Ich möchte gern mit einem lyrischen "Befund" antworten:

Alles ist Weg

Jeder Tag stellt seine eigenen Fragen,

jede Begegnung fügt die Schritte vieler zusammen,

jede Aufgabe schmiegt sich neu in Deine Hand.

Richte es Dir nicht im Bestehenden ein,

werde nicht schläfrig am Wieder-und-Wieder,

kein Mensch ist derselbe, den Du gestern noch sahst, 

und die gestrigen Worte liegen heute schon 

schief in Deinem Mund.

Alles ist Weg.

Auch Dein Arbeiten, auch Dein Ruhen,

und die Träume dazwischen, die flüstern:

Jede Ankunft zieht Kreise,

nach oben zum rufenden Sog,

wie die Treppe im Turm der Kathedrale,

der den unausweichlichen Klang

der Glocke birgt.

Reise mit Freude.

Alles ist Weg.

 

( Giannina Wedde)

Es ist nicht unsere ethnische oder kulturelle Signatur die den Unterschied macht, es sind unsere Wege, die wir auf eigene Gefahr beschreiten und dort wo wir anderen in Liebe, Ehrfurcht und Bewunderung begegnen verblasst jedes zu unterscheidende Wort sowieso.

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Die AfD ist keine Alternative, sie ist - liest man den ökologischen, ökonomischen oder sozialen Teil ihres Parteiprogramm - im Grunde eine Mischung aus FDP und CDU/CSU, nur eben als rechter Rand zu definieren, der mit Affekten, Feindbildern und tumben, z.T. menschenverachtenden Parolen versucht politische Rendite zu erzielen.

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Die Flüchtlinge dienen als politische Verwertungsmasse mit der auf hohe Rendite gehofft wird - ist das unmenschlich für eine Partei mit dem C im Namen. Natürlich nicht, da die Kreuze in den Amtsstuben, das Vaterunser und der Fischaufkleber auf dem neuen SUV längst in ihrer übernatürlichen Symbolik die Lehre des Jesus von Nazareth transformiert hat.

Der Flüchtling ist da nur im Wege, verstellt die Sicht auf die heile Welt, er soll sich gefälligst foltern, vergewaltigen und töten lassen und unserer Wohlstandswelt fern bleiben.

Und wenn das nicht genügt wird das Kreuz umgedreht zum Schwertstreich.

Das "C" kann so erlösend sein!

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Eine Darstellung in diesem Bezug würde den Rahmen sprengen.

Vielleicht einen Satz: "Soziale (und ökonomische) Problemlagen werden von der AfD nationalisiert und ethnisiert – es geht nicht um “Oben” und “Unten”, sondern um “Innen” und “Außen”. ( Patrick Schreiner) In dieser gesellschaftlichen Transformation werden Feindbilder erzeugt, die einen Kulturrassismus beherbergen, der z.B. in folgenden Satz deutlich gemacht wird und im Hassaffekt spezifische Ängste aufnimmt und umformt: "Je mehr afrikanische Migranten ersaufen, desto eher begreifen sie, dass es sich nicht lohnt, nach Europa aufzubrechen. Sollen sie ihren Staat 'säubern', bis auch sie ein 'normales Leben' führen können.“ http://www.huffingtonpost.de/2016/08/03/afd-hetzt-post-facebook_n_11319902.html)

Um Deine Fragen aber erschöpfend zu beantworten empfehle ich:

Alexander Häusler (Hrsg.)  „ Völkisch-autoritärer Populismus. Der Rechtsruck in Deutschland und die AfD (Hamburg VSA Verlag, 2018)

Die Gefahr für die Demokratie besteht übrigens in einem präsidial ausgestalteten Nationalismus, wie wir ihn momentan in der Türkei beobachten können.

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https://verfassungsblog.de/mit-bayern-zuerst-in-den-bundestag-gedankenspiele-zur-sonderrolle-der-csu-in-der-bundespolitik/

Kurz und bündig formuliert: es wäre Sache der CDU selbst sich in Bayern als wählbare Partei sich aufstellen zu lassen. Das würde aber einen finalen Bruch mit der Schwesternpartei nach sich ziehen und soweit wird niemand in der CDU die Schrittfolge erhöhen wollen.

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Es gibt Menschen die stören sich an rassistischen und nationalistischen Parolen resp. geht es darum solchen menschenunwürdigen Semantiken und Handlungen entgegenzutreten.

"Entwicklungen, in denen bestimmte Bevölkerungsgruppen entrechtet, vertrieben und vernichtet wurden, haben immer mit einer entmenschlichenden Sprache begonnen."

