck hab ich das Gefühl, dass mich diese Medikation vor schlimmerem bewahrt. Allerdings bin ich stark eingeschränkt was das tägliche Leben angeht. Ich kann nicht sehr viele Dinge (alleine) an einem Tag erledigen und bin auf Mithilfe meiner Familie angewiesen. Meine berufliche Perspektive ist schlecht, weil ich keinen vollständigen Abschluss habe. Ich hatte jedoch Glück und bin vor einigen Jahren im öffentlichen Dienst untergekommen. Seit einiger Zeit arbeite ich jedoch in Teilzeit, weil ich eine Vollzeitstelle einfach nicht mehr schaffe. Die Teilzeit wurde mir damals jedoch nur unter Bedingung bewilligt, dass ich nach zwei Jahren wieder in Vollzeit wechsele. In meiner Verfassung kann ich das jedoch nicht mehr. Jetzt hab ich Angst, dass ich u.U. Probleme mit meinem Arbeitsplatz bekommen könnte. Wenn ich den verliere, dann wird es wohl noch schwerer für mich.

Daher meine Frage, ob ich vor diesem Hintergrund einen Grad der Schwerbehinderung von 50% erhalte, der mir wohl meinen Arbeitsplatz auf Dauer sichern würde?

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Hallo, als SBV kann ich sagen, das die Arbeitnehmervertretung(en) und der Arbeitgeber immer gehört werden müssen, wenn eine Gleichstellung beanragt wird. Und ja, eine Gleichstellung auf GdB 50 (übrigens nicht 50 Prozent - GdB ist keine Prozentangabe sonern eine eine Zahl von 0 bis 100 in 10er Schritten) führt zu einem erweiterten Kündigungsschutz. Eine Gleichstellung bringt aber keine zusätzlichn 5 Urlaubstage - die gibt es erst ab echtem GdB 50 .... Gruß WR

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