Was meint Otfreid Höffe mit folgendem Text?

Wir haben in Ethik als neues Thema Gerechtigkeit und haben verschiedene Texte beommen, mit denen wir Merkmale von Gerechtigkeit zusammenfassen sollen. Der letzte Text war dieser von Otfried Höffe, nur verstehe ich nicht was mit mit dem (dick und kursiv) markierten Abschnitt gemeint ist... Ich hoffe jemand kann mir helfen. Danke!

"Wo ein Überfluss seitens der Natur herrscht, wird die Gerechtigkeit aber nur weitgehend, nicht vollständig arbeitslos. t...] Gefragt ist die Gerechtigkeit im gesamten Bereich der menschlichen Beziehungen, so wohl denen der Kooperation als auch der Konkurrenz, sofern dabei widerstreitende Interessen, Ansprüche oder Pflichten auftauchen.

[...] Wer angesichts von Konflikten nach Gerechtigkeit verlangt, setzt aufseiten der Subjekte zweierlei voraus: dass die Beziehungen zwischen ihnen unterschiedlich ausfallen können, und dass die jeweilige Gestalt nicht nur von einer äußeren Instanz, etwa von der Natur oder von Systemerfordernissen abhängt. Mindestens teilweise muss die Gestalt handlungsfähigen Wesen, nämlich natürlichen oder juristischen Personen, zuzurechnen sein. t. . .] Im Rahmen der Sozialmoral betrifft die Gerechtigkeit nur einen kleinen, den geschuldeten Teil: die sogenannten Rechtspflichten bzw. die Rechtsmoral. Während man bei Verstößen gegen Tugendpflichten wie Mitleid, Wohltätigkeit und Großzügigkeit, auch Dankbarkeit und die Bereitschaft zu verzeihen, enttäuscht ist, regen sich bei Gerechtigkeitsverstößen Empörung und Protest. Die Anerkennung von Tugendpflichten kann man vom anderen nur erbitten und erhoffen die der Gerechtigkeit dagegen verlangen."

Otfried Höffe: Gerechtigkeit. München: Beck 2001, S. 27

Deutsch, Schule, Text, Ethik, Gerechtigkeit, Philosophie, werte und normen
Individualisierungsthese von Ulrich Beck?

Hallo ich bescheftige mich seit heute mit der Individualisierungsthese von Ulrich Beck. Ich verstehe diese noch nicht ganz und mit kommen die folgenden Fragen.

1. Was bedeutet es eigentlich, wenn Paarbeziehungen –also Arbeitsteilung, Sexualität, Weiblichkeit und Männlichkeit – nicht mehr auf einer vorgegebenen Natur oder Tradition gegründet werden können, sondern im Horizont von Reziprozität und Gleichheit neu gewonnen, bestimmt und füreinander einsichtig gemacht werden müssen?

2. Was bedeutet es, wenn Kinder nicht mehr als elterliches Eigentum, als Gottesge-schenk oder nationale Aufgabe bzw. als Objekt von Erziehung und Sozialisation, son-dern als Individuum auf dem Wege zum eigenen Leben wahrgenommen behandelt werden?

3. Was bedeutet es, wenn dieses alltägliche Zusammenleben unter den Idealen von Part-nerschaft und „emotionaler Demokratie“ konfrontiert wird mit einer Arbeitsmarktent-wicklung, in der insbesondere Frauen in den Sog prekärer Beschäftigung, betrieblich diktierter Zeitflexibilisierung und daraus entstehender radikaler Ungleichheit geraten?

4.Was bedeutet es, wenn auf der einen Seite die family values, Mutterschaft und Vater-schaft, öffentlich beschworen werden, aber auf der anderen Seite eine allzeitige, all-seitige Verfügung für den Arbeitsmarkt gefordert und heilig gesprochen wird, für einen Arbeitsmarkt, der immer weniger Schutzzonen und langfristige Sicherheiten bietet?

Spiele, Geschichte, Politik, Sozialwissenschaften, Individualisierung

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