Warum wird sich (vorallem in den Privaten) oft über Senioren lustig gemacht?

Dass Senioren einen anderen Geschmack haben als viele junge Leute ist glaube ich, unbestritten. Aber das muss doch noch nicht schlimm sein. Es gibt halt Leute, die haben eher das Talent, jüngere zu erreichen, z.B. Jan Böhmermann. Und andere haben halt eher das Talent, etwas für Ältere zu machen, z.B. Florian Silbereisen.

Ich bin zum Beispiel auch so, dass ich eher Senioren bei Laune halten kann als Jugendliche.

Wenn etwas böse oder geschmacklos wird, sollte man es kritisieren. So gibt es z.B. die Gruppe "Ursprungs Buam" (habt ihr bestimmt schon mal gesehen; der eine hat Probleme mit dem Auge). Und die haben in ihren Liedern teils extremst rassistische und sexistische Texte. Da finde ich gut, dass sowas kritisiert wird. Sowas kann nicht toleriert werden.

Genauso wenig, wie extremer Rassismus und Sexismus in anderen Genres toleriert werden darf.

Ich z.B. würde nie die Flippers, die Amigos oder sonstige Schlager-Bands in obligatorischen Glitzer-Anzügen hören. Aber deswegen muss ich das doch nicht beleidigen.

Im Sommer waren wir beispielsweise im Urlaub und da waren viele Senioren und da wurde viel von den Flippers gespielt. Und die Senioren haben viel mitgesungen und getanzt. Ist doch schön.

Aber vorallem bei den Privaten stellt man sowas immer als extrem senil dar. Oliver Kalkofe z.B. hat immer richtig herablassende Worte für Senioren übrig.

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Wahlalter begrenzen - Was sagt ihr dazu?

Gerade jetzt mehren sich in Sozialen Medien wieder Forderungen, das Wahlalter zu begrenzen, um Rentner davon abzuhalten, die CDU oder SPD zu wählen.

Mich machen solche Forderungen einfach wütend. Es ist ganz einfach der Versuch, mit sämtlichen Mitteln das Wahlergebnis zu erreichen, das man gerne haben möchte. Für mich ist so etwas nicht besser, wie ein Donald Trump, der die Wahl vorzeitig abbrechen will, als ihm das Ergebnis gefallen hat.

Wir sind in einer Demokratie und hier haben auch Ältere Menschen das Recht, ihre Stimme abzugeben. Alles andere wäre eine radikale Entmündigung, die ich nicht zu akzeptieren bereit wäre.

Aber noch wütender machen mich die Argumente, die man dann teilweise hört.

Wenn sich eine Partei oder auch eine Person gegen eine solche Begrenzung ausspricht, dann heißt es, die machen das doch nur aus Angst um ihre Macht. So ein Blödsinn. Ich mache das um Angst um die Demokratie.

Und dann noch dieses dämliche Bild, das da von Rentnern gezeichnet wird: Senioren sind alles ignorante Egoisten, die schon mit einem halben Bein im Grab liegen und denen deshalb alles egal ist.

Das ist doch so ein Schwachsinn! Ich kenne so viele Senioren, die sich politisch engagieren und die sich für die Zukunft des Landes interessieren. Ich kenne Senioren, die bei Fridays for Future mitlaufen.

Dieser Generationenkonflikt, der da einfach immer mit Propaganda-Methoden entfacht wird, kotzt mich an. Wenn Senioren da teilweise als Menschen zweiter Klasse abgestempelt werden.

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Was, wenn die Senioren alle tot sind?

Oft wird in den Medien auf die Senioren geschimpft. Die alten, weißen Männer. Es wurde sogar mal über ein Wahl-Verbot für Senioren diskutiert, weil die hätten doch sowieso keinen Weitblick mehr.

Aber in Sachsen-Anhalt wie auch in anderen ostdeutschen Bundesländern wäre eine rechtsradikale Partei stärkste Kraft geworden. Es waren die Senioren, die hier beim Wählen Vernunft bewiesen haben und nicht den Populisten hinterher gelaufen sind. Vielleicht liegt das daran, dass man den Alten eben nicht mehr so viel Angst machen kann.

Aber ich habe etwas Angst davor, wenn die Senioren irgendwann mal nicht mehr da sind? Greifen dann die Populisten um sich? Im Osten AfD und im Westen Grüne?

Man kann ja generell beobachten, dass bei vielen in meinem Alter z.B. seriöse Zeitungen nicht mehr wichtig sind, sondern alles in ein paar kurze Sätze zusammengefasst werden muss. Und das ist eben das Prinzip der Populisten.

Es sind die Senioren, die Zeitungen abonniert haben und Nachrichten im Fernsehen schauen.

Wer in meinem Alter liest schon einen Artikel in der FAZ oder in der ZEIT? Oder wenigstens in der lokalen Presse? Die meisten bekommen ihre Infos in wenigen Worten über Instagram. Und der Nahost-Konflikt wird auf Tiktok ausgetragen.

Ich befürchte, dass meine Generation sehr empfindlich für Populismus ist.

Wie seht ihr das alles?

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