( Anatol Stefanowitsch )

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Änderungen im GG sind über die Gesetzgebungsverfahren möglich - aber vermutlich war Deine Frage eher als "Whip" der AfD angedacht worden.

Trotzdem an dieser Stelle der Rechtsinhalt:

"Bei Grundgesetzänderungen sind bestimmte formale und inhaltliche Voraussetzungen zu erfüllen (vgl.vergleiche Art. Artikel 79 Grundgesetz). Formal ist eine Grundgesetzänderung nur durch ein Gesetz möglich, das den Wortlaut des Grundgesetzes ausdrücklich ändert oder ergänzt (ausgenommen bestimmte völkerrechtliche Verträge). Ein solches Gesetz zur Änderung oder Ergänzung des Wortlautes des Grundgesetzes kann nur mit Zweidrittelmehrheit des Bundestages und des Bundesrates verabschiedet werden. Grundgesetzänderungen, "durch welche die Gliederung des Bundes in Länder, die grundsätzliche Mitwirkung der Länder bei der Gesetzgebung oder die in Artikel 1 und 20 niedergelegten Grundsätze berührt werden" (Art. Artikel 79 Abs. Absatz 3 Grundgesetz), sind unzulässig. Das Verfahren bei Grundgesetzänderungen entspricht dem üblichen Gesetzgebungsverfahren."

(aus: https://www.bundestag.de/dokumente/parlamentsarchiv/datenhandbuch/13/kapitel-13/475960)

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Der "Sinn" liegt in der Zunahme an Informationen, die in ihren Verfestigungen (Mustern, Konstanten) den Ausgangspunkt für weitere Entwicklungsschritte (sog. Selbstreferenzialität) legen.

Positive Gefühle, wie Du sie beschreibst wirken als Stabilisatoren in den enorm komplexen, aber auch fragilen Lebensprozessen.

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Dazu möchte ich den Schweizer Psychiater Gion Condrau zitieren:

"Was aber ist das Gewissen?

Als eine Ansammlung von Wissen (Ge-wissen)

Woher kommt das Wissen?

Wissen kommt vom Sehen, Sehen entspricht der Weltoffenheit des Daseins."

Gewissen ist somit ein nie abgeschlossenes psychisches "Inventar" das der Mensch sich über die Lebensspanne erwirbt, das seine Identität, sein Selbst und seine kognitiven, wie affektiven Lebensdispositionen mit bestimmt, aber auch immer wieder Veränderungen unterworfen ist.

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Ich zitiere: "97% der Einwohner Ägyptens betrachten sich als Ägypter. In den Wüsten leben noch rund 70.000 arabische Beduinen, die noch immer als Nomaden leben. Im Süden Ägyptens leben 140.000 Nubier. In der Oase Siwa leben nur noch sehr weniger Berberstämme. Östlich des Nils leben arabisch- und Bedscha-sprachige Nomaden. Im Norden Ägyptens leben wenige Griechen, Briten, Italiener und Türken." (http://www.africanus.de/staaten/aegypten/bevoelkerung)

Zu den eigentlichen "Ägyptern" als Ethnie hier zum nachlesen:

https://www.3sat.de/page/?source=/nano/natwiss/193139/index.html

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Bewusstsein "beginnt" dort wo der Träger des Bewusstseins volitiv , also willentlich seine Aufmerksamkeit auf einen für ihn Bedeutungszusammenhang im binär-neuralen Möglichkeitsraum (aus)richtet.

Zu den Bewusstseinsinhalten gehören die unmittelbare Wahrnehmungswelt, inneres Sprechen und visuelle Vorstellungen, die flüchtige Gegenwart und ihre verblassenden Spuren im unmittelbaren Gedächtnis, Körperempfindungen wie Lust, Schmerz und Erregung, Gefühls-wallungen, autobiographische Erinnerungen, sobald sie abgerufen werden, klare und unmittelbare bsichten, Erwartungen und Handlungen, explizite Ansichten über die eigene Person und die Welt, ferner Begriffe, die abstrakt, aber von zentraler Bedeutung sind.“ (Bernard J. Baars " Das Schauspiel des Denkens. neurowissenschaftliche Erkundungen " S.19)             

Nur wir sollten dabei eines bedenken: jegliche attentiven Vorgänge liefern uns immer nur einen Ausschnitt einer Wirklichkeitskonstruktion, die überwiegende Mehrheit solcher Prozesse verläuft auf einer unbewussten neuralen Ebene.

