Warum instrumentalisieren Rechte eigentlich so gut wie alles, was irgendwie mit Kulturgütern zu tun hat?

Zum Beispiel Würzburg. Ja, ich finde Würzburg auch schön. Ich war schon oft mit meinen Eltern da und dieses Jahr auch mal mit meinen Freunden. Da sind wir am Main lang gelaufen. Würzburg ist ca. anderthalb Stunden von uns weg, da kann man im Sommer Sonntags mal hinfahren. Aber wenn ich durch Würzburg laufe, bekomme ich kein episches Nationalgefühl oder sowas.

Selbiges gilt für Bamberg, Rüdesheim oder Heidelberg. Und es gilt auch für meine Heimat Fulda. Das sind alles wunderschöne, historische Städte. Nicht umsonst waren diese Städte ja alle schon Drehorte für Filme.

Was diese Städte gemeinsam haben, ist ihr großer Bestand an historischen Gebäuden und teilweise der Katholizismus, der in den Städten vorhanden ist bzw. der die Städte früher geprägt hat.

Diese Städte werden jedoch auch immer wieder von Rechten oder rechtsextremen Burschenschaften für Instrumentalisierung genutzt. Da werden dann Aufnahmen der Altstädte gezeigt und dann wird sämtlicher nationalistischer Pathos losgelassen.

Würzburg, Bamberg, Rüdesheim, Heidelberg und Fulda (und ähnliche Städte) sind ja in der Tat konservativer geprägt als beispielsweise Frankfurt, Rüsselsheim oder Kassel. Und deswegen fühlen sich Rechte da vielleicht besonders wohl. Es geht mir aber ziemlich auf den Keks.

Vorallem wenn man sich mal die Geschichte Fuldas anschaut. Wurde von einem englischen Mönch (Bonifatius) gegründet. Im Barock wurde das Stadtbild durch den Italiener Andreas Gallassini entscheidend geprägt und nach dem Krieg wurde die Stadt mit Hilfe der amerikanischen Soldaten wieder aufgebaut. Da verbietet sich mit eigentlich jeder Nationalismus.

Und mir geht es tierisch auf den Keks, dass Städte wie Fulda, Würzburg, Bamberg usw. immer wieder von Rechten instrumentalisiert werden, nur weil sie eben viele historische Gebäude haben.

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Warum fällt es vielen - vorallem jungen Menschen - so schwer, zuverlässig zu sein?

Jetzt gerade erst wieder bei uns im Freundeskreis. Wir hatten eigentlich geplant, morgen nach Würzburg zu fahren. War eigentlich schon alles organisiert. Es war abgesprochen, wer fährt und ein Restaurant war auch schon bestellt. Heute Mittag springt uns dann plötzlich die Hälfte nochmal ab. Der eine hat plötzlich ganz wichtige Termine, ein anderer hat über Nacht gemerkt, dass man nach Würzburg ja über die Autobahn fahren muss und wieder ein anderer hat schlicht und einfach keine Lust mehr.

Jetzt müssen wir wieder alles ins Wasser fallen lassen, weil man sich auf manche Leute einfach nicht verlassen kann. Ich wurde eigentlich dahingehend erzogen, dass meine Zusagen verlässlich sind. Wenn ich heute verspreche, nächste Woche zum Beispiel Brötchen zu besorgen, dann werde ich auch alles tun, um das zu machen. Aber anscheinend ist das heute überhaupt nicht mehr selbstverständlich.

Die einen machen es dann einfach nicht, aus allen möglichen Gründen, die anderen muss man mehrmals täglich daran erinnern, damit sie es nicht vergessen. Das alles geht mir mittlerweile so auf den Keks, dass ich fast alles alleine organisiere, damit am Schluss wenigstens was da ist. Aber mehr als ein Auto steuern kann ich halt auch nicht.

Warum ist das so? Warum gelten Zusagen überhaupt nicht mehr als verbindlich?

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