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Hierzu lassen ich einen Muslim selbst antworten:

 „Wir benötigen die freie Erforschung unseres religiösen Erbes. Dies ist die erste Bedingung für eine religiöse Erneuerung. Wir müssen das Embargo über das freie Denken aufheben. Der Bereich der Erneuerung sollte unbegrenzt sein. Es gibt keinen Raum für »abgesicherte (sakrosankte, von der kritischen Forschung ausgenommene) sichere Zufluchtsorte der islamischen Lehre« (safe doctrinal havens). Solche Zufluchtsorte begrenzen den Prozess der Erneuerung. Sie stellen eine Zensur dar, und diese hat keinen Platz in der Geschichte des islamischen Denkens.“ (Nasr Hamid Abu Zayd)

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Jeschua von Nazareth wurde nach römischen Strafrecht zum Tode durch Kreuzigung verurteilt, weil er sich als König der Juden ausgegeben und so die Herrschaft des Kaisers in Frage gestellt habe. Die Anklage konnotierte auf den Tatbestand der Anstiftung zum Aufruhr und des Majestätsverbrechens. Für dieses Delikt sah das römische Recht in den römischen Rechtskreisen (wozu damals auch die Provinz Judäa gehörte) den Tod am Kreuz vor. Da Jesus kein römisches Bürgerrecht besaß urteilte der Praefectus civitatis Pontius Pilatus von Judäa nach eigener, hoheitlicher Rechtsauffassung.

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Als einziges Wesen weiß sich der Mensch in seinem Dasein in reflexiver Konfrontation mit seinem eigenen Tod. Er lebt stets im bewussten Horizont seines eigenen ‚Nicht-(mehr-da-)seins. Dieses anthropologische Charak-teristikum steht zugleich in einer Diathese mit zwei anderen Selbstvollzügen menschlichen Seins: Einerseits dem scheinbar widersprüchlichen Vollzug, im eigenen Handeln und Leben stets Sinn zu setzen, wo doch der gewisse Tod als radikale Infragestellung solchen Tuns ver-standen werden muss. Andererseits ist der Mensch kognitiv auf Unendlichkeit angelegt und transzendiert stets das Gegebene oder Erreichte. Das menschliche Subjekt fragt, (….), daher auch „notwendigerweise über die Grenze des eigenen Todes hinaus und verlang(en)[t] nach einem unbedingt bleibenden Sinn.“ Der Mensch entwirft sich gewissermaßen über sein eigenes Leben hinaus und weist so eine Struktur auf, die transzendentalphilosophisch als Hoffnungsartikulation auf ein Leben nach dem Tod interpretiert werden kann.“ (Daniel Remmel)

Religion ist ein relatives Sinnkonzept, das dort sinnvoll wird, wo dem Menschen der Tod bewusst wird, das aber dort zum Abersinn sich verwandelt, wo der Mensch seine ihm angeborene Religiosität in fremde Erlösungshände abgibt.

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Definitiv Nein - weil wir im herkömmlichen Verständnis keine "reine" Klassengesellschaft aufweisen, sondern eine komplexe Gesellschaft polyvalenter Ebenenstrukturen - mit auch Privilegierten und Unterprivilegierten.

"Leben wir also in einer "Klassengesellschaft"? Nein und ja. Nein, wenn man Klassen im Marxschen Sinne fasst, denn es existieren nicht nur zwei bestimmende Großklassen - Kapitalisten und Arbeiter. Ja indes, wenn man die drei Kriterien gemeinsame soziale Lage, Dauerhaftigkeit und Vererbung anlegt. Die Solidarisierung der von dauerhafter Ausgrenzung Betroffenen oder Bedrohten wird allerdings von der vorherrschenden gesellschaftlichen Denkweise erschwert: Die Position des Einzelnen erscheint ihm als individuelles Schicksal oder Versagen. Es ist derzeit unwahrscheinlich, dass sich aus der gemeinsamen Lage der sozial Benachteiligten ein Bewusstsein entwickelt, das zur politischen Aktion drängt." ( Jutta Allmendinger, Soziologin - Quelle: https://www.zeit.de/zeit-wissen/2006/06/Essay_Allmendinger.xml/komplettansicht)

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"Ein wesentlicher Unterschied zwischen Alten und Neuen Rechten besteht darin, dass die Neuen Rechten immer wieder ihre Verfassungstreue betonen. Sie setzten sich bewusst von der NPD ab, traten nichtsdestotrotz für eine nationale Politik ein. Ein weiterer wichtiger Unterschied zwischen Neuen und Alten Rechten besteht darin, dass die Alte Rechte an aus dem Faschismus tradierten Konzepten von Rasse und Überlegenheit der sogenannten arischen Rasse festhielt. Wohingegen die Neue Rechte die Theorie des Ethnopluralismus entwickelte."(Quelle: https://www.kulturrat.de/themen/texte-zur-kulturpolitik/alte-und-neue-rechte/)

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